Neues aus der Hof-Schule – Tag 23

Der neue Tag in der Hofschule beginnt mit den üblichen Routinen. Der neu eingeführte Morgenkreis macht uns locker, danach bearbeiten die Jungs Aufgaben in Schulheften bzw. Vorschulblocks. Die Videoschalte zum besten Freund wird nur noch dafür genutzt, auszutauschen, welchen Tierfilm man schaut, Small Talk findet kaum noch statt. Es wird Zeit, dass die Kinder sich wieder live treffen können.

Als Auflockerung nach den Aufgaben gibt es zum Abschluss des Vormittags etwas Besonderes: Panini-Sticker aus der Premier League zum Ausmalen. Topmotiviert und begeistert ermalen sich die beiden ihr persönliches Premier-League-Team. Sowas für die Bundesliga oder die Champions League wäre auch toll.

Autor: Der Mann

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So war Tag 18
So waren Tag 16 und 17
So waren die Ferien in der Hof-Schule
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So war Tag 13
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So war Tag 6
13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
So war Tag 5
So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
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Neues aus der Hof-Schule – Tag 22

Die Laune ist heute bei allen Beteiligten nicht die beste. Der große Sohn hat keine Lust auf die Aufgaben und jammert dementsprechend. Der kleine Sohn hat keine Lust auf Vorschulblöcke und kommt aus diesem Grund alle zehn Minuten und präsentiert seine halbherzig gelösten Aufgaben. Meine Nerven liegen blank, weil ich nicht dazu komme, die wenigen Gedanken, die ich mir für den Vormittag vorgenommen habe, zu durchdenken. Wir gehen uns also alle ein wenig auf die Nerven, irgendwann macht jeder seinem Ärger Luft und dann geht es weiter im Programm. Die Aufgaben sind alle doch schneller als gedacht gelöst, so dass der geplante Call mit dem besten Freund dann doch stattfinden kann. Es geht heute um rote Panda und danach tauschen und sortieren sie Fußball- und Ninjago-Karten. Ich nutze die verbleibende Zeit für die geplanten Gedanken, telefoniere, schreibe E-Mails und freue mich auf den Nachmittag.

Mittagessen: Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Brokkoli. Den Brokkoli durfte ich alleine essen.

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Neues aus der Hof-Schule – Tag 21

Ich habe das Gefühl, der Montag ist ein besonderer Tag. Die Kinder kommen schwerer aus den Betten, irgendwie steckt allen das Wochenende noch in den Beinen, obwohl da ja nichts Besonderes passiert ist bis auf den zunehmenden Lagerkoller, den jeden im Laufe des Wochenendes mal erwischt.

Der Tag startet mit dem Morgenkreis, in dem wir jetzt seit ein paar Tagen in die Hof-Schule starten. Wir singen, erinnern uns an das Datum, erzählen uns, was wir so vorhaben und dann geht’s los. Der große Sohn kümmert sich um seine Aufgaben, der kleine sucht sich ein paar Ausmalbilder und seinen Vorschulblock. Um 10 Uhr beginnt die Schalte zum gemeinsamen „Anna-und-die-wilden-Tiere“-Gucken, wobei es diesmal um Haustiere geht und mir der Sohn dann später die Vorzüge eines Axolotls als Haustier aufzählt. Wir planen die morgige Schalte, die verschoben werden muss, da nun auch Geschwisterkinder Videokonferenzen haben.

Zu den wöchentlichen Aufgaben sind in dieser Woche Challenges hinzugekommen – heutiges Programm: Wie viele Nudeln sind in diesem Glas?

Ansonsten habe ich Fragen: Müssen wir den Challenges-Zettel zurückschicken? Ist überhaupt eine Rückmeldung gewünscht? Warum haben wir auch eine Aufgabe für den 1. Mai erhalten? Sollen wir uns eine Mai-Nelke besorgen? Und am allerwichtigsten: Wie lange noch?

Zum Mittag gibt es auf Beschluss der Kinder Milchreis und seit 14 Uhr kümmere ich mich nun exklusiv um meine Kunden.

