45_2011

Uups.

Aufregende Woche mit Neuigkeiten über die berufliche Zukunft. Ich freu mich, besonders auf die Herausforderungen. Einmal die berufliche, aber auch die, das Leben ordentlich organisiert zu bekommen.

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Ausblick

Die Woche des Familienhustens. Nach anderthalb Wochen muss ein Arzt her. Die Folge: Das Früchtchen muss inhalieren, was es auch eher widerwillig macht und ich bekomme Antibiotika. Bis Freitag geht das auch gut, nur geht es mir nicht besonders, so dass ich noch einmal den Arzt aufsuche. Erst morgens, dann am Nachmittag, mein Zustand verschlechtert sich. In diesen nächsten 24 Stunden folgende Dinge von der Wasmansogemachthabenmuss-Liste gestrichen:
– Im Wartezimmer übergeben müssen
– Auf der Notaufnahme nach seinem Namen gefragt werden und einfach nur komisch gucken
– Auf der Intensivstation die Nacht verbringen
Ein seltsames Gefühl am nächsten Tag bei steigendem Natriumwert, zu merken, dass man die letzten Stunden in einer seltsamen Wolke verbracht hat und viele Details nicht erinnert. Schlimm.

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Lesen: Wolfgang HerrndorfTschick!

Gute Nacht.

40_2011

Neuen Friseur getestet, diesmal heißt er Sascha und hat seinen Job ganz gut gemacht. Schwimmen gewesen, insgesamt eine gute Woche gewesen. Gut im Sinne von auch ein bisschen Zeit für mich gehabt.

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Dinge, die anders sind, seitdem ich Mama bin: Ich mag plötzlich Käsekuchen. Wer ein gutes Rezept zum Nachbacken hat, her damit!

Käsekuchen

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Früchtchens neue Features: Ich sehe Fortschritte in Sachen Mittagsschlaf, Mobilität (Rückwärts durch die Wohnung rutschen scheint gerade super zu sein) und Kraft (Kneifen klappt ganz gut).

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Schoßgebete. Ein anstrengendes Buch, weil schon so viel darüber geschrieben und geredet wurde und die Autorin auch in gefühlt jeder Talkshow war, um ihr Werk zu promoten. Mich nervte die Ähnlichkeit mit ihrer Biographie. Nicht, weil ich mich die ganze Zeit fragte, wieviel Elizabeth in Charlotte steckt, sondern weil sie ihre Geschichte zu sehr benutzte, um das Buch zu verkaufen. Das erschien mir ungesund, gerade weil sie ja jahrelang in Therapie war, um die Geschehnisse rund um den tragischen Unfall zu verarbeiten. Und dann ging mir diese bemühten Sexgeschichten auf die Nerven. Der Knaller nebst Schwarzer-Angriff gleich zu Beginn, Puff, Pornos, alles mit dabei. Puh. Aber auch ein gutes Buch. Die Ängste einer jungen Mutter, die Ängste, den Partner zu verlieren, der Druck durch die Existenz der Tochter.

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Die Woche endet mit dem Nähkurs. Vor Jahren hat mir meine Mutter mal ihre Nähmaschine erklärt, aber so richtig verstanden hatte ich das alles nicht. Und vergessen sowieso. Also Nähkurs. Erzeugnisse: ein Kissenbezug und eine Handyhülle. Jetzt bin ich angefixt.

Nähkurs

Google+-fürs-iPhone: Fünf Dinge, die nerven

Seit ein paar Tagen gibt es auch fürs iPhone eine App. Eigentlich super, versprach ich mir davon doch, auch öfter mal bei Google+ reinzuschauen. Doch so richtig praktisch ist die App leider nicht. Die Gründe.

1. Ja, man kann zwischen verschiedenen Streams hin- und herswitchen. Super. Aber was sind das für Streams? Ich verstehe nicht, warum mich, nachdem ich alle meine Kontakte fein säuberlich auf Kreise verteilt habe, ausgerechnet die Nearby-Leute interessieren sollten?

