38_2011

Ich glaube, dem Früchtchen ist kalt.

Udo-Abende. Mit dem Unplugged-Auftritt. Großartig. Ganz oft Gänsehaut.

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Endlich gibt es wieder „How I met your mother“.

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War ja irgendwie klar, dass die Wolllieferung für die Kuscheltiere parallel zum Eintreffen der Anleitung für die Früchtchen-Strickjacke kommt. Na, hoffentlich habe ich mich damit nicht übernommen, zumal ich mit dem Zwischendurchprojekt noch nicht fertig bin und sein werde, weil mir die Wolle kurz vor Schluss ausgeht. Im Übrigen danke ich dem Wettergott, dass es nächste Woche nochmal warm wird. Sonst müsste ich mich auch noch ans Mützenstricken machen.

Vielleicht übertreibe ich das jetzt auch.

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Ich mache ein ganz vorzügliches Orangen-Carpaccio übrigens.

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Lange dauert es nicht mehr, dann habe ich die „Schoßgebete“ durch. Die Ängste und Zwänge von Elizabeth Kiehl sind leider nur in wohl dosierten Leseschüben zu ertragen.

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Neue Früchtchen-Features: Die Nächte um die Ohren schlagen, also wach. Exzessives Vorsichhinplaudern, was sich ungefähr so anhört: „Brabrababababa“ oder „Mamamamamama“ oder „Mabrabrababa“ oder so ähnlich.

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Das erste Mal: Das Früchtchen schläft beim Mittagessen ein.

Spuren des Vorabend

Stillen, my Ass (3)

Too-much-information-Post. Die Vorgeschichte Teil 1, Teil 2

Nun isses also soweit. Das Früchtchen könnte sich tagsüber komplett von Löffelnahrung ernähren. Und mir wird bewusst: Die Tage unserer so genannten Stillbeziehung sind vermutlich gezählt. Diese ganz besonderen Momente der Nähe – bald werden sie zur Vergangenheit gehören. Das Abtauchen des Früchtchen in den Milchhimmel, das nächtliche Ranrobben, das liebevolle Halten des T-Shirts oder wenn es sich dabei mit der einen Hand an meinen Daumen klammert. Der Seufzer, wenn es dabei eingeschlafen ist.

Und was mache ich dann denn bitte ohne diesen verdammt guten Hormoncocktail, der mich diesen permanenten Schlafmangel mit so viel Milde ertragen lässt?

(Na, ein bisschen wird es ja noch dauern.)

37_2011

Hah! Das erste Mal seit knapp sechs Monaten war ich ungefähr acht Stunden am Stück vom Früchtchen getrennt. Klingt total seltsam und gar nicht so viel, aber im Leben des Früchtchens war das viel, musste er doch mit zwei Mahlzeiten auskommen, die es mit dem Löffel zu sich nehmen musste. Ergebnis: well done. Ein tolles Gefühl. Noch toller war allerdings das Gefühl, als ich zur Tür reinkam und der kleine Mann mich entdeckte. Hach. Die Entscheidung, im Dezember wieder arbeiten zu wollen, fühlt sich gut an.

Podium #Djv_bo

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Bei der „Besser online“ viele alte Bekannte getroffen. Und mir war gar nicht so bewusst, dass mich alle eigentlich nur mit Brille kennen. Dabei kenne ich mich seit Monaten nur ohne. Jedenfalls scheint sich innerhalb der vergangenen Monate nicht viel geändert zu haben. Es wird immer noch über Social Media geredet, auch wenn die Nutzung selbstverständlicher geworden ist, Selbstvermarktung für Journalisten, Datenjournalismus ist da noch das neueste Thema gewesen. Wie schön wäre es doch, wenn wir wieder mehr über Inhalte und neue Ideen reden würden.

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Das Kompliment des Samstags, ach Quatsch, der Woche: „Ich hab dich nicht erkannt, du siehst aus wie eine Studentin Anfang 20!“ Was das Nicht-Tragen der Brille und ein bisschen Schminke gegen die Augenringe so ausmachen.