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Neues aus der Hof-Schule – so lief Tag 18

Um 9.45 Uhr teilt mir der große Sohn mit, dass er das vorgegebene Arbeitspensum für den heutigen Tag bereits abgearbeitet habe. Mathe, Deutsch und Englisch – alles fertig. Ich reiße mich zusammen, damit meine Gesichtszüge nicht zu sehr entgleiten. Er nutzt die freie Zeit, um schon mal rauszusuchen, welche Folge „Anna und die wilden Tiere“ heute mit dem besten Freund geschaut werden soll.

Da ich nach der Session noch in der Telefonkonferenz hänge, nicke ich ab, dass sie sich noch eine Folge „Was machen die Dein-Song-Finalisten eigentlich in der Quarantäne“ anschauen können. Der kleine Sohn hat heute keine Lust auf Malen und Vorschulblöcke und hat sich was zu spielen mitgebracht, während der große Sohn noch ein paar Aufgaben in der Anton-App löst. Freiwillig wohlgemerkt.

Ich zücke mein Handy, denn in der Kita-Whatsapp-Gruppe war gestern noch ein Mitmach-Video eingetrudelt. Die Tochter der einen Erzieherin erklärt, wie man flechtet. Und so flechten die Jungs fleißig, bevor wir um kurz nach 12 die Hof-Schule verlassen.

Durch den plötzlichen Shutdown vor nunmehr fünf Wochen liegen hier zwei Freundebücher rum, in die die Jungs reingeschrieben haben. Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Weg, diese zurückzubringen. „Seid ihr zuhause?“, frage ich trotzdem überall nochmal nach, was alle bejahen. Wohin sollen sie auch sonst mit den Kids im Home-Office. Bücherübergabe funktioniert, der eigentlich dringend notwendige Schuhkauf entfällt, weil es nun notwendig ist, einen Termin mit dem Schuhladen zu vereinbaren. Das geht ganz praktisch über die Webseite aber nicht im Laden selbst. Und berufliche Telefonate kann man ja auch wunderbar beim Spazierengehen durchführen. Aber ich muss wohl nicht erwähnen, dass das heute noch ein langer Abend wird, denn Konzepte aufschreiben, Antworten auf Mails durchdenken, Texte formulieren – das geht leider noch nicht so gut von unterwegs.

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Ferien in der Hof-Schule

Als es vor fünf Wochen losging mit dem ganzen Corona-Wahnsinn, da dachte ich noch: Jo, fünf Wochen bekommen wir das ganze schon hin. Haben die Hof-Schule erfunden, Struktur in die Tage gebracht und das alles in der nicht ganz so einfachen Kombination aus Vorschulkind und Drittklässler und zwei voll berufstätigen Eltern hinbekommen. In den vergangenen zwei Wochen Osterpause war das dann ein wenig anders: länger schlafen, weniger Struktur am Vormittag, um den Kindern ein Gefühl von Ferien zu vermitteln, die wir eigentlich zum Großteil bei den Großeltern verbracht hätten. So wurde das Ostereier-Suchen in die Wohnung verlegt, viel spazieren gegangen. Was man halt so macht.

Und nun? Die leise Hoffnung, dass die Kinder bald wieder mit Gleichaltrigen Zeit verbringen können, ist zumindest bei mir erloschen. Bis zum Ende des Schuljahres sind noch ein bisschen mehr als zwei Monate. Ich versuche mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass diese Hof-Schule mindestens bis zum Sommer nun zu einem Dauerzustand werden wird: Wenn in der Grundschule noch einmal Kinder beschult werden, dann wohl nur die Viertklässler, ich befürchte, dass allein das schon für viele Einrichtung eine große Herausforderung ist.

Noch düsterer sind meine Gedanken, wenn ich an die Kita denke: Da gibt es ja bisher noch nicht mal einen Plan für eine schrittweise Wiedereröffnung, obwohl das Leopoldina-Expertengremium dazu geraten hatte. Wird es für den Sohn vor Schuleintritt noch eine Art Abschied geben?