2. Ich habe es ja gerade schon geschrieben, dass ich gerne in meinen Kreisen lesen will. Was in der Webversion so ungefähr ein Klick ist, ist in der App eine Qual. Zurück zur Übersicht, auf Circles klicken, dann auf einen der Circles.

3. Dann bin ich also bei meinen Kreisen. Das doofe aber: Ich will doch nicht ständig sehen, wer in meinen Kreisen ist, sondern was meine Kreise so publizieren. Dafür muss ich auf Posts klicken, immer und immer wieder.

4. Das könnte einfacher gehen, zum Beispiel, in dem sich die App merkt, dass ich immer den Reiter „Posts“ anklicke. Oder in dem ich die Reihenfolge der Reiter verändern kann, zum Beispiel.

5. Was in der Webversion ebenfalls einfacher geht, ist auch hier ein Graus: das Verbergen von gelesenen Beiträgen. Dafür muss man jeden einzelnen Beitrag anklicken, auf den kleinen Pfeil unten rechts klicken, „mute this post“ klicken und dann noch einmal das Popup, ob man wirklich muten will, bestätigen.

Puh.

Was ich mir von Google+ wünsche (unvollständig)

Google+ ist toll. Einfach zu bedienen, anders gedacht – es könnte die Art und Weise, wie wir das Internet bedienen, wirklich noch einmal verändern. Wobei ich dieses Wir wohl besser definiere: Wir, das sind diejenigen, die soziale Netzwerke aktiv nutzen. Also nicht die Ochdannmeldichmichhaltauchbeifacebookanfindeesabereigentlichdoof-Leute, sondern diejenigen, die die sozialen Netzwerke aktiv nutzen, in dem sie ihre Gedanken, Meinungen, Empfehlungen mit anderen teilen.

Mehr Mobil
Ich nutze das Internet derzeit fast nur in seiner mobilen Version. Was super ist, wenn man sich vor allem mit Hilfe von RSS, Twitter, Facebook oder irgendwelche Apps informiert. Was aber ganz und gar unsuper ist, wenn man versucht, zu verfolgen, was auf Google+ zeitgleich so abgeht. Denn immer wenn ich auf die mobile Seite gehe, habe ich das Gefühl, dass sich da nicht viel tut. Und „muten“ lassen sich die einmal gesehenen Einträge auch nur sehr umständlich.

Mehr Usability
Warum muss ich fürs „Muten“ von gelesenen Posts immer ins Pulldown-Menü gehen?

Mehr Freunde
So langsam füllen sich meine Kreise. Auch wenn ich diese sicherlich bald noch einmal überarbeiten muss. Denn zu Beginn habe ich versucht, meine „Freunde“ (Heißt das bei Google+ auch so, na egal) wie bei Facebook zu organisieren. Schon jetzt merke ich, dass das nicht funktioniert. Und mit der derzeitigen Einstellung, dass die Einträge, die am frischesten noch einmal kommentiert wurden, wieder nach oben gespült werden, ist der default-Nachrichtentstrom irgendwie unbrauchbar. Aber was ich eigentlich sagen wollte: Seit Google weniger restriktiv mit den Anmeldungen umgeht, schwappt auch ein bisschen Mainstream in meine Timeline, also Menschen, die mir mit Gewinn bei Facebook spannende Dinge vermitteln. Das reicht aber noch nicht. Kommt alle!

Mehr Vernetzung
Das tolle an Facebook ist ja, dass nahezu jede Seite mittlerweile einen praktischen Facebook-Button hat. Und der macht es insbesondere in der mobilen Nutzung extrem einfach, Links zu teilen und so gern gelesene Texte seinen Freunden mitzuteilen. Bei Twitter ist das ähnlich, auch wenn das Posten von Links auf Twitter von Webseiten kommend nicht besonders einfach ist. Meistens muss man sich dann erstmal neu einloggen und der Link wird auch nicht immer mitgezogen. Meine RSS-Feeds lese ich mit Hilfe des Google Readers, den ich auf meinem Mobiltelefon mit Hilfe einer App verfolge und in die Twitter, Facebook und Co. gut integriert sind. Hoffentlich vernetzt Google wenigstens den Reader und + bald, damit die von mir dort geteilten Texte wenigstens bei Google+ erscheinen.

