Frauen und Bücher

I.
Am Sonntag auch über Bücher geredet. Und Autoren. Vor allem weibliche. Gesagt, dass wir unsere Bücherregale prüfen werden, auf Frauenliteratur. Also nicht Literatur FÃœR Frauen, sondern vor allem VON Frauen. Auch wenn das manchmal das selbe ist. Leider. Eigentlich.

II.
Es ist erbärmlich. Nach genauer Prüfung meiner Büchersammlung festgestellt, dass der Großteil meiner Bücher von Männern ist. Mindestens 90 Prozent. Und dass ich von den Büchern von weiblicher Autoren nicht mal alle gelesen habe. ‘Masserberg’ von der Buschheuer hat mich auf den ersten Seiten gelangweilt – weggelegt. Ein paar Ingrid-Noll-Schinken von meiner Mutter, die sie mir damals mit den Worten ‘Musst du unbedingt lesen’ in die Hand gedrückt hatte – verstauben ungelesen.

III.
Selbst die Gelesenen sind nicht wirklich zum empfehlen. Jana Hensels Zonenkinder. Dieses blöde ‘Generation Ally’. Ein Krimi von Minette Walters. Noch einer von Fran Dorf. Uralt. Und peinlich doof.

IV.
Sowieso lese ich eigentlich nie Krimis. Zu konstruiert, zu ich-weiß-auch-nicht. Vielleicht liegt’s an den obligatorischen Leichen, vielleicht an der immer gleichen Struktur. Irgendwas passiert, irgendwas muss aufgeklärt werden. Puh. Ich mag das einfach nicht. Im Fernsehen eigentlich auch nur den Tatort ab und zu. Der Liebe wegen.

V.
In der englischen Ecke entdecke ich dann doch noch eine Frau. Frau Rowling. Bezeichnend? Na, wenigstens auf Englisch.

VI.
Und was ich derzeit lese? Am Wochenende gerade erst das hier beendet. Wieder ein Mann. Und mich gestern dazu entschlossen, für die morgige Zugfahrt was Leichtes zu beginnen. Heinz Strunk soll es sein. Haben Grissemann und Stermann letztens empfohlen. Und er hier.

48 comments on “Frauen und Bücher

  1. mark793 sagt:

    Probier’s mal mit Juli Zeh.

    Und off topic: Ist da nicht bisschen arg viel Text durchgestrichen auf Deiner Seite?

  2. franziska sagt:

    Aaah, behoben, seltsamerweise sah das im Firefox ganz normal aus. Erst bei dem Blick in den Internet Explorer hab ich gesehen, was du meintest. Komisch. Da war ein ” zuviel im Quellcode.
    Danke.

    Und Juli Zeh: Ich werd’s mal irgendwann probieren. Momentan muss ich erstmal die Männer auslesen. :)

  3. elle sagt:

    Mhm, Juli Zeh da bin ich ja sehr skeptisch, aber bisher habe ich sie noch nicht gelesen.
    Ich habe auch mal nachgeschaut, mein Verhältnis liegt bei 70 (männlich) zu 30 (weiblich).

  4. franziska sagt:

    Wow, dann hoffe ich mal, dass du mir was empfehlen kannst :)

  5. Regenroman. Karen Duve.

  6. Anke sagt:

    Ich sehe mich schon heute abend vor meinem Bücherregal das Geschlechterverhältnis checken :-) Julie Zeh fand ich persönlich übrigens unerträglich. Las sich wie ein myblog-Blog, nur ohne Rechtschreibfehler und Smileys.

    Was Krimis angeht, die ich im Ãœbrigen sonst auch nie anrühre, kann ich wärmstens Astrid Paprotta empfehlen. Ich hab ein Buch von ihr geschenkt bekommen und daraufhin alle von ihr gelesen.

    Wie sieht’s mit Judith Hermann aus? (Mag ich, auch wenn ich immer deprimiert bin, wenn ich sie lese.)

  7. Anke sagt:

    Yep, Karen Duve, ich Goldfischhirn! Lese gerade “Dies ist kein Liebeslied” von ihr.

