Wieviel Radikalität verträgt unsere Sprache?

„Ich gucke seit Monaten kein Fernsehen mehr.“ Einer dieser Sätze, den ich in den vergangenen Tagen vermehrt gehört habe. Ausgangssperren, Corona-Leugner, Verbote, Rassismus, Klima – macht alles nicht wirklich Spaß. Viele meiden gar den täglichen Blick in die Nachrichten und auch ich muss zugeben, dass mir derzeit an einigen Tagen die Logo-Nachrichten völlig ausreichen. 15 Minuten investieren, in denen nur das Schlechte dieser Welt berichtet wird – muss nicht sein.

Ja, wir leben in in Zeiten kräftigster Zuspitzung. Alles ist schwarz ODER weiß, aber meistens mindestens dunkelgrau. Man könnte meinen, die Welt stünde kurz vor dem Untergang. Zwischentöne, Schattierungen, um in der Farbwelt zu bleiben – nö. Und auch unsere Sprache ist geprägt von Zuspitzung, Radikalität.

Ausgangsbeschränkungen werden zu Ausgangssperren. In einem Papier des „Expertenrats“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen werden Menschen, die sich an die Regeln halten zu „Lockdown-Fanatikern“ in Abgrenzung zu den „Corona-Leugnern“. Der vergleichsweise sanfte Shutdown wird zum Lockdown, zwischenzeitlich drohte gar ein Mega-Lockdown. Wie würden wir eigentlich das nennen, was beispielsweise in Chile praktiziert wurde? Dort durfte man monatelang nicht ohne Grund und Passierschein (online zu beantragen, personalisiert und limitiert) – das Haus verlassen. Und das Militär kontrollierte, ob man seinen Passierschein auch dabei hatte. Einen Passierschein, der einem erlaubte, einmal am Tag sieben Mal die Woche, manchmal aber auch nur zweimal pro Woche, vor die Tür zu gehen. Und das muss reichen für Gassigehen, Einkaufen, Arztbesuche. Wäre das ein Mega-Superduper-Lockdown? Und erinnerst du dich noch an Armin Laschets „härtestes Weihnachtsfest, das die Nachkriegsgenerationen je erlebt haben“?

Ohne Radikalität geht es offenbar nicht. Laufen wir hier nicht Gefahr, dass uns für die Phänomene unserer Zeit die Worte ausgehen? Und warum machen wir das eigentlich?

Ich sehe vor allem drei Trends.

Erstens: Wir leben in einer Zeit, in der sich die Herausforderungen unserer Zeit nicht mehr einfach so mit Abwarten oder moderater – nicht radikaler – Politik lösen lassen. Und das spüren wir gerade jetzt sehr. In der Digitalisierung ging Deutschland einen, sagen wir mal, moderaten Weg – und wurde jetzt auf radikale Weise eingeholt – siehe die Schulen. Oder der Pflegenotstand, das Artensterben, die fast schon unvermeidliche Klimakatastrophe.

Zweitens: Wir leben in Zeiten von einer Emotionalisierung von Nachrichten. Und das wird natürlich stark getrieben durch soziale Netzwerke. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird über klare, emotionale Botschaften gewonnen und wer von sozialen Netzwerken profitieren will, muss zuspitzen und emotionalisieren.

Drittens:
Die Aufmerksamkeitsökonomie hat zudem den Nebeneffekt, dass noch mehr Medien, Unternehmen, Einzelpersonen um die Aufmerksamkeit der Menschen buhlen – und das führt dazu, dass Themen zugespitzt werden. Je einfacher die Botschaften, desto besser. Je emotionaler, überraschender die Geschichte – umso besser. Bei der Beurteilung von Nachrichten dominiert der Unterhaltungs- und Gesprächswert die anderen. Journalismus zur Bestätigung der eigenen Gefühle.

Aber ich will hier auch drei Vorschläge machen.