Und so starten wir also am Montag in die zweite Phase der Hof-Schule. Am Wochenende werden wir vermutlich wieder ein Arbeitspaket zusammengestellt bekommen, mit vielen PDFs zum Ausdrucken, die das Schulkind dann bearbeiten kann. Dazu Anton-App, Antolin und Bildungsfernsehen. Selbst zusammengeklöppelt und in der Hoffnung, dass wir unserer Arbeit trotzdem gerecht werden können.

Kinder im Home-Office – 13 Tipps, um nicht zu verzweifeln

Kinder im Home-Office – das ist für alle Beteiligten eine Herausforderung und Learning by Doing. Anja Hartmann, Autorin des Blogs bucketrides.org sowie Ko-Autorin von nichtmitabsicht.de und Franziska Bluhm tauschen sich seit dem Beginn der Corona-Schließzeit aus – was funktioniert und was eben nicht. Hier die ersten Erkenntnisse. Unsere Beobachtungsbasis: Grundschulkinder, die sich eigentlich ganz gut allein beschäftigen können, und ein Vorschulkind, das sich glücklicherweise bereits auf die Schule freut. Sowie: Eltern, die prinzipiell sowieso häufiger zuhause arbeiten und deshalb technisch, mental und emotional mit den Chancen und Risiken der Arbeit am heimischen Schreibtisch vertraut sind. Aber auch wir können sagen: Einfach ist es nicht. Zu keinem Zeitpunkt. Was helfen kann – 13 Tipps.

1. Den Tag strukturieren: Es ist hilfreich, wenn Kinder wissen, was sie erwartet. Auch feste Termine helfen dabei – neben eigenen Fächern können das auch Radio- oder TV-Sendungen sein, bei denen man im Idealfall sogar was lernt: Mikado um 9 Uhr, Sendung mit der Maus um 11.30 oder am Abend um 19.50 Uhr das gemeinsame Corona-Update mit Logo! Wichtig dabei: einen Unterschied machen, ob jetzt Schul- oder Freizeit ist. Das hilft Kindern und Eltern.

2. Kurze Lerneinheiten planen: Es ist kein Zufall, dass Schulstunden nur 45 Minuten lang sind. Selbst wenn Eure Kinder sich sehr gut konzentrieren können: Irgendwann brauchen Sie einen Szenen- oder Themenwechsel.

3. Abwechslung schaffen: Damit Zeitfenster für die eigene Arbeit entstehen, ist es wichtig, Abwechslung einzubauen zwischen Dingen, die die Kinder allein machen können (z.B. Arbeit mit Apps, Lesen) und Dingen, bei denen sie unter Umständen Hilfe brauchen (z.B. Arbeitsblätter).

4. Alle Fächer integrieren: Sport und Bewegung ist für die Kinder zwischendurch wichtig – dann fällt es auch leichter, sich auch wieder zu konzentrieren. Hüpfen, ein paar einfache Yoga-Übungen funktionieren auch drinnen.

5. Flexibel sein: Wenn das Kind Lust hat, sich länger mit Dingen zu befassen, laufen lassen. Die Langeweile kommt eh ganz von allein.

6. Neue Fächer erfinden: Kochen, Putzen oder „Schöner leben“ – wenn diese Dinge in den Alltag von vornherein integriert sind, fällt es leichter, die Kids auch dafür zu motivieren. Gegebenenfalls auch Fächer, bei denen die Kinder bei der eigenen Arbeit helfen können (z.B. Excel-Tabellen sortieren lernen, kleine Recherchen z.B. ein eigenes Indoor-Sportprogramm finden usw.)

7. Mediennutzung geschickt lenken: In manchen Situationen hilft nur noch eins: der Fernseher, das iPad oder auch das Smartphone, weil es Momente zum Durchatmen, Deep Work oder den wirklich wichtigen und nicht zu verschiebenden Call ermöglicht. Aber vielleicht gelingt es auch manchmal, den Medienkonsum gezielt einzusetzen: Yoga mit dem iPad bringt Entspannung, Sachunterricht mit einem Video aus der Mediathek oder die Englischstunde per Youtube.

