11_2011 und 12_2011

Marienkäfer im März #widerdenschlechtennachrichten

Hab einiges aufzuholen.

Die Woche verbracht mit Warten. Spazieren gehen, grübeln, lesen, warten, grübeln.

Am Mittwoch dann der Plan: Eis essen. Als ich davon meiner Mutter am Telefon berichte, sagt sie, dass man früher immer gesagt habe, dass es das Baby aus dem Bauch lockt. Mittlerweile glaube ich sogar daran und freue mich, dass der Joghurtbecher dann so riesig ausfällt (Trotzdem nicht geschafft.).

Eis

In diesem Zustand treffen einem die Blicke der Sprechstundenhilfen des Frauenarztes gepaart mit der obligatorischen Frage „Wie viele Tage nun schon drüber?“ doppelt hart. Doch am Donnerstag ist dann alles anders. Der Besuch des Arztes sagt vorher, dass es nun losgehen würde. „Melden Sie sich, wenn das Kind da ist“, rufen mir diesmal die Frauen am Empfang hinterher. Wow. Nun soll es also wirklich endlich soweit sein. Rund 24 Stunden später ist es dann wirklich soweit. Ich höre das Quäken des Früchtchen und bewundere wenig später den roten Kopf und die eleganten langen Fingerchen.

Von nun an ist alles anders.

Hallo Internet

Erschreckend an einem Krankenhausaufenthalt: Man denkt, dass sich in den Jahren, in denen man kein Krankenhaus betreten hat, doch etwas ändert. Weil sich die Welt ja auch verändert. Mehr als 13 Jahre ist es schließlich her, dass ich für längere Zeit in einem Krankenhaus verbracht habe. Aber nein: Das Essen hat sich noch immer nicht verändert. Graubrot am Abend mit einer lieblos hingeklatschten Scheibe Käse dazu Aufschnitt in allen erdenklichen Formen. Überhaupt Aufschnitt. Seit Jahren nicht mehr gegessen, aber im Krankenhaus muss es dann doch wieder sein (Der Hunger.). Dazu Tee. Nicht schlimm, wenn er nicht immer wieder auch einfach nur nach Kaffee schmeckt, weil die Thermoskanne für das heiße Wasser offenbar auch mal fremd gegangen ist.

Ansonsten kann ich das EVK in Düsseldorf allerdings wirklich empfehlen. Weitestgehend tolles Personal, die sich wirklich gut um die Kleinen und Großen kümmern. Und wenn ich das meiner Hebamme glaube, dann ist das, was das Personal im Kinderzimmer dort leistet, keineswegs Standard. Alles wird den Eltern genau gezeigt, wie man wickelt, wie man wäscht, wie man Fieber misst und auch in Sachen Stillen geben die Damen dort Ratschläge und Unterstützung, wann immer man will. Wer entlassen wird, hat sozusagen eine Art Baby-Führerschein gemacht. Einziger Punkt, den ich doof fand: Es hat mich sehr viel Kraft gekostet, jede einzelne Schicht davon zu überzeugen, dass das Früchtchen wirklich Hunger hat und das, was mein Körper da bisher produziert, einfach mal nicht ausreicht – sprich: Bitte gebt mir ein Fläschchen. Das muss sie gewesen sein, die Still-Mafia, vor der mich ein paar meiner Kollegen schon im Vorfeld gewarnt hatten.

Seit Mittwoch dann aber: zuhause und auf der Suche nach neuen Routinen, die wir uns vornehmen, aber dann natürlich doch nicht einhalten, weil eben nichts mehr nach Plan läuft sondern nach dem Früchtchen.
Schlafen. Das nächtliche Am-Stubenwagen-hocken und dem Atem lauschen, dann sich doch so langsam selber wieder hinlegen und beim kleinsten Geräusch aufschrecken und nachschauen, ob wirklich noch alles in Ordnung ist. Die Zeit vertreibe ich mir meist mit Feeds lesen und Mails beantworten. Nicht wundern also, wenn ich demnächst nur noch gegen 4 Uhr Nachrichten beantworte.