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Diesen Film „Sie hat es verdient“, der am Mittwoch lief, mit Veronica Ferres und ein paar anderen üblichen Verdächtigen, empfand ich als das heftigste, was ich in letzter Zeit im Fernsehen gesehen habe. Hat mich aufgewühlt und überrascht, dass zur besten Sendezeit sogar ein aufgehängter Körper gezeigt wird.

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Sechsecke

Wieder mal viel gestrickt. Seit das Früchtchen so früh ins Bett geht, habe ich viel vom Abend. Trotzdem eine anstrengende Woche gewesen. Schnupfen hat nicht mich lahm gelegt, aber für unruhige Nächte mit großem Kuschelbedürfnis gesorgt. Das schlaucht. Und es könnte gut sein, dass da auch noch parallel ein Zahn ausgebrütet wird.

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Kürbis, Kartoffeln, Rind #selbstgekochtes

Das erste Mal fürs Früchtchen selbst gekocht. Wurde gegessen, wenn auch nicht wahnsinnig begeistert. Dabei war ich so stolz.

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Und noch einmal Früchtchencontent: Wir haben den Kinderwagen umgebaut. Wegen des Schnupfens und weil die Wanne schon seit ein paar Wochen eigentlich zu klein geworden war. Als die Wanne dann da auf dem Fußboden im Wohnzimmer stand, musste ich mir ein Tränchen verkneifen. Das Früchtchen wird groß.

Franzis Früchtchen (12)

Das Früchtchen ist nun fast sechs Monate alt, da macht man sich ja schon über die Zukunft Gedanken. Also nicht, ob es mich mit zwölf peinlich findet oder ob das mit dem Abi wirklich klappt, sondern eher um die nähere Zukunft. Natürlich will ich, dass das erste Wort des Früchtchens Mama ist. Ist klar. Allerdings zweifle ich, dass es wirklich das erste Wort sein wird. Nicht, weil ich glaube, dass es Papa sein wird, sondern eher weil wir vielleicht zu selten „Mama“ und „Papa“ sagen. Viel häufiger reden wir vom „kleinen Mann“ oder vom „Schlumpf“, sagen ihm, wie süß er ist und dass wir ihn sehr lieb haben. Aber Mama und Papa sagen wir nicht so oft.

Könnte natürlich auch sein, dass das Früchtchen einen eigenen Weg geht und komplett andere Worte wählt. „30 Grad“ zum Beispiel, weil es bei allen Kuscheltieren immer die Waschzettel studiert. Ich stelle mir das so vor: Irgendwann muss der Herr Affe in die Waschmaschine und bevor ich die Tür schließe, schreit das Früchtchen plötzlich „30 Grad“, weil ich aus Versehen das 60-Grad-Programm ausgewählt habe.

Vielleicht redet das Früchtchen aber auch nicht, sondern singt nur für uns. So wie wir derzeit immer für das Früchtchen singen. Besonders, wenn es einschlafen soll. Wenn ihr wüsstet, welch einschläfernde Wirkung „Yellow Submarine“ haben kann.

36_2011

Kröte

Eine Woche an der Nordsee. Ausflüge nach Cuxhaven, Otterndorf, Hemmoor, Bremerhaven und natürlich die tägliche Kinderwagenrunde durch Bederkesa. Eine Woche mit viel Regen, zu vielen Mückenstichen, zu wenig Fisch und dem Dauerzustand: zu wenig Schlaf. Da das Früchtchen seinen ersten Männerschnupfen hatte, waren die Nächte ein wenig unruhiger und irgendwie hat das mit dem Mittagshinlegen nicht so recht geklappt. Und schwimmen war ich auch nicht. Nicht gut.

