Mythos Blogosphäre: Was mir noch durch den Kopf geht

Angeregt von der Gelegenheit auf der republica über den „Mythos Blogosphäre“ zu sprechen, habe ich nochmal nachgedacht, wie es damals wirklich war. Erst dachte ich: Warum eigentlich gerade jetzt im Jahr 2026? Und nach unserem Talk dort und vielen Gesprächen am Rande habe ich bemerkt: Ja, lohnt sich. Weil das, was wir damals gemacht haben – weil es eben ging – auch heute noch relevant ist.

1. Blogging war zutiefst persönlich.

Das Faszinierende am „Mythos Blogosphäre“ ist für jede Person komplett anders. Weil dabei so viel im Inneren passiert. Ich baue eine Beziehung auf zu jemandem, der vielleicht gar nicht weiß, dass ich existiere. Ich lese jemanden wochenlang, monatslang – und diese Stimme wird vertraut und beeinflusst mein Denken, wie ich selbst schreibe. Das ist keine Einbahnstraße, die mir peinlich wäre. Das ist, wie Kultur funktioniert. Bücher machen das auch. Filme, Musik. Blogs haben es nur viel persönlicher gemacht – und machen es zum Teil noch heute.
Dieses Gefühl suchen Menschen überall.  Die Studierende, die unsere rp-Bühne betreute mischte sich irgendwann in unser Gespräch ein und sagte, dass sie dieses Verbundenheitsgefühl, das wir da beschreiben, heute häufig auf Social Media vermisse. Wir alle mögen es, verbunden zu sein und suchen danach: In Newslettern, die wir abonnieren, obwohl wir eigentlich keine Zeit haben. In Podcasts, bei denen wir keine Folge verpassen. In Accounts, denen sie seit Jahren folgen, ohne je zu kommentieren. Das Bedürfnis nach einer vertrauten Stimme ist nicht kleiner geworden. 

2. Wir haben gelernt, wie Publizieren geht.

Und das am eigenen Leib: Manche haben ihre Blogs selbst gebaut, wir haben gelernt, wie Bilder integriert werden können, Videos, die ganze Klaviatur. Wir wussten plötzlich, wie es ist, viral zu gehen. Wie Aufmerksamkeit funktioniert. Was einen Text trägt – und was nicht. Das war Training in Echtzeit, auch wenn wir das nicht so empfunden haben.

3. Blogging war Community.

Wir haben uns gegenseitig gelesen, verlinkt, kommentiert, gestritten. Die Blogosphäre war eine Subkultur, die sich selbst mit Texten beobachtete. Peter Praschl hat das damals auf den Punkt gebracht: Blogs haben die Linkstruktur des Internets ernst genommen. Kein Endpunkt sein wollen, sondern Knoten. Weiterverweisen. Einordnen. Verbinden. Das klingt technisch, ist aber eher eine Haltung.

4. Bloggen war Twitter, bevor es Twitter gab.

Das sage ich bewusst provokant: Viele Posts 2004, 2005 waren kurz, impulsiv, pointiert. Kein langer Essay. Ein Gedanke, ein Moment, ein Link mit zwei Sätzen dazu. Die Ironie? Vieles davon ist dann zu Twitter gewandert – und hat Blogs damit dieses Vernetzungselement genommen.

5. Blogs waren auch eine Kontaktbörse.

Natürlich wollten wir wissen, wer hinter den Websites steckt. Also trafen wir uns. Blogmich, Bloggertreffen. Inés hat das bei der re:publica so schön beschrieben: Wir waren damals alle Fangirls und Fanboys voneinander – und das war wirklich toll. Als ich nach Düsseldorf zog, waren Blogger*innen neben Kolleg*innen meine ersten echten Kontakte dort. Nicht der Tennisclub (Ok, ich habe nie Tennis gespielt, aber ihr wisst, was ich meine.) Blogs.

6. Wir wollten es besser machen.

Es gab den Anspruch: Die etablierten Medien verstehen etwas nicht. Wir schon. Die persönliche Perspektive, das absolute Expertentum, die Bereitschaft, an Themen dranzubleiben. Quellen verlinken. Das klingt heute wie Basiswissen, war es damals in Redaktionen nicht immer.

7. Mein eigenes Schreiben

Es war roh, direkt, manchmal übermütig. Kommt von einer Frau Ende 20, die einfach losgeschrieben hat. Aber genau das war auch die Stärke. Keine Angst vor der eigenen Meinung. Manchmal vermisse ich diese Rohheit, dieses Einfach-drauf-losschreiben. Aber das hat sich zurückverlagert auf Offline-Kanäle.

8. Der Anfang der Diversifizierung.

Irgendwann kam Twitter, Facebook, YouTube. Bilder, Videos, Podcasts. Die Mechaniken des Bloggens wurden in allen Mediengattungen ausprobiert und angepasst. Aber vieles blieb: Community aufbauen, persönlich sein, das Aufmerksamkeitsspiel spielen. Nur die Formate wurden mehr. Das war ja auch der Grund dafür, dass wir bei den Goldenen Bloggern schnell nicht nur klassische Webseitenblogs, sondern auch Instagram-Accounts, Newsletter, Podcasts und Co. ausgezeichnet haben.

9. Was uns alle verband: die Liebe zum geschriebenen Wort.

Am Ende bleibt das. Wir haben geschrieben, weil wir schreiben wollten. Weil Sprache uns etwas bedeutet hat. Das Schöne: Es gibt immer noch Menschen, denen das etwas bedeutet. Inmitten von KI-Texten, algorithmischen Feeds und kurzlebigen Trends sehnen sich Menschen nach Stimmen, die echt klingen. Nach Texten, die jemanden verraten. Nach Sprache, die nicht optimiert ist – sondern gemeint.

Was bleibt.

Ganz viel von, dem was damals war und das Bloggen geprägt hat, ist nicht verschwunden. Community aufbauen, persönlich sein, eine vertraute Stimme entwickeln, Aufmerksamkeit gewinnen – das alles passiert immer noch. Und ist gewachsen, muss jetzt professionell sein und skalieren. 

Und auch das ist die Wahrheit: Dieselben Mechanismen, die damals dafür gesorgt haben, dass sich Menschen gefunden, verbunden und inspiriert haben, funktionieren heute genauso gut für das Gegenteil. Die krasseste These gewinnt das Aufmerksamkeitsspiel – das war schon 2005 so. Nur damals blieb es in der Nische. Heute wird es Mainstream. Algorithmen verstärken, was Reaktion erzeugt. Und Empörung erzeugt mehr Reaktion als Einordnung. Mit den Konsequenzen müssen wir jetzt umgehen. 

Und hier noch weitere Links:
Alexander Matzkeits Reflexionen

Der erste Tag auf der re:publica aus der Sicht von Felix Schwenzel

Die 2Cents von der Kaltmamsell

Die Fotos stammen vom wunderbaren Jonathan Kemper!