Das Mitleiden bei jedem Verdauungsvorgang, wie es gegen Magen und Darm ankämpft (und natürlich immer gewinnt). Das hastige Essen, wenn man merkt, dass das Früchtchen gerade aufwacht und die volle Aufmerksamkeit fordert. Und dieses tolle Gefühl, wenn man meint, ein Lächeln im Gesicht entdeckt zu haben. Ein unbewusstes, klar, aber auch das zählt natürlich. Das Umkleiden, Wäschewaschen, alles eben.

Sie nennen ihn: Sträfling

Und wegen der Müdigkeit auch fortschreitende Debilität. Erst gestern wieder. Wegen einer Baby-Walz-Bestellung einen dieser seltsamen Kataloge zugeschickt bekommen mit all den wahnsinnig praktischen Haushaltsartikeln. Durchgeblättert und bei dem All-in-one-Kaffeemaschinenwasserkochertoaster kurz gedacht: praktisch. Herr mach, dass mein Hirn auch wieder kommt.

Franzis Früchtchen (11)

Ich bin ja ein sehr ungeduldiger Mensch, weshalb mir diese Phase gerade überhaupt nicht in den Kram passt. Dinge müssen sofort passieren, Unpünktlichkeit mag ich eigentlich nicht, auch wenn ich mittlerweile auch gerne mal dazu neige, ein paar Minuten zu spät zu kommen. Aber dafür gibt es ja diese praktischen Telefone, mit denen man diese Verspätung dann ja schnell mal ankündigen kann.

Mit dem Prinzip „Natur“ ist diese Form von Bescheidgeben nicht so richtig vereinbar. Die macht halt, was sie will. Das ist sicherlich gut, aber wie gesagt, für mich – formulieren wir es mal vorsichtig – ungewohnt. Zumal ich sicherlich auch einige Fehler gemacht habe. Denn in fast allen Büchern steht, dass man den genauen Termin nicht verraten soll, weil einen sonst alle ständig nerven. Mit Anrufen, Nachfragen. Und man sich vermutlich selbst am verrücktesten macht.

Doof ist aber auch, dass die Ärzte diese Panikmache noch befördern. Da ist das Früchtchen gerade mal ein paar Tage über dem errechneten Termin, schon wird einem gesagt, wann man sich für die Besprechung der Einleitung der Geburt in der Klinik einzufinden hat. Nicht einmal der errechnete Termin wird da hinterfragt.

Bedeutet: Das Abwart- (mmh, Himbeerblättertee) und Ablenkprogramm läuft auf Hochtouren. In meinem Lieblingswochenguide bei Alphamom.com gibt es eine Liste von Dingen, die zum Zeitvertreib von den Usern empfohlen werden. Mal sehen, wie viele ich davon schon erledigt habe..

1) Go out for dinner and a movie with your partner. Every night. See every crap movie out there if you have to. Ich hab in Vorbereitung viele der Oscar-Filme noch schnell gesehen und letzten Donnerstag war ich auch im Kino. Soll ich mir jetzt wirklich noch diesen Schweiger-Film anschauen? Und dieses Justin-Bieber-Ding??? Erbarmen!

2) Cook and freeze meals, or place orders for meal delivery service. Or drop hints to people who call to see if that pesky baby is here yet that FOOD IS APPRECIATED. Ich mag kein eingefrorenes Essen, oder besser: Ich mag kein aufgetautes Essen. Und für zweiteres nutze ich jetzt einfach dieses Blog: Wer demnächst Babygucken will, bringt bitte was zu essen mit!

3) Bake cookies, breads, brownies.
Brötchen gebacken, Kuchen gebacken, allerdings ist das schon ne Weile her. Gute Idee!

4) Pamper yourself with a face and hair mask. Overly lotion feet, wrap in saran wrap, don socks. (Don’t walk though, you’ll slide.) Done.