8. Planen & Dokumentieren: Täglich planen, welche Fächer und Inhalte (ungefähr) wann dran sind – und spätestens abends dokumentieren, was geschafft wurde (wenn das nicht von der Schule ohnehin abgefragt wird). Wer Lust hat: Jetzt sind auch tolle Zeiten, um Tagebuch zu schreiben!

9. Nachhaltig denken: Da die Schulschließungen uns voraussichtlich noch mehrere Wochen begleiten werden, ist es wichtig, nicht jetzt aus Versehen Beschäftigungen einzuführen, die sich nicht durchhalten lassen. Überlegt deshalb gut, ob Ihr wirklich jeden Tag eine Stunde gemeinsam Papierflieger basteln wollt…

10. Eigene Mail-/Skype-Adresse fürs Kind einrichten: Das geht natürlich erst ab einem bestimmten Alter, aber wenn möglich, ist das eine gute Sache. Kinder lernen den Umgang mit diesen Tools, können selbst mit Großeltern, Freunden kommunizieren.

11.Die eigene Arbeit strukturieren: Natürlich muss auch der eigene Arbeitsalltag muss angepasst werden. Bei Aufgaben, die tendenziell Rückfragen notwendig machen, sollten sich Eltern nicht vornehmen, parallel an einer komplexen Excel-Tabelle zu arbeiten, die eine hohe Konzentration erfordert. Die eigene Arbeit entsprechend einteilen in Konzentrationsthemen und “Dabei kannst Du mich stören”-Themen; idealerweise – wenn vorhanden – während der Konzentrationsthemen die Kinder jemandem anders übergeben
12. Noise-Cancelling-Kopfhörer nutzen: Egal ob für die Kids oder für die Eltern – sehr hilfreich, damit alle zwischendurch mal ihre Ruhe haben können.

13. Humor behalten: Es klappt nicht jeden Tag gleich gut. Manchmal auch richtig schlecht. Lacht gemeinsam darüber, wenn etwas schief geht, habt Nachsicht, dass sich alle in das Familien-Home-Office eingrooven müssen – und habt Verständnis dafür, dass jeder sich gerade Sorgen macht und auch mal schlechte Laune hat.

Vielleicht wäre Punkt 14 bloß nicht alles gleichzeitig zu versuchen. Aber vielleicht hilft der eine oder andere Punkt, ein bisschen besser durch die nächsten Wochen zu kommen.

Was klappt bei dir? Gerne in den Kommentaren ergänzen.

Ergänzungen:
Der Grundschulverband mit Tipps

Neues aus der Hof-Schule – Teil 3

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war.

Der Tag beginnt besonders, weil der große Sohn Geburtstag hat. Wir stehen ein bisschen früher auf, packen Geschenke aus, telefonieren mit den Omas. Danach Hof-Schule. Mathe – die Aufgaben, die die Lehrerin für die gesamte Zeit aufgegeben hat, sind nun alle abgearbeitet. An Tag 3. Im Sachunterricht mit Videoschalte, der beste Freund ist wieder am Start, geht es um die systemrelevanten Berufe und die Jungs wollen auch darüber sprechen, wie man sich eigentlich ansteckt. Logo! hinterlässt Spuren. Der kleine Sohn nutzt die Zeit und bastelt aus zwei Pappen ein Notebook und setzt sich an den Schreibtisch mir gegenüber, so dass wir nun beide in unsere Rechner starren.

Nach dem Sachunterricht meldet sich der Onkel per Facetime und hat offenbar Zeit, so dass die Jungs mit ihm so lange sprechen, bis das Smartphone-Akku versagt und die Deutschstunde für heute entfällt. Sie nutzen die verbleibende Zeit, um die Stecktiere zu vollenden. Wir scheitern gemeinsam daran, die Beine an Affen und Hund zu stecken – vielleicht sind wir auch einfach schon zu hungrig.

