Hochzeit im TV? Äh, muss nicht.

Sollte ich jemals heiraten, wird es nicht im „Sommerfest der Volksmusik“ stattfinden (nein, auch nicht in Franzis Traumhochzeit auf ProSieben). Leider wurde ich eben Zeuge dieses seltsamen Schauspiels. Einer der „Zipfelbuben“ gab seiner Braut (in einem seltsamen Tülletwas) das Ja-Wort. Dann busserlten sie ein bisschen und versuchten sich im Hochzeitstanz. Und später sang Flori „Das Grauen“ Silbereisen dann noch mit Bonnie Tyler.

Ach, hätte ich doch nicht hingeschaltet.

Was ich mich nun den ganzen Morgen schon fragte: Warum nur ist dieses Möllemann-Video gerade heute öffentlich gemacht worden?

Man fühlt sich schon ein bisschen verarscht, wenn man mit den Worten „Westmail-Post, guten Morgen!“ begrüßt wird.

Bunte Pillen in der Philipshalle

Während am Dienstag in der Redaktion vor allem über das abendliche Genesis-Konzert in der LTU-Arena gesprochen wurde, ging ich in die Philipshalle. Dort war nämlich auch Konzert und das Publikum vor allem in schwarz gekleidet. Seltsam aber: Alles hätte ich erwartet, aber nicht, dass die „Fans“ bei „follow the cops back home“ wirklich zu Feuerzeug und Wunderkerze greifen würden. Das sind Placebo, meine Damen und Herren, aber vielleicht sind die Jungs dann doch schon auf dem Niveau von Robbie Williams und Coldplay angelangt.

Franzis Früchte Teil 13

… oder der Grund, warum man im Fernsehen nie Punkte tragen sollte.


Link: sevenload.com

FILM: Little Children

Als ich heute an diesem Tross an Frauen mit Kinderwagen vorbeilief, die sich in der Einfahrt versammelt hatten, weil es begonnen hatte zu regnen, die Kinder spielten einfach weiter im Regen, als ich das sah, da wusste ich, dass ich endlich einen Anfang für den Text zu „Little Children“ gefunden hatte. Denn diese Szene erinnerte mich so sehr an die Damen in diesem amerikanischen Vorort, die jeden Tag zu dem Spielplatz um die Ecke liefen, pünktlich zur Mittagszeit die mitgebrachten Brote und abgefüllten Getränkeflaschen auspackten, um dann einander zu zeigen, wie gut sie doch mit ihrem Leben als Mutter klarkamen. Wie schön war es doch Kate Winslet dabei zuzuschauen, wie sie weder Brot noch Flasche auspackte, weil sie die Verpflegung schlicht und ergreifend vergessen hatte.

Ich mag diesen Anfang. Das Problem: Seit ungefähr drei Wochen stehen diese Sätze nun in meiner Datenbank. Aber beenden kann ich die Filmkritik nicht. Also gebe ich die Hoffnung einfach mal auf und sage: Film war super. Erinnerte teilweise an „Magnolia“, aber irgendwie auch nicht. Ach ja, ich mochte das Ende.

(Manchmal muss man Texten einfach ein Ende setzen.)

Gesammelte Briefe (12)

Thees Uhlmann schreibt im Tagesspiegel, wie es ist, Vater zu sein. Stefan F. aus Neukölln hat dazu eine Meinung:

Ich las Ihren Beitrag mit Kopfschütteln und bin von Ihrer Meinung teilweise entsetzt. Ich hoffe, dass Sie ein glücklicher Vater sind und Sie dieses Gefühl auch ihrem Kind vermitteln. Denn wenn Sie mit Ihrer Situation überfordert sind und sich von anderen Vätern oder Eltern belästigt fühlen, dann schlage ich ihnen vor, gehen Sie in einem Wald spazieren. So haben Sie die Möglichkeit mit Ihrer Familie ebenfalls an der frischen Luft zu sein und zugleich alleine. Mal darüber nachgedacht, dass es Menschen gibt, die nett und freundlich sind bzw. es sein wollen? Wieso neigen wir Deutschen immer dazu alles schlecht zu machen und gegen einen persönlich zu betrachten? In vielen anderen Ländern ist der Umgang mit Kindern in der Öffentlichkeit wesentlich offener und freundlicher. Gerade Sie als Künstler haben hier die Möglichkeit vertan, ein besseres Bild nach aussen zu tragen.
Übrigens: Kontakte verstärken das soziale Verhalten.