Erstens: Mehr Medienkompetenz für Medien.
Wie lange hat es gedauert, bis verstanden wurde, dass es vielleicht nicht allzu klug ist, jeden einzelnen Tweet von Donald Trump in eine Nachricht zu gießen, sich darüber lustig zu machen und so diesen Aussagen noch ein viel größeres Gewicht zu geben – vier ganze Jahre! Medien haben eine Verantwortung. Sie müssen noch besser verstehen, wie digitale Medien funktionieren und missbraucht werden können.

Zweitens: Emotionalisierung, wenn es wirklich sinnvoll ist.
Gegenüber Spektrum sagte Umweltjournalist Dirk Steffens: „Man braucht Emotionen, um Handlungsimpulse zu erzeugen. Im Journalismus dürfen wir emotionalisieren – vorsichtig und verantwortungsvoll. Aber vielleicht sind wir zu vorsichtig.“ Die Klimakrise wäre ein Thema, dem MEHR Emotionalität gut tun würde.
Fünf Milliarden Jahre Erdgeschichte bedeuten fünf Milliarden Jahre Klimawandel, so könnte man meinen. Mit diesem Begriff verstellen wir den Blick auf die Ursache, Dringlichkeit, er ist so schön abstrakt und schön weit weg von unserer Verantwortung.

Drittens: Wenn schon schlechte Nachrichten, dann in Verbindung mit Konstruktivem!
2019 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Studie veröffentlicht, für die sie u.a. getestet haben: „Für welche Form von Journalismus entscheiden sich Menschen, wenn sie unter Zeitdruck stehen?“ Traurige Antwort: Negatives wird eher wahrgenommen und verkauft sich deshalb auch besser. Könnte man dann nicht aber versuchen, Negatives mit Positivem in Verbindung zu bringen! Mit Lösungen und Perspektiven.

(Dieser Text ist eine Version eines Vortrags, den ich beim Creative Morning gehalten habe.)

So waren die Goldene Blogger 2021

Teresa Bücker ist Bloggerin des Jahres

Rund 2.000 Einzelvorschläge aus der Community, mehr als 26.000 Menschen, die beim Online-Voting mitmachten, fast 8.000 Zuschauer*innen im Livestream, 20 glückliche Gewinner und Nominierte, die zwar nicht gewannen, sich aber trotzdem freuten, plus ein ausgewachsener Shitstorm. Die 14. Verleihung der Goldenen Blogger war in vielerlei Hinsicht eine ganz Besondere. Gesendet aus dem Green-Screen-Studio, keine Nominierten vor Ort – nur unser kleines und das Technik- und Kommunikationsteam der Deutschen Post DHL.

Ich könnte jetzt eine lange Liste der Highlights teilen, die ich an diesem Tag erlebte. Alleine das Erlebnis, mal wieder unter so vielen Menschen zu sein – getestet, mit Maske und auf Abstand, aber immerhin. Aber ich möchte jetzt darüber schreiben, was mich gestern am allermeisten faszinierte und inspirierte: Die Leidenschaft der Nominierten und Gewinner*innen: Blogger*in des Jahres, Teresa Bücker setzt sich seit Jahren dafür ein, dass sich die Rolle von Frauen, Müttern und Kindern verändert. Das Team von „Bruchstücke“ möchte einen Beitrag leisten, um den Wandel in der Welt konstruktiv zu gestalten.

Leidenschaft sorgt dafür, dass selbst Themen, die den Ruf haben, für die Masse nicht kommunizierbar zu sein, eben doch ein Publikum erreichen können – mit guten Ideen und ein paar Kniffen: “Wir wollten unsere Marke emotionalisieren und menschlich sein. Wir wollen auf Twitter mit einer anderen Emotionalität rausgehen. Damit wollen wir rausbringen, dass wir durchaus wichtige Dinge tun, gerade im letzten Jahr“, sagte der DB-Cargo-Vertreter bei uns im Livestream. 