13 Erkenntnisse von der re:publica 2025 (plus Bonus-Punkte!)

1. Digitale Mündigkeit beginnt bei uns selbst. Gleich in der Eröffnungssession appelliert re:publica-Gründer Andreas Gebhard an die Teilnehmenden: „Fragt euch nicht, was die digitale Gesellschaft für euch tun kann, fragt euch, was ihr für sie tun könnt.“ 


2. Jede Generation bringt ihre Superkraft ins Netz. Das Motto dieser re:publica lautete „Generation X, Y, Z“. Unabhängig davon, wie man zu diesen Zuschreibungen steht, mochte ich, dass Johnny Haeusler gleich zu Beginn eine Zuschreibung brachte, die aber zeigte, wie wichtig es ist, auf das Gemeinsame zu fokussieren: Generation X hackt Systeme, Y baut Communities, Z lässt Inhalte viral gehen. (Hier nachgucken)

3. Während die einen diskutieren, machen die anderen. Die Wissenschaftler*innen Marielle-Sophie Düh und Frederik Heinz beschrieben Chinas konsequenten Weg zu einer souveränen KI, der aus Planung, einer sehr umfangreichen Bereitstellung finanzieller Mittel, Kooperation und späterer Regulierung besteht. Ein Grund, warum Deepseek so schnell und recht positiv besprochen auf den Markt kam. (Hier angucken)

4. Faschismus wird mehrheitsfähig, wenn die demokratische Gegenwart als unerträglich und zerstörungswürdig wahrgenommen wird. In ihrem Talk beschreibt die österreichische Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl zeigt, mit wie Faschismus funktioniert, mit welchen Mitteln agiert wird und dass vieles, was wir jetzt schon auf und im Umgang mit (sozialen) Medien erleben, eben solche Züge hat. Und ich war froh, dass sie zum Schluss auch auf Gegenstrategien eingeht. (Hier angucken)

5. Wie lange sind unsere Gedanken noch frei (und sind sie es überhaupt noch?) Mind-Reading-AI rückt näher. Der Journalist Janosch Delcker beschrieb, was heute mit Technologie bereits geht (eine Menge!) und fragte: Wie behalten wir die Kontrolle über das Innerste? Vor dem Hintergrund, dass wir ja schon jetzt mit Narrativen Einfluss auf das genommen wird, was wir denken, fand ich die Auseinandersetzung mit Delckers Vortrag sehr ernüchternd, aber wichtig. (Hier angucken)

6. Nichts eint so sehr wie ein gemeinsamer Feind. Keine neue Erkenntnis, aber ein guter Spruch, um auch die Betrachtung von Thomas Knüwer und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach hin. Die beiden beschrieben, wie digitale Vernetzung neue Kirchen und Gottesdienste erzeugen. Von Fußball-Ritualen (Was für eine krasse Choreografie das beim Abschied von Thomas Müller war), bis hin zu Popkonzerten von Taylor Swift.

7. Aufmerksamkeit schlägt Inhalt.
Dirk von Gehlen erinnert: Wer gehört werden will, muss Aufmerksamkeit generieren – eventuell selbst auf Kosten der Tiefe. Sein Talk war zudem eine erfrischende Erinnerung daran, dass wir es selbst in der Hand haben, wem oder was wir Aufmerksamkeit schenken. (Hier angucken)

8. How to: die perfekte Präsentation. Der Performance-Künstler und Berater Marcus John Brown erklärt in einer extrem lohnenswerten und unterhaltsamen halben Stunde, wie man perfekt präsentiert. Keine Egoshow, sondern Fokus auf echte Wirkung. Letztere hilft, löst, bleibt. (Hier angucken)

9. Plattformen sind gestaltbar – wenn wir wollen. Der Wissenschaftler Philipp Lorenz-Spreen beschreibt, wie Benachrichtigungen und Newsfeeds unsere Aufmerksamkeit fordern und unseren Alltag und politischen Systeme verändern. Plattformen sind dabei politische Machtinstrumente geworden. Um daraus auszubrechen, müssen wir zurück zum Kern ihrer Macht: unserer Aufmerksamkeit. Für mich neu war sein Hinweis auf das Prosocial Design Network. Hier werden Designfeatures für digitale Plattformen sammelt, wie digitale Räume gesund, die die menschliche Würde respektierend und gesellschaftsverbessernd gebaut werden können – wissenschaftlich untersucht! (Hier angucken)

10. „We are in danger. But we are not yet in the red zone. We have a chance to turn this around. It’s important to stand up for science.“ Johan Rockström vom PIK Potsdam über den Status quo der Klimakrise. (Hier angucken)

11. Generationsbegriffe sind Quatsch – und doch wirksam.
Der Wissenschaftler Christoph Daldrop warnt: Wer an Generationszuschreibungen glaubt, wird ihnen entsprechen.

12. Wir brauchen Räume für Differenz – nicht nur Einigkeit.
Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach mahnt: Ohne Diskurs und Kompromisskultur zerbröselt gesellschaftlicher Zusammenhalt.

13. Spaß muss sein. Ich schätze es sehr, dass die re:publica jedes Jahr neben all den ernsten Themen auch den Umgang mit Internethumor (Memes, Shrimp Jesus etc.) Raum gibt. Oder eine Gameshow über unsere Social-Media-Geflogenheiten ermöglicht: Gavin Karlmeier, Dennis Horn und Nicole Diekmann haben quasi Familienduell gespielt (und ich war im Team Horn). (Hier angucken)

Und hier die Bonuspunkte:

14. Man kann 30.000 Besuchenden an drei Tagen veganes Essen zumuten.

15. Karaoke macht so viel Spaß. Vor allem auf der re:publica mit dem CherrYO!kie-Team. Habe alles an diesem Montagabend geliebt.

16. Es kann dir gelingen, Menschen an keinem der drei Tage zu begegnen.

17. Das alkoholfreie Brlo-Bier vom Fass schmeckt ausgesprochen gut. Wie Radler nur ohne Süße.

18. Der Innenhof ist der beste Ort.

19. Die meisten Menschen auf der re:publica waren die zwischen 1980 und 1996 Geborenen.

20. Site-Events kannst du auch selbst organisieren.

21. Ich bin angeblich ein Rolemodel für Selbstständige.

22. Der Sandmann war da und ich habe kein Foto gemacht.

23. Auf dem Hinterhof ist es auch ganz nett.

24. Schon zwei Ideen für Talkeinreichungen für die nächste re:publica.

25. Häng noch einen Tag dran, dann schaffst du es auch, dir ein bisschen die Stadt anzuschauen.

10 Dinge, die den März schön gemacht haben

13 Jahre Muttersein
  1. 13 Jahre Mutter sein. Hätte man mich vor 13 Jahren gefragt, was sich durch das Muttersein verändern würde, ich hätte geantwortet: nichts. Zum einen, weil es schwer vorstellbar ist, wie ein Leben mit Kindern ist, wenn man keine Kinder hat. Zum anderen, weil ich fest davon überzeugt war, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon funktioniert. Wenn man denn will, dass es funktioniert.