Mehr Nicknames
Seitdem ihr alle eure Klarnamen verwendet, erkenne ich euch nicht mehr. Das kann so nicht weiter gehen.

Und die wollen an die Börse?

Und ich dachte, wir leben mittlerweile in Zeiten in denen coole Unternehmen Produkte auf den Markt schmeißen, die einfach funktionieren. Und selbsterklärend sind. Und vielleicht auch noch cool sind. Und dann bringt Facebook dieses Videocalling heraus. Was passiert? Ich suche mein Profil nach dem Videobutton ab und finde nix. Meine Wolke verrät mir, dass ich eine Software installieren muss. Das doofe: Nach der Installation im Firefox stürzt alles erstmal ab. Nach dem ersten Neustart funktioniert es immer noch nicht und sorgt sogar dafür, dass ich nicht mal hangouten kann, weil mein Mikrofon irgendwie mit abgestürzt zu sein scheint. Nach dem zweiten Neustart und den Wechsel in einen anderen Browser (Chrome! Sic!) funktioniert es und ich kann endlich videocallen. Mit Mr. Brinkmann und der Katti. Zweimal geklappt. Nicht hübsch, aber immerhin.

Als ich vor einigen Tagen Google+ erkundete und das erste Mal einen Hangout startete, funktionierte alles. Auf Anhieb. Nix stürzte ab. Auch das ist ein Unterschied.

In was für einer Blase leben wir eigentlich? Also, ich und ihr. Wir haben unsere Smartphones immer dabei, Twitter, Facebook und das große Internet, in dem wir nach Wehwehchen suchen und auf schlimme Krankheiten stoßen. Wir, die wir geprägt sind von Meetings und Handouts und Briefings und Ichschickdirdasgleichpermail. Wie verrückt das ist, bemerke ich, seitdem ich wieder mehr Kontakt mit Menschen habe, die nicht so leben.

Sieben Mal war der Babymassage-Kurs und irgendwann baten wir die Kursleiterin uns die Griffe nochmal schriftlich zu geben, dass man nach ein paar Wochen noch einmal nachschauen kann, ob man nicht irgendwas vergessen hat. Was zurückkam: ein paar unprofessionell zusammenkopierte Zettel, unvollständig und mit dem Kommentar „Ich muss mir da mal irgendwann eigene Unterlagen zusammenstellen“. Wie hätte mein Chef wohl geguckt, wenn ich mit einer unvollständigen Powerpoint-Präsentation und einem ähnlichen Kommentar in einem Meeting aufgetaucht wäre.

Das erste Mal beim Pekip. Die Kursleiterin singt irgendwelche Lieder, wir lauschen, zum einen sicherlich wegen der anfänglichen Scheu, zum anderen aber auch, weil wir nicht wissen, was wir singen sollen. Warum kann man zu einem Kurs, für den man rund 100 Euro bezahlt nicht auch ein kleines Liederheftchen bekommen? Selbst damals, als kaum einer einen Computer hatte, war das doch möglich.

Aber klar, es geht auch ohne. Dann singt man eben andere Lieder, welche, die es nicht gibt, die man sich zusammenspinnt, weil einem gerade nichts einfällt, aber jetzt dringend ein beruhigendes Liedchen her muss. Und auch bei der Massage geht es ja nicht darum, alles richtig zu machen, sondern dem Kind ein gutes Gefühl zu geben. Das kann man sicherlich mit einer professionellen Massage, aber eben auch mit jeder Art von Körperkontakt.

Und dann ärgere ich mich, dass es offenbar Themen gibt, die eben nicht im Internet stattfinden. Bewertungen von Kinderärzten oder Krankenhäusern? Schwierig zu finden. Tagesmütter? Im Internet findet man offenbar nur diejenigen, die nicht überlaufen sind – weshalb man gleich an deren Qualität zweifelt. Selbst bei der Suche nach einem Kinderwagen war das Netz keine große Hilfe.

