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Zeitschriften im Test: Seitenblicke

31.08.06 | lesen | 4 Kommentare

Seitenblicke

Mädels! Wir müssen reden! Wenn Gala, Bunte und InTouch die Frittenbuden der Klatsch-Kulinarik sind, dann habe ich gerade das Kaffeehaus entdeckt.

Seitenblicke ist ein People-Magazin aus Österreich. Und ich mag es. Denn Seitenblicke ist Klatsch auf hohem Niveau.

Das Magazin bringt den ganzen Hollywood-Kram, hat aber einen eindeutigen Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Und auch der gibt einiges an “Gschichten” her. Reden wir jetzt mal nicht über so eine eher altbackene Story wie “Andy Borg Superstar” oder den Pferd-statt-Baby-Streit im Hause Lugner.

132 Seiten bieten eine Menge Platz, da darf es auch etwas für die älteren Semster sein. Und auch gern etwas Gossip aus der Austria-Society. Und im Zweifelsfall eben auch so ganz abstruse Dinge wie ein Doppel-Interview mit Xavier Naidoo und Toni Polster. Seitenblicke schafft diesen Spagat hervorragend. Jung, Alt, Klug, Doof – für alle gesellschaftlichen Schichten was dabei.

Das Schöne: Seitenblicke nimmt sich Zeit. Das Dreiecks-Drama Pitt-Aniston-Jolie wird auf sechs Seiten reich bebildert, die gleiche Seitenzahl steht Gwyneth Paltrows Leben und Styling zur Verfügung und sieben Seiten lang lernen wir Tony Ciccone kennen, den Vater von Madonna. Zwischendurch beantworten Küken wie Mirjam Weichselbaum (lecker) oder Christina Stürmer (mittel) Fragen nach Liebe, Lust und Leben. Selbst Gnarls Barkley sind der Redaktion eine Doppelseite wert. Ein bisschen Venedig-Filmfest hier, ein bisschen Lebensart da und dann sogar noch Rückblenden auf Stars wie Freddy Mercury.

Von jedem ein bisschen, von nichts zu viel und von allem genug, um das Heft am Ende mit gutem Gefühl wegzulegen. Denn zwei Euro (1,50 in Österreich) sind ein fairer Kurs. Die deutschen Leichtgewichte bieten erheblich weniger Interessantes für mehr Geld.


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