Digitalisierung beginnt im Kleinen

Dieser Text ist ein kleiner Teil meines Newsletters, den ich regelmäßig versende. Hier kannst du dich anmelden.

Vergangenen Mittwoch habe ich einen Satz gesagt, der bei meinem Gegenüber hängen geblieben ist. „Digitalisierung ist auch, wenn ihr einfach mal miteinander redet“, habe ich gesagt. Seitdem denke ich darüber nach, ob es wirklich auch so einfach sein kann.

Was ich damit gemeint habe? Ein Beispiel: Mitarbeiter A hat vor einigen Jahren dem Chef aufgeschwatzt, bei Facebook aktiv zu werden und hat mehr oder weniger in Eigenregie den Kanal gestartet und eine stattliche und aktive Community aufgebaut. Mitarbeiter B pflegt seit jeher die Webseite. Manchmal wundert er sich, warum Mitarbeiter A auf Facebook konsequent seine Texte und Grafiken ignoriert. Nachgehakt hat er aber noch nicht. Manchmal benutzen sie auch die selben Fotos für ihre Geschichten. Unabgesprochen, logisch.

Ist das Digitalisierung, wenn man diese beiden Personen einfach mal zusammenbringt, ihnen klar macht, wie seltsam ihre Arbeitsweise eigentlich ist?

Eigentlich nicht. Aber gehört zur Digitalisierung nicht auch eine andere Arbeitsweise dazu? Flache Hierarchien, Transparenz – ohne jetzt zu buzzwordig zu werden. Es fängt eben doch auch schon damit an, dass Mauern eingerissen, Prozesse angepasst werden.

Will sagen: Digitalisierung heißt nicht immer sofort, ein millionenschweres Investitionspaket aufzusetzen, um die komplette IT-Infrastruktur zu verändern. Digitalisierung kann sofort beginnen. In kleinen Schritten, die sofort einen Effekt haben können. Um im Beispiel zu bleiben: Doppelarbeit wird abgestellt, Ressourcen für andere, möglicherweise wichtigere Projekte werden frei.

Vielleicht wirklich ein ganz guter Satz von mir gewesen.

19.2.: Frauen an die Macht, Dinge und ein Probeabo


Symbolbild zu Punkt 3

Herzlich Willkommen in meinem Experiment „Franziska versucht es mal wieder mit dem täglichen Bloggen“. Diesmal mit dem Versuch, keine Alltäglichkeiten zu verbloggen, sondern Gedanken des Tages auf den Punkt zu bringen und mit euch zu teilen.

Womit ich schon beim ersten Tweet wäre, der mich am Montag beschäftigt hat. Ist das so? Befinden wir uns also seit 13 Jahren in einer Krisensituation, weshalb Angela Merkel immer noch Deutschland regiert? Haben die Frauen bei den Grünen schon seit Jahren paritätisch das Sagen, weil die Partei in der Krise steckt? Und welche Frau wird das in den USA eigentlich übernehmen?
So verlockend es wäre, dieser These zuzustimmen, ich habe da ein paar Zweifel.

Ganz und gar keine Zweifel habe ich bei diesem Blog hier, das die geschätzte Anja Hartmann ins Leben gerufen hat und in dem sie jede Woche Geschichten zu einem Gegenstand aus ihrem Leben erzählt. In dieser Woche ist es die Geschichte zu einem ganz bestimmten Briefpapier. Und wenn ich mich hier auf meinem Schreibtisch so umschaue, liegen auch hier ganz viele Geschichten rum. Stifte, die mich ein halbes Leben begleitet haben, Zettel, zu denen ich seit Ewigkeiten neige, eine Clownsnase, zu der mir so viele kleine und große Geschichten einfallen. Danke Anja, dass du deine (Lebens-)Geschichten mit uns teilst. Lest sie bitte alle.

Und noch eine Geschichte zum Thema Lesen. Ich habe heute versucht, ein Abo einer deutschen Regionalzeitung abzuschließen. Zu Testzwecken. Und nun ratet mal, wie gut das geklappt hat. Na? Ist ja nur 2018.