Und klar. Es geht ohne. Ganz einfach sogar. Es ist nur so seltsam, dass es eben doch viele Themen gibt, die nirgendwo stehen, die man nicht einfach ergoogeln kann. Das Leben mit Kindern beruht sehr stark auf Mundpropaganda. Das ist schön, weil man so viele neue Leute kennenlernt, aber manchmal eben auch ungewohnt.

(Ich denke ernsthaft darüber nach, den Babycontent in ein anderes Blog auszulagern. Was meint ihr?)

Das Ding mit Facebook

Liebe Facebooker, wir müssen mal reden. Denn manchmal ist es mit euch anstrengend. Zumindest mit einigen von euch. Aber das lässt sich regeln. Wenn ihr bei folgenden Dingen einfach ein bisschen aufpasst.

Erstens: Freundschaftsanfragen.
Ich habe das gerade bei Robert Scoble gelesen und bei seinen Tipps ungefähr fünfmal heftig genickt. Ich bin also nicht die einzige, die Freundschaftsanfragen bei Facebook bekommt und gar nicht genau weiß, warum sie die Freundschaft nun bestätigen soll. Denn ganz oft kenne ich die Anfragenden nicht. Also nicht so wenigstens vom Sehen (siehe Klaus Kocks, aber dennoch: Warum will der mit mir befreundet sein?). Ja, vielleicht kennen wir uns von Twitter, vielleicht waren wir auch schon einmal gemeinsam auf einer Veranstaltung. Aber kannst du dann nicht einfach eine kurze Nachricht schreiben?

Zweitens: Massenmails.
Ja, es ist wichtig was gegen Brustkrebs zu tun oder seine Freunde um Hilfe bei der Suche nach einem vermissten Kind zu bitten. Aber bitte nicht per Massenmail. Postet diese Dinge in eure Timeline. Auch wenn diese Dinge wichtig sind. Das nervige ist nämlich: Auf Massenmails gibt es auch Massenantworten. Und die gehen – das sagt das Wörtchen „Masse“ schon – an alle. Auch wenn ihr nur ein Wort nicht richtig verstanden habt oder nochmal kurz irgendwas wissen wollt: alle bekommen diese Mails, weil man nämlich unter diesen Mails nur auf den Button „allen antworten“ klicken kann.

Drittens: Chatten.
Wenn ihr chatten wollt, dann sorgt doch bitte dafür, dass ihr auch eine stabile Leitung bei euch habt. Nichts nervt mehr als zu chatten und dann ständig den Hinweis zu bekommen, dass das Gegenüber gerade offline ist. (Inklusive der anschließenden Unsicherheit, ob man das Geschriebene nun nochmal posten muss oder nicht und bis man das dann untereinander geklärt hat, ist das Gegenüber schon wieder offline.)

Viertens: Spieleanfragen.
Will ich nicht. Auch wenn du mich dreimal fragst. Genauso wenig wie Glücksnüsse öffnen oder seltsame Fragen beantworten. Aber diese Meldungen kann man in der Timeline ja wenigstens ausblenden.

Weitere Vorschläge? Her damit.

8_2011

Selbstgebackene Brötchen

Schon wieder eine Woche um und wenn ich am Ende gefragt werde, was ich so gemacht habe, kann ich das immer gar nicht so genau sagen. Geschlafen, spazierengegangen, ein paar Leute getroffen, Akupunktur, gestrickt, gekocht, gelesen, gebacken (Brötchen!), all die Dinge, die man sonst nicht macht.

Fotoshooting. Man muss die Körperformen ja verewigen.

Geärgert. Über diese Guttenberg-Geschichte und darüber, dass der Aufschrei der Wissenschaft dann erst so richtig am Wochenende losging. Der Umgang mit dem Fall ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für alle, die selber jahrelang an ihrer Doktorarbeit gesessen haben, sondern auch für die Wissenschaft an sich.

Und: Kann man als Journalist ernsthaft dafür sein, wenn geistiges Eigentum mit Füßen getreten wird? Oder Verleger? Offenbar.

