Jungs-Content (II): Fleisch

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum es so wenige mit Sternen gekrönte Köchinnen gibt? Warum die Top-Küchenchefs dieser Welt fast alle genau das sind – Chefs, nicht Chefinnen`?

Ich sag’s Ihnen: Fleisch. Es liegt am Fleisch.

Frauen können ohne. „Och, Du muss nicht sein. Magst Du noch einen Happen Gemüseauflauf, Schatzi?“. Das soll nicht heißen, dass sie alle Vegetarierinnen wären. Fisch, zum Beispiel, findet angesichts der gemäßigten Fettröllchenhervorbringungsquote ihre volle Zustimmung. Aber Fleisch, darauf können die meisten der Damen wunderbar verzichten. 

Bei Männern ist das anders. Wir brauchen in gewissen Zeitabständen ein Stück totes Tier auf dem Teller. Und hat es gelitten, umso besser. Ein Dan-Brown-Wälzer-hohes Steak ist für uns der kühlende Salbei auf die offene Wunde unserer Seele, die noch immer darbt nachdem Selbst-Jagen des Abendessens keine gesellschaftlich anerkannte Art mehr ist, seine Freizeit zu verbringen.

Deshalb können Frauen oft nicht verstehen, dass es uns gelegentlich in Steakhäuser zieht. Oder zu Burger King, wo der Big King XXL 224 Gramm gegrilltes Hack enthält. Noch immer schwärme ich vom „Belthazar“ an der Kapstädter Waterfront mit seiner Rindsteak-Auslage. Hier kann der Kunde entscheiden, welches Stück in welcher Dicke er wünscht. Die Karte weist darauf hin, dass es länger dauern kann: bis zu 40 Minuten bis um Medium-Zustand. Und dort gibt es auch Messer, wie wir Männer sie lieben:

'Waterfront 084' von tknuewer

Dieser Hang zum Fleische liegt – es kann keine Überraschung sein – in den Genen. Jäger, Sammler, Sie verstehen? Frauen sind Sammlerinnen, immer gewesen, früher halt Kräuter, heute Schuhe. Niemals aber hat eine jener Damen zwecks Nahrungsbeschaffung ihrem Liebsten zugesäuselt: „Ich geh mal ein paar Säbelzahntiger sammeln.“ Und der Angesprochene hat nur in Momenten des Über-das-Kuckucksnest-Fliegen geantwortet: „Ach, Schatz, prima, dann schieß ich derweil das Basilikum dazu.“

Jäger – Sammlerinnen – so war es immer. Und deshalb werden es nur wenige Frauen zu Sterne-Ruhm als Zubereiterinnen bringen. Die besten Steaks brät immer noch der Mann.

Jungs-Content (I): Fussball

Zwei Wochen lang weilt Frau Franzi im wohl verdienten Urlaub, weshalb hier zwei Herren, Herr Fiene und ich, die Herr-Schaft übernehmen. Wir werden versuchen, dieses Muster des Mädchen-Blogs mit ein wenig Jungs-Content von gesteigerten chauvinistischem Grad anzureichern. Wenns Ihnen nicht gefällt, lesen Sie bitte solange die „Gala“ oder gehen Sie eine Handtasche kaufen.

„Dann such Dir doch einen anderen Verein.“

Doch, das hat sie so gesagt: „Dann such Dir doch einen anderen Verein.“

Diesen unglaublichen Satz sprach eine gute Bekannte zu ihrem langjährigen Partner, als dessen Betrübung über den Abstieg von Borussia Mönchengladbach einen neuen Tiefpunkt erreicht hatte.

„Dann such Dir doch einen anderen Verein.“

So was können nur Frauen sagen. Und er, der Gladbach-Fan, der trotz dieser Ignoranz nicht die Scheidung einreichte, sprach die einzig richtigen Worte:
„Schatz, das verstehst Du nicht, das ist was für’s Leben.“

Ich gebe zu, auch ich verstehe nicht, warum sich in Sachen Fußball derart die Menschheit teilt. Sicher, es gibt weibliche Fans. Die meisten aber jubeln mit einer Mannschaft, bevorzugt der National-, doch sie leiden nicht richtig mit, geht es abwärts, droht gar das Schlimmste: der Abstieg. Weibliche Harcore-Anhängerinnen sind selten.