  8. franziska sagt:

    Ich hab von Judith Hermann ihr erstes bei mir stehen. Hatte mal angefangen, aber es dann auch wieder beiseite gelegt. Vielleicht sollte ich ihr nochmal ne Chance geben.

  9. und ja, elfriede jelinek / die liebhaberinnen. ganz ganz ganz ganz grandioses buch.

  10. Florian sagt:

    Ich kann “Spieltrieb” von Juli Zeh auch nur empfehlen – eine sehr feine Sprache, eine tolle Geschichte mit starken Charakteren.
    “Die Lügen der Frauen” von Ljudmila Ulitzkaja, “Blütenstaubzimmer” von Zoe Jenny oder die Bücher von Banana Yoshimoto sind weitere Tipps :)

  11. Rinaa sagt:

    Super Denkanstoss, danke.
    Gehe meine Regale durch – Literatur von Frauen ist da ganz gross geschrieben. Mein Tick, von einer Autorin / einem Autor immer alles Erhältliche zu lesen, füllt die Regale mit „Frauenbücher“ auf unsägliche Weise ;-)
    Mein spezieller Typ: Agelica Schorre / Margrit Staub „Anna und Johanna“

  12. falko sagt:

    Ich kann Donna Tarrt “Die geheime Geschichte” sehr empfehlen. Ein Roman…

  13. franziska sagt:

    @falco: Ja, hab ich auch mal gelesen, vor Jahren. Ist aber eines der Bücher, was in den Fundus meiner Eltern übergegangen ist, bei meinem Auszug.

  14. Modeste sagt:

    Julie Zeh geht gar nicht, ganz eindeutig. Und was Judith Hermann angeht, werde ich demnächst eine Großoffensive starten, die der Bekämpfung von Frau Hermanns literarischem Schaffen gewidmet sein soll. Das nächste Buch einer Frau liegt zwar schon auf meinem Nachttisch (Eva menasses “Vienna”), aber die Mehrzahl der gelesenenen Bücher ist eindeutig männlichen Ursprungs. Warum Frauen derzeit so viel dünnblutigen Schund verbrechen, wüsste ich im übrigen auch gerne einmal, vielleicht verrotten die lesbaren Elaborate einfach nur in irgendwelchen Schubladen oder werden von bösartigen Lektoren weggeworfen.

  15. Liisa sagt:

    Nachdem ich diesen Eintrag hier gelesen hatte, zog es mich unwiderstehlich zu meinen Bücherregalen, obwohl ich eigentlich gar keine Zeit dafür hatte … sie sind schuld! Danke für die Anregung! :)

  16. fishcat sagt:

    Was ich empfehlen kann, sind:

    Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen
    Jenny Erpenbeck: Die Geschichte vom alten Kind
    Katrin Askan: Aus dem Schneider
    Kirsten John: Schwimmen lernen in Blau

    Wenn du die Männer ausgelesen hast: es lohnt sich, einen Blick reinzuwerfen.

  17. mai sagt:

    susan travers • allein unter männer – meine jahre als fremdenlegionärin (biografie)

    helen de witt • der letzte samurai (eine mutter mit einem *wunderkind*)

    ich bin keine literaturspezialistin, aber vielleicht reizt es.

  18. Eva sagt:

    Ah, endlich mal jemand, der mit den Zonenkindern auch nicht so viel anfangen konnte! Ich habe es gelesen, in der Hoffnung, endlich mal etwas von der Zeit vor dem Mauerfall mitzubekommen, aber ohne weiteres Wissen steigt man da auch nicht durch. Finde ich.

  19. Pingback: Genderblog
  20. Hans Scheurich sagt:

    Ist das Verhältlis m/w im Bücherregal wirklich wichtig? Entweder ist ein Buch gut oder schlecht. Egal ob von Mann oder Frau geschrieben. Die Mehrzahl aller Bücher sind unglaublich schlecht, da freue ich mich über ein gutes Buch – und wenn es von einem Schimpansen geschrieben ist, dann soll mit das auch recht sein.

    Droht uns demnächst, ähnlich wie im Radio eine Deutschquote, im Bücherregal eine Frauenquote?