Was digital ist, ist nicht privat

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Was ist eigentlich noch privat? Diese Frage habe ich mir letztens erst gestellt, als ein so genannter Personaldienstleister mir plötzlich per Whatsapp einen Termin zuschickte. Per Whatsapp. Wo ich normalerweise mit meinen Freundinnen Verabredungen zum Sport oder Wein abmache oder die Kinder verabrede. Ja, ein paar Medien schicken mir da auch ihre Newsletter, aber das war neu.

Aber warum eigentlich? Was ist der Unterschied, über Whatsapp kontaktiert zu werden oder eine SMS zu bekommen? Meine Antwort: das Umfeld. Obwohl das natürlich meine ganz persönliche Entscheidung ist, wen ich da hineinlasse.

Ein paar Gedanken später lande ich bei der Frage, ob es das wirklich private Profil in sozialen Medien eigentlich noch gibt. Denn immer wieder liest sicherlich auch du vor allem bei Twitter „Meinung hier privat“.

Schauen wir uns mal ein paar Beispiele an. Da wäre zum einen der sehr geschätzte Kollege Frank Behrendt. In seiner Twitter-Biographie schreibt er, dass er bei Serviceplan arbeitet, Autor, Stern-Stimme und Speaker ist. „Tweets hier sind privat“ lässt er uns wissen. Ja, was denn sonst, will ich ihn am liebsten fragen, twittert er doch fleißig von all seinen beruflichen Terminen, zeigt sich am Wochenende im Karnevalsoutfit und verlinkt seine Stern-Texte. Warum weist der Tausendsassa explizit darauf hin, privat zu twittern?

Absurd wird es aus meiner Sicht bei Menschen wie beispielsweise Klaus Müller. Er schreibt: „Hier twittert der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (…) Views are my own.“ Ich frage mich ernsthaft, wie das funktionieren soll? Gelangt ein Tweet von Müller in meine Timeline, verbinde ich doch gerade wegen des Hinweises auf seine berufliche Tätigkeit den Tweet automatisch auch mit der Verbraucherzentrale.

Tritt nicht jeder, der in sein Profil seinen Arbeitgeber schreibt, sofort auch als Botschafter für seine Firma auf? Wenn ich einen Tweet von Jens Toennesmann sehe, dann verbinde ich ihn nicht nur mit ihm als Journalisten, sondern habe sofort auch im Hinterkopf, dass er für die ZEIT arbeitet. Oder Peter Tauber. Schreibt, dass er u.a. Generalsekretär, Christdemokrat und Mitglied des Bundestages ist, bei Twitter aber privat? Und warum muss man bei einem Twitter-Account, der von einem selbst betrieben wird auch noch darauf hinweisen, dass die dort verbreitete Meinung wirklich die eigene ist, Peter Altmaier und Co.?

Die Grenzen verwischen. Was digital ist, ist nicht privat. Auch wenn ihr das ständig behauptet.

Mein Last-Minute-Besuch in Deuscthland

Zum Rumgeklüngel neigend, leicht zu manipulieren und einem Hang, der Masse zu folgen – so ungefähr würde ich das Bild von Jan Böhmermann über den Deutschen an sich bezeichnen. Das zumindest ist hängengeblieben, nachdem ich wie ein paar andere den gestrigen Sonntag genutzt habe, noch schnell einen Abstecher ins NRW Forum zu machen, um mir die dort endende Ausstellung „Deuscthland“ anzusehen. Handys abgeben, sich selbst ganz selbstverständlich mit einem grünen Punkt als Deutscher markieren, Schlange stehen, um per Telefonansage Feedback zu geben oder per Tweet rauszuhauen, ob man für „Ost“ oder „West“, „Palästina“ oder Israel“, „Kind“ oder Karriere“ oder eben „Schuldig“ oder Unschuldig“ ist. Dazwischen gibt es nichts und wer den Twitter-Account @deuscthland verfolgt hat, hat gesehen, dass sich ziemlich viele entscheiden konnten.

Was ich mochte: Die Ausstellung schafft es, den Finger in die Wunde zu legen. Zeigt, wie es um die Medienkompetenz deutscher Gerichte steht, zeigt wunderbar, welcher Kommentarspam jeden Tag das Internet flutet, welche Seilschaften zwischen Politik und Medien bestehen, lässt Kinder auf einem Militärfahrzeug herumklettern und wer „Unternehmen Reichspark“ bisher noch nicht gesehen hat, sollte das wirklich nachholen.

