TV-Filmvorschau (52)

In dieser Woche habe ich noch jemanden getroffen, der die TV-Filmvorschau mag. Das baut auf. Und lässt mich sogleich ganz viele Filme finden.

Samstag, 13.1.
22.40 Uhr: „Vergiss Amerika“ (Bayerisches Fernsehen)
Hab ich glaub ich noch nicht gesehen. Regie-Debüt von Vanessa Jopp. Film über drei Jugendliche im Osten, mit ihren Träumen, Lieben und allem, was dazu gehört. Mit Marek Harloff.

23.45 Uhr: „Dogville“ (WDR)
Einer meiner Lieblingsfilme 2003. Klickst du hier, erfährst du mehr. Also ein bisschen. Ist schließlich schon ne Weile her.

Und sonst:
Also bei mir Geburtstagsparty.

Sonntag, 14.1.
0.05 Uhr: „Alaska.de“ (Bayerisches Fernsehen)
Das ist doch dieser Film, für den Jana Pallaske so gelobt wurde.

1.15 Uhr: „Secretary“ (MDR)
Was ist denn hier los, so viele gute Filme in einer Nacht? Maggie Gyllenhaal als die Frau, die sich gerne von ihrem Chef züchtigen lässt…

Und sonst:
Darf ich das zugeben? Trash lässt grüßen: Letzte Woche fand ich ja „Rach – Der Restauranttester“ nicht soo schlecht… (19.05 Uhr, RTL)

Montag, 15.1.
20.15 Uhr: „Raus aus Amal“ (Tele 5)
Schwedisches Teenagerdrama: Zwei Mädchen und die ersten sexuellen Kontakte mit dem eigenen Geschlecht. Naja. War schön, der Film. Is aber eher ein Frauending.

22.50 Uhr: „Okay“ (MDR)
Sollten mal wieder Paprika-Steen-Wochen eingeläutet werden? Klickst du hier, erfährst du mehr.

Und sonst:
Wachbleiben bis 2 Uhr, um die Golden-Globe-Verleihung zu schauen?

Dienstag, 16.1.
20.15 Uhr: „2030 – Aufstand der Alten“ (ZDF)
Empfehle ich mal ungesehen, weil ich den Film vom Thema her interessant finde. Werde ich aber nicht sehen können wegen Spätdienst. Erster Teil des Dreiteilers.

Und sonst:
!!!!!!!! Ricky! In Extras! Hach! Eine der besten Serien der Welt! Wer das nicht guckt, ist selber Schuld (20.15 Uhr, Comedy Central früher Viva Plus)!

Mittwoch, 17.1.
Und sonst:
Geht ins Kino!

Donnerstag, 18.1.
20.15 Uhr: „2030 – Aufstand der Alten“ (ZDF)
Zweiter Teil des Dreiteilers.

Und sonst:
Ich glaub, ich hab bald einen neuen Lieblingssender: „Arrested Development“ wollte ich ja auch schon immer mal schauen, weil so viele davon schwärmen (20.15 Uhr, Comedy Central).

Freitag, 19.1.
Und sonst:
Man könnte sich ja mal die Verleihung des Bayerischen Filmpreises gucken (19 Uhr, Bayerisches Fernsehen).

FILM: Lichter der Vorstadt

Es passiert nicht wirklich oft, dass ich Tage brauche, um mir darüber klar zu werden, ob ich einen Film mochte. Oder nicht. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich auch immer noch nicht richtig sagen, ob ich den neuen Film von Aki Kaurismäki gut, mittelmäßig oder naja, nicht so gut fand. Kaurismäki ist der Mann der großen Einstellungen: Wunderbare Bilder, farblich alles stimmig, die Musik perfekt auf die Szenen abgestimmt. Kein Zweifel, allein aus diesem Grund lohnt es sich, diesen Film zu sehen.

Und doch zweifle ich noch: Der Grund liegt wohl darin, dass mich der Hauptcharakter dieses Films so wahnsinnig genervt hat. Dieser Koistinen, ein Wachmann, der nichts weiter hat als seinen Job, seine kleine Wohnung. Nach der Arbeit zieht er allein durch die Bars der Stadt, auf der Suche nach Aufmerksamkeit. Koistinen ist ein Mensch ohne soziale Kontakte, seine Arbeitskollegen meiden ihn, vielleicht meidet auch er sie.