  21. elle sagt:

    Irgendwie funktioniert das bei mir mit dem TrackBacken nicht. Daher manuell:
    http://elle.blogg.de/eintrag.php?id=188

    Ich bin übrigens für die Frauenquote und für eine Deutschquote und für eine Schimpansenquote und für … Ach, alles sollte quotiert werden, jawohl!

  22. franziska sagt:

    Schimpansenquote… keine schlechte Idee. Und ja auch mal was anderes.

  23. hweblog sagt:

    @ Modeste:

    1. Zu und zu schön, daß es noch Personen gibt, die den Tiefsinn der Judith Hermann für bodenlos zu halten scheinen. Siehe hierzu dies.

    2. Wer ein Buch lesen möchte, das von einer Frau geschrieben wurde, aber alles andere ist als dünnblütig & doof, sehe sich zwecks Information diese Website an.

  24. Anke sagt:

    Ja, doof, wenn der Eigenwerbelink nicht geht, gell?

  25. Anke sagt:

    (Ja, doof, wenn man nicht mal das Kommentarfeld bis zu Ende ausfüllt.)

  26. franziska sagt:

    Stutenbissig? Nö. Aber wenn Sie demnächst wieder einmal einen Literaturhinweis für Frau Modeste haben, schreiben Sie ihr doch einfach eine Mail.

  27. hweblog sagt:

    Aber Frau Franziska! Sind Sie wirklich den Verlagen so ergeben, daß sie deren Werbung überall tolerieren, nicht jedoch den Hinweis einer unabhängigen Autorin auf ihr eigenes Buch? Ich an ihrer Stelle würde mich nicht an Formalitäten klammern, sondern erst einmal nachsehen, ob die Lektüre des besagten Buchs lohnenswert sein könnte. Männer sind da meist viel toleranter.

  28. franziska sagt:

    Bisher hat hier kein Verlag kommentiert und auf sein Repertoire hingewiesen.

  29. hweblog sagt:

    Nicht recherchiert, Frau Franziska. Ich bin kein Verlag, und hinter mir steht auch kein Verlag. Ich gehöre nämlich zu den Frauen, die sich nicht gern von den auf Bestseller programmierten Verlagen sagen lassen, was und wie sie schreiben sollen. Darin gleiche ich den Musikerinnen & Musikern der von mir seit bald 30 Jahren geschätzten Independentszene. Von deren Toleranz & Interesse am Werk anderer ist die Literaturszene noch weit entfernt; vor allem – so scheint es – in all den Eckchen, wo Frauen über Bücher anderer Frauen diskutieren oder eben auch nicht diskutieren.

    Im übrigen beginnt die Reihe meiner von Frauen geschriebenen Bücher derzeit mit Bettine von Arnim und endet mit Unica Zürn, die ich hiermit wärmstens empfehle. Ich werbe durchaus auch gern für die Werke anderer Autorinnen & Autoren, sofern sie nicht ohnehin jedem bekannt sind. Der mit liebste männliche Gegenwartsautor ist (neben dem jahrzehntelang belächelten Walter Kempowski) im Augenblick Erwin Einzinger.

  30. franziska sagt:

    Nun ist aber mal gut. Ich habe nicht behauptet, dass hinter Ihnen ein Verlag steht. Nur haben hier bisher Menschen nicht etwa deshalb Bücher empfohlen, weil sie selbst Autoren dieser Werke waren, sondern weil sie es schlicht und ergreifend mochten. Sie allerdings haben auf ein Werk hingewiesen, dass sie selbst verfasst haben. Und dass Sie das mögen, ist ja klar, sonst hätten Sie besagtes Buch sicherlich nicht geschrieben.

  31. k.tastrophe sagt:

    Terezia Mora: “Alle Tage”

    Hat mir gut gefallen. Gruß.

  32. Etzel sagt:

    Isolde Schaad: (alles)

  33. Pingback: elkes eckchen
  34. Franziska sagt:

    Meine Göttin: Margaret Atwood.
    Da sind fast alle mehr als lesenswert. Gilt mit Abstrichen auch für
    - Banana Yoshimoto
    - Gemma O’Connor
    - Lily Brett
    - Binnie Kirshenbaum
    - Julia Alvarez
    - Isabel Allende

    und Anne Rice passt auch immer mal wieder.