    13 Jahre später hat sich meine Sicht darauf zumindest ein wenig verändert. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann funktionieren, wenn Frau und Mann wollen, dass sie funktioniert. Aber es gibt eben auch Dinge, die Frau, Mann und Kinder nicht in der Hand haben. Und das sind vor allem Faktoren, die unser gesellschaftliches Miteinander betreffen.
    „Geht das denn überhaupt mit Kind?“
    „Die will doch bestimmt kürzertreten.“
    „Jetzt hat sie doch dafür keine Zeit mehr.“
    „Warum kommt eigentlich immer nur der Mann?“
    „Die ist ja ständig unterwegs. Wie kann sie da für ihre Kinder da sein?“
    „Kein Wunder, dass sie ständig krank ist.“

    Vollberufstätige Mütter brauchen mindestens ein gutes, wertschätzendes Umfeld und ein dickes Fell.
  2. Fahrradtouren mit dem kleinen Sohn. Endlich Frühling.
  3. Konzerte in der Wohnung. Ich liebe es, wenn ich in der Küche stehe und im Kinderzimmer die Gitarre höre. Höre, wie der Sohn immer wieder diese eine Passage spielt, damit sie ihm endlich gelingt. Und wie er, voller Stolz, dann zum Vorspielen kommt und auch ein bisschen stolz ist, wenn ich ihn dabei filme.
  4. Seit Wochen, nein, Monaten hat sich dieses eine Projekt gezogen, weil entweder noch eine weitere Anforderung dazu kam, oder technische Lösungen her mussten, die wir zunächst recherchieren mussten. Und wie befreiend dieses Gefühl, endlich die Abschlussrechnung schreiben zu können.
  5. Ich habe Sophie Passmann das erste Mal bei den Goldenen Bloggern getroffen, es war 2017 in Berlin und seitdem verfolge ich, was sie so treibt. Mal intensiver, mal weniger intensiv und als mich eine Freundin fragte, ob ich nicht mitkommen wolle ins Schauspielhaus zu einer dieser „Düsseldorfer Reden“ sagte ich natürlich sofort zu. Wir erlebten eine Sophie, die klug und gewitzt über Humor spricht und am liebsten hätte ich die Rede aufgezeichnet und sie mir noch mal in 0,8facher Geschwindigkeit angehört, weil soviel Gutes dabei war, das ich in der vorgetragenenen 1,5fachen Geschwindigkeit gar nicht alles erfassen konnte.
  6. Bochum. Zum ersten Mal dort gewesen. Keine Currywurst gegessen.
  7. Indisch gekocht und zwar mehrfach und so langsam bekomme ich ein Gefühl für Timings in der Zubereitung von begleitendem Reis und Naanbrot. Aber um hinter das Geheimnis von perfekt gekochtem Reis zu kommen, muss ich wohl noch ein paar Mal üben.
  8. Buchclub. Ich liebe es, wenn ich durch den Austausch über Bücher noch einmal eine andere Perspektive auf das Buch bekomme und Lust bekomme, ein Buch direkt noch einmal zu lesen. Plus: Die anderen Werke der Autorin Claire Keegan sind jetzt auf der Will-ich-lesen-Liste gelandet!
  9. Fünf Tage allein zu Hause. Wenn du zunächst darüber nachdenkst, ob das wirklich eine gute Idee ist, du zwischendurch entschlossen bist, doch der Familie hinterherzufahren und am letzten Tag der Meinung bist, dass ein Tag länger jetzt auch noch ginge.
  10. 86 Tage italienisch. Hätte nicht gedacht, dass mir das Lernen dieser Sprache so viel Spaß macht.

Gelesen

Muskelfaserrissbedingt habe gerade gegen Ende des Monats viel Zeit auf dem Sofa verbracht und viel gelesen.

Elizabeth Strout – Die Unvollkommenheit der Liebe: Teil 1 der Lucy-Barton-Reihe und ja, in diesem Buch geht es um die Unvollkommenheit der Liebe, aber warum muss das der Titel dieses Buchs sein? Im Englischen heißt das Buch „My name is Lucy Barton“ und ich empfinde ihn als den besseren Titel, weil wir hier verstehen, wer diese Lucy ist, die nach langer Zeit ihrer Vergangenheit begegnet, derer sie sich geglaubt, entledigt zu haben. Lucy liegt im Krankenhaus und die Mutter kommt und wacht ein paar Nächte an ihrer Seite. Die reden über vieles und doch nicht explizit über das, was zwischen ihnen liegt. Der Schmerz, die Fragen, die Wut. Weil es eben die eigene Mutter ist. 

Ein tolles Buch über die Liebe von Töchtern zu ihren Müttern und umgekehrt, die unvollkommene Liebe, trotz Verletzungen und Misshandlungen in der Kindheit. Ein tolles Buch und ein toller Start in die Reihe von Elizabeth Strout.

Elizabeth Strout – Alles ist möglich: Teil 2 der Lucy-Barton-Reihe und hier erfahren wir ganz viel über die Leben der Menschen, die im ersten Buch kleine Nebenrollen hatten, aber alle irgendwie einen Bezug zu Lucy Barton haben. Menschen aus ihrer Kindheit und Jugend, die Hass, Neid, Einsamkeit, Wut und Liebe erleben. Es sind Familiengeschichten. Und dann taucht auch Lucy nach 17 Jahren wieder in ihrer Heimatstadt auf, die sie geglaubt hat, hinter sich gelassen zu haben. Tolles Buch, man hätte auch mit diesem Buch in diese Reihe starten können.

Elizabeth Strout – Oh William!: Im dritten Teil der Reihe lernen wir William kennen, den ersten Ehemann von Lucy Barton, der sie betrogen hat und von seiner dritten Frau verlassen wird, mit der er noch einmal ein Kind hat. Wie viele ältere Männer interessiert er sich für seine Vergangenheit und macht dabei eine Entdeckung, die sein Leben nochmal ziemlich auf den Kopf stellt. Gemeinsam mit Lucy begibt er sich auf eine schmerzhafte Spurensuche. Hab ich auch sehr gemocht.

Elizabeth Strout – Am Meer: Der vierte und vorerst letzte Teil der Lucy-Barton-Reihe, der 2020/2021 spielt, als auch in den USA Lockdowns waren und gerade in New York viele Menschen an der Krankheit starben. Lucys Ex-Mann William sorgt dafür, dass seine Lieben New York verlassen, bevor die Pandemie zu sehr wütet. Gemeinsam mit Lucy mietet er ein Haus am Meer in Maine. Es ist eine Geschichte des Annäherns, des Verarbeiten von Trennung und Tod des Mannes, eine Geschichte über die Angst, die lieben Menschen im Leben womöglich schneller zu verlieren, als einem lieb ist. Und es ist eine Geschichte der Reflexion über das Leben, über Kompromisse, die man eingeht.

Gehört

Neben den üblichen Podcasts war mein absolutes Highlight in diesem Monat „Kleine Dinge wie diese“ von Claire Keegan. Das Hörbuch, gelesen von Stefan Wilkening, gibt es auf Spotify und das Buch auch gerade mal 116 Seiten umfasst, war es auch nicht sonderlich lang. Aber sowas von intensiv.

