16_2011

Nächtlicher Begleiter

Besser kann es eigentlich gar nicht sein: Baby im Frühling ist toll. Besonders bei so einem! So viel draußen gewesen. So viele Ausflüge. Nach dem Südpark nun auch den Nordpark und den Zoopark erkundet. Mittlerweile habe ich Sommersprossen.

Nordpark

Diese Woche das erste Mal: beim Kinderarzt. Ob er der Kinderarzt des Vertrauens wird, steht noch nicht fest, weil der erste Eindruck einen Tick zu schulmedizinisch war. Mal sehen. Fest steht aber: Das Früchtchen ist ein wunderbar gesundes Riesenbaby. Das erste Mal: anderthalb Stunden alleine weg gewesen, bei der Rückbildung. Seltsames Gefühl, so dass ich auch danach sofort zuhause angerufen habe, wie die Lage ist. Man wird ja schon ein wenig gluckig. Vorsatz diese Woche: Hebamme nach dem Abpumpen fragen. Komischerweise steht nirgends so richtig, wie man das am besten macht. Und im schlimm dogmatischen Still-Buch gibt es diesen Fall auch nur für Frauen, deren Babys zu früh gekommen sind und nicht anders an die Muttermilch kommen. Das erste Mal: Nordmanns Eisfabrik. Großartiges Erdbeereis, obwohl ich doch gar kein Erdbeereis mag. Das erste Mal: Nasensauger. Nicht schön. Das erste Mal: Blumen von Fleurop geschickt bekommen. Toll! Und danke an die Axel Springer Akademie!

Ansonsten gedeiht das Früchtchen prächtig. Es lächelt nicht mehr nur im Schlaf, guckt mir hinterher, wenn ich aus dem Zimmer gehe und spielt mit Frau Ente. Rumgetragen werden ist trotzdem noch das Highlight (Mein Rücken!).

Produkt der Woche: Lansinoh Stilleinlagen. (Mit Dank an Frau Niepi.)

Wichtigstes Off-Baby-Event: Hochzeitgucken am Freitag organisiert. Geht doch nicht ganz ohne Royals.

Buch: Astrid Rosenfeld – Adams Erbe

Ich bin mir sicher, dass ich das schon mal geschrieben habe: Ich gehe unheimlich gerne in Buchläden, besonders wenn ich mich gerade gar nicht über die Neuerscheinungen informiert habe, und lasse mich beraten. Überlege mir vorher genau, welche Autoren ich als Referenz angebe, auf deren Basis die Buchhändlerin dann bitte mal in die große Wundertüte greifen soll. In den letzten Tagen vor der Geburt wagte ich dieses Experiment mal wieder: zunächst in der Mayerschen Buchhandlung in der Innenstadt. Leider waren die dortigen Empfehlungen alle mittelmäßig bis öde. Auch wenn die Cover natürlich nienienie etwas über die Qualität eines Buches aussagen, die Buchhändlerin empfahl mir nur Sachen, die mich nicht interessierten und gleichzeitig auch noch doof aussahen.

Anders beim Sternverlag auf der Friedrichstraße. Tolle Buchhändlerin, die mir gleich drei interessante UND toll aussehende Bücher empfahl, ok, Diogenes sieht irgendwie immer gleich aus, aber ja deshalb nicht gleich ganz schlecht. Und nach der Lektüre des erste Buches muss ich sagen: der Schein trüget nicht.

„Adams Erbe“ erinnert ein wenig an die großen Familienromane von Jonathan Franzen, wobei das natürlich Quatsch ist, kann wohl kein zweiter so detailliert Charaktere erschaffen mit all den unterschiedlichen Facetten. Es geht um einem jungen Mann, der mit seiner Mutter zunächst bei den Großeltern aufgewachsen ist und dort immer wieder ob seines Aussehens auf Adam trifft, den Bruder seines Großvaters. Doch welch tragisches Schicksal Adam ereilte, davon erfährt er erst, als er sich auf Spurensuche in der Vergangenheit macht.

Die Geschichte von Adam ist gut und leicht erzählt. Schmunzelnd die Welt des naiven Adam entdecken, gleichzeitig das Schaudern über die Grausamkeiten der Nationalsozialisten. Gutes Buch!

15_2011

Rosen

Ein bisschen traurig war ich ja schon, in diesem Jahr nicht bei der Republica in Berlin zu sein. Kein Klassentreffen, kein Vorträgegucken, kein Drängeln für einen Platz in den kleinen Räumen der Kalkscheune, kein Club Mate. Dafür wenig Schlaf und Babykotze (Ähnlichkeiten zu einer rp09-Sessions sind Absicht!). Und nein: Das ist ganz und gar nicht schlimm.

Dafür das Buch fertiggelesen, dass ich zwei Tage vor dem Geburtstermin begonnen habe. Ja, ein Buch! Und es ging nicht um Babycontent, sondern um eine Familiengeschichte von Juden aus Berlin, schön über mehrere Generationen. Kurzkritik: gutes Buch.

Erste Male in dieser Woche: mit dem Früchtchen bei der Babymassage, den Kinderwagen samt schreiendem Inhalt die Treppen am Rhein hochgeschleppt, natürlich keine Hilfe dafür aber abschätzige Blicke der Rentner erhalten. Bei Regen draußen gewesen. Weitere Frosta-Gerichte ausprobiert. Eine Hose von früher anprobiert und schnell wieder verschwinden lassen. Auf der Kö gestillt. So langsam werde ich entspannter.

