Spielst du noch Pokémon Go?

Erinnerst du dich noch, dass im Sommer 2016 das Spiel Pokémon Go veröffentlicht wurde? Das Spiel fürs Smartphone, bei dem man beim Herumlaufen durch die Stadt kleine Monster findet und diese einfangen und sammeln kann. An spannenden Schauplätzen gibt es virtuelle Pokéstops, bei denen man sich „Einloggen“ kann, um Punkte und Zubehör zu sammeln. Damals drehten alle irgendwie durch – hier in Düsseldorf war monatelang eine Straße an der Kö besetzt, weil es dort vier Pokéstops auf einmal gab und dort viele und vor allem seltene Pokémons auftauchten. In anderen Städten gab es ähnliche Versammlungen.

Und wie es bei Hypes so ist, irgendwann wurde es ruhiger, die Stadt Düsseldorf setzte durch, dass die Ballung an Pokéstops an diesem Standort verschwand und an das Rheinufer verlagert wurde – und damit war die Sichtbarkeit dieser Szene an diesem doch recht prominenten Standort futsch.

Das mediale Interesse nahm ebenfalls ab und als im Sommer 2018 in Dortmund das Pokémon GO Safari Zone Event an den Start ging, waren nicht nur Polizei, Medien, sondern auch die Veranstalter selbst von dem riesigen Interesse überrascht. Zehntausende Menschen fluteten die Stadt und den Park. „Spielt das denn noch irgendwer?“, schlossen viele von sich auf andere.

Denn Niantic, die Firma hinter dem Spiel, hat vielleicht zu Beginn ein wenig lange gebraucht, um neue Features auszurollen, aber seitdem dann doch viel getan, damit die Nutzer bei der Stange bleiben. Mittlerweile vergeht kein Monat ohne irgendwelchen neuen Highlights, keine Woche ohne eine Aktion. Mittlerweile hat jeder Nutzer Freunde, denen er Geschenke schicken kann, die vierte Generation an Pokemon wird gerade ausgerollt und jeder Nutzer kann Aufgaben lösen, um die begehrten Bälle, Beeren oder Tränke zu erhalten. Seit neuestem zählen auch gelaufene Kilometer, wenn das Spiel nicht aktiv ist für das Ausbrüten der Eier. Laut „PC Magazin“ ist Deutschland nach Umsatz das drittgrößte Land weltweit.

Was viele aus meiner Sicht unterschätzt haben? Die Verbindung von Realität und Spiel ist etwas, was eben nicht nur normale „Gamer“ anspricht. Zu gerne würde ich einen Blick in die Nutzerzahlen werfen. Meine Vermutung: Es sind auch zweieinhalb Jahre nach dem Start immer noch alle Altersgruppen vertreten. Nur eine von vielen Anekdoten: Mein Mann traf am vergangenen Wochenende am Rhein auf zwei ältere Damen und einen Mann. Eine der Damen war von dem Pokémon auf ihrem Smartphone völlig begeistert: „Den entwickele ich jetzt“.

Seit ein paar Tagen hat Niantic übrigens die überarbeitete Version des Pokémon-Vorgängers Ingress auf den Markt gebracht. Der mediale Hype hält sich bisher in Grenzen. Aber wenn ich in meinen vergangenen Jahren in der digitalen Welt eines gelernt habe: Unterschätze niemals Subkulturen.

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Programmieren ist nur eine von vielen digitalen Kompetenzen

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In dieser Woche ist wieder eine dieser Initiativen in meinem Postfach gelandet, bei der Kindern das Programmieren beigebracht werden soll. So wichtig und richtig ich diese Initiativen finde, so sehr ärgert es mich, wenn die Entwicklung digitaler Kompetenzen so sehr aufs Programmieren reduziert wird. Sicher: Code zu verstehen, ja sogar selbst zu schreiben, ist eine Kompetenz für das 21. Jahrhundert. Allein diese Kindern und Jugendlichen beizubringen, greift allerdings zu kurz. Die Europäische Kommission hat ein Framework entwickelt, in dem es insgesamt 21 digitale Kompetenzen gibt, die in fünf Dimensionen aufgeteilt werden können (mehr dazu hier):

1. Information and data literacy
2. Communication and collaboration
3. Digital content creation
4. Safety
5. Problem Solving

Passend dazu die Studie von McKinsey, die benennt, welche Fähigkeiten in deutschen Unternehmen fehlen. Darunter technologische, insbesondere die komplexe Datenanalyse, aber auch weichere Faktoren wir die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Durchhaltevermögen.

Ich würde mir wirklich wünschen, wenn die Debatte um die Ausbildung von digitalen Kompetenzen nicht immer nur auf das Programmieren reduziert werden würde.

Der geheime Bunker der Bundesbank

Ich habe mich auf eine Zeitreise begeben, in eine Zeit, in der es hier noch die D-Mark gab. Dafür ging es rund 30 Meter unter die Erde in einen Bunker, der vor fast sechzig Jahren in einem Wohngebiet in Cochem an der Mosel gebaut wurde. Vordergründig zum Schutz der Bevölkerung, eigentlich aber, um einen Ort zu schaffen, an dem die Bundesbank 15 Milliarden D-Mark in einer Ersatzwährung lagern konnte – für den Fall der Fälle. 