Und doch hat er sich nicht aufgegeben; er hat sogar Pläne, Pläne für die Zukunft, die zwar unrealistisch sind, aber das ist egal. Und dann tritt Mirja in sein Leben, ein blondes Wesen, das Koistinen neue Hoffnung gibt: Hoffnung auf Liebe. Doch leider hat Mirja mit Koistinen andere Dinge for: Sie nutzt ihn aus, macht sich sein Wissen als Wachmann des Shoppingcenters zu nutze, um dort zunächst einzubrechen und ihn dann als Dieb an die Polizei auszuliefern.

Doch Koistinen ist nicht dumm, er merkt sehr bald, dass er hier übers Ohr gehauen wurde, doch das, was mir die immerhin nur 77 Minuten des Films so unerträglich gemacht haben, war die Tatsache, dass dieser Koistinen nichts tut. Er sieht, wie Mirja ihm den Schmuck und die Schlüssel unterschiebt, bestreitet auch vor der Polizei nichts, nein, er fügt sich seinem Schicksal.

Für mich als Zuschauer war es fast unerträglich, zuzusehen, wie dieser junge Mann, der zudem ja gar nicht mal so schlecht aussah, so völlig regungslos sein Leben über sich ergehen lässt. Dabei gibt es immer wieder Szenen, in denen man hofft, dass er nun endlich erwacht aus seiner Starre. Die Hoffnung auf eine neue Liebe zur Imbiss-Frau, die Entlassung aus dem Gefängnis, die Suche nach einer Arbeit, die sogar gelingt, doch dann immer wieder diese Rückschläge: das Zerreißen des Briefes, das erneute Treffen auf Mirja und ihren Komplizen, der ihn wieder arbeitslos macht. Und dann rennt er völlig kopflos mit einem Frühstücksmesser bewaffnet auf den Freund dieser Mirja zu und landet verprügelt auf einer Baustelle.

Und dann kommt sie, die wohl zweitgrößte Szene des Films: Koistinen am Ende, ermattet aber nicht ohne Stolz verspricht er, in genau diesem Moment nicht zu sterben. Der Zuschauer, erleichtert, nicht weil er den Rest an Stolz nicht verloren hat, sondern auch, weil der Film ein Ende gefunden hat. Und zwar eines, dass noch einmal Hoffnung gibt.

Die größte Szene des Films hingegen ist die, die Kaurismäki seinen Zuschauern nur unterschiebt. Es ist der kurze Moment, in dem wir Koistinen das einzige Mal lachen sehen. Es ist der Moment, in der er endlich dazu gehört, zu einer Gruppe. Tragischerweise spielt diese Szene auf dem Gefängnishof. Wir sehen ihn rauchen, mit der Sonne im Gesicht. Alle in ihrer Häftlingskleidung, alle gleich. Endlich.

TV-Filmvorschau (51)

Eigentlich hatte ich gedacht, dass sich keiner meldet. Aber Lucy, die alte Socke, hat sich erinnert, dass es hier samstags die TV-Filmvorschau gibt. Ich hab mir überlegt, dass es jetzt für jeden Tag auch ein „Und sonst“ geben soll, also etwas, was kein Film ist, aber vielleicht interessant oder besonders trashig ist. Na, dann mal los:

Samstag, 6.1.
21 Uhr: „Alles auf Zucker“ (3sat)
Klickst du hier, erfährst du mehr!

23.30 Uhr: „Lola rennt“ (RBB Fernsehen)
Franka Potente mit roten Haaren und rennend durch Berlin. Ein Tom-Tykwer-Highlight.

23.40 Uhr: „Im Schatten der Macht (1)“ (Arte)
Arte zeigt mal wieder den Film zum „Untergang“ von Willy Brandt. Den Spion Guillaume spielt Matthias Brandt, der Sohn.

Und sonst:
Für Lucy: „König der Herzen“ mit Flori „rote Unterhose“ Silbereisen im Hessischen Fernsehen (20.15 Uhr)

Sonntag, 7.1.
10.40 Uhr: „Anna Karenina“ (3sat)
Keine Lust, Klassiker zu lesen? Dann schau dir halt den Film an.

Und sonst:
Nix.

Montag, 8.1.
0.15 Uhr: „Ich bin Sam“ (MDR Fernsehen)
Sean Penn (!!) spielt den geistig zurückgebliebenen Vater, der um das Sorgerecht seines Sohnes kämpft.

Und sonst:
Will etwa irgendwer den ersten Teil des „großen“ ZDF-Dreiteilers „Afrika, mon Amour“ mit Iris Berben schauen?

Dienstag, 9.1.
23.45 Uhr: „City of God“ (NDR Fernsehen)
Klickst du hier, erfährst du mehr!

Und sonst:
Wer es noch nicht durch die zahlreichen Werbeplakate in den Städten mitbekommen haben sollte: Die neue Doku-Soap „Die Bräuteschule“ startet heute (18.50 Uhr, Das Erste).

