FILM: Das Wunder von Bern

Nein. Unter normalen Umständen wäre ich niemals in diesen Film gegangen. Nur weil es für die Redaktion Freikarten gab, bin ich mitgegangen. Ein Mitgänger sozusagen. Und das hatte seine Gründe.

Es scheint als ob das einzig wichtige an diesem Film die Tatsache ist, dass wir gewinnen. Mehr nicht. Die restliche Handlung wirkt inszeniert, nur um die 90 Minuten zu füllen, die normalerweise ein Fußballspiel dauern. Das Schicksal einer typisch deutschen Familie: Der heimkehrende Vater, dem das Wiedereingliedern in die Gemeinschaft nicht einfach fällt. Der seinen Sohn nicht kannte, da dieser kurz nach seiner Abreise geboren wurde.

Doch dann beginnt der Film bereits zur Farce zu werden? Warum muss der älteste Sohn unbedingt flüchten? Nach Ostberlin, um dort ein FDJ-Hemd zu tragen. Warum muss der Jungredakteur bei der Süddeutschen Zeitung arbeiten? Und um dem ganzen noch eins drauf zu setzen, seine Frau zu all den wichtigen Fußballspielen mitnehmen? Dass es sie ist, die in den Gesang „Deutschland vor“ anstimmt. Und die wunderbare Geschichte, dass sie bei Sieg für Deutschland die Namen ihrer Kinder aussuchen kann. Dass Vater und Sohn – natürlich gerade noch rechtzeitig – ins Stadium kommen. Und der Kleine natürlich seinem „Boss“ den Ball zuschießt, der daraufhin das alles entscheidende Tor verwandelt.

Ein furchtbarer Film. Auch wenn Fragen bleiben: An welcher Stelle des Filmes musste der Kanzler weinen? Und wollen wir einen Kanzler, der bei einem solchen Film weint?

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