Die Aussicht künftig nicht mehr gegen Bayern oder Schalke sondern gegen Wehen und Hoffenheim zu spielen, macht Männer zu Memmen, vergleichbar aus Frauensicht vielleicht mit dem Abbrechen des Absatzes beim ersten Tragen der sauer ersparten Manolos.

Doch warum tun wir uns das an? Vielleicht hat es doch was zu tun mit unseren friedlichen Zeiten. Der Mensch an sich aber misst sich gern und gerade Männer brauchen manchmal eben eine Art Kampf, eine Balgerei in der Hoffnung zu siegen, auf dass Adrenalin ströme. Früher sorgten echte Schlachten für den Hormon-Push. Heute eben nicht mehr, was selbstverständlich keineswegs zu bedauern ist. Aber was machten Frauen früher, bei den Schlachten? Daheim bleiben, Kinder hüten, Hütte fegen, gelegentlich höchstens mal marketendern.

Fußball ist eine Art Schlacht mit Anti-Waterloo-Versicherung. Denn gewinnt das eigene Team, gewinnen alle. Schließlich haben die Fans mitgeschrien und angefeuert. Nur wer noch nie ein enges Spiel bei lauter Atmosphäre erlebt hat, kann glauben, das sei sinnlos, das Singen und Rufen. Oft genug habe ich erlebt, wie sich die Körperhaltung der Spieler ändert, entledigt sich die Fankurve der ersten Depression nach dem Gegentreffer und peitscht sie das Team nach vorn.

Und im Fall einer Niederlage? Sind immer die anderen Schuld. Die Spieler, die sich nicht reinhängen. Der Trainer mit seiner viel zu defensiven Ausrichtung. Der Schiri – ach, der so wieso. Und der miese Platz. War auch nicht unser Wetter heute, zu nass für technisch guten Fußball. Auch der Vorstand ist gerne mal schuld, längst hätte er den Trainer feuern müssen. Nur die Fans – die können nie dafür.

Dafür leiden sie am meisten. Denn alle können sich problemlos einen anderen Verein suchen: Spieler, Trainer, Manager. Es ist ihr Beruf. Zurück bleiben nur die Fans. Und auch dies macht einen Teil der Liebe aus. Denn Liebe ohne Leiden – das geht nicht. Jeder Anhänger des Sports weiß, dass es ihn erwischen kann. Das erkennen schon Kinder früh, sie wollen auf der Gewinnerseite stehen und wählen oft zunächst einen erfolgreichen Club als ihren Liebling, bei mir war es der HSV. Es ist ein Hinauszögern der grauen Tagen und vielen Niederlagen, vor Torhütern namens Pralija und Trainern namens Pagelsdorf. Irgendwann aber, merkt Euch das, Ihr Bayern-Fans, erwischt es jeden.

Die wahre Liebe ereilt die meisten Fußballfans in einem bestimmten und nicht vorhersehbaren Moment. Es ist ein Spiel, das uns mitreißt, eine unerwartete Wendung, vielleicht auch einfach die tolle Stimmung. Es ist wie mit der Liebe: Irgendwann macht es „Klick“.

Bei mir war es im Alter von 16, als ich meinen Vater zu einem Spiel von Preußen Münster begleitete. Ich war zu dieser Zeit schon HSVer (und bin das auch bis heute) und ging nur mit, weil es sonst nichts zu tun gab. Nun muss erwähnt werden, dass mein Vater, eigentlich Schalker, bis Ende der 70er auch Preuße war. Dann aber verloren sie im entscheidenden Spiel um den Aufstieg an einem bitteren Sonntag Nachmittag daheim gegen Arminia Bielefeld – ausgerechnet Bielefeld! Mein Vater kam mit düsterer Miene heim und abends wurde nicht gegrillt – das ist eine meiner ersten Kindheitserinnerungen.

An jenem Nachmittag also spielte Preußen gegen den VFL Reken, jenen Dorfverein, in dem mein Vater einst gespielt hatte. Damals spielte in Münster ein höchst talentierter aber ständig verletzter Kicker namens Franz-Josef „Scotty“ Pieper. Reken ging in Führung, der Münsteraner Anhang forderte Scotty und der Trainer schickte selbigen zum Warmmachen. Er kam rein, machte den Ausgleich, am Ende gewann Münster 6:1 – und ich war Fan.

