Buch: A short history of tractors in Ukrainian

Was tun, wenn der 84-jährige Vater plötzlich noch einmal heiraten will? Und dann auch noch eine 36-Jährige, die es allen Anschein nur auf das Geld und ein gutes Leben auf der Insel abgesehen hat? Eben, man muss versuchen, diese Ehe zu verhindern. Auch wenn das den Schwestern nicht gelingt, und jedes Kapitel mit neuen Grausamkeiten beginnt (Er heiratet!, Sie vertelefoniert Hunderte Euro!, Sie will ein Auto!, Sie will eine neue Küche!, Sie schlägt ihn! usw.). Immer dann, wenn der Leser denkt, och, so viel schlimmer kann es doch jetzt auch nicht mehr werden, bricht das nächste Chaos aus. Die Autorin Marina Lewycka erzählt die Geschichte der Schwestern so amüsant, dass es mir nicht gelang, das Buch beiseite zu packen und endlich zu schlafen. Machte ja auch nix, hatte schließlich frei. Und wer noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für Mutti oder so ist: Mit diesem Buch macht ihr nicht viel falsch.

FILM: Wut

Can ist Deutsch-Türke. Er hat schiefe Zähne, eine Gang, dealt mit Drogen, schlägt sich. Und er hat eine Familie, die er über alles liebt. Felix wächst gut behütet auf und wird Opfer von Can und seiner Gang. Als die Jungs ihm seine Turnschuhe abnehmen, mischt sich der Vater, ein angehender, vergeistigter Professor im 68er Stil ein. Problemlösungsstrategien, die er bisher kannte, funktionieren nicht. Jeder Schritt, das Gespräch mit Can, mit dem Vater, der Gang zur Polizei, selbst das Verprügeln – lassen den Konflikt nur weiter eskalieren. Rachegefühle führen zu immer neuer Gewalt. Man ahnt sehr schnell, dass das Geschehen nur in einer Katastrophe enden kann.

„Wut“ lässt den Zuschauer sprachlos zurück, empört über sich selbst, weil er sich dabei erwischt, Genugtuung zu spüren. Wie hätte ich wohl reagiert, ist die Frage, mit der ich mich noch eine Weile rumschlagen werde. Der Film verherrlicht nichts und er zeigt, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie wütend sind, wenn man sie an ihrer Ehre packt. Can rastet aus, ebenso wie der Professor es tut. Doch natürlich soll es hier auch um mangelnde Integration gehen. Und Hilflosigkeit.

Ich will jetzt nicht noch einmal auf die Debatte eingehen, die bei der Erstaustrahlung des Films Ende September 2006 ausgelöst durch die durch den Spiegel-Artikel ausgelöste Verschiebung des Films ins Spätprogramm. Das alles kann man hier ganz gut nachlesen. Meiner Meinung nach ist dieser Film einer für die Primetime. Weil er auf die Probleme hinweist, die keine politische Debatte über die Integration von Ausländern lösen kann. Dafür gibt es öffentlich-rechtliches Fernsehen. Jeder sollte „Wut“ sehen. Weil er nachwirkt. Und aufzeigt. Und Fragen hinterlässt.

CSI-Miami-Cliffhanger

Wenn man wie ich immer nur die deutsche Version gesehen hat, dann darf man das (finde ich): Was hat David Caruso nur für eine geile Stimme!

Hihi. Ab der dritten Minute setzt er auch in fast jeder Sequenz seine Brille auf.

Berlin (4)

Irgendwann zwischen Hamm und Dortmund hatte ich es auch schon durchgelesen, dieses Buch des englischen Times-Korrespondenten Roger Boyes. Ich hatte dieses Buch nur gekauft, weil mir seine regelmäßigen Kolumnen im Tagesspiegel vor einigen Jahren mal gefallen haben. Sind die eigentlich immer noch gut? Sein Buch jedenfalls war ein wenig belanglos, aber schnell wegzulesen. Feiner unterschwelliger britischer Humor ohne Schenkelklopfer, ganz nett und kurzweilig also, wie gesagt, hat ja gerade mal von Spandau bis irgendwo nach Hamm gereicht.

Hätte ich mir doch noch eine Zeitung gekauft. Aber um 18 Uhr dreißig noch eine Zeitung vom Morgen zu kaufen, erschien mir zu seltsam. Und weder die Titelgeschichte in der Wirtschaftswoche (Globalisierung) die des Spiegels (obligatorische Religionsgeschichte in der Vorweihnachtszeit) machten mich an.

Zurückdenken. Alte Zeiten wiederbeleben. Einmal der 100er, einmal ins KaDeWe, einmal auf dem Kudamm auf und ab.

Rebecca Horn im Martin-Gropius-Bau. Ich würde mir dort jede Ausstellung anschauen, auch wenn es um sibirische Strickkunst gehen würde. Aber lohnt sich auch wegen Rebecca Horn.

Kein Müsli im Caras.

Hauptbahnhof. Neu. Im gleichen Atemzug Südkreuz. Aufgewertet.

Betretendes Schweigen, als der gebürtige Rheinländer den üblichen Smalltalk anstimmt. Zur Strafe kein Cappucchino. Zur Strafe kaum Trinkgeld.

„Könn‘ se vielleicht ma weitajehn?“

Weddinger roten Knollnasen.

Barney und Beuys. Vaselinefantasien.

Der Salat für einsfünfzig, das Essen scharf. Der viel zu kurzsichtige Gast im thailändischen Restaurant, der in seinem Reiseführer blättert und bei Bedarf die Reiseroute durch Thailand mit dem Kellner bespricht.

Ach, Berlin.

Berlin (3)


Palastreste.

Berlin (2)


Schlossfreiheit.

Berlin (1)


Stadt-Modell.

Fussball ist ihr Leben

Bin ja schon seit einiger Zeit im Video-Fieber, wie dieser Seite unschwer zu entnehmen ist. Und nun muss ich mal ein Videoblog empfehlen, was ich schon seit einigen Wochen mit großer Begeisterung schaue:
„Mein Leben mit Fortuna“, obwohl ich kein Fortuna-Fan bin. Mittlerweile habe ich sogar Lust, ins Stadion zu gehen. Keine Ahnung, wo das noch hinführt.

(Noch muss ich ja keinen Disclaimer schreiben.)

Franzis Früchte Teil 3

Ein neuer Film, ein neuer Film! Diesmal aber mit der Lichtgestaltung und Kamera von Frau Wortschnittchen. Aber seht selbst!

Könnte sich lohnen, heute Radio zu hören.