Mich vorbereitet. Also gedanklich. Und beschlossen, dass ich jetzt einfach all die Dinge auch ausprobiere, von denen so viel gesprochen wird. Also habe ich mir Himbeerblättertee gekauft. Und viel gelesen. Natürlich bereitet mich das nicht wirklich vor, aber zumindest kann ich mir ein bisschen besser vorstellen, was wohl demnächst auf mich zukommt. Und wer sich fragt, was man da so liest: Internet. Es gibt so viele Mama-Blogs. Und fast in allen gibt es Geburts- und Schwangerschaftsberichte, Notizen über die erste Zeit. Internet ist toll.

Apropos: Da ich jetzt ja neuerdings wieder stricke, habe ich mich natürlich auch in Strickblogs rumgetrieben. Zu denen kann man, wenn man Mama-Blogs liest, ganz automatisch gelangen, scheint nämlich mit dem hormonell bedingten Nestbautrieb zusammenhängen, dass wir Dinge selber machen wollen. Und da gibt es wirklich viele tolle Dinge zu entdecken. Auf Empfehlung dann auch mal bei ravelry.com angemeldet. Ich muss mich ja mal schlau machen.

Set: Mütze und Socken

Oscar’s. Ganz viele Filme geschaut.

So war’s beim Webvideopreis

Eigentlich verrückt, dass wir erst ins Jahr 2011 kommen müssen, damit endlich einmal eine Kategorie im Internet gewürdigt wird, die sich seit Jahren rasant entwickelt. Zum einen, weil die Masse sie konsumiert und zum anderen natürlich, weil die Produktion mittlerweile so einfach geworden ist, dass wirklich jeder in der Lage ist, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und diese Produkte dann ins Internet zu stellen. Die Rede ist natürlich von: Videos. Und der Grund für diesen Text ist die gestrige Verleihung des ersten deutschen Webvideopreises im Rahmen der Webvideotage, formally known als das Videocamp.

Nach einer Nominierungsphase sichtete eine fünfköpfige, videoerfahrene Jury die Vorschläge und erstellte eine Liste mit preiswürdigen Beiträgen für verschiedene Kategorien. Das tolle: Nicht nur die Jury bestimmte einen Sieger für die jeweilige Kategorie, auch das Publikum konnte abstimmen.

Doch bevor ich ein bisschen was zu den Preisträgern schreibe, muss ich würdigen, was die beiden Organisatoren da innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben: Markus Hündgen und Stefan Evertz. Zehn Wochen (?!) haben sie sich genommen, um die Preisverleihung, die übrigens in dem alteingesessenen Astra-Kino in Essen stattfand – gibt es eigentlich bessere Locations für solche Veranstaltungen als alte Kinos? – aus dem Boden zu stampfen, mit Showacts, Einspielern und Buffet plus Getränke danach. Toll.

Doch weil es bei solchen Preisverleihungen immer am schönsten ist, neue Perlen des Netzes zu entdecken, möchte ich euch die Preisträger nicht vorenthalten, vielleicht entdeckt ihr ja auch einen neuen Liebling, den ihr in Zukunft verfolgen wollt.

Kategorie Persönlichkeit: EbruZa
sehr charmante Schminktipps bei Youtube („Schminkt euch ab!“)

Publikumspreis: Holger Kreymeier (Fernsehkritik.TV)
Kannte ich bisher nicht, in dem Einspieler bei der Verleihung besuchte Kreymeier ein Supertalent-Casting, das war zumindest witzig…

Kategorie Serie: 140 Sekunden
Tolles, noch recht junges Projekt (gibt erst zwei Folgen), in dem in 140 Sekunden Geschichten hinter den 140-Zeichen-Botschaften auf Twitter erzählt werden.

Publikumspreis: Trendpiraten
Sehr professionell gemachte Serie, die einfach, aufwändig und witzig das Internet erklärt. Dahinter steckt aber auch eine professionelle Medienagentur.

Kategorie Animation: Du bist Terrorist
Na, da konnte nur einer gewinnen: Andreas Lehmann, der dieses Video im Zuge der Debatten um die Vorratsdatenspeicherung gemacht hat. Fast zwei Millionen Abrufe bei Youtube, übrigens.