Bis heute. Es ist nur schwer verständlich zu machen, wieso ich den vergangen Sonntag in einem abgewrackten Stadion an der Grenze von Gelsenkirchen-Horst und Essen-Karnap verbracht habe, wo das Moos die Herrschaft über die viel zu weitläufigen Stehränge übernommen hat, die Tickets aus einem Lieferwagen heraus verkauft werden und die Eintrittspreise gelebte Diskriminierung sind.

'Fürstenberg-Stadion Gelsenkirchen' von tknuewer

Das kann wohl nur verstehen, wer 20 Jahre lang gelitten hat mit einem Verein auf dem steten Weg nach unten. Die Treue bleibt da nur erhalten, weil es immer jene Höhepunkte gibt. Die Momente, die für alles entschädigen. Wie vor einigen Jahren, am letzten Spieltag, Münster gegen Wattenscheid und wer verliert, der würde absteigen. 1:0 siegte Preußen, ich habe selten so laut geschrien wie beim entscheidenden Tor.

Vielleicht wäre es in dieser Saison vorbei gewesen mit der An- und Abhängigkeit. Das zweite Jahr in der vierten Liga mit Gladbeck und Schermbeck als Gegner. Und dann steht das plötzlich eine junge Mannschaft auf dem Feld, ohne Stars und Allüren, und spielt alles in Grund und Boden. Tabellenführer! Seid Ich-weiß-nicht-wann!

Und plötzlich werden selbst Bruchbuden wie jene am vergangenen Sonntag zum kuscheligen Wohnzimmer, zur Eckkneipe, wo sie alle einfallen, die man seit Jahren vom Sehen her kennt. Und die genauso bescheuert sind, wie man selbst. So ist das halt in der Liebe: Nach Gründen sollte man nicht fragen.
Such Dir doch einen anderen Verein?“ Nein, das verstehst Du nicht, das ist was für’s Leben.

I proudly present…

In den kommenden Wochen geht’s hier nicht um mich, sondern um Jungskram. Und weil ich das nicht kann, lass ich zwei Fachmänner ran:

Daniel und Thomas. Sie haben versprochen, Schuhe kaufen zu gehen und eine Kissenschlacht live zu übertragen (Ich bitte um zahlreiche Screenshots, ja?). Ob sie das wirklich tun? Ich bin gespannt.

Viel Spaß!

Gaga-Content oder: Auf ein Wort

Dein Handy? Nokia
Dein/e Partner/in? männlich
Deine Haare? blond
Deine Mama? schwierig
Dein Papa? Erinnerung
Lieblingsgegenstand? Kamera
Dein Traum von letzter Nacht? unspektakulär
Dein Lieblingsgetränk? Volvic
Dein Traumauto? Mini
Der Raum, in dem du dich befindest? Heimbüro
Dein/e Ex? Vergangenheit
Deine Angst? Krankheit
Was möchtest du in zehn Jahren sein? glücklich
Mit wem verbrachtest du den gestrigen Abend? Kollegin
Was bist du nicht? einfach
Das letzte, was du getan hast? Getrunken
Was trägst du? Hose
Dein Lieblingsbuch? viele
Das letzte, was du gegessen hast? Pflaumenkuchen
Dein Leben? läuft
Deine Stimmung? kribbelig
Deine Freunde? wichtig
Woran denkst du gerade? Packen
Was machst du gerade? tippen
Dein Sommer? kommt
Was läuft in deinem TV? Brisant (Puh, peinlich)
Wann hast du das letzte Mal gelacht? vorhin
Das letzte Mal geweint? Tageher
Schule? Vergangenheit
Was hörst du gerade? Stimmen
Liebste Wochenendbeschäftigung? Schlafen
Traumjob? Zukunftsmusik
Dein Computer? läuft
Außerhalb deines Fensters? Straße
Bier? Beck’s
Mexikanisches Essen? geht
Winter? kommt
Religion? nüscht
Urlaub? Morgen
Auf deinem Bett? Bettdecke!
Liebe? Gerne

Urlaubsvorbereitungen

Ihr kennt das wahrscheinlich: der letzte Tag im Büro, an dem man noch schnell dies und das erledigen muss, anderen Kollegen Bescheid gibt, was so passieren könnte und dann wird vermutlich doch wieder alles ganz anders kommen. Listen erstellen, die vor der Abreise noch zu erledigen sind: Sonnencreme kaufen, Wäsche waschen, Bücher einpacken (Nur welche der vielen ungelesenen?), wen wollte ich vorher nochmal alles anrufen? Na gut.

