Verpasst.


Stockholm (4)


Zu allen Fotos aus Stockholm.

Stockholm (3)

Der dritte Tag in Stockholm war richtig toll. Nachdem es am Donnerstag ständig geregnet hatte und auch ziemlich kalt war, begann der Freitag mit strahlendem Sonnenschein, keinem Wind und ich hatte mich leider aufgrund der vergangenen Tage richtig warm angezogen. Ich hatte mir vorgenommen, mir noch einmal ein bisschen was von der Stadt anzugucken, ein bisschen in den Läden zu stöbern und die Sonne zu genießen. Und so erkundete ich erst einmal die Gegend rum um das Hotel. Laut Reiseführer gab es dort viele kleine Lädchen und dann ja auch die Saluhall in Östermalm, eine Markthalle mit jeder Menge Essen. Dooferweise war die Gegend drumherum nicht so ganz mein Fall. Viele Antiquitäten-Läden oder Shops, in denen eher, beschreiben wir sie mal als ältere Damen einkaufen. Was anderes musste also her und ich erinnerte mich, dass ich in einem dieser Online-Reiseführer gelesen hatte, dass es in Södermalm ja dieses trendige Viertel gibt. Ich wurde nicht enttäuscht. Süße kleine Lädchen, interessante Menschen liefen herum und zwischen den Wohnhäusern auch immer wieder nettte kleine Häuschen. Zum Mittag dann ein Besuch bei einem Thailänder, der – wie ich später herausfand – sogar in meinem Lonely Planet stand. Später dann noch von Södermalm die Hammer-Aussicht auf den Rest der Innenstadt (und dieses Tivoli) genießen, dann wartete auch schon der Flieger. Noch offen: Warum bitteschön machen einige strategisch wirklich gut gelegenden Cafés schon um 17 Uhr dicht?

Stockholm (2)


Mehr Bilder.

Stockholm (1)

Zwar bin ich gestern schon angekommen, aber das zählt nicht. Der Flieger flog viel zu spät los, sodass ich das Hotel erst kurz nach 12 erreichte – von einem Erleben von Stockholm konte also keine Rede sein. Dafür dann aber heute. Den Tag bis nach sechs verbrachte ich in einem Hotel im Süden, von dem ich zunächst gedacht hatte, dass es im Norden liegt. Doch am Abend wurde dann die Stadt erkundet. Zu Fuß, wie sich das für eine ordentliche Stadt gehört.

Auf die Frage, was man sich denn in Stockholm auf jeden Fall angucken müsse, hatten die Konferenzteilnehmer alle mit „die Altstadt“ reagiert. Und das „Vasamuseum“. Also führte der erste Weg in die Altstadt, vorbei am Royal Palace, vor dem es deutlich unköniglicher herging als vor dem Buckingham Palace. Die Wache? Lächelte. Die Patrouille? Lief ungeordnet um das Gebäude und flirtete mit Touristinnen. Das Aussehen? Schmutziger Beton, irgendwie. Ich war enttäuscht. Wesentlich hübscher hingegen: die Altstadt. Kleine Gassen, sogar eine deutsche Kirche, lustige Touristenabsteigen, wirklich nett. Nur leider sehrsehr klein. Also ging es zurück auf die andere Insel in Richtung Vasamuseum. Muss man sich ja angucken, wenn auch zunächst mal von außen.

Der Weg dahin war ein Traum. Also wirklich. Auf einer Allee entlang am Wasser mit vielen altertümlich wirkenden Schiffen, die bewohnt schienen. (Fotos werden nachgereicht.) Das einzig seltsame: Die Allee war bestückt durch quadratisch getrimmte Baumkronen. Während man am Königsfamilie-Palast wert auf pyramidenförmige Bäumchen legte, waren es hier Baumwürfel. Eine wirklich seltsame Vorliebe.

Dann den ganzen Weg zurück, vorbei an kleinen Lädchen, schönen Gebäuden und vielen Menschen. Schöne Männer (Wirklich!), hübsche Frauen. Wie die Damen es übrigens machen, so früh im Jahr eine so gebräunte Haut zu haben, obwohl es doch trotz 20 Grad durch den Wind wirklich kalt ist, würde ich gerne erfahren. Ebenso die Antwort auf die Frage, wo man die verdammt tollen Schuhe der Moderatorin der Veranstaltung kaufen kann.