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Bei dem schlechten Wetter bekam ich wieder Lust aufs Stricken. Das schöne an ländlichen Gegenden ist ja, dass es in den „Innenstädten“ häufig einen Handarbeitsladen gibt. In Cuxhaven habe ich zugeschlagen und Wolle gekauft.

Regen, den ganzen Tag

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Neben einem Geburtsgeschenk (Fotos gibt es erst, wenn das Geschenk übergeben ist) habe ich ein Langzeitprojekt für die nächsten Monate begonnen, von dem ich noch nicht genau weiß, was daraus wird, aber ich wollte einfach mal anfangen und wer weiß, wohin sich das entwickelt. Die Rede ist vom Beekeepers Quilt, also zumindest den kleinen Waben, die ich am Ende zu Malsehenwaseswird zusammenfügen werde. Infos dazu gibt es hier und natürlich bei Ravelry. Mal sehen, vielleicht stecke ich ja noch jemanden an. Apropos, ich suche ein Muster für eine Giraffe. Kennt da jemand was?

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Ich muss aufs Land fahren und auf einem Privatgrundstück parken, um eine Beule in mein Auto zu bekommen. Fürs Protokoll: Ich war nicht schuld.

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Viele neue Früchtchen-Features. Erstens: Das Früchtchen isst Brei. So richtig mit Runterschlucken und Mund aufmachen, wenn der Löffel kommt. Ich warte auf den Rückschlag #murphysgesetzefürmütter. Zweitens: Das Früchtchen bewegt sich durchs Zimmer. Auf dem Rücken liegend mit den Füßen abstoßen und losrutschen. Bedingung: Die Socken sind mal wieder nicht an seinen Füßen, was ja ohnehin alle zehn Minuten der Fall ist. Drittens: Das Früchtchen zieht sich immer und überall die Socken aus. In Rekordzeit. Und meistens ohne Hände. Viertens: Das Früchtchen trinkt. Zwar nicht aus der Flasche, dafür aber aus dem Glas oder Becher. Meist nach dem Brei. Fünftens: Das Früchtchen lacht sich schlapp, wenn ich ihm am Bauch kitzele oder auf dem Bauch puste.

Breigelage

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Thees in der heavy rotation. Leider gibt es kein Ticket mehr für mich in Köln.

34_2011

Hase

Das letzte Mal war ich im Februar schwimmen. Mit dickem Bauch. Ohne Bauch kann man mehr schwimmen, auch schneller, und besser und überhaupt, beim Ausdemwassersteigen fühlt man sich aber trotzdem wie ein Walfisch.

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Außergewöhnlich viel zuhause gewesen. Noch ein bisschen Urlaub auf Balkonien gemacht: Seifenblasen, Wasserflaschen und ein glücklich spielendes Baby. An drei Abenden ausgegangen. Tat gut.

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Die Woche der U5. Ergebnis: Das Früchtchen ist für seine Größe angemessen schwer und kann eigentlich alles, was es können muss. Die Impfung hat es ebenfalls ganz gut weggesteckt, auch wenn diesmal die eine Einstichstelle etwas anschwoll.

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Neue Features: Brei ist doch wieder doof (und Flaschen sowieso aber das ist ja kein neues Feature). Nach ein paar Panikanfällen (Wird das Früchtchen jemals etwas anderes als Muttermilch zu sich nehmen? Oder zumindest vor November? AAAAAH!) nun noch einmal eine Breipause beschlossen. Seitdem sage ich mir minütlich, dass das Früchtchen eben seine Zeit braucht, es schon alles klappen wird und ich mal nicht so ungeduldig sein soll. Ich weiß schon, warum die Ungeduld in meinem Drei-Schwächen-Katalog für Standard-Bewerbungsgespräche drin ist.