5) Scrapbook and organize all the photos you’ve been meaning to scrapbook and organize. Heb ich mir noch auf.

6) SLEEP. Und dann bin ich wie heute wieder um 6 Uhr wach und kann nicht mehr schlafen?

7) Walk the mall and eat your weight in pretzels.
Bevorzuge Kuchen in allen Variationen. In Düsseldorf übrigens nicht sonderlich beliebt: Schweineohren OHNE Schokolade. Gibt es so gut wie nie.

8) Stock up on liquor. You know, “for the family to celebrate.”
Done. Aber nicht erst jetzt.

9) Read a book that has absolutely nothing to do with babies or pregnancy.
Done. Mehrfach. Nur der Murakami sträubt sich noch ein bisschen.

10) Get a manicure and pedicure. (Also suggested: chew all your nails off…then go get tips put on…then chew THOSE off.)
Das wäre noch was für heute Nachmittag :)

11) Get a massage.
Morgen Nachmittag?

12) Create and listen to your labor music mix. Practice finding your happy place.
Happy place? Mmmh.

13) Mow the lawn.
Wirrr ‚aben gar kein RRRasen.

14) Give the pets baths and toenail clippings.
Wirrr ‚aben gar keine Tierre.

15) Wash your car.
In der Tat noch ein gutes Todo. Ich mag nur seit einer Woche nicht mehr so gerne Auto fahren.

16) Learn to knit and make a hat.
Zählen zwei Mützen, diverse Paar Socken, zwei Elefanten, ein Hase und eine süße Schildkröte?

17) Cover mattress in plastic in case water breaks in bed.
Die Unterlage, die ich fürs Baby gekauft habe, tut es doch auch, oder?

18) Decide plastic is too noisy when rolling huge ass around to get comfy, take chances.
Done.

19) Clean out forgotten cabinets — under the sink, the Tupperware drawer, etc.
Das Badezimmerschrankaufräumen und klassische Kühlschrankputzen hatte ich mir eigentlich für die Anfangszeit der Wehen vorgenommen. Na, vielleicht änder ich diese Pläne noch.

20) Lie on nice cool bathroom floor and clean the grout with a toothbrush.
Mmpf.

21) Have sex. It’ll be your last chance for weeks, such as it is.
Soll ja auch wehenfördernd sein, liest man überall.

22) Window shop for a celebratory “you’ve lost at least some of the baby weight” outfit for later.
Done. Macht aber nicht glücklich.

23) Take a nap without apology or hesitation.
Donedone.

24) Hide things in house that may be inappropriate for visiting grandparents and family members. Bringt mich auf eine Idee.

25) Get a carseat inspection at the local firehouse.
Denke drüber nach.

26) Charge anything and everything that resembles a phone or a camera.
Meine täglich Zubettgehroutine.

27) Make a decision regarding your nether regions: get waxed? get help from partner? or decide that if you can’t see it, it clearly no longer exists or matters?
Done. Könnte mich aber auch nochmal umentscheiden.

28) Alphabetize your CDs and arrange DVDs by genre.
Kommt auf die Liste für übernächste Woche.

29) Buy some guilty pleasures on iTunes and make a kickass one-hit-wonder playlist.
siehe 28.

30) Write thank-you cards for any gifts you’ve already received.
Done.

31) Re-wash, re-fold, re-organize the baby clothes.
Och nö, oder?

32) Assemble swings, bouncy seats and other battery-operated baby gear, make sure you have at least one full set of (RECHARGABLE) batteries for everything.
Done.

33) Pack a diaper bag.
Och nö, oder?

34) Start an ambitious new project that is guaranteed to remain unfinished for the next six months once you go into labor halfway through it.
Ich soll allen Ernstes beginnen, die Briefmarkensammlung meines Vaters nach all der Zeit endlich mal zu sortieren??

35) Go out for ice cream cones.
Done!