Wir haben uns für eine Manduca-Tragehilfe entschieden und ich sehne den Tag herbei, an dem das Früchtchen da auch gerne drin sitzen will (Meint ihr, ich kann diese Sitzunterstützung weglassen, mir scheint, als ob dieses Ding das Problem ist). Denn mein Rücken leidet derzeit noch sehr, das Sechs-Kilo-Paket mit mir rumzutragen. Aber auch hier lerne ich: Ich kann mir zwar Dinge wünschen, aber letztendlich bestimmt jemand anderes, wie’s läuft.

Ah, noch ein erstes Mal: mit Babykotze auf der Strickjacke spazieren gegangen. Nicht mit Absicht, aber als ich es bemerkte, angemessen entspannt. Schmerzfrei nach vier Wochen. Wie laufe ich nur in vier weiteren Wochen herum?

14_2011

Wieder eine Woche um und wieder viele erste Male erlebt. Zum Beispiel eine Antwort auf die Frage bekommen, wie hilfsbereit die Düsseldorfer denn sind, wenn eine Frau mit Kinderwagen vor der Straßenbahn älteren Modells steht und Hilfe beim Einsteigen benötigt? Antwort: Irgendeiner hilft und wenn man darum bitten muss. Oder: Wie fühlt es sich eigentlich an, in der Öffentlichkeit das Baby zu füttern? Antwort: ok, wenn man sich in einer Horde anderer stillender Mütter befindet, seltsam, wenn man die einzige ist. Oder: Wo in aller Welt kann man eigentlich das Baby in der Düsseldorfer Innenstadt füttern, ohne dass man allzu schräg angeschaut wird, wenn man plötzlich die Brust auspackt? Antwort: in der Stillecke bei Baby Kochs. (Falls ihr noch andere Orte kennt, her damit!) Oder: Wie ist das eigentlich, wenn man sich das erste Mal verabredet, also vereinbart, zu einem bestimmten Zeitpunkt auf andere Menschen zu treffen? Antwort: Halbe Stunde Verspätung wird zumindest von anderen übenden Müttern akzeptiert. Gesellschaftsfähig kann man das wohl noch nicht nennen, aber ich übe. Oder: Wie esse ich den Fruchtzwerg mit dem Früchtchen auf dem rechten Arm? Antwort: geht alles, wenn man nur richtig will.

Schon mal für die nächste Zeitumstellung vorbereitet

Seit dieser Woche eine Übergangslösung für mein Hungerproblem gefunden. Das Zauberwort lautet Frosta. Esse mich nun seit ein paar Tagen durch das Sortiment. Mein Favorit bisher: Fettuccine Shrimps. Kein Auftauen oder schnibbeln nötig, schnell in der Zubereitung, ohne irgendwelchen künstlichen Schnickschnack, also perfekt für die gesunde Ernährung zwischendurch. Und sieht sogar noch gut aus dabei (Ein ähnliches Gericht von Iglu sah nicht annähernd so lecker aus). Nicht ganz so gut bekommen ist uns (das muss man ja derzeit so schreiben) India Tandoori. Ich hatte den Großteil der Zwiebeln zwar rausgepickt, aber offenbar nicht sorgfältig genug. Apropos: Wäre das nicht mal noch ein Siegel für die Lebensmittelindustrie: „stillfreundliche Nahrung“? Millionen Mütter würden es danken.

Frosta

Und wo wir gerade bei Nahrung sind: Warum gibt es eigentlich nicht auch nur Packungen mit orangenen Fruchtzwergen?

(Wieder ganz schön viel Früchtchencontent. In den Pausen schlafe, telefoniere oder lese ich, übrigens. Fast ausschließlich im Internet. Zeitungen, Zeitschriften und Bücher sind meist zu groß für die Bedienung mit einer Hand.)

13_2011

Viele erste Male erlebt. Kinderwagen schieben, dem Früchtchen den Rhein zeigen, den Golfplatz, Düsseldorf. Straßenbahnfahren und U-Bahn, früher auf der Suche nach einer Rolltreppe, jetzt die Suche nach dem Fahrstuhl. Sowieso: der permanente Test der Kindertauglichkeit von Düsseldorf. Wo komme ich gut lang, wo geht’s gar nicht, mal sehen, was ich da in den nächsten Wochen noch entdecke.

Ich komme zu wenig. Und wenn ich mir was vornehme, dann passiert jedes Mal etwas Unvorhergesehenes, das die Pläne durcheinander wirbelt. Mal eine unruhige Nacht, mal irgendetwas, was in dem kleinen Körper vorgeht, mal eine Hungerattacke oder vollgekackte Hosen. Das ist nicht weiter schlimm, zeigt mir aber, dass ich noch so gut organisiert sein kann, ein kleines Wesen kann man nicht organisieren. Ich lerne also gerade viel. Auch über mich.

Am meisten macht mir mein eigener Hunger zu schaffen. Das Früchtchen verlangt derzeit nahezu permanent um Aufmerksamkeit. Dabei fällt es nicht immer leicht, zum einen zu entscheiden, welche warme Mahlzeit es heute sein soll, zum anderen die Zutaten zu besorgen und zum Hunger zuzubereiten. Meist kommt irgendwas (siehe oben) dazwischen und führt dazu, dass ich zwar nicht laut herumkrakele, wie es das Früchtchen macht, aber durchaus unentspannt werde. Wie gesagt: Ich lerne.

Andere Gewohnheiten schleichen sich ein. Nachts Feeds lesen und Nachrichten und erstaunt sein, wer dann meist noch so wach ist. Sowieso lesen. Bevorzugtes Endgerät: iphone oder ipad, aber lieber iphone, weil es leichter mit einer Hand zu bedienen ist. Ebenfalls eher nachts: auf Mails antworten oder welche schreiben.

Was ich mittlerweile alles mit einer Hand kann!