Bis 1988 wurde dort dieses Geld gelagert, die Anwohner gingen davon aus, dass dort einer der damals üblichen Luftschutzbunker in Betrieb gehalten wurde. Davon gewusst haben vor Ort zwei Menschen: ein Hausmeister und der Leiter des ansässigen Schulungszentrum für Banker, in Frankfurt sechs Menschen bei der Bundesbank. 

Fast 60 Jahre hielt dieses Geheimnis stand, das allein ist schon faszinierend genug. Zum Einsatz kam die Währung nie, einerseits weil ein echter Angriff auf das deutsche Währungssystem ausblieb, zum anderen, weil man sich in den 80er Jahren für neue, fälschungssichere Scheine entschied. Scheine, die den Wert von 15 Milliarden D-Mark haben sollten, wurden geschreddert, die Bundesbank gab den Bunker auf. Warum? Darauf konnte der Touri-Führer leider keine Antwort geben. 

Doch auch die weitere Geschichte dieses Bunkers erzählt deutsche Geschichte. 1993 ging er in den Besitz der Volksbank Cochem über. Im Jahr 2008, Lehman Brothers lässt grüßen, musste die Volksbank übernommen werden, der Bunker wurde verkauft, umgebaut und seit 2016 kann man ihn jetzt besichtigen. 

Seitdem denke über zwei Dinge nach: Wo in Europa wohl der Bunker steht, in dem die Ersatzscheine für den Euro wohl lagern oder wie sieht ein solches Notfallszenario wohl in digitalen Zeiten aus? Zweitens: Irgendwann kam die Frage auf, warum es eigentlich kaum noch Bunker gibt. Die Antwort war klar und gleichzeitig verstörend: weil sie in der heutigen Zeit nutzlos wären. Einen Hintergrund habe ich später noch dazugegoogelt.

Die Bunker-Webseite
Der Bunker auf Wikipedia

Meine Learnings aus den Finanzblogawards 2018

Seit 2016 bin ich in der Jury des Finanzblogawards und seit 2017 habe ich auch den Juryvorsitz inne. Jedes Jahr zu schauen, was sich in der Szene getan hat, meine Blogleseliste auffrischen mit neuen Gesichtern – der Award vermittelt immerhin einen kleinen Einblick in die Szene. Klein? Ja, klein, denn es gibt immer noch finanzinteressierte Blogger, die den Award nicht kennen oder auch gar nicht bei so etwas nominiert werden wollen. Beim Stöbern, Recherchieren und Bewerten sind mir in diesem Jahr ein paar Dinge aufgefallen.

Die Szene ist verdammt vielfältig.
Ja, ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie viele Blogs es gibt, die sich nur um das Thema Geld, Finanzen, Börse und Co. drehen. Es freut mich zum einen, dass es viele der „alten Hasen“ immer noch gibt, aber umso mehr, dass in diesem Segment auch wieder viele neue Blogs entstehen.

Frauen entdecken das Finanzbloggen
Nachdem im vergangenen Jahr „Madame Moneypenny“ den ersten Preis abgesahnt hat und mit ihrer Community ja mittlerweile nicht nur Facebook rockt, sondern auch die Buchläden, Offline-Seminare undundund, scheinen so einige Frauen das Segment „Finanzblog“ für sich zu entdecken. Es gibt viele Copy-Cats, aber auch ein paar Perlen, die auf unaufgeregte Weise Finanzthemen für Zielgruppen aufbereiten, die sich sonst nicht allzusehr damit beschäftigen.

Finanzblogger entdecken Instagram und Youtube
Endlich. Denn auch mit Finanzthemen kann man in solchen Kanälen authentisch unterwegs sein und somit auch noch die Chance bekommen, andere Zielgruppen anzusprechen. Und das tolle: Das sorgt meiner Meinung nach auch dafür, dass die Blogs optisch ansprechender werden.

Das Mega-Thema 2018 lautet…
…irgendwas mit finanzielle Freiheit. Ich habe mir all diese Blogs angeschaut und – ich war genervt. So viele Copy-Cats, immer das gleiche Thema. Alter. Da half auch nicht die Variation „finanzielle Freiheit für Frauen“.

Die comdirect vernetzt sich besser
Die comdirect nutzt die Gelegenheit in diesem Jahr, um auch inhaltlich stärker Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen und startete zum Start der Publikumsabstimmungsphase eine so genannte Blogparade. Für diejenigen, die nicht wissen, was das ist: Sie geben ein Thema vor, über das die Blogger schreiben sollen. So sorgt die comdirect dafür, dass der Finanzblogaward noch ein bisschen bekannter wird und die Bank gleich mit. Schade nur, dass immer noch so wenig Liebe in das dazugehörige Blog gesteckt wird.

Ich bin schon sehr gespannt, was du zu den Gewinnern sagst, die wir in unserer Jurysitzung auserkoren haben.
Sonderpreis: „finanz-szene.de“ des Wirtschaftsjournalisten Heinz-Roger Dohms.
Platz 3: DIY-Investor.de von Axel Kalthoff
Platz 2: Fortunalista von Margarete Honisch
Platz 1: Talerbox von Bastian Glasser und Team

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Sieben Erkenntnisse aus der ARD-ZDF-Onlinestudie – bei Punkt 7 musste ich weinen. Vor allem in meinem Büro.