    Und heute abend stelle ich mich mal vor meine Bücher.

  35. Sibylle sagt:

    *hüstel* Das klingt alles sooo *kein Wort find*. Liest ausser mir niemand gerne mal ne Schmonzette und steht dazu?
    Vielleicht gehe ich auch gleich mal mein Bücherregal evaluieren. Wobei, wie schon woanders gelesen, viele meiner Bücher stehen noch im Karton im elterlichen Keller.

  36. franziska sagt:

    Was verstehst du denn unter Schmonzetten? Eva Heller? Hera Lind? Die stehen bei mir nicht im Bücherregal, weil ich sowas bei meiner Mutter gelesen habe und solche Bücher natürlich das erste sind, was man wieder zurück gibt :)

  37. Sibylle sagt:

    Neiin, Eva Heller und Hera Lind las ich irgendwann um die 19 Jahre herum. Damals hielt man das noch für Frauenliteratur, war aber relativ schnell enttäuscht. Diese Autorinnen verursachen inzwischen körperliches Unwohlsein bei mir :) Ich hab zB die Highland Saga von Diana Gabaldon geliebt, einiges von Charlotte Link mag ich, Kitty Ray hat ein sehr schönes Buch und Judith Lennox hat einige geschrieben die ich gut fand. Selbst bei Marian Kay konnte ich 1-2 für unterhaltsam befinden. Ich glaube ich muss doch mal mein Regal dokumentieren :)

  38. Franziska 2 sagt:

    Mich hat es ja via elle hierin gespült… zu spät entdeckt, dass die Wirtin hier heisst wie ich ;-)
    Bin Franziska2.

    Schmonzetten! Jau. Dazu gehört für mich Anita Shreve. Und ich habe gerne Gwen Bristow gelesen und die Geschichten der Farmersfrau aus Neuseeland. Die Bücher stehen aber seit Jahren nicht mehr im Regal.

    Dafür Frau Berg. Aber da muss ich schon in Stimmung für sein und meine momentane gute Laune möcht ich mir nicht verderben.

    Gar nicht klargekommen bin ich mit Djuna Barnes. Da bin ich für Interpretationshilfen dankbar.

  39. Irene sagt:

    Frauenliteratur = Unterhaltungsliteratur von und für Frauen, also “Beim nächsten Mann wird alles anders” und dergleichen.

  40. Lila sagt:

    Schau mal bei meinem Blogg vorbei: http://feuerqualle.blogg.de. Da sind etliche Literaturanregungen bzw. Leseproben von Frauen gebloggt.
    Grüsse, Lila

  41. roland sagt:

    klassiker und gut: marlen haushofer – die wand

    gerade gelesen, und hatte auch noch vor, darüber zu schreiben (dauert aber noch): paula fox – was am ende bleibt

    erzählungen von marie luise fleißer

    noch ein klassiker und saugut: emily bronte mit doppelpunkten auf dem e: die sturmhöhe

    und ich liebe die kurzprosa von ilse aichinger (z. b.: schlechte wörter)

  42. lena sagt:

    Meine Lieblingsautorin ist die Holländerin Connie Palmen, kann alles von ihr empfehlen, guter Einstieg ist “Die Gesetze” oder die “Freundschaft”. Gern gelesen habe ich auch skurillen aber schönen Geschichten von Amelie Nothomb wie “Quecksilber” oder die (Auto-)Biographie einer 3jährigen in “Metaphysik der Röhre”!

  43. Caro sagt:

    wenn du Krimis magst, lege ich dir Fred Vargas sehr ans Herz. Das ist eine französische Autorin (trotz des Namens, wahrscheinlich heißt sie “Fréderique” oder so…?). “Fliehe weit und schnell” heißt das letzte, was ich von ihr gelesen habe. Toller Stil, skurrile Charaktere und extrem spannend.

  44. An Rinaa, Tipp vom 11. März 05
    Liebe Rina, das freut mich ganz gewaltig!
    Was dich kaum wundert, wenn ich die sage, dass ich die Anna bin von “Anna und Johanna”, die Margrit Staub-Hadorn

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