Mittwoch, 10.1.
22.45 Uhr: „Lichter“ (ZDF)
Klickst du hier, erfährst du mehr.

Und sonst:
DSDS geht wieder los (20.15 Uhr auf RTL)

Donnerstag, 11.1.
22.45 Uhr: „Gegen die Wand“ (Das Erste)
Klickst du hier, erfährst du mehr. TV-Premiere, übrigens, warum allerdings um diese Uhrzeit, bleibt ein Rätsel.

Und sonst:
Die neue ProSieben-Serie „Verrückt nach Clara“ startet (20.15 Uhr). Der Plot: Journalistin in Berlin ist Single und hat nen schwulen Freund. Muss man mehr sagen?

Freitag, 12.1.
20.40 Uhr: „Wut in den Städten“ (Arte)
Sozialdrama, das sich mit dem Beginn der Jugendunruhen in Frankreich im Sommer 2005 beschäftigt. Könnte gut sein.

Und sonst:
Geht aus!

FILM: Mein Führer

Eine Vorpremiere zu Dani Levys neuen Film, dem ich nach den Trailern vor einigen Wochen voller Erwartung entgegengesehen habe. Leider. Denn das, was der Regisseur den Zuschauern bietet, ist in Teilen sicherlich amüsant, letztendlich aber ein halbgarer Film. Ein Film ohne Aussage. Dani Levy wagt nichts. Ich habe mich wirklich gefreut: auf politische Unkorrektheiten, überspitzte Klischees, halt alles, was zu einer guten Komödie gehört. Erhalten habe ich von all dem nichts. Oder nur wenig. Stattdessen versucht mir Dani Levy eine Geschichte mit Moral zu erzählen.

Natürlich habe ich auch gelacht. Manchmal. Und immer dann, wenn Helge Schneider spielen konnte. Wenn er sich über Goebbels lustig macht („Wollt ihr den totalen Krieg, pah!“), wenn er sich zu den Grünbaums ins Bett legt („Mir ist so kalt“) oder wenn er die Maskenbildnerin zu Recht weist. Allerhöchstens noch Ulrich Mühe schafft es, einigermaßen brillant herüberzukommen. Alle anderen bleiben blass. Welch Potenzial Figuren wie Goebbels, Himmler und Speer gehabt hätten – aber nein, Levy nimmt die Geschichte zu ernst und scheitert an ihr.

Wahrscheinlich lag es wirklich am vielen Umschneiden und Nachdrehen. Anders ist es mir zumindest nicht zu erklären, dass dieser Film den Untertitel „Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ trägt. Denn eine so genannte „Wahrheit“ über diesen Mann habe ich wahrlich nicht erfahren. Allenfalls die über einen Schauspieler namens Adolf Grünbaum. Um die zu erfahren, bin ich allerdings nicht ins Kino gegangen.

Über mein Kino-Jahr 2006

Welche Filme ich 2006 im Kino gesehen habe, kann man ja wunderbar hier nachlesen.

Und da ich unfähig bin, Ranglisten zu erstellen, hier wie im vergangenen Jahr eine Auswahl:

Ich war 25mal im Kino in diesem Jahr mit einer großen Flaute im Sommer.

Die besten Filme: Inside Man, Caché, Ich und du und alle, die wir kennen

Die schlechtesten Filme: Borat, Brokeback Mountain

Der Film, nach dem ich glücklich das Kino verließ: Eden

Der Film, nach dem ich ärgerlich das Kino verließ: Thumbsucker

Die Überraschung: Little Miss Sunshine

Ich glaub, ich bin die Einzige, die noch auf den Text über „Mein Kino-Jahr“ wartet.

(Kommt morgen.)

TV-Filmvorschau (50) – Weihnachten

Ja, zu Weihnachten bekommt ihr noch ein Geschenk: nen Podcast. Freut euch und ich hoffe, ihr wisst das zu schätzen. :)

(Leider aber ohne Kommentare zu den einzelnen Filmen. Und ohne IMDB-Links. Sorry, aber das schaff ich nicht mehr.)