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Alle Jahre wieder erscheint die ARD-ZDF-Onlinestudie und gibt uns Auskunft darüber, wie die Deutschen das Internet nutzen. Was ich am spannendsten finde?

Erstens: Mehr als 90 Prozent der Deutschen sind online. Das ist nochmal eine Million mehr als im vergangenen Jahr. 75 Prozent sind täglich im Internet und Erwachsene über 14 Jahren sind im Schnitt täglich 196 Minuten druff. Fazit: Immer mehr Deutsche sind immer länger online. Medien nutzen sie dabei sehend, dann lesend und danach hörend. Das wiederum ist jetzt nicht allzu überraschend, ordnet aber dann doch den derzeitigen Hype um Podcasts ganz gut ein.

Zweitens: Wie werden Videos genutzt? Die Studie gibt auch hier Aufschluss: Am beliebtesten sind Portale wie Youtube und Co. (31 Prozent nutzen diese), gefolgt von Videostreaming-Diensten wie Netflix und Co (23 Prozent). Was die Fernsehsender freuen wird: Am drittbeliebtesten ist die zeitversetzte Anschauen von Fernsehsendern (22 Prozent). Doch auch hier lohnt ein Blick auf die unterschiedlichen Altersgruppen. Denn die 14- bis 29-Jährigen schauen Videos zunächst bei Videoportalen wie Youtube (83 Prozent), am zweitbeliebtesten sind Videos in Streaming-Diensten (67 Prozent) und am drittbeliebtesten Videos bei Facebook (47 Prozent) – und das, obwohl die doch angeblich gar nicht mehr dort sind?! Auf Platz vier folgen dann Instagram-Videos (42 Prozent). Wenn die Öffentlich-Rechtlichen – und die sind nun mal die Auftraggeber der Studie – also in Zukunft junge Menschen erreichen wollen, sollten sie schleunigst an ihrer Plattformstrategie arbeiten. Erst auf Platz 5 folgt das zweitversetzte Gucken von Fernsehsendungen..

Drittens: Audio wird vor allem über Streamingdienste und über Youtube konsumiert. Besonders krass ist die Nutzung dieser Dienste bei den 14- bis 29-Jährigen. Die Nutzung von Audio-Podcasts ist in allen Altersgruppen ein Nischenphänomen, der höchste Anteil der Nutzer liegt bei den 30- bis 49-Jährigen. Spannend ebenfalls: Auch wenn das Live-Streamen von Radiosendungen das drittbeliebteste Nutzungsszenario ist – wenn ich einen Radio-Sender betreiben würde, würde ich mir Gedanken machen.

Viertens: Ein wenig seltsam ist die Untersuchung der Online-Communities, wurden hier offenbar nur Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter und Xing (Warum dann nicht auch Linkedin?) abgefragt. Erkenntnis Nummer 1: Die Facebooknutzung der Deutschen (mindestens einmal wöchentlich) geht von 33 auf 31 Prozent leicht zurück, wobei mich auch hier der Anteil der 14- bis 29-Jährigen sehr überrascht: Erkenntnis Nummer 2: Mit 63 Prozent ist das Netzwerk beliebter als Instagram (50 Prozent). Und Erkenntnis Nummer 3: Snapchat ist keinesfalls tot. Schon gar nicht bei den Jungen.

Fünftens: Zum ersten Mal wurde gefragt, wie viele Menschen schon einmal einen Sprachassistenten genutzt haben: Rund ein Drittel der Bevölkerung bejahte dies. Das meistgenutzte System ist hierbei Siri von Apple, vor Google Now und Alexa von Amazon. Ich bin schon jetzt auf die neue Erhebung in 2019 gespannt.

Sechstens: Der Fernseher ist nicht tot! Grund: Viele verwenden ihn, um Streamingdienste wie Amazon-Prime, Netflix oder andere dort abzurufen. Auf dem Smartphone dominiert die Audionutzung (Spotify, Podcasts, Radio), aber auch Facebook wird vor allem mobil genutzt.

Siebtens: Das Smartphone ist der Treiber für die Internetnutzung. Zum einen wegen der weiter steigenden Individualkommunikation mit Hilfe von Messengerdiensten a la Whatsapp. Wer das Internet auch unterwegs nutzt, kommt auf deutlich höhere Gesamtnutzungswerte, schreiben die Studienbetreiber. Um so wichtiger, dass wir endlich Themen wie Netzabdeckung, 5G und Co. vorantreiben.

Du willst die Studie selber lesen? Hier entlang.

Ein Jahr Selbstständigkeit: Was ich gelernt habe

Dieser Text war Teil meines Newsletters, den ich wöchentlich verschicke und zu dem du dich hier anmelden kannst.

Seit einem Jahr bin ich meine eigene Chefin, Buchhalterin, Officemanagerin, Trainerin, Motivatorin. Vermutlich bringt so eine Selbstständigkeit noch viele weitere Jobbezeichnungen mit sich. Und weil ich so etwas gerne bei anderen lese, möchte ich heute mit dir teilen, was ich in diesem ersten Jahr des Freiberuflerdaseins gelernt habe.