Es handelt vom Kohlenhändler Billy Furlong, der in einer kleinen Stadt in Irland lebt und hart arbeitet, um seine Familie zu versorgen. 1985 herrschen wirtschaftlich schwierige Zeiten in Irland. Die Kirche spielt eine wichtige Rolle im Leben der Stadtbewohner und entscheidet darüber, wer gute Bildung genießt und wer nicht. Als Billy bei seiner morgendlichen Kohlelieferung ans Kloster eine zutiefst verstörende Entdeckung macht, muss er eine Entscheidung treffen, die mit der großen Frage zusammenhängt, wie wir miteinander leben wollen. Wovor man die Augen verschließt, und wo das nicht mehr möglich ist.

Dankbar gewesen, dieses intensive Hörerlebnis im Nachgang im Buchclub besprochen haben zu können. Einfach, weil es nochmal andere Perspektiven gebracht hat. Denn mit katholischer Vorbildung lassen sich da noch viele Anspielungen erkennen. Und der schönste Impuls kam von V., die mir einen Tag nach dem Buchclub in einer Sprachnachricht den Impuls gab, auch über das Ende nochmal ganz anders nachzudenken.

Geschaut

Die Endlich-Wittwer-Reihe mit Joachim Krol. Unterhaltsam.

Kungfu Panda 4: Mit den Jungs im Kino. Mit Popcorn und einer Lebensweisheit: Jeder Schritt hinterlässt einen Abdruck und sei er auch noch so klein.

Kafka: Tolle Miniserie in der Mediathek, die extrem gut besetzt ist. Plus: Das Drehbuch stammt von Daniel Kehlmann. Alles höchst anspruchsvoll mit vielen kleinen Anspielungen, die man wohl nur als Kafka-Kenner deuten kann. Ich hab’s trotzdem geliebt, aber ich lieb ja auch Kafka.

Und sonst so: Noch 29 Tage bis zu den Goldenen Bloggern. Du willst live dabei sein? Tickets gibt’s hier.

Und so war der Februar.

April 2023: Goldene Blogger, Working Moms und das Café ten Cate

Endlich April. Einmal im Monat blicke ich zurück auf das, was mich in den vergangenen Wochen beschäftigt hat, was ich gehört, geschaut oder gelesen habe, und manchmal vielleicht auch darüber, woran ich gerade arbeite.
Bemerkenswert:
Ich hätte nicht gedacht, dass wir das endlich schaffen, aber in diesen Osterferien ist es gelungen. Da der kleine Sohn ein Fan der „Nordseedetektive“ von Klaus-Peter Wolf ist, war das dort ansässige Teemuseum, das Café ten Cate, aber auch die Stadt Norden an sich, immer wieder Thema. Und immer wieder fragten wir uns, was wohl in einem Teemuseum ausgestellt wird. Und ob das Café wirklich so leckeren Kuchen hat. Unser Fazit nach dem Tagestrip dorthin: Schönes Museum, besonders faszinierend war die derzeitige Ausstellung zu Kunst aus Teebeuteln. Wieder ein gutes Beispiel, welche Kreativität Corona so freisetzt.


Ein bisschen länger habe ich in den letzten Wochen über das „Digital Decluttering“ nachgedacht. Welche neuen Netzwerke in den vergangenen Jahren entstanden sind, in denen ich Profile angelegt habe, um diese auszuprobieren. Die unzähligen Apps auf dem Smartphone. Der Download-Ordner auf meinem Computer. Kommt auf jeden Fall auf die To-do-Liste.


Über die Goldenen Blogger habe ich wohl genug geschrieben.

Gelesen: Trotz allem erstaunlich viel gelesen. Ich brauche das gerade sehr, abzutauchen in andere Welten. Deshalb stand auch der April wieder einmal stark im Zeichen von Belletristik. Aber auch Unterhaltung.

Miriam Georg: Elbleuchten
Ohne den Podcast „Eat Read Sleep“ wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, dieses Buch zu lesen. Aber die Empfehlung von Daniel Kaiser und Katharina Mahrenholtz und deren Interview mit der Autorin waren so schön, dass ich letztes Jahr beim Bücherbummel am Rhein zugeschlagen habe, als ich das Buch da sah. Trotz der mehr als 600 Seiten.
Und da ich nur ein paar Tage gebraucht habe, das Buch durchzulesen, kannst du dir vorstellen, dass mich die Geschichte von Lily, die aus einer Hamburger Reederfamilie stammt, doch schnell gepackt hat. Ich mochte es sehr, neben der Liebesgeschichte so viel über das alte Hamburg zu lernen. Und mich mochte die Sprache der Autorin.

Miriam Georg: Elbstürme
Ja, auch Teil 2 der Saga habe ich durchgelesen. Die Geschichte ist eine andere und ich mag, dass die anderen Protagonist*innen mehr Raum bekommen. Vor allem aber mochte ich, dass Miriam Gold ein Ende gefunden hat, das nicht vor Happy End strotzt, sondern zu den Gegebenheiten der Zeit passt. Top-Zweiteiler.

Thierry Paquot: Die Kunst des Mittagsschlafs
Fand den Titel gut und das Buch hat mich inspiriert, ein wenig über meine Mittagsschlafgewohnheiten nachzudenken. Konnte aber noch nichts an ihnen ändern.

Thorsten Pilz: Weite Sicht
Auf das Debüt von Thorsten Pilz war ich richtig neugierig. Nicht nur, weil ich ihm schon eine ganze Weile hier auf Instagram folge, sondern auch, weil der Klappentext spannend klingt und das Buch mittlerweile auch von der ZEIT empfohlen wurde.
Das Buch handelt von vier Frauen, die sich ein Leben lang kennen und deren Leben durch den Tod von Friedrich, Charlottes Ehemann durcheinander gewirbelt wird. Das Buch inspiriert, über das eigene Leben nachzudenken, welche Prioritäten wir setzen, welchen Dingen wir eine Bedeutung geben. Und welchen nicht. Was wir in Beziehungen voneinander wissen (wollen) und wo wir Grenzen ziehen. Und dass Liebe im Alter genauso zum Leben dazugehört.

Ich mochte das Buch, mochte den Erzählstil, die Figuren und deren Verbindungen. Und ich hätte so gerne noch mehr über die unterschiedlichen Charaktere erfahren. Das wäre auch mein einziger Kritikpunkt.

Joseph Roth: Das falsche Gewicht
Sowohl Jochen Distelmeyer als auch Niels Frevert mögen Joseph Roth und da ich bisher noch nie etwas von ihm gelesen hatte, musste das ganz dringend geändert werden. „Das falsche Gewicht“ beginnt wie ein Märchen mit „Es war einmal“ und bleibt bei dieser Erzählform. Es wird die Geschichte des Eichmeisters Anselm Eibenschütz erzählt – seinem Aufstieg und Untergang. Ein wunderbares Buch, das das Scheitern eines Mannes erzählt – an den Strukturen und natürlich an sich selbst. Werde auf jeden Fall noch etwas von Joseph Roth lesen.