Ebenfalls wurde klar, wie wichtig die Community bei all diesen Projekten wirklich ist. Gemäß der Regel „Was dir gut tut, tut anderen (vielleicht) auch gut und andersrum“. Ich war total gerührt, als ich sah, dass Schauspielerin Elena Uhlig in ihrem Kölner Hotelzimmer nicht nur für einen passenden Hut und Hintergrund gesorgt hatte, nein, sie streamte die Verleihung parallel über ihr Smartphone an ihre eigene Community und ließ diese so an den Erlebnissen im Backstage-Zoomcall teilhaben. „Ich bin Künstlerin, um Menschen zu unterhalten – ich mache das, was ich tue, um Menschen zum Lachen zu bringen. Ich bekomme auch viele positive Rückmeldungen, das hilft einem sehr durch diese Zeit“, ließ sie uns wissen. Wie wichtig die eigene Zuhörerschaft ist, wurde auch bei der Aussage der Macher des Podcasts „Geschichten aus der Geschichte“ deutlich: „Jede Woche eine Geschichte zu erzählen, dafür ist unsere Community ein ganz großer Antrieb!“ 

In diesem Zusammenhang freue ich mich auch darüber, dass uns Deutsche Post DHL, Facebook, Xing, Mumm und Godaddy in diesem Jahr unterstützt haben: Jede*r Nominierte konnte so eine Dinner-Box erhalten mit Gala-Dinner, Getränken seiner Wahl, Keksen, ja selbst ein Katerfrühstück war so drin plus Goldene-Blogger-Briefmarken. Und beim Nominierten-Dinner im Vorfeld auf Wonder.me hatten alle nicht nur Verpflegung, sondern auch gleich das erste Smalltalkthema als Eisbrecher.

Leidenschaft hat aber bekanntlich nicht nur gute Seiten. Sie kann zum Beispiel dazu führen, dass man den Blick auf das große Ganze verliert. Dass man zum Beispiel nicht mehr in der Lage ist, andere Positionen wahrzunehmen, bzw. auf Gegenpositionen mit Hass, Beleidigungen und Hetze reagiert. Für den Kontext: Die Nominierung des Bocholter Landschwein in der Kategorie „Berufsbotschafter*in“ gefiel nämlich nicht jedem und die Reaktionen darauf wiederum nicht den Anhängern des Landschweins. Ein konstruktiver Diskurs ist dann nicht mehr möglich, Veränderungen schon gar nicht. Unser offizielles Statement, das Thomas‘ in der Show vorgetragen hat, könnt ihr hier nachlesen.

Umso mehr freut mich, dass sich viele der Preisträger*innen dennoch für ihre (gute) Sache einsetzen so wie die Newcomer-Gewinner*innen Rosamag, Rice and Shine, Mailab oder Katja Scherers „Wirtschaft in Afrika“.

Ein weiser Mann namens Georg Wilhelm Friedrich Hegel soll mal gesagt haben: „Nichts wirklich Wichtiges ist ohne Leidenschaft erreicht worden.“ Und das Internet ist dafür eben auch ein guter Ort.

Und so wird es wohl auch 2022 wieder eine Ausgabe der Goldenen Blogger geben. Hoffentlich mit allen Nominierten vor Ort und Party danach. Es wird schließlich eine Jubiläumsausgabe werden.

Weitere Reaktionen
Was Thomas Knüwer schreibt
Was DWDL schreibt
Was der Bayerische Rundfunk schreibt
Unsere Pressemitteilung beim Tagesspiegel


Die Goldenen Blogger 2021 – alle Preisträger im Überblick

Blogger*in des Jahres

  • Teresa Bücker
  • Newcomer*in des Jahres

  • RosaMag
  • Bester Einzelbeitrag

  • Joachim Leitenmeier: Ich bin ja kein Rassist, aber halt schon
  • Ludger Wess: Wir brauchen die Kartoffelwende
  • Minh Thu Tran und Vanessa Vu: Hamburg 1980 – Als der rechte Terror wieder aufflammte
  • Beste(r) Blogger*in ohne Blog

  • Joko und Klaas für ihre „15 Minuten“ bei ProSieben
  • Bestes Nischen- oder Themenblog

