Woran ich denke, wenn ich zu lange auf Clubhouse war

Am Samstag bin ich auf Instagram auf die App „Clubhouse“ aufmerksam geworden und diese App hat mich am Wochenende dann doch ziemlich beschäftigt.

Clubhouse?

Clubhouse ist eine audiobasierte App, auf der du dich ziemlich einfach mit allen möglichen Menschen zu kleinen Gesprächen, größeren Diskussionsrunden oder anderen Livetalks treffen kannst. Du kannst, wie in einer Fishbowl, Menschen aus der Runde aufs „Podium“ holen“ oder auch einfach alle wild diskutieren lassen. Seit Samstag wächst die Zahl der deutschsprachigen Nutzerinnen und Nutzer – wobei die App bisher nur auf iOS-Geräten verfügbar ist und der Hype sich zusätzlich verstärkt, weil jeder immer nur zwei Menschen dazu laden kann und das auch nur funktioniert, wenn du mal eben deine Kontakte freigibst.

Es gibt mittlerweile ziemlich viele Artikel, Meinungen und Empfehlungen zu dieser App, die auf das Für und Wider eingehen. Und bei all den negativen Seiten, die diese App hat (z.B. grenzt sie große Personengruppen aus, Datenschutz ist ein Problem etc.), trifft sie den Nerv der Zeit: Zufällige Begegnungen, nach denen wir uns wieder sehnen, überhaupt Begegnungen, macht sie auf unkonventionelle Art und Weise möglich, Smalltalk, ich fühle mich dort ein bisschen wie auf einem Schulhof, auf dem Grüppchen zusammenstehen und ins Gespräch kommen. Manchmal gibt es dort tiefe Gespräche, manchmal aber auch nur Herumgealber oder belangloses Zeug.

Aber darum soll es eigentlich gar nicht gehen.

Denn ich möchte teilen, dass die Beschäftigung mit der App mir noch einmal klar machte, warum ich zwar zahlreiche Podcasts höre, warum ich Audio manchmal sehr schätze und manchmal auch wieder gar nicht.

Denn: Audio bremst. Das ist gut: Endlich mal ein bisschen langsamer, sich wirklich auf eine Sache konzentrieren! Es ist aber dann nicht gut, wenn es schnell gehen muss oder ich eine Information nicht erst in drei Stunden, sondern möglichst schnell haben möchte. Das Gefühl habe ich übrigens oft bei langen Podcasts (Die aktuelle Folge Drosten ist auch schon wieder länger als eine Stunde!). (Und auch bei Clubhouse, denn dieses Herumwandeln, hier ein bisschen Quatschen, da mal ein bisschen Zuhören – das kostet Zeit, die gerade jetzt mit den Herausforderungen zwischen Job, Homeschooling und Co. sorgfältig verteilt werden will.)

Und da wären wir auch schon bei dem kleinen Gedanken, den ich in dieser Woche mit dir teilen wollte und der mir durch den Clubhouse-Hype bewusst wurde: Text kann oft auch echt super sein. Schnell, scanbar, asynchron – um nur einige Vorteile zu nennen.

(Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

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