1. Disziplin ist (fast) alles
Mir ist es noch nie sonderlich schwer gefallen, diszipliniert Dinge anzugehen, abzuarbeiten oder mich an Deadlines zu halten. Zwar gebe ich wie fast alle Journalistinnen und Journalisten am liebsten just-in-time ab, aber das ist dann auch in time und nicht zu spät. Natürlich würde ich mir von mir an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen mehr Weitblick wünschen, zum Beispiel an terminfreien Tagen wirklich mal ein bisschen an dem Workshop in drei Monaten herumzukonzeptionieren oder die Webseite endlich auf Vordermann zu bringen, aber hey: Wär es nicht tragisch, bereits im ersten Jahr total perfekt zu sein? Eben.

2. Das Zweifeln hört nie auf
Hast du einen Monat, in dem du jeden Abend bis halb eins Projekte abarbeitest, zweifelst du, ob das alles so richtig ist. Hast du einen Monat, in dem du mal ein bisschen Zeit zum Durchatmen hast, zweifelst du, ob das alles so richtig ist. Hast du ein Seminar, bei dem alles spitze läuft, zweifelst du, ob alles so richtig ist. Hast du ein Seminar mit herausfordernden Teilnehmern, zweifelst du, ob alles so richtig ist. Ich weiß, dass ich zu der Spezies Mensch gehöre, die sich ständig hinterfragt und das wird in der Selbstständigkeit per se nicht einfacher, weil sich viele Dinge auch recht kurzfristig ergeben. Gleichzeitig bist du letztendlich vor allem für dich selbst verantwortlich, jede Handlung musst du also vor allem vor dir selbst rechtfertigen. Im Angestelltenverhältnis ist da noch ein Chef, der Dinge hinterfragt, jetzt übernimmst du selbst diese Aufgabe. Gleichzeitig hängt ja auch viel davon ab: immerhin deine Zukunft.

3. Du bist viel unterwegs
Aus irgendeinem Grund bin ich davon ausgegangen, dass ich weniger unterwegs sein werde. War natürlich Quatsch. Meistbesuchte Städte: Köln und Hamburg, aber eben auch Stuttgart, Siegen, Dortmund, Aachen, Duisburg, Essen, Heide. Man kommt gut rum. Was ich für mich gelernt habe: Bei mehrtägigen „Ausflügen“ lieber ein Zimmer vor Ort nehmen – auch wenn die Entfernung ein Pendeln zulassen würde. Ich bin dann deutlich entspannter.

4. Und immer wieder das Thema Sicherheit
Nach sehr vielen Jahren in der Festanstellung ist es von Anfang an ein seltsames Gefühl, nicht so genau zu wissen, was du in einem halben Jahr machst. Ja oft sogar im nächsten Monat. Dieses Grübeln hat sich im Laufe des Jahres natürlich einigermaßen gelegt, weil ich mittlerweile auch feste Aufträge akquiriert habe, aber seltsam ist es doch oft immer noch. Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass dieses Gefühl nie weggehen wird – wär ja auch wirtschaftlich betrachtet ungünstig. Und klar: Eine Anstellung wäre dafür auch keine Lösung, schließlich gibt es kaum eine Branche, in der es heute noch sichere Jobs gibt.

5. Du bist für dich verantwortlich
Natürlich gilt dieser Satz in jeder Lebenslage. Im beruflichen Kontext wälzen aber viele Menschen in Anstellung einen großen Teil der Verantwortung auf ihren Chef ab. „Der tut ja nix“, höre ich viele dann immer vorwurfsvoll sagen. „Du aber auch nicht“, antworte ich dann gerne.
Selbstständigkeit heißt in jeder Lage verantwortlich zu sein. Schlechte Tage haben? Schwierig. Neue Ideen finden? Ja, dann lass ich mir was einfallen. Das ist einerseits schön, andererseits aber auch nicht so einfach. Denn oft werden Ideen ja besser, wenn du sie vorher mal pitchst. Wenn du das Seminarkonzept mit jemanden durchsprechen kannst. Oder du mit jemanden gemeinsam überlegen kannst, welches Angebot für jenen Kunden am besten wäre und wie in kürzester Zeit der größte Nutzen entsteht. Am liebsten hätte ich da manchmal einen Gegenpart.

6. Halte die Augen offen
Vor welchen Herausforderungen steht ein Unternehmen gerade? Liegt die Lösung auf der Hand oder muss sie erst erarbeitet werden? Wird da gerade der richtige Mitarbeiter gesucht? Ich finde es extrem spannend, in Unternehmen hereinzugehen – meist mit einer bestimmten Fragestellung – und festzustellen, dass die Probleme eigentlich ganz woanders liegen. Weil das Gegenüber den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Eine vage Idee hat. Buzzwords aufgeschnappt wurden und man das jetzt auch so will. Oft war ich in solchen Fällen dann Content-Managerin, Journalistin, Organisationsberaterin und Coach in einem. Weil ich aufmerksam zuhöre, Fragen stelle und mich einbringe. Und aus einem Projekt plötzlich ganz andere entstehen können, ich Angebote entwickle und feststelle, dass es da draußen noch so viel zu tun gibt. Das ist toll, das gibt Kraft und motiviert.