  • Wirtschaft in Afrika
  • Bester Podcast

  • Geschichten aus der Geschichte
  • Bester Instagram-Account

  • Museum of Deutschland
  • Bester Twitter-Account

  • DB Cargo
  • Bester TikTok-Account

  • Elisa Valerie
  • Bester Social-Media-Account einer Celebrity

  • Die Maus auf Instagram
  • Bestes Wissenschaftsblog

  • Methodisch Inkorrekt
  • Beste(r) neue(r) Medienmacher*in

  • Sportfrauen.net
  • Beste(r) Lockdown-Tröster*in

  • Discovery Panel und ihr Quarantäne-Qast
  • Beste(r) Berufsbotschafter*in

  • 5_sprechwunsch
  • Beste Comedy

  • Hazel Brugger
  • Bestes Politik-Blog

  • Hinterzimmer-Politik
  • Sonderpreise

  • Mailab
  • NDR Coronavirus Update
  • Warum Journalismus so anfällig für Desinformationsstrategien ist

    In einer der letzten Ausgaben des Corona-Virus-Updates sprach Charité-Professor Christian Drosten mal nicht nur über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Impfen und Co., sondern ging auch auf die Rolle von Medien und Journalist*innen ein, die in der derzeitigen Situation nicht immer nur eine rühmliche ist. Seiner Meinung nach trügen Medien einen großen Teil dazu bei, dass in Deutschland „Grundprinzipien der Wissenschaftsleugnung“ zu erkennen seien. (Denkt in den Redaktionen eigentlich noch jemand nach, wenn dort „Stramme Notbremse verhindert“ in die Dachzeile geschrieben wird?). Ich fand es einigermaßen erstaunlich, dass ein Virologe im Podcast die PLURV-Strategien zur Desinformation erläutert.

    Nun ist das vor allem Drostens Eindruck, doch dieser hat natürlich eine Berechtigung, wenn man sich die unterschiedlichen Strategien einmal genauer anschaut und einordnet, wie anfällig Journalist*innen für diese Form von Einflussnahme sind. (Was (Krisen-)Kommunikatoren natürlich auch in allen möglichen Kontexten nutzen). Aber der Reihe nach und Buchstabe für Buchstabe in PLURV erklärt:

    P steht für Pseudoexperten: Eine unqualifizierte Person wird als Experte hinzugezogen.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Um den Vorwurf der einseitigen Berichterstattung vorzubeugen, sollen möglichst alle Seiten eines Problems dargestellt werden und viele Perspektiven gezeigt werden. Problematisch wenn Minderheits- bzw. nicht wissenschaftlich gestützte Meinungen hier auf gleicher Höhe präsentiert werden. Das ist umso verlockender, weil steile Thesen häufig überraschender sind und im Online- und Social-Media-Zeitalter so leichter Aufmerksamkeit bringen.

    L steht für Logikfehler: Argumente sind bei näherer Betrachtung unlogisch.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Einfache Worte, verständliche Argumente, Zuspitzung das wollen die Leser*innen, Zuhörer- und Zuschauer*innen – das kann zu Lasten der Korrektheit gehen. Personalisierung ist ein gern verwendetes Mittel, um komplexe Sachverhalte darzustellen (Gefahr der Ad-Hominem-Argumentation), Analogien können irreführend sein, mehrdeutige Begriffe können anders interpretiert werden.

    U steht für unerfüllbare Erwartungen: zum Beispiel an die Wissenschaft.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Ein aktuelles und vor allem relevantes Thema bringt Aufmerksamkeit, Klicks, Traffic, Abos, also braucht es immer wieder neue Drehs, Wendungen, Argumente. Wissenschaftler*innen können im Fall der Corona-Pandemie nur gebetsmühlenartig wiederholen, was die geeignete Maßnahmen sind. Doch der immer gleiche Hinweis auf AHA-Regeln und Co. bringt ebendiese Aufmerksamkeit nicht.

    R steht für Rosinenpickerei: Informationen werden bewusst lückenhaft ausgewählt, so dass sie die eigene Position zu stützen scheinen.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Auch hier kommen wirtschaftliche Interessen zum Tragen – verkürzt: je besser die Geschichte, desto mehr Aufmerksamkeit, desto mehr Umsatz.