36) Clear out one shelf in kitchen for bottles, breastpump parts, baby food and plastic dishes.
Jetzt schon?

37) Fill and re-order Netflix queue.

38) Sign up for an infant CPR class.
Das bringt Unglück!

39) Take a dry-run test-drive to the hospital (or several, at different times of the day.)
Done.

40) Knit an umbilical cord cozy.
Dann doch lieber noch eine Schildkröte.

Na gut, ein bisschen was geht dann ja noch.

Buch: Brief an Deutschland

Man kann über Franz Josef Wagner viel sagen, auch viel Schlimmes, aber eines kann man nicht behaupten: dass er nicht schreiben kann. Er ist ein Boulevard-Mann aus Fleisch und Blut, auch wenn er in seinem Buch schreibt, dass ihm das Witwenschütteln nicht so lag. Ein, ja, man muss diesen floskeligen Begriff benutzen, Möchtegern-Poet. Und noch viel mehr: der Ghostwriter von Boris Becker und Franz Beckenbauer, der von der Super-Illu, der Ex-Bunte-Chefredakteur, später dann der der BZ und irgendwann wurde er Kolumnist der Bild-Zeitung. Fast jeden Tag schreibt er da eine Kolumne, einen manchmal gelungenenen, oft auch misslungenen Brief an etwas, jemanden, das/der die Welt gerade bewegt. Und aus dieser Kolumne ist irgendwie dieser „Brief an Deutschland“ entstanden. Ein Brief in Form eines Buches, in dem FJW sein Deutschland beschreibt, sein Verhältnis, das durch die Flucht seiner Mutter aus dem Sudetenland geprägt war, seine Zeit in Genf, in der er sich als Holländer ausgab. Er erzählt aus seinem Reporterleben. Geschichten, die das Deutschland prägten und die er als Journalist begleitete. Und weil er eben schreiben kann, habe ich das Buch gerne gelesen. So.

Wer will, kann sich auch noch das Interview von Giovanni di Lorenzo mit FJW angucken.

(Wie gut, dass man in Blogeinträgen auch mal Dinge weglassen kann.)

10_2011

They call it Frühling

Frühling, endlich. Auch wenn mich das vor neue Herausforderungen stellt. In Stiefel reinzukommen war kein Problem. Sich jetzt aber die einzigen flachen und dem Wetter angemessenen Schuhe jetzt ständig zuzuschnüren, stellt mich jedes Mal wieder auf die Probe. Und warm ist mir doch eh schon laufend.

Stricken geht nicht mehr so gut, die Finger tun weh. Über die Gründe will ich hier nicht sprechen. Frauen werden wissen, was Sache ist.

Deshalb: gelesen. Auch weil ich während der häufiger werdenden CTG-Sessions was zu tun brauche.

Beschlossen, noch mal ein paar Dinge zu tun, zu denen man bald nicht mehr kommt. Deshalb: Kino. „Almanya“ ist so ein toller Film. So warm und herzlich und am Ende auch ein bisschen traurig. Kaum zu glauben, dass das ein deutscher Film ist. Festgestellt, dass er für den Deutschen Filmpreis nominiert ist und auch gesehen, dass „Vincent will Meer“ da im Rennen ist. Deshalb dann auch diesen Film geschaut. Dieser Film ist so sehr ein deutscher Film, ja, Florian David Fitz spielt den Tourette-Geplagten wahnsinnig gut, aber sonst? Mal wieder ein Roadmovie, mal wieder sind ein paar Kranke unterwegs. Oh ok, Heino Ferch spielt mal einen Fiesling. Leider ist auch der am Ende dann aber geläutert. Mensch, deutscher Film, das muss doch alles nicht immer so sein.

Die Woche endet im Zoo. Wuppertal. Sehr hügelig dort. Aber das ist ja gut.

Dass ich keine Lust mehr habe, muss ich wohl nicht erwähnen.