7. Du arbeitest selbst und ständig
Ja, natürlich. Aber ich habe immer gerne gearbeitet und viel. Daran hat sich nichts geändert, nein, es ist vielleicht sogar ganz gut, weil sich gar nicht so viel geändert hat. Und weil ich für mich die Verantwortung trage, nehme ich mir Auszeiten. Bisher hat das ganz gut geklappt.

Mein persönliches Fazit
Was für ein Jahr! So vielseitig und abwechslungsreich. Ich habe in unterschiedlichste Branchen und Bereiche hineingeschnuppert, habe Dinge aufgebaut, Projekte abgeschlossen, war externer Impulsgeber und wenn gewünscht auch mal die Nervensäge. Ich habe neue Dinge gelernt, anderen Menschen Dinge beigebracht und mich weitergebildet. Ich habe Aufgaben abgegeben und bis tief in die Nacht gearbeitet, weil ich auch mal „Ja“ gesagt habe, obwohl eigentlich nix mehr ging, das Projekt aber so spannend war. Ich habe gelernt, auch mal „Nein“ zu sagen. Welchen Rat ich anderen gebe, die über den Schritt in die Selbstständigkeit nachdenken? Du musst es wirklich wollen (und vielleicht auch noch diese sieben Tipps meiner ehemaligen Kollegin Claudia Michalski beherzigen). Ich habe (bisher) noch keinen Grund gefunden, es nicht mehr zu wollen. Deshalb habe ich mir Ziele gesetzt – Dinge, die ich erreichen, lernen, ausprobieren will. Und darauf freue ich mich.

Das weibliche Prinzip – wer wollen wir sein?

(Dieser Text erschien zuerst in meinen Newsletter, zu dem du dich hier anmelden kannst)

(Werbung, da Affiliate-Link enthalten, Buch selbst bezahlt und im Buchhandel selbst ausgewählt)

„Wer wollen wir sein?“ steht im Klappentext des Buches. Erst jetzt beim Abtippen des Satzes wird mir klar, was für eine wichtige Frage das dieser Tage ist. Und natürlich passt diese Frage auch sehr gut zum Inhalt von „Das weibliche Prinzip“, dem neuen Buch von Meg Wolitzer (Affiliate-Link), der amerikanischen Bestseller-Autorin. Das Buch handelt von einer jungen, schüchternen Frau, die die Leser beim Erwachsenwerden begleitet. Sie trifft eine charismatische Frauenrechtlerin, die sie nachhaltig beeindruckt, für die sie später arbeitet und von der sie sich später emanzipiert, weil sie ihren eigenen Weg gehen will. Och nö, nicht noch eine Feminismusgeschichte, ich hab doch schon genug durch #metoo und Co. darüber gelesen, möchtest du vielleicht jetzt ausrufen. Ja, auch mich hat der Titel des Buches erst einmal abgeschreckt, aber ich empfehle dir trotzdem, dieses Buch zu lesen. Es ist wunderbar geschrieben, was sicherlich auch am Übersetzer Henning Ahrens liegt, es passt wunderbar in die Zeit, in der wir auch über die Rechte von Frauen diskutieren, über Quoten, über Männer, die sich durchaus feministisch verhalten und manchmal gleichberechtigter und frauenförderner agieren als die Frauen selbst – und natürlich Macht.

Es gibt eine Szene in diesem Buch, über die ich lange nachgedacht habe und noch immer denke: Es ist die Szene, in der die Protagonistin ihrer Freundin, die ebenfalls für diese charismatische Frauenrechtlerin arbeiten hatte wollen, beichtet, den Bewerbungsbrief nie weitergegeben zu haben. „Du weißt echt, wie man sich im Angesicht der Macht verhält“, wirft sie ihr vor. Ein Satz, der im Grunde ziemlich gut auf dem Punkt bringt, dass es oft eben nicht nur darum geht, dass Männer Frauen in Spitzenpositionen verhindern, sondern Frauen sich gegenseitig auch gerne im Weg stehen. Es zu den so genannten Männerseilschaften eben lange Zeit keine echten Frauenseilschaften gegeben hat. Frauen, die es geschafft haben, hielten nachkommende Frauen lieber auf Distanz. Ich habe die Hoffnung, dass sich das gerade ein wenig wandelt. Es gibt zumindest viele gute Beispiele.

Und es gibt in dieser Szene im Buch noch zwei weitere Sätze, die mich noch immer beschäftigen: „Ich glaube, es gibt zwei Sorten von Feministinnen. Die berühmten und den ganzen Rest, all jene, die still und gewissenhaft ihre Arbeit erledigen, ohne viel Anerkennung zu ernten, die niemanden haben, der ihnen täglich sagt, wie toll sie sind.“ Wer wollen wir sein? Das war der Satz, mit dem ich diesen Text begonnen habe. Wollen wir nicht diejenigen sein, die auf uns Acht geben, ob Männlein oder Weiblein, uns fördern und uns gegenseitig auch mal sagen, wie toll wir sind?

