Journal, August 2017 – das waren Ferien

Bevor ich alles von vorne erzähle und doch nicht den richtigen Ton treffe, hier die leicht überarbeiteten Einträge aus Facebook und Co. für die Blogewigkeit. Melde mich zurück.

30.7. Urlaub auf dem österreichischen Bauernhof. Inmitten von Schweinen, Kühen, Häschen, Hunden, Katzen, Schafen und Ziegen. Hühner und Hahn nicht zu vergessen.

31.7. Gnadenalm. Kühe, Ameisenhaufen, Bienen, Schmetterlinge und viele Grashüpfer. Der fast Dreijährige meistert die mehr als fünf Kilometer zu Fuß ganz hervorragend. Ich kann diese kindgerechten Routen wie „Alles Alm“ nur empfehlen. Zur Belohnung gibt es Kaiserschmarrn. Danach: Pool.

1.8. Besuch im Wildpark Untertauern. Leider überzeugt der Park weder mich noch die Kinder. Aber die Wanderung entlang der Schlucht ist toll. Auf dem Rückweg kommen wir an einem Wasserfall vorbei. Schuhe aus, rein ins kalte Wasser, herrlich. Für längeres Toben im Badesee ist das Wasser zu kalt und der Boden zu pieksig. Der Abstecher nach Altenmarkt ist unspektakulär. Danach: Pool.

2.8. Fahrradtour, Sommerrodelbahn und am Ende des Tages doch wieder im Pool. Wie gerne ich eigentlich mal richtig schwimmen würde, aber in 4,50m Bahnlänge und Kindersuppe wird das nix.

3.8. Endlich mit der Seilbahn auf den Berg. Das Hopsiland auf dem Planai ist das Ziel. Andere Menschen in meinem Alter haben statt Kindern Mountainbikes dabei, weil sie damit den Berg runterjagen. Ich bin nicht traurig, Mutter zu sein, auch wenn es im Hopsiland am Ende viel zu viele Spielstationen gibt, so dass wir alle 20 Meter anhalten, um dies und das zu erledigen.

4.8. Nach dem Frühstück starten wir auf eine kleine Fahrradtour, später dann sehr viel Hotelpool. Gewitter am Abend. Mich fasziniert immer noch, wie die neuen Wetterlagen ganz langsam über den Berg kriechen, sich ausbreiten, Wind aufkommt und es dann ordentlich regnet. Noch toller finde ich es allerdings, am nächsten Morgen bei strahlendem Sommerschein wieder aufzuwachen. Dieser Beitrag wird präsentiert vom Nordlicht in Österreich.

5.8. Wanderung durch die Talbachklamm. Ich finde es ungemein entspannend, wenn neben mir das Wasser rauscht. Mal lauter, mal leiser, auf jeden Fall wild. Auf der anderen Seite des Wegesrandes gibt es kleine Wasserräder, verziert mit Glocken, Löffeln und anderen Spielereien, was die Kinder ungemein witzig finden. Wir laufen die Klamm erst hinunter und müssen dann die Kinder überreden, nun auch wieder nach oben zu laufen. Zur Belohnung Eiskaffee in Schladming.

6.8. Was für ein verregneter Tag. Da hilft nur Museum, das Haus der Natur in Salzburg. Leicht in die Jahre gekommen, ferien- und wetterbedingt völlig überfüllt. Die Rückfahrt ist noch verregneter. Ich muss mich sehr konzentrieren, während der Mann von Murenabgängen rund um unser Feriendomizil aus dem Internet vorliest. Am Abend lese ich kichernd das Buch von Carline Mohr fertig.

7.8. Bemerkt, dass ich mich bisher viel zu selten in Hochseilgärten aufgehalten habe. Ein toller Parcour da am Rittisberg, auch in der Kindervariante. Die letzte Abfahrt lasse ich mir allerdings nicht nehmen.

8.8. Mit dem Sessellift in Zauchensee hoch hinauf zum Gamskogel. Wandern mit vielen Kühen am Wegesrand und weit entfernt, so dass man aber noch das Klingeln der Glocke hören kann. Ein paar Spielstationen und ein toller Ausblick. Wie so oft. Endlich trinke ich auch einmal Buttermilch – ganz pur, ohne irgendwelchen Früchte. Auf dem Spielplatz gibt plötzlich mein Wanderschuh den Geist auf. Sohle löst sich und hängt nur noch an der Fußspitze am Schuh. Ich hadere, ob ich ihn reparieren lasse oder mir nach 13 Jahren mal neue gönne.

9.8. Bummeln in Radstadt, das Ausmaß der Zerstörung der Unwetter anschauen, Hotelpool. Häschen gucken. Und Postkarten schreiben.

10.8. Ich hätte niemals gedacht, dass eine Autofahrt von Radstadt nach Würzburg so lange dauern kann. Statt 4,5 Stunden sind es acht Stunden, die letzte Stunde auch noch bei Dauerregen und Riesenpfützen. Danke Horst Seehofer für bayrische Symbolpolitik an der österreichischen Grenze. Wie im vergangenen Jahr wird aus fünf Spuren eine einzige, an der zwei Grenzer Autos durchwinken, ohne wirklich ernsthaft in Erwägung zu ziehen, jemanden zu kontrollieren. Wie gut tut die Mahlzeit im Hotel: Pasta mit Pfifferlingen, dazu ein passender Wein.

11.8. Autobahn, ein paar Stunden Düsseldorf und am Ende dann ab ins frisch gemachte Bett bei Mama. Dieser Kettcar-Song hat eine so unglaubliche Kraft, ja fast etwas Aggressives und er zieht mich so hinein. Sicherlich auch, weil mein Sommer 1989 auch eine große Wende in meinem Leben gebracht hat. Schön, dass 2017 solche Musik entsteht, schön, dass sie von Kettcar ist. Es gibt sie eben doch, die Guten.