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Letzte Woche habe ich ja auf den Text über die „unsichtbare Mutter“ hingewiesen. Darüber habe ich diese Woche noch mehrfach nachgedacht. Denn eigentlich sollte ich in den nächsten Wochen eine dreiviertelberufliche Verabredung am Abend haben. Da ich aber in der anvisierten Woche nicht da bin, flatterte plötzlich einen Mittagstermin in mein Postfach. Klar, Mütter haben mittags eigentlich immer Zeit. Was ich mich fragte: Geht mein Gegenüber dann davon aus, dass ich mit Kind auftauche oder dass ich – weil ja doch eine dreiviertelberufliche Verabredung – das Kind wegorganisiere. Mir persönlich wäre der Abendtermin ja auch aus diesem Grunde lieber gewesen: Es redet sich halt einfacher über Berufliches, wenn man sich ganz darauf konzentrieren kann und ständig abgelenkt ist, weil das Baby im Kinderwagen jammert, auf dem Arm herumwirbelt oderoderoder. Glücklicherweise kann der Mann unvorhergesehen einspringen. Wobei ich so ganz aus Prinzip eigentlich mit Kind auftauchen müsste.

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Endlich was Neues vom Thees. Und ich mag nicht nur die Single mit den Lachsen, sondern das ganze Album. Schön persönlich und norddeutsch. Und ich mag sogar das Casper-Lied. Verrückt.

Casper feat. Thees Uhlmann – XOXO from Bettey CTFxC on Vimeo.

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Der Einzug der Wachsdecke, jetzt bin ich so richtig uncool.

Äpfel

33_2011

Endlich wieder Wiesenwetter

Nach all den Regentagen gab es in dieser Woche wieder einmal die Gelegenheit, spazieren zu gehen, auf Wiesen zu liegen, die Sonne zu genießen. Volksgarten, Südpark, Zoopark. Und am Sonntag dann auch noch im Wildpark.

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Neues Projekt für die Woche: das neue Buch von Charlotte Roche lesen. An „Feuchtgebiete“ hat mich ja genervt, dass Charlotte Roche mit aller Macht provozieren will. Als ob sie ohne Provokation keine Aufmerksamkeit bekommt. Leider scheint auch „Schoßgebete“ nach diesem Muster gestrickt zu sein. Die provokante, weil detaillierte Sexszene gleich auf den ersten Seiten, ebenso der Angriff auf Alice Schwarzer, die sogleich reflexartig und publikumswirksam zurückkeift – hat die Roche das wirklich nötig? Mehr Urteil dann vielleicht, wenn ich weitergelesen habe. Hab mich wie gesagt erst durch die ersten Seiten gekämpft.

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Es gibt neue Früchtchen-Features. Schlafverhalten: ein paar Mal ganz alleine ohne Drama eingeschlafen. Wir trainieren ja auch gerade. Breiverhalten: Kürbis scheint zu schmecken. Zumindest seit Samstag und es bleibt mehr drin als im Gesicht und auf dem Lätzchen verteilt wird. Tschakka.

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So langsam mache ich mir selber Angst. Mein Strickprojekt ist ja mittlerweile recht fortgeschritten (Nur noch ein Streifen, dann geht’s ans heitere Fädenverstecken). Seit einigen Tagen denke ich darüber nach, ob ich diese Elternzeit nicht dazu nutzen sollte, was Neues zu lernen. Zum Beispiel: Nähen. Dank des Internets werde ich nun aber nicht die Nähmaschine von Penny kaufen, die es nächste Woche geben wird sondern abwarten. Das Nähkurs-Business in Düsseldorf ist ohnehin ein wenig undurchsichtig und muss erst nochmal genauer studiert werden. Stricken ist ja auch nicht so schlecht.

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Oh, mein Bruderherz brütet was Neues aus.

Stillen, my Ass (2)

Möglicherweise folgt hier ein Beitrag aus der Kategorie „Too much information“. Hatten wir ja schon mal.

Das Thema schreit nach einem Update, auch weil Melanie bei „Glücklichscheitern“ was aus Sicht der Nicht-Stillenden geschrieben hat und ich da jetzt auch meinen Senf dazu geben will.