Wie wir (wieder) ins Gespräch kommen – vier Tipps von Organisationsberaterin Jana Stecher

Chemnitz, Köthen – es brodelt in Deutschland. Renate Künast sagt in der FAZ: „Die alte Bundesrepublik ist vorbei“ und noch ganz viele andere erstaunliche Dinge für jemanden, der zum aktiven politischen Betrieb gehört. Und wenn ich mit Menschen darüber spreche, herrscht oftmals eine große Fassungslosigkeit. Reden wir zu wenig miteinander? Also nicht nur mit Gleichgesinnten, sondern eben mit allen Bevölkerungsschichten? Hätten wir dann nicht schon früher bemerken können, was sich da zusammenbraut? Ich meine ja.

Eine, die das ganz hervorragend macht, ist Jana Stecher. Sie ist aus meiner Sicht eine hervorragende Organisationsberaterin (glaube ich ihren Instagram-Stories, folgt ihr, dort gibt sie oft Einblicke in ihre Arbeit) und unterstützt Unternehmen bei digitalen Herausforderungen und den dabei auftretenden Veränderungen in der Organisation. Vor ein paar Tagen startete Jana ein Experiment: Sie wollte verstehen, warum Deutschland gerade so auseinanderdriftet. Was die Menschen bewegt und antreibt so voller Hass zu sein. Jana hat mir daraufhin ein paar Fragen beantwortet.

Was für einer Gruppe bist du bei Facebook beigetreten und was hast du geschrieben?
In meinem Heimatort (eine Kleinstadt im Süden von Berlin) gibt es zahlreiche kommunalpolitische Gruppen. Ich bin in allen, die ich finden konnte, Mitglied. Ich wehre mich schon seit 2015 gegen das Entstehen einer eigenen Filterblase, die mir die Diversität der Gesellschaft vorenthält. Diese eine Gruppe möchte eigentlich meinungsoffen und objektiv sein, ist jedoch voll mit Posts und Stimmungsmache der AfD. Ich wollte dort nicht einfach austreten, wie es andere getan haben, sondern aktiv den Diskurs suchen. Daher schrieb ich bezugnehmend auf die Horror-Meldungen angeheizt durch Chemnitz, dass ich den Tag allein in Berlin war, mir trotz hohem Anteil von Migranten, nix passiert sei.

Wie waren die Reaktionen?
Innerhalb einer halben Stunde hatte mein Beitrag 80 Kommentare (bei einer Gruppe von nur 300 Mitgliedern). Nach einem Tag waren es 240 und dann nach zwei Tagen 360 Kommentare. Anfangs wurde ich ausgelacht, es wurde sich über mich lustig gemacht.

Hast du auf alle Kommentare geantwortet?
Nein. Vor allem Kommentare, die versuchten mich persönlich zu beleidigen, habe ich ignoriert. Generell wurde sehr oft in der dritten Person über mich gesprochen. Waren jedoch konkrete Fragen an mich, habe ich diese beantwortet.

Du bist Organisationsberaterin und hast in dem Gespräch bei Facebook Methoden aus deinem Berufsalltag angewendet. Welche sind das?
Systematisches Beraten basiert vor allem auf dem kompletten Freimachen von Vorurteilen. Jedem Menschen begegnet man wie einem leeren Buch. Ich habe mich als erstes frei gemacht von meinen eigenen Vorurteilen gegenüber diesen anders Denkenden. Ich habe relativ schnell versucht, die Aufmerksamkeit zu einer konstruktiven, ernst gemeinten Frage zu lenken. Zudem habe ich einen Teil der Kommentatoren direkt angesprochen. Von der auf mich bezogene persönliche Ebene habe ich mein „Publikum“ aktiviert. Ich bin dadurch in den Modus des Moderieren gewechselt. Drei Frauen haben hierauf ihre konkreten Ängste geschildert. Drei Frauen gaben an, keine größere Angst zu haben. Nun hatte ich auch die Aufmerksamkeit von den nicht eindeutigen AfD-Sympathisanten.
Aus meiner Tätigkeit als Beraterin (ich moderiere auch oft bei Team-Konflikten) weiß ich, dass Wertschätzung und Anerkennung von Emotionen die Basis für einen Wechsel in den konstruktiven Modus ist. Daher bin ich auf jede Meldung intensiv eingegangen. Habe die Emotion nicht in Frage gestellt, sondern für die Erfahrungsberichte und ehrlichen Statements gedankt. Hier habe ich auch immer wieder betont, dass es mir nicht zusteht, über die subjektiven Gefühle anderer zu urteilen. Damit habe ich irritiert. Das wurde von den Gruppenmitgliedern nicht erwartet. Irritieren ist ein mächtiges Tool beim Aufbrechen von Kommunikationsmustern. Jedoch muss ich hier noch klar machen, dass es mir nicht ums Überzeugen ging. Meine Empathie ist immer ehrlich gemeint.
Eine weitere Methode, die ich dann angewendet habe, ist die Wunderfrage. Das ist eine Methode aus dem systematischen Coaching. Wenn ich im Coaching bin und mit sehr verzweifelten Führungskräften zu tun habe, die vor Komplexität, keine Struktur erkennen können und komplett im Defizit hängen, erzeuge ich eine perfekte Zukunft. „Stell dir vor, du wachst morgen auf und alle Probleme, alle Sorgen sind gelöst. Wie fühlt sich das an? Was ist dann anders?“ Diese Methode habe ich abgewandelt und nach Klärung und Öffnung der Beziehungsebene benutzt und gefragt, was sich ändern müsste, damit sich alle in der Stadt wieder sicherer fühlen.