Geschaut:
Am meisten hängen geblieben ist „Working Moms“ , die Serie von Catherine Reithman. Da ist im April die finale Staffel auf Netflix rausgekommen. Ein paar Frauen werden dabei begleitet, wie sie Kinder bekommen, Leben, Job und Liebe mit Babys, Kleinkindern und Teenagern meistern. Und es gab so viele Momente in dieser Serie, in denen ich mitfühlen konnte. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Psychotherapeutin Anne Carlsen und PR-Lady und Firmengründerin Kate Foster. Und hach, das Finale ist wunderbar und ich werde ganz sicher etwas vermissen.

Gehört: Ich höre derzeit auch viel. Und bin selbst überrascht, dass ich bisher keine einzige Folge von „Haken dran“ von Dennis Horn und Gavin Karlmeier verpasst habe. Obwohl mir Twitter zunehmend egaler wird, auch weil ich merke, dass diejenigen, die ich immer sehr auf Twitter geschätzt habe, ruhiger werden. Bin gespannt, wann für Dennis und Gavin der Zeitpunkt kommt, der Plattform und seinem Eigentümer weniger Aufmerksamkeit zu schenken.

Judith Holofernes: Die Träume anderer Leute
Die Künstlerin Judith Holofernes erzählt, wie es war, als Mutter zweier Kinder Teil einer der erfolgreichsten Bands Deutschlands zu sein, Tourleben, bloß keine Routinen, immer unterwegs. Reißleine ziehen, Solokarriere aufbauen. Es ist eine wunderbare Geschichte einer Frau, die sich aufmacht, ein Leben zu führen, dass ihrer Familie, aber vor allem auch sich selbst gerecht wird. Dafür zieht sie Schlussstriche, enttäuscht andere und sich selbst, aber kommt am Ende in einem Lebensentwurf an, der für den Moment passt. Gleichzeitig bleibt offen, dass es auch wieder anders werden kann. Irgendwann. Ein tolles Buch, das verdeutlicht, wie sehr sich das Leben einer Frau ändert, wenn Kinder kommen. Die gesellschaftlichen Erwartungen, Erwartungen an sich selbst – das alles unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Hab mich an die eine Situation der vergangenen Jahre erinnert.
Judith Holofernes hat eine unverwechselbare Art, mit Worten umzugehen und ich glaube, dass die Entscheidung, das Hörbuch von Nora Tschirner einsprechen zu passen, perfekt war. Denn sie schafft es, dass ich zwischendurch wirklich der Meinung war, Judith Holofernes spräche zu mir.

Und zum Schluss: Kann ich jetzt endlich die Winter- gegen die Sommersachen tauschen?

Goldene Blogger 2023: Tiktok, lernen, inspirieren

Was haben der Ukraine-Korrespondent der ARD Vassili Golod, Newsletter-Schreiberin und Popstar Dua Lipa und Wissenschaftler Thomas Ho?rren gemeinsam? Sie stehen auf der diesjährigen Shortlist der Goldenen Blogger. Zum 16. Mal werden wir, das sind Daniel Fiene, Thomas Knüwer und ich, die Preise am 24. April 2023 in Düsseldorf verleihen. Wir haben die mehr als 3700 Vorschläge gesichtet, diskutiert, die Anregungen der Akademie berücksichtigt und am Ende ist diese Liste an Nominierten herausgekommen. Du kannst dir sicher vorstellen, dass das eine, sagen wir mal, intensive Zeit war. Wer die Preise mit nach Hause nimmt? Hier geht’s zur Shortlist! Am 24. April wird darüber entschieden. 

Blogs sind nicht tot! Die Zeiten, in denen wir die Königskategorie „Blogger*in des Jahres“ mit klassischen Webseitenblogs bestückt haben, sind vorbei. Zu gut werden mittlerweile Tiktok, Instagram oder Twitter bespielt. Dennoch freue ich mich, dass es immer wieder Perlen gibt, die auch mit einem klassischen Blog auftauchen.

Kreativität dank Begrenzung:
Immer wieder wird darüber diskutiert, ob es clever ist, dass man auf Twitter nur 280 Zeichen schreiben kann. Ich bin eine große Freundin der Begrenzung, sieht man doch an Newcomer-Nominee „Daily Mann“ dass es weit weniger Zeichen benötigt, um täglich eine Geschichte zu erzählen.

Guter Journalismus rules: In diesem Jahr gibt es zum einen wieder eine Journalismuskategorie, doch auch in den anderen Kategorien sind zahlreiche journalistische Projekte vertreten, beispielsweise Flip in der Kategorie „Grüne*r Blogger“. Auch in der Kategorie „Lokal“ sind journalistische Angebote dabei – und sie sind allesamt schon länger am Markt. Oder mit einer so großen Leidenschaft betrieben, dass sie dringend mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten. 

Tiktok ist mehr als Tanzen und Lipsync: Ja, eine Binse. Aber wieder einmal hat mich begeistert, wie viele junge Menschen die unterschiedlichsten Themenfelder unterhaltsam und gut recherchiert aufbereiten. Schau dir mal den Fußballinguisten, Was Tara sagt, Coremy, beesteez, Larsi Hempel, Aria Addams oder ChristinaLalalada an.

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Trend: Nicht nur, dass wir in diesem Jahr auch die Kategorie „Grüne*r Blogger*in“ ins Leben gerufen haben: Es gab so viele gut gemachte Garten-, Natur- und Tierblogs – toll! 

Authentizität überzeugt: Schon im vergangenen Jahr wies Thomas immer wieder auf den Instagram-Auftritt von Profisportlerin Gina Lückenkemper hin. Auch die Accounts von Shorttrackerin Anna Seidel und dem Berliner Fußballprojekt Viktoria Berlin überzeugten uns, sodass wir in diesem Jahr auch den Profisportlerinnen eine eigene Kategorie gönnen müssen.

Düsseldorf rockt: Als wir im vergangenen Sommer die Idee hatten, die Goldenen Blogger wieder in Düsseldorf zu veranstalten, waren wir selbst überrascht, wie positiv das Echo dort war. Und deshalb freue ich mich besonders, dass wir in diesem Jahr mit unserem Projekt von so vielen Partnern unterstützt werden. Sie helfen uns, dass wir am 24. April im Kreise möglichst vieler Nominierter die Gala ausrichten und die Preisträger*innen feiern können! Danke dafür: sipgate, Deutsche Post DHL, LMC Caravan, GLS Bank, r+v Versicherung, me and all Hotels sowie Düsseldorf Tourismus und Wirtschaftsförderung Düsseldorf.

Hier geht’s zur Shortlist!