Als ich schwanger war, wurde ich oft gefragt, ob ich stillen will. Schnell – beispielsweise im Geburtsvorbereitungskurs – merkte ich, dass man auf diese Frage am besten „Ja, natürlich“ antwortet, wenn man moralisch aufgeladenen Diskussionen aus dem Weg gehen wollte. Ich habe den Fehler gemacht, zu antworten „Wenn’s klappt schon“ und erntete allein dafür schon vorwurfsvolle Blicke, wie ich das denn meinem Kind antun könnte.

Jetzt stille ich. Seit fast fünf Monaten. In den ersten Wochen habe ich das oft als Belastung angesehen: Dieses Ständigverfügbarseinmüssen, die durchnässten T-Shirts, wenn der feine Herr mal keine Lust hatte, nachts zu trinken oder einfach wenn ich die Stilleinlage vergessen hatte, die Schweißausbrüche, die schlaflosen Nächte. Stillen ist ein Job und er ist neben dem Babyrundumdieuhrbetüdeln ein verdammt harter. Klar, man bekommt natürlich auch was zurück. Weil es doch so gut funktionierte, habe ich mir gesagt: Ist gut fürs Kind, drei Monate machst du das jetzt, dann sehen wir weiter. Wie gesagt, jetzt sind fast fünf Monate um, das Früchtchen hat sogar schon zwei Zähne, die jeden Tag ein bisschen mehr wachsen, und ich stille immer noch.

Man könnte es dramatisch formulieren: Ich sitze in der Stillfalle. Fünf Monate hat das Früchtchen nix anderes als meine Brust gesehen und findet das offenbar sehr super (was ich natürlich gut verstehen kann). Das Problem: Wegen der Zähne (Und jetzt kommt mir nicht mit „Du legst ihn nur falsch an“) habe ich beschlossen, mich da so langsam rauszuschleichen. Da die Breieinführung und das Mahlzeitenersetzen sich ja nun noch ein bisschen hinziehen, wollte ich einfach mal eine Mahlzeit mit Fertigmilch ersetzen. Doch das Früchtchen scheint sehr eigen und verweigerte die Flasche. Und für den harten Schnitt bin ich noch nicht bereit genug, auch weil das ja sehr schmerzhaft für mich werden kann. Es ist schon ein pain in the ass, dieses Stillen.

32_2011

Gurke

Wenn das Wetter bescheiden und vor allem nicht planbar ist, ist eine Woche mit Baby anstrengend. Das Kindercafé ist zusätzlich zu dem Wetterchaos wegen der Kindergartenferien überlaufen, der Boden im Park meist feucht und im Kinderwagen herumgeschoben werden ist für das Früchtchen schon lange kein tagesfüllendes Programm mehr. So verbringen wir die Tage mit kleinen Verabredungen, Cafés, kleinen Touren mit dem Auto und viel Spielen.

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Das Früchtchen ist jetzt stolzer Besitzer eines Stuhls und wir haben das auch schon mit der ersten gemeinsamen Mahlzeit gefeiert. Das lief ungefähr so: Oskar ist begeistert von der ungewohnten Aussicht und seinem eigenen Teller und beißt da erstmal rein. Das Essen lässt ihn allerdings weiterhin kalt.

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Überall steht, dass Zähne meist paarweise durchbrechen. Drei Tage nach dem ersten Zahn verfügt das Früchtchen über ein weiteres Feature: Zahn Nummer zwei. Also natürlich noch nicht ganz, jetzt müssen die Zähnchen ja erstmal wachsen, aber das Schlimmste ist überstanden.

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Keine Neuigkeiten in Sachen Nahrung, auch wenn mich das Thema aufgrund der Zähne mehr und mehr beschäftigt. Ich weiß, dass das Früchtchen entscheidet, wann es andere Dinge als Milch essen mag, aber ein bisschen Rücksicht auf mich könnte es dabei schon nehmen.

