Danke, EditionF!

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Seit dem 22. Juni bin ich ein bisschen beruhigter, weil es doch Menschen gibt, die sich um unsere Zukunft sorgen und sich engagieren. Das Wunderbare: Diese Menschen sind allesamt Frauen, die den Daniel Düsentriebs Erfindergeist in den Adern haben und sich schlaue Dinge ausgedacht haben. Einige davon haben sofort Auswirkungen, andere sind in der Lage, zumindest bald ein paar Probleme zu lösen.

Eine dieser Personen ist Marcella Hansch. Sie entwickelte unter dem Namen Pacific Garbage Screening einen schwimmende Plattform, die Plastikmüll ganz einfach aus dem Meer filtert. Sie hatte die Idee, als sie beim Schwimmen plötzlich eine Plastiktüte am Fuß spürte. Vielleicht haben Sie aber auch schon mal von Katrin Reuter gehört. Von ihr lernte ich einen neuen Begriff: Fertilitätsmanagement – also das, was Frauen jeden Monat auf unterschiedlichste Weisen betreiben, um schwanger oder eben nicht schwanger zu werden. Weil Katrin mit dem üblichen Prozedere unzufrieden war, entwickelte sie Trackle, einen batteriefreien Temperatursensor, der vaginal einzuführen ist. Mehr über Trackle könnt ihr hier erfahren. Fasziniert hat mich auch das Projekt von Seira Kerber, die mit X-wash Responsibility eine effiziente und umweltoptimierte Waschstraße für Menschen erfunden hat – ideal für Gebiete mit Epidemien und Naturkatastrophen und im Umgang mit traumatisierten Menschen.

Den absoluten Vogel abgeschossen hat allerdings Patricia Asemann, schlappe 18 Jahre alt, die vor zwei Jahren bereits „Jugend forscht“ gewonnen hat, im zweiten Semester Mathematik und Physik studiert und nun schon wieder im Finale von „Jugend forscht“ steht. Grund: Sie entwickelte eine akustische Tarnkappe, die Schall so umlenkt, dass eine hinter einer Säule stehende Person so gut hört, als wäre kein Hindernis vorhanden.

Wie ich diese und 21 weitere Frauen gestoßen bin? Durch EditionF, einem Internetportal für Frauen, das jedes Jahr zu einem bestimmten Thema 25 Frauen auszeichnet. In den vergangenen Jahren ging es mal um Wirtschaftsfrauen, Digitalis oder weibliche Weltverbesserer. Und an diesem Donnerstag Ende Juni ging es um Erfinderinnen. Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, fast alle waren aber im „Kino International“ in Berlin, um sich dort ein bisschen feiern zu lassen. Ich kann nur sagen: Die Community von Edition F hat ein gutes Händchen, großartige Talente und Köpfe ausfindig zu machen, die bisher keine große Rolle in der medialen Filterblase spielen. Danke dafür.

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