Genervt, weil das dann alles doch viel länger gedauert hat als gedacht, mein nächster Call näher rückt, holen wir Pommes und Nuggets vom Imbiss – die heimische Gastroszene muss schließlich auch unterstützt werden. Ich freue mich, dass ich nach dem Call zwei Stunden ungestört arbeiten kann – Mails beantworten, Texte lesen, denken. Danach geht es für einen ausgiebigen Spaziergang am Rhein an die frische Luft – wir halten Abstand, spielen Fußball, genießen die Sonne.

Am Abend dann die Kanzlerin, Logo!, die Wäsche. Be-Happy-Tee, Halloren-Kugel und Killepitsch. Und Arbeit.

So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Teil 2

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. Der eine Drittklässler, der andere ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war, denn es liegt im Hinterhof unserer Wohnung. Ich berichte Wir berichten hier darüber, wie uns das gelingt und was wir dabei lernen.

Seine Sicht: Nun war ich also zum ersten Mal dran. Freiberufler und Freiberuflerin mit Büro im gleichen Gebäude – klar, dass man sich auch das Betreuen der Schul- und Kita-losen Kinder aufteilt. Hier sind meine fünf Erkenntnisse meines ersten Tags der „Hofschule“:

1. Die Hoffnung, neben der Betreuung der Kinder auch noch einiges wegarbeiten zu können, erwies sich als unrealistisches Wunschdenken.
Geometrieaufgaben, die der Drittklässler aus der Schule mitbekommen hat, Mal- und Zählaufgaben aus Vorschulblocks für den Fünfjährigen und dann noch Telefonkonferenzen, Artikel schreiben – und das alles zeitgleich – nicht machbar. Erkenntnis: Lieber mit dem Glauben, nichts zu schaffen, in den Vormittag gehen, dann führt jede geschaffte Arbeit zu positiven Gedanken.

2. Für alle Beteiligten, insbesondere aber den Drittklässler werden die Wochen zu einer großen Herausforderung. Er vermisst sein
Fußballtraining, seine Freunde, seine Klassenkameraden. An beiden bisherigen Abenden antwortete er auf die Frage, was das Schönste des
Tages war: dass er eine Stunde per Videoschaltung seinen besten Freund sehen konnte und mit ihm zusammen für kleine Aufgaben recherchiert hat.

3. Wenn ich mir unsere letztlich doch komfortable Situation mit Büros auf dem gleichen Grundstück der Wohnung vor Augen führe, also Hof Office statt Home Office – dann habe ich noch mehr Respekt vor Leuten, die nun wochenlang mit ihren Kindern in einer womöglich kleinen Wohnung arbeiten sollen. „Home Office“ klingt immer auch ein bisschen komfortabel, man ist zu Hause, arbeitet ein bisschen nebenbei, kann sich auch mal ausruhen zwischendurch, ist ja keiner da, der nachschaut. Die kommenden Wochen werden vielen vor Augen führen, dass das Gegenteil der Fall ist.

4. Dennoch: Ich glaube, dass die kommenden Wochen auch sehr viel Positives für jede Familie hervorbringen können. Viele Eltern, die sonst den ganzen Tag lang fern der Kinder arbeiten, gewinnen nun Zeit mit ihnen. Wenn man offen und positiv an die ganze Sache heran geht, dann werden viele tolle Momente entstehen, an die man sich später als Familie erinnern wird.

5. Und nicht zu vergessen: Aufgaben von Drittklässlern können auch für Erwachsene zu Denksportaufgaben werden, wenn man sich jahrzehntelang nicht mit dem Thema Geometrie befasst hat.

Meine Sicht: Der Tag beginnt für mich am Schreibtisch. Der Mann hat Schuldienst und ich kann mich am Vormittag um die Arbeit kümmern. Geht dennoch nur bedingt, weil ich die Gespräche nebenan höre und die Noise-Cancelling-Kopfhörer in der Wohnung habe. Geht dann aber doch, so dass ich mir den Extra-Weg spare, Mails beantworte, den digitalen Workshop am Freitag grob konzipiere, mit meiner Mitarbeiterin telefoniere, mit einem potenziellen neuen Auftraggeber brainstorme. Aber ein paar Dinge bekomme ich dann doch mit: Die digitale Stunde mit dem Schulfreund des großen Sohnes hat diesmal das Thema: Gibt es positive Seiten dieser ganzen Krise und den Jungs fällt, so meine Wahrnehmung erstaunlich viel ein. Das Ganze wird dann noch zu Papier gebracht, so dass auch geschrieben wird. In Mathe steht Geometrie auf dem Plan. Als ich dann die Kids mit zum nächsten Programmpunkt „Mittagessen kochen“ übernehme, basteln sie in „Kreativität“ Steckfiguren.

