Nachdenken über Kommunikation

Weint der Sohn, weil ihm etwas weh tut oder weil es ihm eigentlich um etwas anderes geht? Warum habe ich den Eindruck, dass das mir gegenübersitzende Pärchen in der Bahn gerade ziemlichen Zoff hat? Was kann ich tun, um auf einer Party, auf der ich niemanden kenne, möglichst schnell jemanden zum quatschen zu finden? Und was kann ich tun, um möglichst alle in der Gesprächsrunde mit einzubeziehen?

Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftige ich mich seit vergangener Woche. Der Grund: Ich habe eine NLP-Practitioner-Ausbildung begonnen und sitze seitdem nicht mehr aufs Smartphone starrend in der Bahn, sondern schaue mir die Menschen an. Beobachte Körpersprache, schaue, wie synchron sie unterwegs sind. In meinem neuen Seminar, das ich seit Montag an der Medienakademie Ruhr gebe, habe ich diesmal nicht danach gefragt, welche Erwartungen die Teilnehmer an das Seminar haben, sondern darum gebeten, mir zu erzählen, was im Fall eines optimal verlaufenden Seminars am Ende des Tages wohl anders sei. Weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass ich dann viel besser konkretere Vorstellungen entwickeln kann. Und über fünf Dinge denke ich gerade immer noch intensiv nach.

Erstens: Sich das „Ich Hier Jetzt“ bewusst machen. Die Annahme: Du kann viel besser mit bestimmten Situationen umgehen, wenn du dir bewusst machst, wer du gerade bist (Führungskraft, Mutter, Ehefrau, Tochter…), wo du gerade bist (Küche, Büro, Konferenzraum, Bühne) und wann.

Zweitens: Im NLP gibt es den Begriff des Rapports, der soviel wie „gemeinsamer Takt“ bedeutet, den wir unbewusst immer suchen, wenn wir beispielsweise bei einer Party auf fremde Menschen treffen. Das kann unbewusst oder bewusst entstehen. Mich fasziniert, wie schnell sich Menschen in Gruppen unbewusst angleichen, um diese gemeinsame Basis herzustellen.

Drittens: Verändert die digitale Kommunikation gerade auch die Offline-Kommunikation?

Viertens: Nach unzähligen Seminaren als Trainerin war ich das erste Mal mal wieder selbst Teilnehmerin. Und das war manchmal gar nicht so einfach, weil ich immer wieder aus meiner Rolle herausfiel und zur Beobachterin wurde und Übungen, Timings und diverse Kleinigkeiten in „spannende Ansätze“ oder „Das würde ich ja niemals so machen“ einordnete.

Zu guter Letzt: Kinder bis zu einem bestimmten Alter verwechseln gerne mal die 7 und die 4. Also, wenn man sie anders schreibt. Ich bin mir sicher, dass du dir auch erklären kannst, woran das liegt. :)

(Dieser Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst)

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