Schade finde ich allerdings, dass Böhmermann und Co. die vielen guten Punkte, die sie machen, selbst entkräften: Wenn wir uns Angela Merkels Wanderkleidung im Wandel der Zeit anschauen sollen, ja, sogar fühlen können. In diesem Moment begeben sich die Ausstellungsmacher auf dasselbe Niveau, das sie sonst an den Pranger stellen. Aber vielleicht ist das eben auch Deuscthland.

Was ich gelernt habe: Satire funktioniert auch in Form einer Ausstellung.
Danke, Bildundtonfabrik, danke NRW Forum.

Hilfe, wir sind Mainstream oder so toll waren die Goldenen Blogger 2017

Mittlerweile ist Freitag und ich habe mich auch am Freitag noch nicht von Montag erholt. Nicht, weil ich natürlich vorher und nachher viel zu wenig geschlafen habe, sondern eher weil es einfach ein so außergewöhnlicher Abend war, dass ich wohl noch ein bisschen Zeit brauche, um alles zu verarbeiten.

Interview-Marathon, Quelle: Henrik Andree / Basecamp

Das wird nicht einfacher, denn nach den zahlreichen Beiträgen von Medien wie Tagesthemen, Heuteplus, WDR, RBB, dpa, Welt erscheinen nun jeden Tag die Rückschauen in den Blogs. Kiki, die Notaufnahmeschwester, Frau Kaltmamsell, Fräulein Read on nenne ich hier mal exemplarisch, aber es sind unzählige weitere erschienen. Und dann adelt die "Washington Post" unser kleines goldenes Männchen auch noch als "one of Germany’s top digital media awards". Ganz ehrlich: Dann denke ich ganz schnell an die Zeiten zurück, in denen wir auf meinem Sofa mit Bügelbrett und Webcam ausgestattet saßen und streamten.

Fräulein Read On ist Bloggerin des Jahres Quelle: Henrik Andree / Basecamp

Ja, es scheint sich einiges in Sachen Blogs getan zu haben. Offenbar gibt es nun unter Medienmenschen doch so langsam ein wenig Demut gegenüber Internetpublizisten. Menschen, die aus Lust am Publizieren publizieren. Die einen aus purer Leidenschaft, die anderen, weil sie sich schon früh dazu entschieden haben, Geld damit zu verdienen und denen es trotzdem gelingt, sich einigermaßen treu zu bleiben.

Frau Kaltmamsell räumte die Kategorie „Tagebuch“ ab Quelle: Henrik Andree / Basecamp

Nun ist es unser Anliegen, auf die Perlen im Netz zu verweisen. Denen man die Leidenschaft, die Liebe zum Thema anmerkt. Vor denen man sich verneigt, wie wunderbar sie für ihre Sache kämpfen und dabei eben auch die digitalen Publikationskanäle nutzen. 

Und auch im elften Jahr ist uns das meiner Meinung nach ganz gut gelungen. Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich noch einmal durch die Gewinnerliste durchzuklicken, sich Bookmarks zu setzen oder sich die Blogfeeds in seinen Feedreader zu ziehen (Ja, ich mach das noch!).

Sophie Passmann gewinnt die Kategorie „Instastories“ Quelle: Henrik Andree / Basecamp

Über drei Dinge habe ich mich an diesem Tag aber besonders gefreut.

Erstens: Ich glaube, dass die meisten das Basecamp einigermaßen happy verlassen haben. Und das war mir wichtig: Viele haben einen wirklich weiten Weg auf sich genommen und sind zu uns nach Berlin gekommen (Bangkok!, Irland!, Spanien!) und ich habe gehofft, dass es keiner bereut. Wenn ich die vielen Kommentare bei Facebook, Twitter und in den Blogs lese, ist uns das einigermaßen gelungen (Und sogar Jochen hat seinen Preis noch erhalten und konnte sich beim Frühstück am Dienstag darüber freuen.).

Zweitens: Natürlich haben auch wir als Veranstalter geheime Favoriten und wir hoffen inständig, dass diese bei den zahlreichen Online- und Saalvotings gewinnen. Ich sag es mal so: Ein paar Mal hat das auch geklappt.