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Warum Menschen meinen Newsletter lesen

Im Juli 2022 habe ich die Leser*innen meines wöchentlichen Newsletters nach ihrer Meinung zu dem Format gefragt. Die Umfrage war nicht sehr standardisiert. Es waren in fast allen Kategorien auch Freitextfelder vorhanden. Und immer wenn jemand ein solches Feld genutzt hat, wurde es besonders interessant. Aber ich habe versucht, die Ergebnisse dennoch ein bisschen breiter zusammenzufassen. Das sind die Ergebnisse:

  • 94 Prozent der Lesenden gefällt der Newsletter gut bzw. supergut.
  • Fast 70 Prozent der Leser*innen schätzen die Themenmischung bzw. die Mischung aus Schwerpunktthema und Links zum Weiterlesen. 54 Prozent schätzen die Rubrik „Tipps und Inspiration“. In dieser Rubrik waren Mehrfachnennungen möglich.
  • Nur die Hälfte der Teilnehmenden beantwortete die Frage „Auf was könntest du verzichten?“ 42 Prozent dieser kleinen Anzahl an Teilnehmenden nannten hier die Rubrik „Sehen wir uns?“
  • Abonnierenden interessieren am meisten Themen rund um Digitale Medien und Journalismus (69%), Kommunikationsstrategien (66%), Newsletter 54%) und Social Media (57%). Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich. Ein Bedarf nach Konzentration auf eines dieser Themen bestand nicht: 71 Prozent wünschen sich ein „lieber weiter mal so mal so“.
  • Der wöchentliche Erscheinungsrhythmus scheint für die meisten ok zu sein.

  • „Wenn du etwas ändern könntest, was wäre das?“: Rund 33 Prozent wollten nix verändern. Unter den Mehrfachnennungen (war ein Freifeld) waren Punkte wie die Optik, „mehr Zeit zum Lesen“, ein Chat- oder Zoom-Format oder „Welt retten/verbessern“.

Vielen Dank an alle, die an der Umfrage im Juli 2022 mitgemacht haben. Wer nach der Lektüre dieser Daten Lust bekommen hat, ebenfalls Teil des Abonnierendenkreis zu werden, der kann sich hier für „Post von Franziska Bluhm“ anmelden.

Bildung, Politik und jede Menge Zauber: So waren die Goldenen Blogger 2022

Pandemie, Krieg in der Ukraine – kann man da überhaupt Preise verleihen? Immer wieder habe ich in den vergangenen Wochen darüber nachgedacht. Wir haben darüber in den unterschiedlichsten Runden diskutiert und uns am Ende dafür entschieden. Umstritten – ja. Und ich würde mich wieder dafür entscheiden.

Wenn ich mir die Liste der Gewinner*innen der Goldenen Blogger 2022 anschaue, dann sind das aus meiner Sicht alles Projekte, die Aufmerksamkeit verdient haben. Aus den unterschiedlichsten Gründen.

Ira Peter hat im vergangenen Jahr mit dem Blog „Stadtschreiberin Odessa“ gezeigt, wie das Leben in der ukrainischen Stadt war und konnte sich bis zum 24. Februar 2022 nicht vorstellen, was passieren würde. Und wie gut, dass sie auch weiterhin berichtet – und hilft. Sie unterstützt die Runnebaum-Stiftung, die derzeit Medikamententransporte in die Ukraine organisiert und auf dem Rückweg Hilfsbedürftige mit nach Deutschland nimmt.

Wie gut ist eigentlich unser Bildungssystem? Eine Frage, die wir seit Ausbruch der Pandemie immer wieder diskutieren – also Eltern, Kinder und Lehrerschaft. Wie sehr würden sich die eben genannten Gruppen wünschen, dass das auch auf offiziellen Ebenen angegangen wird. Und wie gut passt es da, dass gleich zwei Projekte in diesem Jahr einen Preis erhalten haben, die genau dieses Thema aufgreifen, aktiv werden, helfen: der Netzlehrer Bob Blume und Caroline von St. Ange mit „Learn learning with Caroline“.

Welche Bedeutung Tiktok mittlerweile in Deutschland hat – für die Popkultur, im Employer Branding, aber vor allem für Kinder und Jugendliche. Auch das konnten wir bei den Goldenen Bloggern in diesem Jahr erleben: Herr Anwalt mit seinen mehr als 5 Millionen Follower*innen, die Gewinnerin der Kategorie „Berufsbotschafter*in“, Chiara Monteton sind hier nur zwei Beispiele.

Die Politik nimmt Social Media ernst: Ich habe mich sehr gefreut, dass Marie-Agnes Strack-Zimmermann persönlich vor Ort war, Lars Klingbeil und Kevin Kühnert sich zugeschaltet haben. Den Goldenen Blogger in der Kategorie „Politische Kommunikation“ abgeräumt hat dann aber doch die nicht anwesende Grünen-Politikerin Aminata Touré . Für den Twitter-Gewinner Karl Lauterbach nahm der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner den Preis in Empfang. Ja auch das sind die Goldenen Blogger.

Wer schreibt heutzutage eigentlich noch Blogs? Gibt es die Blogosphäre überhaupt noch? Wer diese Diskussionen anzettelt, hat keine Ahnung. Blogs leben. Auf allen Plattformen. Denn was ist das, was Blogs früher (Kleine Referenz an die Kategorie „Langstrecke“, in der Anke Gröner abräumte) ausgemacht hat: Dass man über Inhalte, Themen und die Persönlichkeit dahinter Verbindungen aufbaute, die zu Verbundenheit wurde. Und das haben all die Projekte gemeinsam, die in diesem Jahr, aber auch in den vergangenen 15 Jahren gewonnen haben: Sie schaffen Verbundenheit zu ihren Rezipienten, eine Verbundenheit, die um einiges stärker ist, als das, was viele klassische Medienmarken im Digitalen erreicht haben.

Ich danke an das große Vertrauen unserer diesjährigen Sponsoren: Deutsche Post DHL Groups, Xing, Meta, LMC Caravan, der R + V Versicherung und DB Cargo. Ich danke dem Museum für Kommunikation und deren Mitarbeiter*innen, die mir geholfen haben, mein Kleid während der Zaubershow (Danke Siegfried! Danke Joy!) schnell zu nähen. Ich danke dem Fotografen Chris Marxen von Headshots-Berlin.de für die wunderbaren Fotos. Ich danke Schalldruck, die uns mit Technik, Licht und Sound versorgt haben. Ich danke unserem großartigen Team, die jedes Jahr wieder Lust haben, die Sause mit uns zu stemmen.

Und ich danke allen, die Lust und Zeit investiert haben, mit uns gemeinsam ein paar Stunden dem Alltag entflohen zu sein und einen Scheinwerfer auf all die positiven Seiten des Internets geworfen zu haben.