Was ist dann passiert?
Jetzt würde ich gern schreiben, alles super: 30 Maßnahmen gesammelt und direkt in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. Leider nein. Die Problem-Ebene wollte kaum einer verlassen: Der Mensch liebt seine Probleme eben mehr als Lösungen. Ich sage dazu immer: Defizit schlägt Potenzial.

Was hast du in dem Gespräch gelernt?
Einerseits stand mein Post mit der dazugehörigen Diskussion durch die Aktivität der Gruppe mehr als drei Tage ganz oben. Fake-News der AfD kamen nicht mehr durch und verschwanden sofort wieder im Stream. Jeder Kommentar, jede Reaktion brachte meinen Post immer wieder nach oben. Diesen Mechanismus sollten wir stärker nutzen. Weiterhin habe ich gelernt, dass die Angst der Leute für sie real ist. Die Frustration über Politik der Vergangenheit ist so tief verwurzelt, dass es gar kein Glaube an eine positive Wendung gibt. Mit echter Moderation, die sich frei macht von persönlicher Überzeugungsagenda oder Likes, die es nur zum Ziel hat, wieder Verbindung zwischen den Menschen zu schaffen, können wir uns wieder annähern. Ich habe für mich erkannt, dass diese Kompetenz heute mehr denn je gefragt ist. Und zwar nicht nur mit bezahltem Auftrag. Ich wünschte mir, dass viel mehr meiner Berater- und Coach-Kollegen aktiv würden in sozialen Netzen und anfangen, ihre Kompetenzen einzusetzen und auch weiterzugeben.

Willst du die Aktion wiederholen?
In immer wieder anderem Rahmen bestimmt. Jedoch habe ich mir jetzt für eine Woche eine Pause verordnet. Es kostet Zeit und Energie, die ich nicht immer aufbringen kann. Mit nachlassendem persönlichen Akku fiel mir das Suspendieren und Wertschätzen immer schwerer, ich wurde dann zynisch oder sarkastisch, was wiederum nicht mehr auf das Ziel der verbindenden Kommunikation einzahlt.

Wenn es darum geht, Shitstorms zu vermeiden, sagen viele „Don’t feed the trolls“. Du sagt, dass dieser Satz ein Fehler ist. Aus welchen Gründen?
Wenn es um einen organisierten Shitstorm geht, ist es sicherlich noch immer richtig, die bloße Empörung nicht durch Argumente oder sonstigem weiter anzufüttern. Jedoch wird dieser Grundsatz in meinen Augen viel zu schnell hervor geholt. Wir nehmen uns viel zu selten die Zeit zu verstehen, nachzufragen, was hinter Aussagen, Hass und Vorurteilen steht. Da steckt auch ein Stück weit Bequemlichkeit dahinter: „Die haben eine andere Meinung, die mir fremd ist, also rede ich lieber nicht mit denen.“ Doch so haben wir die Filterblasen stärker werden lassen. Wutbürger sehen sich in ihren Kreisen immer wieder bestätigt, weil eben keiner mehr andere Perspektiven einbringt.

Ich glaube noch immer an das Potenzial von Digitalisierung, weil es die maximale Verbindung von Menschen erlaubt. Ich will nicht akzeptieren, dass das zu etwas Schlechtem führt.
Joi Ito der Leiter des MIT Media Labs sagt in der aktuellen „ZEIT“ über den Einfluss von Social Media: „Gibt man jedem eine Stimme, sind die Arschlöcher die Lautesten.“ – Und um dem zu entgegnen, sollte der Klügere nicht länger nachgeben, sondern hinhören, Fragen stellen, zusammenfassen, sich als Mensch zeigen. Das können wir alle.

Danke Jana.

Blogs sind super

(Dieser Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst)

Das Bloggen hat mich in den letzten 15 Jahren immer begleitet. Während ich meine Diplomarbeit schrieb, lenkte ich mich zwischendurch ab, surfte herum und stieß auf Blogs, damals noch echte digitale Tagebücher. Von denen gibt es glücklicherweise immer noch viele und vielen von damals bin ich über all die Jahre treu geblieben, auch weil ich die Menschen hinter diesen Seiten kennenlernen durfte, Freundschaften entstanden. Und wenn ich einige davon auf der re:publica wiedertreffen darf, freut mich das umso mehr. Aber auch die vergangenen Woche hatte es in Sachen Bloggen wirklich in sich.