[audio:http://franziskript.podspot.de/files/franziskript_weihnachten.mp3]

Hier der Download (10.1 MB)

Franziska Empfehlungen:
Samstag, 23.12., 15 Uhr: „The Big Lebowski“ (Tele5)
Samstag, 23.12., 18.10 Uhr: WM 2006 (Das Erste)
Sonntag, 24.12., 20.15 Uhr: „8 Frauen“ (Super RTL)
Montag, 25.12., 0.25 Uhr: „23“ (Arte)
Montag, 25.12., 14.55 Uhr: „Billy Elliot – I will dance“ (RTL II)
Montag, 25.12., 22.45 Uhr: „Whale Rider“ (Bayerisches Fernsehen)
Dienstag, 26.12., 17.30 Uhr: Die Kinder des Monsieur Mathieu (ZDF)
Dienstag, 26.12., 20.15 Uhr: Das Traumschiff (ZDF)
Dienstag, 26.12., 22.30 Uhr: Herr Schmidt sieht lange fern (WDR)
Mittwoch, 27.12., 18.15 Uhr: „Zapp Spezial“ (NDR)
Freitag, 29.12., 20.15 Uhr: „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ (Das Erste)
Montag, 1.1., 12.25 Uhr: „Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht“ (Vox)
Montag, 1.1., 20.15 Uhr: Traumschiff (ZDF)

Jens Empfehlungen:
Samstag, 23.12., 20.15: „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Sat.1)
Samstag, 23.12., 20.15 Uhr: „Hausboot“ (Bayerisches Fernsehen)
Samstag, 23.12., 22 Uhr: „In the Line of Fire – Die zweite Chance“ (ZDF)
Sonntag, 24.12., 1.35 Uhr: „Das Leben ist eine Baustelle“ (Eins Festival)
Sonntag, 24.12., 12.15 Uhr: „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ (ProSieben)
Sonntag, 24.12., 18 Uhr: „Die Brücken am Fluss“ (Vox)
Sonntag, 24.12., 20.15 Uhr: „L.A. Crash“ (Premiere 1)
Sonntag, 24.12., 20.15 Uhr: „Out of Sight“ (RTL)
Montag, 25.12., 0.30 Uhr: „23 – Nichts ist so wie es scheint“ (arte)
Montag, 25.12., 15.20 Uhr: „Der alte Mann und das Meer“ (Tele 5)
Montag, 25.12., 20.15 Uhr: „Revelations – Die Offenbarung“ (Premiere Serie)
Montag, 25.12., 20.15 Uhr: „Pastewka“ (Sat.1 Comedy)
Montag, 25.12., 23 Uhr: „Harald Schmidt“ (Das Erste)
Dienstag, 26.12., 20.15 Uhr: „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ (RTL)
Dienstag, 26.12., 20.15 Uhr: „Forrest Gump“ (ProSieben)
Dienstag, 26.12., 20.15 Uhr: „Stromberg“ (Sat.1 Comedy)
Dienstag, 26.12., 22.15 Uhr: „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ (Sat.1)
Dienstag, 26.12., 22.30 Uhr: „Mankells Wallander: Der unsichtbare Gegner“ (Das Erste)
Mittwoch, 27.12., 21.45 Uhr: „Die Rockies“ (Das Erste)
Donnerstag, 28.12., 23 Uhr: „!!! Der satirische Jahresrückblick 2006“ (ZDF)
Freitag, 29.12., 20.15 Uhr: „Nach fünf im Urwald“ (Eins Festival)
Freitag, 29.12., 20.15 Uhr: „Die Goonies“ (RTL II)
Freitag, 29.12., 22.45 Uhr: „Geboren am 4. Juli“ (Das Vierte)
Samstag, 30.12., 20.15 Uhr: „Unter Verdacht: Ein neues Leben“ (ZDF)
Samstag, 30.12., 22.25 Uhr: „Das Kinderüberraschungsei“ (arte)
Sonntag, 31.12., 14 Uhr: „Silvester-Countdown“ (MTV)
Montag, 1.1., 23.25 Uhr: „Die Akte“ (ZDF)

TV-Filmvorschau (49) – Classic Version

Eine Woche vor Weihnachten und schon ein paar gute Filme dabei. Also ran an die Fernseher.

Samstag, 16.12., 20.15 Uhr: „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (Kabel 1)
Da ich weder das Buch noch den Film jemals gesehen habe, könnte man das ja endlich mal nachholen. Also, wenn man die Zeit dafür hätte.

Samstag, 16.12., 23.55 Uhr: „Funny Games“ (Tele 5)
Diesen Michael-Haneke-Film wollte ich auch schon seit Jahren mal geschaut haben. Aber dazu werde ich wohl UM DIESE UHRZEIT wieder nicht kommen.

Montag, 18.12., 23 Uhr: „Live Flesh“ (RBB Fernsehen)
Klickst du hier, erfährst du mehr.

Freitag, 22.12., 20.15 Uhr: „Billy Elliot – I will dance“ (RTL II)
Hach, ich erzähle immer wieder gern, wie schön das war, als mit mir im Kino die schwulen Pärchen geheult haben.