Publikumspreis: Du bist Terrorist

Kategorie Dokumentation: Road-Blog 2010 (mopeten.tv)
Kannte ich nicht, fand ich aber sofort toll. Eines dieser Beispiele, warum es meist einfach nur einer guten Idee bedarf und das mit der Umsetzung dann schon klappt, wenn man wirklich will.

Publikumspreis: Freddy
Sehr berührendes, wirklich schön gefilmtes Video von Roman Mischel (der übrigens auch ein sehr empfehlenswertes Blog zum Thema Videojournalismus schreibt) über den 30-jährigen Doktoranden Freddy mit Glasknochenkrankheit. (Hintergründe zum Dreh)

Kategorie Fun: Frohes Fest 2010
Zwei Kölner blicken auf das vergangene Jahr zurück und singen es auf „We are the world“ von Michael Jackson. Ja, das ist sehr witzig, ein bisschen schade, dass hier keine „neue“ Idee oder so ausgezeichnet wurde.

Publikumspreis: Frohes Fest 2010

Kategorie Talk: dctp.tv
Den Preis konnte nur einer bekommen: Philipp Banse. Einer der wenigen tollen Interviewer, der sich wirklich vorbereitet und im Gespräch zuhört.

Publikumspreis: 50 Menschen – eine Frage
Vermutlich haben die Kollegen der Berliner Morgenpost ihre ganze Social-Media-Power genutzt, um die Abstimmung zu gewinnen. Keine Frage, gut gemachtes Video. Ich finde Konzepte, die sich jemand anderes ausdenkt und die man allenfalls anpasst, guckenswert, aber einen Preis haben sie nicht verdient.

Kategorie Freie Musik: Herr Tischbein
Das ist toll. Bitte alle angucken!

Publikumspreis: TOS – You Upperclass
Aufwändig produziert, auch sehr nett, allerdings nicht ganz so massentauglich. Muss ja auch nicht. Wollte nur vorwarnen :)

Spezialpreis der Jury: Folge Magazin
Absolut berechtigt. Tolles Format!

c/o-Pop-Sonderpreis: City Light Thief – Punkt.Aus?Ende!
Zu recht ausgezeichnet, schon allein, wie sich die Jungs aus Grevenbroich gefreut haben! Und auch hier: Da hatten ein paar Jugendliche eine Idee, mit Hilfe von Facebook haben sie sich Statisten für das Video gesucht und herausgekommen ist wirklich ein tolles Video.

Grey-Nachwuchspreis: Coldmirror
Coldmirror ist ein wahres Web-Phänomen. Die 26-Jährige aus Bremen hat einen Youtube-Channel, der knapp 255.000 Abonennten aufweist, ihre Videos wurden fast 80 Millionen Mal abgerufen und bei Twitter hat sie mehr als 46.000 Follower. Was Grey mit ihr vorhat, klang ein wenig, sagen wir mal, seltsam. Mal sehen, was draus wird.

Die Fotos von der Verleihung gibt es hier.

Blattmachen im Internet

Stefan Plöchinger, der neue Chef von sueddeutsche.de, hat einen Text über die Onlinejournalismus-Zunft für das Buch von Christian Jakubetz geschrieben. Und er weist auf eine wichtige Qualifikation von Onlinejournalisten hin, die viele insbesondere aus dem Printbereich kommende Journalisten unterschätzen.

Unabhängig davon, wie eine Onlineredaktion strukturiert ist und welche Machtstellung der Blattmacher genau hat: Jeder Journalist muss ein bisschen Blattmacher sein. Jeder muss an einer guten Seite und am gemeinsamen Produkt interessiert sein.

In anderen Medien gibt es komplexe Produktions- und Abnahmeprozesse. Bei Online ist das Veröffentlichen einer Geschichte in der Regel nur einen Mausklick entfernt. Die Hierarchien sind in der Regel flacher, die Besetzung ist enger. Darum ist Blattmachen eine Basisqualifikation.