    V steht für Verschwörungsmythen: Geheimbünde, Komplotte, abstruse Zusammenhänge werden konstruiert.
    Warum Journalist*innen hier anfällig sind: Im Kampf um Aufmerksamkeit werden immer wieder neue Drehs, neue Aspekte gesucht – Hauptsache die Story stimmt. Zudem: In vielen Redaktionen gilt das Credo bei Geschichten um eine Person: Auch keine Reaktion ist eine Reaktion. Menschen, die hier nicht so erfahren im Umgang mit Medien sind, können hier ganz schnell in Ecken gestellt werden, in die sie ganz und gar nicht reingehören.

    Warum ich das aufschreibe? Weil ich hoffe, dass sich Journalist*innen gerade jetzt ihrer Verantwortung bewusst sind, auch wenn sie monetäre Interessen verfolgen.

    Grafik kennst du, oder?

    Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.

    Vier null, Medium oder Das Ding mit der eigenen Plattform

    Zwei Nachrichten haben mich in dieser Woche besonders beschäftigt, also abseits des Auftritts der Bundeskanzlerin bei Anne Will und all den anderen Corona-bedingten Meldungen oder dem querstehenden Schiff im Suez-Kanal. Die erste: Es tut sich was in Düsseldorf, der Stadt, in der ich seit mittlerweile 17 Jahren lebe. Also journalistisch. Denn vier Männer (Ja, ich hab mich auch schon gefragt, warum hier nicht wenigstens eine Frau dabei sein kann) wollen ab Mai der lokalen Medienlandschaft Konkurrenz machen.

    Zwar gibt es schon den einen oder anderen Konkurrenten für die Rheinische Post, Westdeutsche Zeitung und Co., allerdings verfügt keines der bisherigen Projekte über so gut vernetzte Lokal-Journalisten. Christian Herrendorf und Hans Onkelbach, beide lange Jahre Lokalchefs, tun sich mit dem Fotografen Andreas Endermann und dem Werber Boris Bartels zu Viernull zusammen und sammeln derzeit bei Startnext für ihr Crowdfunding. Der Plan: eigene Plattform, tägliches Videoformat plus Newsletter. Ich bin sehr optimistisch, dass sie das Geld für den Start zusammenbekommen und bin gespannt, was sie draus machen. Es scheint derzeit eine gute Zeit zu sein, ein solches Projekt zu gründen – in Düsseldorf aber sicherlich auch anderswo.

    Und das hat auch ein bisschen mit der zweiten Nachricht zu tun, über die ich in diesen Tagen eine Weile nachgedacht habe: Denn der Versuch des Twitter-Gründers Evan Williams die Blogging-Plattform Medium zu einer Plattform für bezahlten Journalismus umzubauen, ist gescheitert. Medium will kein Medienunternehmen mehr sein, Williams kein Verleger. Warum ich darüber nachgedacht habe? Weil gerade große Tech-Player wie Facebook, Revue, Substack und Co. Content Creator*innen und Journalist*innen für sich gewinnen wollen. Hier liegt natürlich Chance und Gefahr zu gleich: Schnelles Wachstum mit Hilfe der Plattformen und gleichzeitig die große Abhängigkeit.

    Mein Tipp für alle Medienmacher*innen, egal wo: Nutze die Chancen der Netzwerke, aber vergesse nicht, auch im Digitalen direkte Beziehungen aufzubauen – ob mit einer Website, einem Newsletter oder anderen Instrumenten.

    Und solltest du gerade ohnehin drüber nachdenken, einen eigenen Newsletter zu starten, dann empfehle ich dir die Teilnahme an meinem Seminar am 23. April – wenige Plätze sind noch frei.

    (Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Quelle: Internet – oder: Wie medienkompetent bist du?