(via)

So wird man diskriminiert

11.45 Uhr: Telefon klingelt. Unterdrückte Nummer. Ich geh ran.

Ich: Ja?
Typ: Ja, spreche ich mit Frau Schröder?
Ich: Nein.
Typ: Ist denn Herr Schröder zu sprechen?
Ich: Ja, worum geht’s denn?
Typ: Es geht um Ihren Telefonanschluss. Aber dann rufe ich später nochmal an. (Legt sofort auf.)

Jetzt bring ich das Auto mal zum Ölwechsel.

PS: 13.12 Uhr: Jetzt geht das Telefon nicht mehr.

Zeitschriften im Test: Pro Media

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War mir ja gar nicht so bewusst, dass es Medienmagazine wie Sand am Meer gibt. Dank des Medienforums in der vergangenen Woche habe ich ein paar von denen abseits des Mainstreams kennengelernt. Ich muss sagen: Bei manchen ist es nicht wirklich schade drum.

Nehmen wir beispielsweise das Magazin „pro media“, das ihr monatlich erscheinendes Magazin ganz im Zeichen des Medienforums gestaltete. Sprich: Das Heft drehte sich vor allem um Medien aus NRW. WAZ, WDR, Handelsblatt – fast alle großen kamen vor. Das Schlimme (also neben den Tatsachen, dass deren Internetseite schon den ganzen Tag nicht funktioniert und ein Jahresabo 195 Euro kostet) allerdings ist: Alles, was in diesem Heft zu finden ist, sind wirklich grottige Interviews. Ja, grottig. Kann man nicht beschönigen. Gründe?

Erstens: Man merkt den „Gesprächen“ an, dass die meisten von ihnen per Mail oder Fax „geführt“ worden sind. Sprich: Fragen ausdenken, Fragen hinschicken, Antworten zurückbekommen, fertig. Bei keinem der Interviews merkt man, dass da nochmal nachrecherchiert oder nachgehakt wurde, es sind unfassbar viele Rechtschreibfehler drin – also eigentlich ganz ganz furchtbar. Dieses „Nicht-Eingreifen“ führt im Übrigen auch dazu, dass die letzte Antwort im Interview mit WDR-Intendantin Monika Piel wirklich beinahe eine Spalte lang ist.

Zweitens: Vielleicht liegt es daran, dass es sich bei diesem Blatt um das Medienforum-Spezial handelt. Denn nur so lässt es sich eigentlich erklären, dass der Kölner OB Fritz Schramma folgende Fragen gestellt bekommt (in einem so genannten Medienmagazin): „Welche Rolle spielt für den Medienstandort das Medienforum?“ oder „Welches Entwicklungspotenzial sehen Sie für die kommenden Jahre?“ oder „Im nächsten Jahr könnte es das 20. Medienforum NRW geben. Wird es ein rauschendes Fest werden?“. Man könnte das ganze Gefälligkeitsjournalismus nennen, wenn man wollte.

Drittens: Leider gelang es bei dieser Ausgabe auch nicht, die Leute „Interviews“ machen zu lassen, die sich mit dem Medium oder der Person vorher mal ordentlich auseinandergesetzt haben. Oder warum stellt man Julius Endert von Handelsblatt.com die seltsame Frage „Was ist ein elektrischer Reporter?“

Meine Empfehlung: Nicht abonnieren. Kaufen geht ja anscheinend eh nicht.

Tränen vor Rührung

Und hier auch gleich nochmal:

Die Videos sind aus „Britain’s got Talent“. Demnächst gibt’s das ja auch in Deutschland. Bei RTL. Mal sehen, ob das dann genauso klappt, mit der Rührung.