Die Liste der Sieger:

Blogger*in des Jahres: Bob Blume – der Netzlehrer

Newcomer*in des Jahres: “Stadtschreiberin Odessa“ – Ira Peter

Bester Einzelbeitrag: Rezo – “Zerstörung: Finale – Korruption”

Bestes Nischen-/Themenblog: Comic-Denkblase

Newsletter des Jahres: Cool genug

Podcast des Jahres: Being Timo Schultz

Instagrammerin des Jahres: Learn learning with Caroline

Twitter-Account des Jahres: Karl Lauterbach

TikToker des Jahres: HerrAnwalt

Bester Social Media-Auftritt einer Celebrity: Marijke Amado auf Instagram

Flauscher*in des Jahres: Lisa Kestel auf Instagram

Berufsbotschafterin des Jahres: Chiara Monteton – Dachdeckerin Chiara

Politische Digitalkommunikation: Aminata Touré auf Instagram

Bürgerschaftliches Engagement: Hass Melden

Langstrecke: Anke Gröner

Die Kunst des guten Erzählens am Beispiel von Helgoland

Zum ersten Mal war ich als Mitglied der Theater-AG meiner Schule auf Helgoland. Wir sollten dort unser Stück aufführen – „Der Geizige“ von Molière. Danach folgten noch einige Besuche. Und nach jedem Besuch auf Deutschlands einziger Hochseeinsel fuhr ich mit dem Gefühl: War schön, aber ich muss wiederkommen. Weil sie so schön ist, ich fasziniert bin von der Leere, wenn die Tagesbesucher wieder in ihre Katamarane gestiegen sind, weil es dann doch noch so viel Unentdecktes gibt. Und nach der Lektüre von Isabel Bogdans neuem Buch „Mein Helgoland“ habe ich nun noch ganz viele andere Gründe gefunden, die Insel noch einmal zu besuchen.

“Mein Helgoland” ist eine Erzählung von Isabel Bodgan, die lange Zeit vor allem als Übersetzerin tätig war. Als sie vor einigen Jahren selbst einen Roman veröffentlichte, wurde der gleich zum zum Bestseller. (Sie ist zudem eine Bloggerin der ersten Stunde, aber das ist eine ganz andere Geschichte.) Bodgan erzählt über ihr Helgoland, das sie sehr stark mit dem Schreiben verbindet, denn dort verbrachte sie die eine oder andere Schreibzeit – allein und mit befreundeten Autor*innen. Und deshalb erzählt sie nicht nur von Helgoland, sondern auch vom Schreiben, worauf es ankommt, was ihr hilft, wie Romane und Geschichten entstehen. Das Allerschönste an dem Buch sind die Parallelen, die sie zieht, zwischen dem Geschichten erzählen, dem Schreiben und einem Besuch auf Helgoland. Was es für gutes Storytelling benötigt – auch hierfür liefert sie Inspiration.

„Schreiben ist auch eine Insel. Man ist allein mit dem Text, abseits von allem anderen, und man bleibt gedanklich auch dann, wenn man gerade nicht am Schreibtisch sitzt, immer irgendwie bei der Geschichte, bei den Figuren, bei dem Thema, mit dem man sich gerade befasst. Man findet im Alltag plötzlich Dinge, die man für den aktuellen Roman gebrauchen kann, man hält immer die Augen offen nach verwendbarem Material (…).“

Viele dieser unverwechselbaren Helgoland-Momente bringt sie mit dem Schreiben in Verbindung. Die Düne als Abschweifung, Nebenthema, die dadurch zum heimlichen Star der Geschichte wird. Sie verdeutlicht das am Besuch in den Bunkergewölben von Helgoland: „Für eine gute Geschichte muss man ebenfalls tief hinuntergehen, mitten rein ins Fundament. Dahin, wo die Verletzten und die Toten sind. Wo die Traumata sitzen. Man muss das nicht alles im Detail erzählen, aber als Autorin muss ich wissen, wie das Fundament aussieht. Ich muss wissen, in welchem tiefen Loch meine Figuren gesessen und sich zu Tode gefürchtet haben.“

Ein bisschen Unterstützung holt sie sich dabei von Helgolands berühmtestem Autor James Krüss, vor allem, wenn es um die Kunst des Erzählens geht und zitiert ihn wie folgt: „Kästner hat mir sehr viele Ratschläge erteilt, wie man Kinderbücher schreiben muss. Zum Glück habe ich keinen einzigen seiner Ratschläge befolgt. Denn jeder muss sich seine eigenen Rezepte machen.“

Zum Schluss findet Isabel Bogdan eine wunderbare Parallele zwischen dem drohenden Ende des Aufenthalts auf der Insel und der Frage, wann eine Geschichte eigentlich fertig ist. „Fertig ist man nie, man kann immer noch weitermachen, immer noch mal überarbeiten, etwas ergänzen, streichen, komplett ändern. Wann ist es fertig? Fertig ist immer auch eine Entscheidung (powered by deadlines).“

Hier kann ich wiederum Parallelen erkennen: Fertig werde ich mit Helgoland nie. Aber ich entscheide mich dafür, in das Schiff zu steigen und vorerst zurückzufahren. Genauso wie ich jetzt der Meinung bin, dass ich dir am Ende dieses Textes den Link zum Buch darreiche, den Fun-Fact, dass die Ärzte in der ersten Demofassung des Songs „Westerland“ Helgoland besungen haben und einen dazugehörigen Youtube-Beweis. Viel Spaß mit dem Ohrwurm.

(Dieser Text war in einer abgewandelten Version Teil meines Newsletters, in dem ich jede Woche Inspiration, Best Practice und Tipps und Tricks zur Digitalen Kommunikation verschicke. Hier kannst du ihn abonnieren.)

Kann man von Merkel etwas für die digitale Kommunikation lernen? Ein Versuch.


An den vergangenen drei Abenden habe ich jede freie Minute damit verbracht, den Deutschlandfunk-Podcast „Merkel-Jahre – der unwahrscheinliche Weg der Angela M.“ zu hören (ganz gut gemacht!) und dabei kam mir eine Idee: Könnte man einige der positiven Merkel-Prinzipien, die ihr immer wieder nachgesagt werden, nicht auch in die digitale Kommunikationswelt übertragen? Nach einigem Hin und Her kam ich zu dem Schluss: Ich versuch es einfach mal. Hier sind sieben Merkel-Prinzipien für die digitale Kommunikation. Also los. 

1. Rainer Eppelmann, Thomas de Mazière oder Jean-Claude Juncker – egal welcher ihrer Wegbegleiter in dem Podcast zitiert wird, aber auch in den zahlreichen Porträts, die dieser Tage über Angela Merkel erscheinen: Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Merkels große Stärke sei, die Dinge vom Ende her anzugehen.
Heißt: Nur wenn ich weiß, was ich erreichen möchte, kann ich auch zielgerichtet handeln. 

2. Als Angela Merkel aus der Fraktionsführung heraus 2005 in den Wahlkampf zog, versuchte sie es mit einem recht radikalen neoliberalen Kurs, der ihr beinahe den Wahlsieg gekostet hat. Wäre sie dabei geblieben, wäre eine Große Koalition nicht möglich gewesen. Oder die Kehrtwende beim Atomausstieg nach der Katastrophe in Fukushima 2011. Die einen warfen ihr Prinzipienuntreue vor. Andererseits könnte man auch sagen: Sie trifft Entscheidungen dann, wenn Zeit und Stimmung günstig sind. 
Heißt: Jeder Inhalt sollte perfekt auf Kontext und Zielgruppe abgestimmt werden. 

3. Die Datsche in der Uckermark, die Kartoffelsuppe als Lieblingsessen, die Urlaube in den Bergen – trotz ihrer Rolle auf den internationalen Weltbühnen bleibt sie sich treu und steht dazu.
Heißt: Authentisch bleiben.

