Warum ich neuerdings laufe

(Dieser Text war in leicht abgewandelter Form Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.)

„Ich müsste mal wieder mehr Sport machen“ – das war einer dieser Sätze, den ich in den vergangenen Monaten häufiger gesagt hatte. Und jedes Mal habe ich über mich geärgert, wenn ich mich selbst mit Sätzen wie „Keine Zeit“, „Du hast halt zuviel um die Ohren“ oder „Bis ich beim Laufen ne ordentliche Strecke hinbekomme, dauert das ja ewig“ gedrückt habe. Obwohl ich natürlich weiß, dass ich offenbar einfach nicht bereit gewesen bin, mir diese Zeit zu nehmen, Prioritäten zu verschieben. Vor sechs Wochen habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und bin mit einer Freundin an einem Samstagmorgen laufen gewesen. Kein „Ich halte das doch eh nicht durch“, sondern Intervallläufe. Wer mir damals gesagt hätte, dass ich in drei Wochen 20 Minuten am Stück laufen und dabei entspannt plaudern könnte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Oder dass ich nach sechs Wochen locker 5,3 km schaffe und sogar noch hätte weiterlaufen können.

Warum ich dir das schreibe: Zu oft drücken wir uns mit blöden Ausreden, planen ewig herum, ohne wirklich die noch so kleinen Dinge zu tun, um unsere Ziele zu erreichen. Suchen nach den Gründen, warum das Projekt scheitern könnte oder konzentrieren unsere Energie darauf, Fallstricke zu antizipieren, obwohl es sie noch gar nicht gibt. Aber einfach loszulegen und sich mit den Widrigkeiten dann auseinander zu setzen, wenn sie wirklich auftreten, daran denken wir meist zuletzt. Fang also einfach mal an. Schreib den Text, starte das Blog, gründe die Firma oder fang wie ich an zu laufen.

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