Nach dem Mittagessen, es gibt Milchreis, den wir gemeinsam zubereiten und sogar der Tisch deckt sich heute von ganz allein, räumen wir im Fach „Schöner Leben“ (es wurde noch einmal umbenannt) im Wohnzimmer auf. In der Mittagspause dürfen beide Kinder sich jeweils eine Sendung aussuchen: Die Wahl fällt auf eine Folge „Dein Song“ vom Kika und „Ninjago“ – ich nutze die Zeit noch einmal zum Arbeiten. Da die Spielplätze heute tabu sind, machen wir einen Spaziergang zum nahe gelegenden Park, mit Roller und Fußball. Wir kicken ein wenig – und dann geht es auch schon wieder nach Hause. Geburtstagsvorbereitungen, Abendessen, der tägliche Tagesabschluss mit Logo!.

So war Tag 1.

Neues aus der Hof-Schule – Tag 1

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. Der eine Drittklässler, der andere ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die bis Freitag noch das Hof-Office war, denn es liegt im Hinterhof unserer Wohnung. Ich werde hier darüber berichten, wie uns das gelingt und was wir dabei lernen.

Wir starten gut vorbereitet in diesen Tag. Es gibt einen Plan, eine Struktur für die nächsten Tage und der Wecker klingelt um 7.30 Uhr. So gelingt es, dass alle mit Frühstück im Bauch, gewaschen und mit Federmappen bepackt den Weg um 8.30 Uhr die Wohnung verlassen. Mathematik, Sachunterricht, Deutsch, Kreativität, Mittagessen, Haushalt stehen auf dem Programm, Pausen nach Bedarf. Immer ein Elternteil ist in Charge, so dass das andere die Zeit für die Arbeit nutzen kann. Und deshalb sprechen wir zuerst noch einmal über diese Regeln. Und den Stundenplan. Das ist gut, denn so wird das „Fach“ Haushalt schnell in „Schöner Wohnen“ umbenannt, klingt besser, ist ziel- und nicht problemorientiert, da haben alle gleich ein bisschen mehr Spaß dabei. Wir diskutieren Themenwünsche. Der große Sohn wünscht sich „Krebs, also die Krankheit“, „Die Pest, wir haben in der Schule gerade das Thema Mittelalter“ und der kleine Sohn „Ninjas“. Wird aufgeschrieben und festgehalten.

Und dann geht es richtig los: Matheaufgaben, für den Sachunterricht („Wie schütze ich mich vor dem Corona-Virus?“) schalten wir einen Freund dazu, vielleicht kann das zu einem stetigen Programmpunkt werden. Deutsch und dann rauchen die Köpfe und wir nutzen (ein vorerst letztes Mal) den nahe liegenden Spielplatz.

Gemeinsam bereiten wir das Mittagessen zu – das klappt super, weil alle mithelfen. Bei „Schöner Wohnen“ wird der Vorratsschrank sortiert und potenzielle Mittagessenideen aufgeschrieben, die wir nun nach und nach abarbeiten können. Es geht doch nichts über einen guten Plan. Danach Freizeit für die Kids, während wir Eltern in Telefonkonferenzen die Projekte der kommenden Tage besprechen und voranbringen.

Bilanz: Es wird sich schon noch einruckeln und deshalb war ich froh, am Abend noch eine Runde laufen zu gehen, auspowern, Kopf frei machen und dann gemeinsam mit allen Logo! zu schauen. Selbst effektiv gearbeitet habe ich vor allem in meiner kinderfreien Zeit.