Quelle: Henrik Andree / Basecamp

Drittens: Mannmannmann, was hatten wir vor elf Jahren doch für eine Gaga-Idee da bei bei mir auf dem Sofa. Und Mannmannmann, Daniel und Thomas, was für ein Wahnsinn, dass wir das jetzt schon elf Jahre lang machen. 

Danke.
Und bis zum nächsten Jahr.

PS: In diesem Jahren haben uns Amazon, Bayer, Daimler, Facebook, Go Daddy, Google, Telefónica und Xing bei der Umsetzung als Sponsoren unterstützt. Wenn du ein Unternehmen kennst, das Interesse hätte, nächstes Jahr dabei zu sein, lass es mich wissen.

Quelle: Henrik Andree / Basecamp

Goldene Blogger: Fünf Dinge, auf die ich mich besonders freue

(Quelle: Dagger)

Am Montag ist es soweit. Christiane, Daniel, Thomas und ich verleihen die Goldenen Blogger 2017. Es werden wieder sehr viele der Nominierten vor Ort sein. Wir werden es hoffentlich wieder in einer angemessenen Zeit schaffen, alle Kategorien zu vergeben und alle Preisträger zu würdigen und am Ende werden wir hoffentlich gemeinsam an der Hotelbar einen Absacker trinken und danach völlig fertig ins Bett fallen. Hier die fünf Dinge, auf die ich mich besonders freue.

1. Berlin. Ja, hinziehen muss ich derzeit nicht mehr, aber regelmäßig Hauptstadtluft schnuppern – das gehört schon zu meinem Leben dazu! Und wir bereuen es keine Minute, den Schritt vor drei Jahren nach Berlin gewagt zu haben.

(Die Zeiten im Elementarteilchen in Düsseldorf-Flingern möchte ich aber auch und vor allem wegen solcher Fotos nicht missen.)

2. Ich darf euch alle treffen. Wie oben schon geschrieben: Sehr viele der Nominierten haben sich angemeldet, um mit uns gemeinsam die Goldenen Blogger zu küren. 80 Prozent? Das trifft es. Und die, die es in diesem Jahr leider nicht schaffen, werden uns hoffentlich im Stream zuschauen. Und auf ihren Kanälen dafür trommeln, dass ihre Fangemeinde dafür sorgt, dass sie den Goldenen Blogger nach Hause holen. Und ja: Ich freue mich darauf wirklich. Umarmen, Hände schütteln, quatschen – gibt ja sonst nicht so viele Gelegenheiten, die Blog- und Social-Media-Gemeinde mal so geballt in einem Saal zu treffen.

3. Es ist schon ziemlich toll, dass wir es wieder geschafft haben, Sponsoren zu akquirieren, die uns in Sachen Reise- und Hotelkosten unterstützen. Telefonica ist nun schon zum dritten Mal dabei, Xing, Google, Facebook bereits zum zweiten Mal und neu hinzugekommen sind Amazon, Bayer, Daimler und Go Daddy.

(Großen Dank auch an das NH Hotel, das uns diesmal beherbergen wird – auch für deren Flexibilität („Wir brauchen vier Zimmer ja schon eine Nacht früher. (…) Vielleicht auch fünf?“ – „Kein Problem!“!)

4. Das beste Team. Daniel, Thomas, Christiane, aber auch die anderen, die uns mittlerweile im Hintergrund helfen. Manuel, Feli, Katrin, Angela, Ferdinand und Markus. Danke, dass ihr da seid.

5. Die Show. Ein bisschen was wird (hoffentlich) geplant verlaufen, ein bisschen was vermutlich ziemlich ungeplant und überraschend. Werde ich wieder auf dem Boden liegen und einen Mund darstellen (Siehe oben!)? Wir geben auf jeden Fall unser Bestes geben, damit der Abend ein gelungener wird. Hier könnt ihr ab 19 Uhr die Show live verfolgen.

Neuer Look.