4. Es gibt diese eine Anekdote aus Merkels Zeit als Umweltministerin, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl eine Verordnung zum Sommersmog nicht diskutieren wollte. Da seien ihr Tränen gekommen, was natürlich auch an die Medien durchgestochen wurde. Schnell habe sie gelernt, Gefühle haben in der Politik meist nichts zu suchen. Und wenn dann setzt sie sie wohl dosiert ein. Zum Beispiel, als sie sich 2015 mit folgenden Satz an die deutsche Bevölkerung richtete: „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land“. 
Heißt: Nur wer Fehler macht, entwickelt sich weiter. Und: Wenn wichtige Botschaften auch wirklich ankommen sollen, braucht es eine emotionale Ansprache.

5. Ziemlich häufig gab es die Momente, in denen Angela Merkel zu einem Thema lange Zeit nichts sagte, die öffentlichen Debatten laufen ließ. So lange, bis sich das eine oder andere Thema von alleine erledigte, der eine oder andere politische Gegner sich durch die vorschnelle Reaktion selbst erledigte.
Heißt: Die erste Reaktion ist nicht immer die beste. Auch wenn es gerade in emotionalen Momenten verdammt schwer fällt.

6. Erinnerst du dich noch? Die EU-Gipfel während der akuten Phase der Finanzkrise waren lang und zäh, wurden unterbrochen und am Ende kamen nach nächtelangem Ringen nur Miniergebnisse heraus. Für ihre Beharrlichkeit wurde sie selbst von politischen Gegnern geschätzt, dass überhaupt etwas herauskam, lag oft auch an Merkels Rolle. In diesem Artikel über eine Merkel-Biographie beschreibt der Autor Stefan Reinecke ihre Strategie in Krisensituationen: „Sie strebte keine Ziele mehr an, sondern entwickelte die situative Reaktion auf Krisen zur Perfektion.“ Eines ihrer Erfolgsrezepte: perfekte Vorbereitung durch penibles Aktenstudium. 
Heißt: Dranbleiben, reinfuchsen und optimieren. Dann gibt’s auch gute Ergebnisse.

7. Es ist schon erstaunlich, wie konstant der engste Kreis um Angela Merkel über all die Jahre geblieben ist. Ich bin fest überzeugt, dass es daran liegt, dass sich hier jeder auf jeden verlassen kann.
Heißt: Such dir Vertraute und vertraue, gib Rat und suche ihn, sei verlässlich. 

Und nein: Nächste Woche kommen dann nicht die sieben Merkel-Schwächen, die du auf keinen Fall in der digitalen Kommunikation anwenden solltest. 

(Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

Sieben spannende Erkenntnisse aus dem Digital News Report

Einmal im Jahr erscheint der Digital News Report, der global betrachtet, wie sich Medienkonsum verändert: Wie mobil ist der Nachrichtenkonsum? Wie groß ist das Vertrauen in klassische Medienunternehmen? Und welche Veränderungen haben die vergangenen Monate der Corona-Pandemie gebracht, in denen ohnehin alles noch viel digitaler war als zuvor? Ich habe mir den Report durchgelesen. Hier die spannendsten Erkenntnisse für Deutschland. (164 Seiten selber lesen? Viel Spaß!)

Erstens: Die Pandemie hat gedruckte Publikationen auf unterschiedlichste Weise hart getroffen, auch wenn der Anteil derer, die in der vergangenen Woche eine Papierzeitung gelesen haben, schon seit Jahren rückläufig ist. Seit 2016 sehen wir ein Minus von damals 38 auf nunmehr 26 Prozent.

Zweitens: Der Nachrichtenkonsum übers Smartphone ist weiter gestiegen, liegt jetzt bei 73 Prozent. Also immer schön die mobile Ansicht von deinen Inhalten checken, gell?

Drittens: Grundsätzlich ist das Vertrauen in Nachrichten gestiegen, auch wenn die Lücke zwischen News auf Medienseiten und News in Social Media größer geworden ist. Besonders spannend aber, wie die Menschen die Fairness von Medien beurteilen. Je jünger, desto unfairer werden Medien wahrgenommen: 37 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, sagen dass die Medienunternehmen unfair berichten. Mehr noch: Es sind vor allem die jungen Frauen, die sich unfair behandelt fühlen. Die Auswertung ergab außerdem, dass sich Menschen, die sich eher rechts in ihrer politischen Gesinnung einordnen und die, die im Osten Deutschlands und vor allem in Thüringen und Sachsen wohnen, ebenfalls unfair behandelt fühlen.

Viertens: Klassische Medien laufen Gefahr, die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen – die sogenannte GenZ – immer weniger zu erreichen. Apps und Nachrichtenseiten werden von ihnen als eher unwichtige Quelle für Nachrichten angesehen: Sie informieren sich auf Social Media, mit Aggregatoren oder mobilen Pushnachrichten. Die Autor*innen sehen das Erreichen dieser Zielgruppe als die größte Herausforderung für klassische Newsrooms an, denn die dort arbeitenden Journalist*innen konsumieren und produzieren News meist noch auf klassische Art und Weise.

Fünftens: Obwohl es in den vergangenen Monaten in einigen Ländern signifikante Bewegungen gegeben hat hin zu mehr Paid-Newsangeboten, liegt in Deutschland der Anteil derer, die im vergangenen Jahr für Online-News gezahlt haben, stabil bei neun Prozent. Wie im vergangenen Jahr. Trotz Corona-Pandemie. Ernüchternd auch der Ausblick der Studienersteller: Subscriptions are beginning to work for some publishers but it is not clear that they will work for all consumers. Most people are not interested enough in news, or do not have sufficient disposable income to prioritise news over other parts of their life. Others may resist because they enjoy being able to pick from multiple sources and do not wish to be confined to one or two publications.

Sechstens: Das Geschäftsmodell Regional- bzw. Lokalzeitung wird immer wackeliger. Die einzigen guten Gründe für die Lektüre sind die Themenbereiche lokale Politik und Kriminalität. Alle anderen Themenbereiche wie Wetter, Immobilien, Jobs und Freizeitangebote finden und suchen die meisten lieber auf Suchmaschinen oder „anderen Seiten“.

Siebtens: Stellt sich die Frage, wer in Zukunft Medien finanziert. Der Staat soll schon mal nicht unter die Arme greifen, sagen immerhin 50 Prozent der deutschen Befragten. Könnte ein Zusammenhang zu der nächsten Zahl bestehen: Rund die Hälfte ist nicht über die finanzielle Ausstattung von Medienunternehmen besorgt.

Mein persönliches Fazit: Die Finanzierung vieler klassischer Medien steht weiterhin auf wackeligen Füßen – denn der von vielen Medienhäusern erhoffte Gewöhnungseffekt an das Zahlen für Online-Nachrichten, bleibt in Deutschland aus. Mehr denn je ist es notwendig, mit sehr spezifische Angeboten unterschiedliche Zielgruppen perfekt zu bedienen. Und dazu zählen auch Angebote für die 18- bis 24-Jährigen. Plus: Ohne Social-Kanäle wird‘s schwierig.

(Dieser Text war Teil meines Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)