Schaum

Buch: Kinderkacke

Ich hatte das Buch schon seit einigen Monaten auf meinem Nachttisch liegen, aber war bis vorgestern nicht so richtig in der Lage, es zu lesen. Es war mir empfohlen worden bei der Arbeit, als ich einem Kollegen mitteilte, mich demnächst in Sachen Nachwuchsförderung zu engagieren (Schöne Formulierung, oder? Hat gestern jemand gesagt und ich übernehme das einfach mal ganz dreist.). Vorgestern war es dann also soweit. Ich traute mich und begann zu lesen. Wer von dem Buch mit dem Untertitel „Das ehrliche Elternbuch“ noch nicht gehört hat: Es geht darum, dass die beiden Autoren aus ihrem Leben mit zwei Kindern im schönen Berlin erzählen. Sie berichten nicht nur von den schönen Dingen, sondern von ihrem Alltag, ihren Ängsten, ihren Problemen. Dabei sparen sie nichts aus: Wie das Sexleben oder überhaupt das Leben als Paar leidet, wie familienfreundlich dieses Deutschland eigentlich ist, wie Freunde und Arbeitgeber reagieren und wie man sich selbst verändert.

Nun ist es natürlich extrem schwierig, über dieses Buch zu urteilen, ohne dieses Leben „danach“ wirklich zu kennen. Auch wenn ich schon jetzt eine Ahnung habe, dass mir viele Gefühle, die da beschrieben werden, sicherlich bald bekannt vorkommen werden. Doch eines kann ich auf jeden Fall sagen: Es ist sehr unterhaltsam geschrieben. Trotzdem. Wie die beiden ihr Verhältnis zu ihren Eltern und Schwiegereltern beschreiben, die natürlich eine Meinung zur Kindererziehung haben, wie Thomas zum Optiker geht und in Kindersprache seine Brille richten lassen will, ich habe teilweise Tränen gelacht. Aber: Ich habe mir auch Gedanken gemacht. Über unser Gesundheitssystem, in dem – das war mir nicht bewusst – Geburten in Krankenhäusern von den Krankenkassen offenbar so dermaßen bevorzugt werden; über die Flexibilität unseres Arbeitsmarktes; über Familienförderung bzw. -behinderung in unserer Gesellschaft; über meinen Körper und mein Gefühl für ihn.

Ich würde dieses Buch nicht unbedingt Menschen empfehlen, die überlegen, Kinder zu bekommen. Aber hat das mit der Befruchtung erst einmal geklappt und der Countdown zum Auswurftermin läuft, kann ich dieses Buch nur jedem empfehlen. Es gibt so viele Eideidei-Bücher da draußen. Da kann ein bisschen Erdung nicht schaden.

Aber wer weiß, vielleicht sehe ich das bald alles schon ganz anders.

Gestricktes: die Schildkröte

Darf ich vorstellen: Herr Schildkröte

Ich würde sagen, das war bisher das schwierigste Strickprojekt, an dem ich mich in den vergangenen Wochen versucht habe. Schwierig, weil man soviel zusammennähen musste und das am Ende doch zu einer ziemliche Fummelarbeit wurde und ich schon Sorge hatte, dass die Unterseite des Panzers doch zu klein geraten ist. Denn das schöne an dieser Schildkröte: Sie kann den Panzer ablegen. Deshalb ist es extrem wichtig, dass man die Beine und den Körper nicht zu dick mit Wolle vollstopft (so ganz ist mir das nicht gelungen, weil der Hintern doch recht dick geraten ist). Genutzt habe ich wieder einmal Sockenwolle. Allerdings hätte ich dünnere Nadeln nehmen sollen oder eben doch andere Wolle, denn der Körper ist ein bisschen löchrig geraten. Derzeit überlege ich, noch eine zu stricken, diesmal aber ein anderes Garn – Baumwolle und bunt! – zu verwenden.