Morgen werde ich verraten, wer sich hier in den kommenden zwei Wochen austoben kann. Bis dahin würde ich mich freuen, die eine oder andere Buchempfehlung für den Urlaub zu erhalten? Gibt’s da was Gutes/Neues/Unverzichtbares? Her damit!

SchnutingerTV!

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So war das nämlich!

Vorsicht, Sinnkrise!

Schreib ich ein Mädchenblog?

Heike Makatsch trägt derzeit ihre Haare in einem sehr seltsamen und nicht wirklich schön anzusehendem Blond. Bitte wieder umfärben. Und morgen erzähl ich euch, wie „Schwesterherz“ so ist. (Ich war nämlich auf der Premiere! Deutschlandpremiere sogar, wie mir der Mann meines Herzens kurz vor Einlass zuraunte, jawohl!)

Zeitschriften im Test: Stars on TV

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Früher als ich noch „Verbotene Liebe“ und „Marienhof“ geschaut habe und zwischendurch mal eine Folge nicht sehen konnte, habe ich im Videotext nachgelesen, was passiert ist. Als ich wenig später eine „GZSZ“-Phase hatte, habe ich im Videotext nachgelesen, was in der Woche so passieren wird. Manchmal stand das auch in einer der Fernsehzeitschriften, die mir in die Hände gerieten. Und als ich dann eine Weile immer wieder bei „Verliebt in Berlin“ reingeschaut habe, hielt ich mich durch die Vorschau auf der Webseite auf dem Laufenden. Leider gucke ich seit einigen Monaten keine Soaps mehr, nein, ich verfolge nicht einmal mehr das Geschehen per Videotext, Internet oder TV-Zeitschrift. Würde ich das noch tun, ich könnte zu „Stars on TV“ greifen.

Denn: Für 2,50 Euro bekomme ich das monatliche Geschehen von allen Soaps in einem Heft dargereicht. Ob Klassiker wie „Verbotene Liebe“ oder Telenovelas wie „Rote Rosen“ – alles mit dabei. Das ist für Fans geradezu genial und auch für solche, die irgendwie noch dranbleiben wollen, weil sie sich noch nicht ganz mit ihrem soap-freien Leben abfinden wollen, nicht unbedingt unnütz. Ein weiteres Lob muss an die Macher gehen: Denn auch das, was man in Programmzeitschriften immer gerne als Mantel bezeichnet, ist durchaus lesenswert. Zumindest für uns klatsch- und tratschsüchtigen Frauen. Wir sehen ein paar Soap- und Musikstars am Strand, ein paar private Bilder von Heidi Klum und Co., aber auch Geschichten um das TV-Business. Durchaus lesenswert ist sogar die Titelgeschichte über die Quoten-Queens im deutschen Fernsehen. Klar, hätten die Textchen mit ein bisschen mehr kritischer Distanz geschrieben werden können (der Text über Alexandra Neldel wirkt durch die ganze Berichterstattung um Roger Schawinskis „Enthüllungsbuch“ sehr skurril), aber für das Soap-Publikum wäre das vermutlich auch vergebene Liebesmüh.

Noch ein Pluspunkt: Auch die viel gesehenen amerikanischen Serien kommen in dem Heft, das die Verlagsgruppe Klambt herausgibt, vor. Dann noch ein bisschen Kino-, DVD- und Musikkram – fertig ist das Heft.

Mir würd’s gefallen. Wenn ich noch Soaps gucken würde.

Sonntagmorgen

Heute morgen um halb elf klingelte das Telefon. Normalerweise eine typische Zeit, zu der mich meine Mutter anruft und plaudern will. Doch dran war nicht meine Mutter. Auch nicht meine Oma oder sonst ein Verwandter, nein, es war ein Freund aus Berlin. Leider war ich noch so verschlafen, dass ich nicht sofort ganz dabei war. Am meisten habe ich allerdings über den Spießersatz „Wie, du bist noch nicht wach?“ gewundert. Immerhin ist er sogar ein Jahr jünger als ich.