16 Minuten Thees

Über den 25. Mai

2009, das Jahr, in dem sich Geschichte jährt. 60 Jahre Bundesrepublik, Grundgesetz, 20 Jahre Mauerfall – die Deutschen haben es geschafft, all die wichtigen Ereignisse immer in ein 9er Jahr zu legen. Und meine Familie hat in diesem Neunerwahn mitgemacht. Denn für uns war der 25. Mai 1989 ein durchaus besonderer Tag. Am 25. Mai nämlich erhielt unsere Familie die Erlaubnis, das Land zu verlassen. Es gibt nicht mehr viel, woran ich mich erinnere. Ich war schließlich erst elf Jahre alt. Doch immer werde ich mich wohl daran erinnern, dass wir damals zur Friedrichstraße fuhren, zum so genannten Tränenpalast (Ist der jetzt schon abgerissen oder steht der noch?). Die meisten werden das Gebäude kennengelernt haben, weil dort zuletzt regelmäßig nette Veranstaltungen wie Kabarett und so stattfanden. Doch vor der Wende war das das Gebäude, durch das Ost-Berliner legal und langfristig in den Westen entlassen wurden. Leider ist mir bis heute unerklärlich, wie es meine Eltern mit zwei kleinen Kindern (mein Bruder war neun, ich elf) und sechs Koffern hinbekommen haben, durch den engen Gang bis zum Bahnsteig zu gelangen. Irgendwann saßen wir jedoch im Zug. Und fuhren tatsächlich gen Westen, besser gesagt zum Grenzübergang in Büchen. Dort stiegen wir in einen anderen Zug um, der uns dann nach Gießen brachte, ins Notaufnahmelager, in dem wir eine Woche lang blieben. Dann zogen wir zu meinem Großvater in den hohen Norden.

Warum ich daran jedes Jahr denke? Weil mein Leben sich durch diesen – nennen wir ihn einfach mal – Umzug – extrem verändert hat. Denn eigentlich hätte die Entscheidung bedeutet: kein Berlin, keine Großeltern, keine Berliner Schulkameraden mehr, nicht zu vergessen Schildkröte Erna. Im Leben einer Elfjährigen durchaus wichtige Komponenten. Soweit denkt man ja nicht, in einer solchen Situation.

Öfter, wenn ich mit Freunden geredet habe, wie das so war, damals, fragten sie mich, ob wir dann damals eigentlich traurig waren, als die Mauer fiel und alle Anstrengungen der vergangenen Monate irgendwie umsonst. Nein, antworte ich dann. Denn wenn die Wende nicht gekommen wäre, wie wäre mein Leben dann verlaufen? Ganz genauso oder doch ganz anders? Ich weiß es nicht. Doch ich bin froh, während der Schulzeit meine Großeltern häufig gesehen, den Wandel Berlins miterlebt und ein paar Kindheitserinnerungen immer mal wieder aufgefrischt zu haben.

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Der großartige Mr. Morrissey hatte gestern Geburtstag und ich hab’s vergessen.

(Und ja! 11. Juni in Köln.)

(Danke, Johnny!)

Haariges

Ein Grund, warum ich das Internet so gerne mag: dass man durchs Rumsurfen auf Phänomene stößt, mit denen man sich nicht einfach so auseinandersetzt und die einem im alltäglichen Leben nicht ohne Weiteres begegnen. Beispiel gefällig?

Bei der Mädchenmannschaft den Eintrag über eine Frau gelesen, die im Internet erzählt, wie es ist, mit Bart zu leben. Ihr Leben lang hat sie dagegen angekämpft und irgendwann beschloss sie, sich nicht mehr anzupassen, sondern das Leben mit Bart als Experiment zu begreifen. Seitdem lässt sie ihn wachsen und schreibt über ihre Erlebnisse.

Beim Stöbern entdeckte ich ihren Hinweis auf eine Reportage aus dem britischen Fernsehen. Sie heißt „Hairy Women“ und man kann sie komplett bei Youtube schauen. Sie erzählt die Geschichte von ein paar englischen Frauen, die alle in irgendeiner Weise süchtig nach dem Entfernen von Körperbehaarung sind.

Am krassesten fand ich die Geschichte von Peta, einer Frau, die alle zwei Wochen ihre Körperhaare durch Wachsen entfernen lässt und die sich auf das Experiment einlässt, ihre Haare acht Wochen lang wachsen zu lassen: an den Beinen, in der Bikinizone, im Gesicht, unter den Armen. Und mit jeder Woche ohne Haarentfernung sinkt ihr Selbstwertgefühl, sie lässt sich von den Kommentaren ihrer Freundinnen runterziehen, ihre Beziehung geht zu Brüche (was sicherlich nicht nur an den wachsenden Haaren liegt), nach fünf Wochen bricht sie das Experiment ab.

So. Und nun denken wir alle mal über unser Wachs-/Rasier-/Epilierverhalten nach.

„Looking good, After-Guy!“

Nein, ich bin wirklich keiner dieser Apple-Jünger. Ich telefoniere mit ganz normalen Telefonen, surfe mit ganz normalen Notebooks und höre Musik ohne Itunes, Ipod oder ähnlichem Apple-Spielzeug. Nicht aus Prinzip, sondern eher, weil es sich bisher so ergeben hat. Wer jetzt ein großes Aber erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Denn die Apple-Werbekampagne, von der ich berichten will, wird sicherlich nicht mein Konsumverhalten ändern (das überlasse ich anderen Faktoren). Sie hat aber mein Konsumverhalten von Werbung verändert. Denn es ist die erste, bei der ich freiwillig den Ton aktiviere.

Seit ein paar Tagen gibt es immer mal wieder bei der „New York Times“ die Kampagne mit Mac und PC, die sich über eine neue Umfrage unterhalten – natürlich schneidet wieder mal der Mac supergut ab. Und als PC gerade die Umfrage abtut und meint, dass man ja mal andere Meinungen hören sollte, mischen sich Before- und After-Guy aus dem Haarwuchsmittel-Werbefenster ganz links ein. Wenn Werbung doch einfach immer so überraschend und unterhaltsam sein könnte.