Wie ihr seht, sieht es hier jetzt ein bisschen anders aus. Zum einen hat sich Alexa Paetzel ein wenig ausgetobt und mich dabei unterstützt, dass ich für meine Selbstständigkeit ein schickes CI habe – Visitenkarten, Präsentationsfolien, Briefbögen für Rechnungen. Das sieht jetzt alles schön einheitlich aus und ich wollte dann, dass sich dieses so genannte CI auch auf meinem digitalen Kanal wiederfindet. Auf Alexas Basis quasi hat sich dann der sehr geschätzte Christian Fischer aka Jawl wiederum ausgetobt und mir diese wunderbare digitale Heimat gezaubert. Erstmals ist nun auch blog.franziskript.de von franziskabluhm.de abgekoppelt, aber durch Verlinkungen noch verknüpft. Mir war es wichtig, das eine vom anderen ein bisschen stärker zu trennen, auch wenn das natürlich eigentlich gar nicht möglich ist.

Ich hoffe, ihr fühlt euch wohl, findet die Schrift angenehm zu lesen. Wenn euch noch was auffällt, schreibt mich gerne an, kommentiert und macht, was man eben so macht, in diesem Internet. Und bucht die zwei!

Design Thinking ist mehr als ein Buzzword

Dieser Text ist eine Kurzversion eines Textes aus meinem Newsletter. Meinen Newsletter kannst du hier abonnieren.

Ich habe die vergangene Woche vor allem genutzt, darüber nachzudenken, wie man auf neue Ideen kommt. Warum? Zum einen habe ich einen Workshop vorbereitet, in dem neue Ideen entstehen sollten, zum anderen habe ich mich mit der Start-up-Szene beschäftigt. Was gibt es da eigentlich? Wie finden Inkubatoren und Acceleratoren gute Start-Ups? Und wie können Unternehmen und Verlage auf innovative Ideen kommen und diese Ideen auch mit kleinen externen Teams wie zum Beispiel Start-Ups umsetzen? Was sind geeignete Methoden, um schnell herauszufinden, ob eine Idee gut, mittel oder einfach zu vernachlässigen ist.

Dabei habe ich meine Liebe für den Design-Thinking-Ansatz wieder entdeckt. Hier die Gründe.

1. Design-Thinking hilft ganz wunderbar dabei, Menschen aus ihrem „Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht“-Denken herauszuholen. Ich kenne ein paar Tricks und Methoden, Menschen aus ihrer „Comfort Zone“ herauszuholen und freue mich, wenn nach dem ersten Unbehagen ein „Das war gut, dass wir mal ganz anders denken mussten“ kommt.

2. In einem dieser schlauen „Design-Thinking-Bücher“ habe ich mal gelesen, dass Design Thinking eine Einstellung sei und vor allem Achtsamkeit gegenüber der Außenwelt bedeute. Ich finde diese Formulierung sehr treffend und würde mir wünschen, wenn sich Produktverantwortliche noch mehr mit ihrer Außenwelt auseinandersetzen würden. Wer braucht mein Produkt? Welches Problem löst mein Produkt? „Warum muss ich mit Leuten reden, ich weiß doch, was meine Zielgruppe will“, ist ein Satz, den ich häufig höre. Leider.

3. Es ist so nützlich, sich in andere hineinzuversetzen, die eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen, mal ganz anders zu denken, als man es gewohnt ist.

4. Es macht alle gleich – ob Abteilungsleiter, Chefredakteurin oder Praktikantin – alle Ideen sind gleich, jede Meinung zählt und findet im Prozess Berücksichtigung. Weil das Ziel im Fokus steht und nicht Hierarchien.

5. Nach einem Workshop-Tag sind zwar alle total platt (ich inbegriffen), aber irgendwie auch glücklich. Weil Ideen generiert, weiterentwickelt und am Ende auch bewertet wurden und das Ziel erreichbarer scheint.

(Ach ja, mein Blog habe ich in der letzten Woche auch noch gerelauncht. Ich freue mich über Feedback.)

Wie wird 2018?

Dieser Text erschien in meinem Newsletter in ungekürzter Form. Meinen Newsletter kannst du hier abonnieren.

„2018 muss das Jahr werden, in dem Silos aufgebrochen werden, mehr Vielfalt gelebt und endlich wieder der User wieder in den Mittelpunkt gestellt und mit ihm auf Augenhöhe kommuniziert wird“, schrieb ich vor Weihnachten auf der Facebook-Seite von Medialab-Bayern-Chefin Lina Timm in aller Kürze.