Und dann immer dieses Unterwegssein. In der Straßenbahn ist das Früchtchen jedes Mal das Highlight, weil es alle Mitfahrenden genau betrachtet und ihnen manchmal sogar ein Lächeln schenkt. Und ein Baby sorgt dann ja dafür, dass sich Wildfremde verbrüdern, Geschichten und Erfahrungen austauschen. Eigentlich sind Babys nämlich in dem Alter süß, es gibt da auch schon hässliche Babys, aber zum Glück verändern die sich ja noch und können vom hässlichen Entlein noch zu einem schönen Schwan werden. Wildfremde ältere Damen vertrauen einem an, dass sie ja keine Kinder haben konnten, dafür aber eine Katze und ich sitze dann da, lächle freundlich und nicke. Zum Glück findet das Früchtchen die Dame auch einigermaßen interessant – sie ist stark und bunt geschminkt und trägt an allen Fingern Ringe.

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Ansonsten? Sherlock, Süßkartoffeln und Schokolade. Überlegt, das neue Buch von Charlotte Roche zu ignorieren. Nach der Kritik von Claudius Seidl in der heutigen FAS aber beschlossen, es doch zu lesen (Leider noch nicht online).

Unterwegs #4

A1, Rastplatz Tecklenburger Land. Ich bin allein mit dem Früchtchen unterwegs und wir brauchen eine Pause.

Das Abenteuer „Wir besuchen eine Raststätte“ beginnt mit einer Überraschung: Warten vor dem Wickelraum. Das ist mir ja bisher nur mal bei Baby Walz passiert. Nach fünf Minuten können wir rein. Das erste Dilemma: Wie löse ich mein Pinkel-Problem? Auf die Kindertoilette im Wickelraum gehen? Auf die Damentoilette? Mit dem Kind auf dem Arm? Schwierig. Ich entscheide mich für die erste Option und bin froh, eine Decke mitgenommen zu haben, die ich auf den Boden packen kann. Denn die vorgesehene Wickelmöglichkeit ist zu gefährlich – das Früchtchen kugelt jetzt herum.

Zweiter Programmpunkt: Mama hat Hunger. Sie bereut, sich keine Brote geschmiert zu haben, denn die Bestuhlung und Besitzung ist leider völlig kinderunfreundlich. Keine Sitzecke, wo man das Baby zum Essen ablegen kann, nicht mal Tische, die groß genug sind. Die Frage, wie ich Essen von der Theke zu einem Tisch mit dem Früchtchen auf dem Arm balancieren soll, durchdenke ich gar nicht erst und kaufe mir eine Packung Kekse.

Dritter Programmpunkt: Das Früchtchen hat Hunger. Ich mache mich auf die Suche nach einer geeigneten Ecke – ein bisschen abseits des Trubels wegen der Diskretion, aber vor allem weil das Früchtchen bei Trubel zu abgelenkt ist und nix trinkt. Drinnen: keine Chance, draußen gibt es nur Sitzplätze, die in der Sonne sind. Alles andere ist belegt oder zu laut. Fazit: Ich gehe zum Auto zurück und setze mich zum Stillen auf die Rückbank.
Und bin froh, dass das Früchtchen durch seine Mahlzeit nicht noch einmal zu größeren Geschäften angeregt wird. Der Grund: Die am Parkplatz gelegene Wiese liegt mitten in der Sonne und ist nicht gemäht, um dort mal eben einen provisorischen Wickelplatz einzurichten – der Kofferraum ist ja leider belegt.

Vierter Programmpunkt: Das Früchtchen braucht nach der Zeit im Maxi Cosi ein bisschen Auslauf – sprich eine Strampelpause. Entfällt, weil ich es nirgends hinlegen kann – auf dem Parkplatz blendet die Sonne und drinnen: siehe oben.

Willkommen in der Kinderfreundlichkeit.

Previously #3, #2, #1.

Tbc, da bin ich mir sicher.