Freitag, 22.12., 20.15 Uhr: „The Big Lebowski“ (Tele 5)
Klickst du hier, erfährst du mehr.

FILM: Departed – unter Feinden

Ich müsste jetzt wahrscheinlich wahnsinnig viel über Martin Scorsese schreiben, weil er doch so ein großer Regisseur ist und weil man einen Scorsese-Film nun mal mit seinen Vorgängern und den ganzem Kladderadatsch vergleichen muss. Will ich aber nicht und kann ich vermutlich auch nicht.

Ich gebe es zu, ich habe diesen Film nur gesehen, weil der Mann meines Herzens es wollte. Ich mag nämlich keine Gangsterfilme und Scorsese macht nun mal gerne sowas. Doch ich glaube, dass man Gangsterfilme nun mal mögen muss, um diesen Film zu mögen und um die 151 Minuten wirklich gut zu überstehen. Denn, und ich sag es nur ungern, mich hat dieser Film zeitweise wahnsinnig gelangweilt. Als ich dies vor dem Mann meines Herzens kundtat, entgegnete er mir „Scorsese macht keine Filme, um eine Geschichte zu erzählen, sondern weil er’s kann“. „Aber das muss doch nicht langweilig sein“, entgegnete ich, doch es half nichts.

Nun hat dieser Film für mich natürlich noch zwei Probleme, die Matt Damon und Leonardo di Caprio heißen. Der einzige Film, in dem Matt Damon gefallen hat, war „Team America“. Leonardo di Caprio ist natürlich eigentlich der viel bessere Schauspieler. Trotzdem mag ich ihn nicht.

Und auch wenn der Film ein bisschen zu lang war, Matt Damon ohne Ende genervt hat, Leos Anwesenheit durch die von Jack Nicholson entschuldigt ist, hat mir dieses Kino-„Ereignis“ doch ganz gut gefallen.

So. Jetzt habe ich so lange rumgeschrieben, dass es sich vermutlich auch gar nicht mehr lohnt, ein paar Worte über den Inhalt zu verraten.

War also doch ganz schön.

FILM: Eden

Man kann jetzt nicht sagen, dass ich eine Schwäche für Filme habe, in denen es ums Essen geht und als ich las, worum es in „Eden“ geht, dachte ich kurz an „Bella Martha“ und überlegte, ob das denn noch einmal funktionieren könne. Um es vorwegzunehmen: Es funktioniert. Und zwar ganz hervorragend. Was sicherlich an Charlotte Roche liegt, die so wunderbar das Essen des dicken Kochs Gregor genießt, dass ich mich am liebsten dazugesetzt und probiert hätte. Naja, bei dem Stierhoden vielleicht nicht.

Eden ist mit Xaver verheiratet, sie liebt ihn und ihre Tochter Leonie, die mit einem Herzfehler zur Welt kam. Eden hilft im Familienbetrieb als Kellnerin aus. Dort wird sie seit einiger Zeit von Gregor beobachtet. Gregor ist ein begnadeter Koch, dessen einziger Lebensinhalt es ist, Speisen zuzubereiten. Er betreibt ein sehr kleines Restaurant, das auf Monate ausgebucht ist. Im Park lernen sich die beiden durch Leonie besser kennen und als Gregor Leonie zum Geburtstag selbstgemachte Pralinen schenkt, sind die beiden Frauen dem Koch verfallen. Also seinen Kochkünsten. Denn aufgrund seines Gewichts kann Eden den Koch nicht in anderen Kategorien als der eines Freundes wahrnehmen.

Von nun an hegen die beiden ihr kleines Geheimnis: Jeden Dienstag besucht Eden Gregor, er kocht für sie, schaut ihr beim Genießen zu und sie ergötzt sich an dem tollen Essen. Nur kann Gregor seine aufkeimenden Gefühle nicht allzu lange verheimlichen und auch Xaver reagiert zunehmend eifersüchtig auf die seltsame Verbindung der beiden.

Regisseur Michael Hofmann gelingt es, diese ungewöhnliche Verbindung dieser Menschen zu beschreiben, ohne Klischees zu verfallen. (Ja, ok, der Koch ist dick. Aber sonst.) Als ich das Kino verließ, war ich einfach nur glücklich. Glücklich, weil diese Geschichte so wunderbar liebevoll erzählt wurde. Weil Essen so sinnlich sein kann. Und weil Charlotte Roche wider meinen Erwartungen doch irgendwie schauspielern kann. Nachdem das mit dem Moderieren ja nicht so geklappt hat, gibt’s jetzt zumindest Hoffnung, sie doch noch mal auf dem Bildschirm wiederzusehen.