Ich habe die Feiertage genutzt, um das etwas ausführlicher darzulegen und komme auf sieben Thesen. Sieben Thesen zu Medien, Digitalisierung und Kommunikation in 2018. 

1. Wer bisher nicht daran gearbeitet hat, sich eine echte Community aufzubauen, wird es 2018 schwer haben. Kunden- bzw. Nutzerorientierung wird noch wichtiger, um nachhaltig neue Geschäftsmodelle aufzubauen. Und zwar keine Kundenorientierung aus dem Bauch heraus.

Mit dem Aufbau von Communitys meine ich nicht nur die Investition in eine gute Social-Media-Strategie. Wer wirklich Geld verdienen will, muss das unabhängig von börsennotierten Unternehmen wie Facebook und Co. schaffen. 

2. Social Media wird sich nicht mehr so sehr auf Facebook konzentrieren – Instagram wird da eine noch wichtigere Rolle spielen. Und mein Wunsch wäre, wenn Medien Whatsapp nicht nur als Linkschleuder nutzen würden, sondern sich die Arbeit machten, echten Communityaufbau zu betreiben. Leider immer noch ein von vielen unterschätzter Kanal.

3. Mit einer intelligenten Auswertung von Daten und gut gebauten Chatbots ist es möglich, Nutzer und Kunden noch persönlicher anzusprechen.

4. Sprachassistenten von Amazon und Google, die Renaissance des Podcast – 2018 wird noch viel mehr das Jahr des gesprochenen Wortes werden. Anfangs war ich skeptisch, mittlerweile bin ich überzeugt. Allerdings bin ich mir sicher, dass Alexa und Co. nur Übergangsgeräte sein werden, und damit meine ich auch die gepimpten Geräte, die jetzt noch einen Bildschirm dazu bekommen.

5. 2018 wird es auf dem Markt der Inhalteersteller – ich sag das jetzt mal so ganz furchtbar und meine damit Verlage, Agenturen und was es da sonst noch so gibt – turbulent. Die Branche ist im Umbruch und stellt sich gerade neu auf. Wer zu klassisch unterwegs ist und immer noch zu sehr in Silos denkt, wird am Ende zu den Verlierern gehören.

6. Der Kampf zwischen Verlegern und öffentlich-rechtlichen Sendern wird in die nächste Runde gehen. Das Popcorn für alle Beobachter steht bereit. Am Ende werden aus meiner Sicht beide Seiten verlieren. Die Verleger, weil sie sich auf den falschen „Feind“ konzentrieren, die Öffentlich-Rechtlichen, weil sie aus sich heraus nicht reformfähig sind (siehe 5.).

7. Und bei den Big Four? 2018 wird nicht das Jahr von Google, Apple oder Facebook – 2018 wird das Jahr von Amazon.

Ich wünsche dir ein gesundes und erfolgreiches 2018. Lass uns was draus machen. 

Bücher 2018: Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke


Ich gehöre zu den Menschen, die sich vorgenommen haben, in diesem Jahr mal wieder mehr zu lesen. 30 Bücher habe ich mir vorgenommen. Ich denke, dass das zu schaffen ist. Mit ein bisschen schummeln (In 2017 bereits 200 Seiten gelesen) den dritten Teil des Zyklus von Joachim Meyerhoff dann doch endlich mal beendet.

Mit dem Zyklus habe ich angefangen, weil Olli Schulz Meyerhoff mal bei Fest&Flauschig empfohlen hat. Und irgendwie fand ich es interessant. Nicht lustig, wie in den Klappentexten versprochen wurde, sondern ja, interessant. Teil 2 und auch diesen dritten Teil habe ich mir gekauft, weil ich dachte, dass ich bei 1 und 2 einfach nicht in der Stimmung gewesen bin zum Lachen, aber auch bei Teil 3 war nix so richtig komisch.

Ich verstehe nicht so richtig, warum die Teile sich so gut verkaufen, denn der Protagonist ist aus meiner Sicht keine Person, mit dem man sich gerne identifiziert. Auch im dritten Teil nervt mich seine gescheiterte Existenz ein wenig und ich hoffe nun sehr, dass er in Teil 4 mal ein bisschen mehr Selbstvertrauen hat.

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