Schildkröte, nackt

Wer auch auf die Idee kommen sollte, diese süße Schildkröte zu stricken, dem sei diese Anleitung empfohlen. Und wer mag, kann sich hier in diesem Flickr-Set umsehen – es gibt von Sheldon, so der offizielle Name, schon einige Exemplare.

(Hach, Internet.)

Dieses Buch von Dirk Stermann

Ich gebe auf. Ich bin jetzt auf Seite 147 und könnte nicht mal richtig ausführlich zusammenfassen, was ich bisher gelesen habe. Es ist anstrengend, dieses Buch zu lesen. Weil ich mich ständig frage, warum ich das lese. Nur: Stermann ist in Wien angekommen, trifft auf Wiener und Zugezogene, bekommt nen Job beim Radio und hat ein paar schräge Freunde, die auf einem Dorf wohnen und dort Schlamm schippen. Das Buch wird mit den Worten von Thomas Glavinic gepriesen, der schreibt:

Jeder Mensch trägt einen Roman in sich. Dirk Stermann hat seinen geschrieben. Zum Glück, denn es ist ein kluger, furioser, fesselnder, drastischer, umwerfend komischer, großartiger Roman geworden.

Schade. Ich hätte es gerne genauso gesehen.

Das Ding mit Facebook

Liebe Facebooker, wir müssen mal reden. Denn manchmal ist es mit euch anstrengend. Zumindest mit einigen von euch. Aber das lässt sich regeln. Wenn ihr bei folgenden Dingen einfach ein bisschen aufpasst.

Erstens: Freundschaftsanfragen.
Ich habe das gerade bei Robert Scoble gelesen und bei seinen Tipps ungefähr fünfmal heftig genickt. Ich bin also nicht die einzige, die Freundschaftsanfragen bei Facebook bekommt und gar nicht genau weiß, warum sie die Freundschaft nun bestätigen soll. Denn ganz oft kenne ich die Anfragenden nicht. Also nicht so wenigstens vom Sehen (siehe Klaus Kocks, aber dennoch: Warum will der mit mir befreundet sein?). Ja, vielleicht kennen wir uns von Twitter, vielleicht waren wir auch schon einmal gemeinsam auf einer Veranstaltung. Aber kannst du dann nicht einfach eine kurze Nachricht schreiben?

Zweitens: Massenmails.
Ja, es ist wichtig was gegen Brustkrebs zu tun oder seine Freunde um Hilfe bei der Suche nach einem vermissten Kind zu bitten. Aber bitte nicht per Massenmail. Postet diese Dinge in eure Timeline. Auch wenn diese Dinge wichtig sind. Das nervige ist nämlich: Auf Massenmails gibt es auch Massenantworten. Und die gehen – das sagt das Wörtchen „Masse“ schon – an alle. Auch wenn ihr nur ein Wort nicht richtig verstanden habt oder nochmal kurz irgendwas wissen wollt: alle bekommen diese Mails, weil man nämlich unter diesen Mails nur auf den Button „allen antworten“ klicken kann.

Drittens: Chatten.
Wenn ihr chatten wollt, dann sorgt doch bitte dafür, dass ihr auch eine stabile Leitung bei euch habt. Nichts nervt mehr als zu chatten und dann ständig den Hinweis zu bekommen, dass das Gegenüber gerade offline ist. (Inklusive der anschließenden Unsicherheit, ob man das Geschriebene nun nochmal posten muss oder nicht und bis man das dann untereinander geklärt hat, ist das Gegenüber schon wieder offline.)

Viertens: Spieleanfragen.
Will ich nicht. Auch wenn du mich dreimal fragst. Genauso wenig wie Glücksnüsse öffnen oder seltsame Fragen beantworten. Aber diese Meldungen kann man in der Timeline ja wenigstens ausblenden.

Weitere Vorschläge? Her damit.