12.8. Regen, Wäsche waschen, zwei Runden Mensch ärger dich nicht und einfach ein bisschen mit Mama und den Kids abhängen.

13.8. Besuch im Zoo in Bremerhaven, viel Sonnenschein, sehr viel Sonnenschein und einem tollen Dachterrassenblick und einem nicht so tollen Ausrutscher auf eben dieser, so dass ich den Abend mit dem Kühlen des Fußes verbringe und auf ein Wunder hoffe.

14.8. Nach einem Orthopäden-Besuch bin ich Käptn rote Socke. Zum Glück nur Bänderdehnung und mit Hilfe des Verbands geht vorsichtiges Humpeln einigermaßen. Wir essen auf einem Schiff Mittag und ich bin dankbar, dass mein Bruder die Kids weitestgehend bespaßt und sich sogar bereit erklärt, am Mittwoch das Auto wieder gen Heimat zu steuern.

15.8. Wir gehen ins Schwimmbad, in dem ich früher meine Sommer verbrachte, obwohl von dem damaligen Bad kaum noch was übrig ist. Das große Außenbecken ist einer nicht genutzten Wiese gewichen, der Sprungturm längst eingerissen. Alles ist auf Seniorenbespaßung getrimmt, es gibt vor allem Ruhebereiche und die Außenanlage wird noch gepflegt: Im Sandkasten sprießt das Unkraut, die Holzbrücke könnte einen Anstrich gebrauchen und auf der Liegewiese wird das gemähte Gras vielleicht ja morgen weggeräumt. Schade. Wenigstens gibt es draußen noch eine Wasserrutsche, ein paar Sprenkler und so haben wir trotzdem ein wenig Spaß. Danach Eis. Und Grillabend.

16.8. Heimfahrt. Mit dem Bruderherz am Steuer. Ich weiß ja nicht, was ihr so in der Fest&Flauschig-Pause hört, aber ich fiebere mittlerweile bei den Teufelskickern mit, ob Moritz‘ Eltern nun wieder zusammen kommen und ob sie den VfB beim nächsten Spiel endlich besiegen. (Was ich sagen will: Es gibt Schlimmeres, was man auf einer Autofahrt hören kann. Cajou zum Beispiel.)

17.8. Drei Jahre kleiner Sohn. Mein Supermann. Wir feiern Kindergeburtstag und wenn ich gerade mal nicht mit Kinderbespaßung zu tun habe, denke ich an den Abend zurück, an dem Kettcar ein fulminantes Comeback hingelegt hat. So kraftvoll und voller Energie habe ich schon lange keine Band mehr aufspielen sehen. So als ob Markus Wiebusch und Co. fünf Jahre lang an der Leine lagen und nun endlich wieder loslegen können.

23.8. Off to Berlin. Mit dem Zug, was ich am Ende nicht bereuen werde, weil wir entspannt reisen. Hörspiele hören, ein bisschen malen, essen, lesen, aus dem Fenster schauen. Stadtbummel mit Besuch auf dem Fernsehturm. Bei den Straßenmusikanten am Alexanderplatz setzen wir uns auf die Stufen, hören ein bisschen zu, beobachten den kleinen Jungen, der gerade laufen gelernt hat und die neue Mobilität dafür nutzt, den Musikern das Geld aus dem Hut zu klauen.

24.8. Wir treffen uns mit Thomas im ehemaligen Kaufhaus Jandorf und schauen uns das begehbare Wahlprogramm an. Weil es uns so umhaut, streamen wir live. Thomas schreibt drüber und ich brauche später ein paar Tage, um mich von den vielen Tweets der CDU-Anhänger zu erholen, die offenbar Kritik nicht hinnehmen können, sondern tagelang rumsticheln. Schade eigentlich. Und schade auch, dass aus der Ausstellung nicht mehr gemacht wurde.

25.8. Die Goldenen Blogger gehen in die nächste Runde und ich freue mich wie ein Schneekönig.

27.8. Kindergeburtstag vom kleinen Sohn. Im Park mit großem Kindergeburtstaggelage und bestem Wetter.

28.8. Ich übernehme für eine Woche den @meinduesseldorf-Account der Rheinischen Post und zeige mein Düsseldorf in der Woche, in der der Sohn eingeschult wird.

31.8. Den großen Sohn eingeschult. Wie viele Gedanken mir den ganzen Tag durch den Kopf schossen. Habe ich ihn nicht noch vor kurzem in dem Krankenhaus nur wenige hundert Meter entfernt auf die Welt gebracht? Mit ihm im Kinderwagen durch die Stadt gezogen? Ihn jeden Tag zur Tagesmutter gebracht, in der Kita eingewöhnt, getröstet, wenn er sich auf die Nase gelegt hat, gejubelt, als er zum ersten Mal Laufrad, Fahrrad und später Skateboard gefahren ist, geflucht, weil er mal wieder keine Lust auf Soßen aller Art hatte, vor Stolz geplatzt, wenn er den kleinen Sohn getröstet oder verteidigt hat. Die Gewissheit, nun noch mehr Abnabelung zulassen zu müssen, ja eigentlich auch zu wollen, wenn da nicht diese Wehmut wäre. Er war doch eben noch ein Baby. Aber nein. Er ist jetzt groß und er macht das alles ganz hervorragend. So hervorragend, dass mir beim Schreiben schon wieder die Tränen kommen, weil ich so stolz auf diesen großen Jungen bin.

Und wie waren eure Ferien?

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