Am Wochenende habe ich am Medienbüro in Hamburg wieder einmal ein Seminar zum Bloggen gegeben – das mache ich seit 2014 jedes Jahr und in diesem Jahr haben wir neben einem Einführungskurs auch eine Fortgeschrittenen-Variante angeboten. Sprich: Menschen, die schon ein Blog haben, aber Unterstützung benötigen – im Schreiben, Vernetzen, Reichweite aufbauen. Der Teilnehmerkreis setzte sich aus ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen, die aber eine Leidenschaft hatten: gerne über ihr Thema zu schreiben und schreiben zu wollen. Beste Voraussetzungen also. Denn das ist immer noch das, was mich an vielen Blogs so fasziniert: Dass die Schreiber nicht müde werden, über ihr Thema zu schreiben. Seien es Reise-, DIY- oder Foodblogs, um nur drei Kategorien zu nennen. (Und der Anfängerkurs im November ist auch schon wieder ausgebucht!)

Nicht zu vergessen auch die zahlreichen Finanzblogs, die ich mir in den vergangenen Tagen als Juryvorsitzende der Finanzblogawards (werden am 20. Oktober verliehen!) anschauen durfte. Viele von denen gibt es seit Jahren und sie verfolgen ihre Themen mit so viel Leidenschaft, die ich mir bei vielen Journalisten in klassischen Medien oft vermisse.

2018 war auch das Jahr, in dem wir es mit den Goldenen Blogger so viel klassische Medienresonanz wie nie erhalten haben – ja sogar bis in die Washington Post. Und wie der Zufall es will, saßen Christiane, Daniel, Thomas und ich in dieser Woche auch in Berlin zusammen, um die Planungen für die „Goldenen Blogger 2018“ aufzunehmen: Wer kümmert sich um was? Welche besonderen Akzente wollen wir diesmal setzen? Danach saßen wir mit Ferdinand von Téléfonica zusammen, weil wir auch diesmal wieder in der Hauptstadt mit den Bloggern und euch das beste aus dem Internet auszeichnen wollen. Am 1.10. dazu mehr. Im vergangenen Jahr konnten wir für die „Goldenen Blogger“ zahlreiche Sponsoren gewinnen, große Namen wie Amazon, Bayer, Daimler, Facebook, Go Daddy, Google, Téléfonica und Xing. Solltest du mit deinem Unternehmen im nächsten Jahr dabei sein wollen, schreib mir.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Auch nach 15 Jahren ist Bloggen immer noch ziemlich super: Weil daraus Verbindungen zu Menschen entstehen können, im besten Falle sogar ganz Besondere (mit Kindern und so), weil sie eine wunderbare Möglichkeit sind, Transparenz und Authentizität zu transportieren, weil du viel lernen kannst und weil es schlichtweg auch sehr viel Spaß macht.

Eine dritte Woche im August

Wie ich bemerkt habe, ist der Süden doch gar nicht so übel. Wenn ich dann allerdings wieder in den Norden fahre – und die Aussicht genieße und dabei einfach nur blauen Himmel, ein paar Wolken und ansonsten nichts sehe, dann finde ich das auch nicht so übel. Noch schöner ist dieses Nichts übrigens, wenn es aus ein paar Wellen besteht, auf denen in weiter Ferne Schiffe fahren. Herrlich. Ebenfalls bemerkt, dass ich dieses Strandkorbleben im Sommer ruhig mal wieder öfter haben könnte. Während außerhalb eine steife Brise weht, ist es im Strandkorb muggelig warm, ein Handtuch über den Schultern und schon ließe sich da drin sogar ein Schläfchen halten, wenn die Kinder nicht wären, die dann doch alle paar Minuten irgendwas wollen. Fußballspielen, Aufmerksamkeit oder ein Eis. Was ich eigentlich sagen will: ein Strandtag im Norden geht eigentlich immer.

Auf Helgoland war ich zuletzt in der Schulzeit. Ich war Mitglied in der Theatergilde und mit unserem Stück „Der Geizige“ von Molière so erfolgreich, dass wir auf Tournee gegangen sind. Nach Haldensleben in Sachsen-Anhalt und nach Helgoland. Das war toll. Ich erinnere mich dunkel daran, wie ausgestorben die Insel am Abend gewesen ist, weil all die Touristen die Insel dann wieder verlassen hatten. Diesmal bin ich selbst einer von diesen Touristen, der am Morgen in Cuxhaven an Bord geht, um einen Tag auf Helgoland zu verbringen. Es herrscht ordentlich Wind, zumindest so sehr, dass es hilft, an Bord eine Hand freizuhaben, um sich aufgrund des Wellengangs abzustützen. Auf Helgoland angekommen geht es entlang der bunten Häuschen zum „Ortskern“, zur Touristenmeile. Ein Helgoländer führt uns eine Stunde lang über das Oberland, erzählt viel zur Geschichte. Ich nehme mir vor, auf jeden Fall noch einmal herzukommen für eine Bunkerführung, einen Museumsbesuch und einen Abstecher auf die Düne. So viel Ruhe, so viel Meer, das kann nur erholsam sein.


Besuche beim Arzt hingegen kann ich im Urlaub eigentlich nicht empfehlen, aber sei es drum: Ich war mal wieder bei meinem alten Hausarzt, der leider keinen Dienst hatte, sondern nur sein jüngerer Kompagnon, der vermutlich in einigen Jahren die Praxis übernehmen wird. Krasser Flashback in die alten Zeiten.