9_2011

Das reicht jetzt

Und wieder eine Woche rumbekommen. Seit Donnerstag sinkt die Lust täglich, den Bauch mit mir rumzuschleppen. Mühselig. Anstrengend. Nervend. Immer wenn ich eine Mutter mit Kleinkind und flachen Bauch sehe, frage ich mich, ob das bei mir auch wieder so sein wird. Derzeit kann ich mir das nicht vorstellen. Aber ich sehne mich nach normalen Hosen und Schuhen mit Absätzen.

Mittwoch war Twitwoch. Und als ich am Morgen gesehen hatte, dass wieder ein paar Plätze freigeworden sind, meldete ich mich kurzfristig noch an. Wer weiß, wann man demnächst Zeit (und einen Babysitter) für sowas findet. Ging um die Zukunft des Journalismus (Jaja, mal wieder) und diskutiert haben Roland Tichy, Thomas Koch und Markus Hündgen. Nach einer Stunde und vielen der üblichen Argumente war Schluss und das Wiwo-Buffet eröffnet und am Ende bereute ich es doch, so lange an den Stehtischen rumgestanden zu haben. Trotzdem gut gewesen.

Mit großem Gewinn übrigens das Video mit Zeitonline-Chef Wolfgang Blau zu den sieben Mythen über den Onlinejournalismus geschaut. Kann ich euch nur empfehlen, wenn ihr euch dafür interessiert.

Ich bin übrigens ein Glanzlicht!

Strickoutput (der Überblick) diese Woche: hoch. Nicht nur den Elefanten fertig gestellt, sondern gleich noch einen zweiten produziert. Plus Socken. Plus einen Hasi.

Mittlerweile sind viele der Strickreste aus dem vergangenen Jahrzehnt aufgebraucht und ich schaue mich nach neuer Wolle um. Aber: Ist nicht so einfach. Ich kenne beispielsweise hier in Düsseldorf kein einziges Fachgeschäft, was mich in die großen Kaufhäuser getrieben hat, die aber nur Wolle von Schachenmayr und ihre Eigenmarken führen. Und selbst da muss man aufpassen, nicht irgendwelche extrem künstlichen Garne zu kaufen. Hat sich dieses Geschäft mittlerweile ebenfalls ins Internet verlagert? Wer in einem Zeitschriftenladen nach Strickzeitschriften sucht, findet dort nur Dinge, die extrem unmodern und altbacken sind. Die coolen Muster und Anleitungen habe ich bisher nur im Internet gefunden. Vermutlich muss ich dort auch neue Wolle bestellen. Seltsam.

Samstag: Geht’s-schon-los-Anrufe.

Hasi

So. Und nun drückt die Daumen, dass das Früchtchen bald mal genug hat vom Leben im Bauch.

Gestricktes: der Elefant

Elefant

Der geneigte Mitleser wird bereits gemerkt haben, dass ich mich in den vergangenen Tagen einer längst verlorenen geglaubten Fähigkeit gewidmet habe: dem Stricken. Zum Eingewöhnen begann ich mit Söckchen, darauf folgten Mützchen und nachdem ich mich bei Ravelry angemeldet habe und dort ganz wunderbare Muster gefunden habe, entstand in den vergangenen drei Tagen ein Elefant.

Gefolgt bin ich dabei dem Muster von Susan B. Anderson. Besonders knifflich für mich: die Ohren. Grund: Die musste ich häkeln und ich habe wirklich drei Versuche gebraucht, um das einigermaßen ordentlich hinzubekommen. Häkeln fand ich as irgendwelchen Gründen immer doof. Und da es hier auch noch im Kreis ging, ich also regelmäßig Maschen hinzufügen musste, kam ich ganz schön ins Schwitzen.

in progress

Nun gut. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, wurde gefragt, ob ich auch Aufträge annehme (Egopflege, yeah!) und bin nun auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Ein Hase? Eine Schildkröte? Oder einfach das Elefantenmuster abwandeln und ein Schweinchen draus machen? Mal sehen. Über Musterempfehlungen freue ich mich übrigens sehr.

Fertig