    Wie gut können Menschen selber einschätzen, ob ein Post bei Facebook von einer vertrauenswürdigen Quelle kommt? Wie gut können sie unterscheiden, ob sie es mit einer Nachricht. einem Kommentar oder gar Werbung zu tun haben? Diese und weitere Fragen zur Medien- und Nachrichtenkompetenz hat die „Stiftung Neue Verantwortung“ mit Hilfe eines dafür konzipierten Tests untersucht und ist zu erstaunlichen und durchaus beunruhigenden Ergebnissen gekommen (Den Test kannst du hier übrigens selbst mal machen – schreib mal in die Kommentare, was bei dir herausgekommen ist!):

  • Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden hält ein Advertorial für eine Information und gerade einmal 7 Prozent erkennen den Hinweis „Advertorial“ als Werbekennzeichnung auf einem Nachrichtenportal.
  • Ein Drittel hält einen Kommentar für eine tatsachenorientierte Berichterstattung.
  • Immerhin 35 Prozent erkennen nicht, dass ein Geschäftsführer eines Flugreiseportals bei seiner Berichterstattung über Flugreisen evtl. einen Interessenkonflikt haben könnte.
  • Nur 50 Prozent der Befragten weiß, dass Nachrichten über einen Bundesminister ohne die Genehmigung des Ministeriums veröffentlicht werden dürfen.
  • Nur die Hälfte der Befragten weiß, dass Bundestagsabgeordnete nicht darüber entscheiden, worüber der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtet.
  • Bei 46 Prozent derjenigen, die den Test gemacht haben, liegt die digitale Nachrichten- und Informationskompetenz im (sehr) geringen Bereich – wobei Jüngere tendenziell kompetenter sind als Ältere, auch die politische Grundhaltung ist hier ein entscheidender Faktor: Die besten Ergebnisse erzielen FDP- und Grünen-Anhänger*innen, die schlechtesten AfD-Sympathisanten.
  • Liest man das alles, bleibt auch für die Studienmacher*innen nur ein Fazit: Es gibt viel zu tun. Drei Punkte werden hier vor allem genannt: eine bessere digitale Schul- und Erwachsenenbildung (oh well), mehr Transparenz im Journalismus (und mehr transparenten Journalismus) sowie bessere Plattformarchitekturen und klarere Kennzeichnungen.

    Doch ein paar Fragen bleiben noch unbeantwortet und auch ich habe da derzeit noch keine befriedigenden Antworten gefunden: Wie erreiche ich die Erwachsenen und vor allem die Älteren (noch)? Und wie vermittle ich, dass Kompetenzen fehlen bzw. Defizite vorliegen und dass es ein Gewinn wäre, diese Lücken zu schließen? Gutes Storytelling ist hier sicherlich hilfreich und ein solcher Test ist wohl keine schlechte Idee. Besser wäre es, direkt im Anschluss Angebote zu erhalten, die eigenen Kompetenzen zu verbessern.

    Also: Wer hat Interesse, seine Medienkompetenz zu verbessern? Ich helfe gern – einfach Mail schreiben! :)

    (Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Die Nominierten für die Goldenen Blogger 2021 oder Kommt, lasst uns schöne Dinge angucken

    „Kommt, lasst uns schöne Dinge angucken“, diesen Satz schrieb eine ehemalige Kollegin von mir am Montagabend auf Twitter und sprach damit genau meine Gefühlslage an, wenn ich an die kurzen Nächte der vergangenen Wochen dachte. Denn obwohl es natürlich jedes Mal ein Riesending ist, rund 2000 Vorschläge zu sichten, sind es doch oft schöne Dinge, die Daniel, Thomas, Feli und ich da zu Gesicht bekommen haben.

    Wer werden die Goldenen Blogger 2021? Diese Frage wird am 26. April 2021 entschieden – diesmal zwar nicht per Gala und ausgiebiger After-Show-Party in Berlin, sondern per virtuellem Pre-Dinner und Gala aus Bonn. (Hier kannst du dich schon mal für die Gala anmelden!)

    In 16 Kategorien werden in diesem Jahr die Preise verliehen, plus zwei Sonderpreisen an das NDR Coronavirus-Update und die Wissenschaftsjournalistin Mai Ngyuen-Kim für ihren Youtube-Kanal „Mailab“. Die Pressemitteilung zitiert mich wie folgt: Wer wollte, war in Deutschland über die Pandemie so gut informiert wie in keinem anderen Land. Das verdanken wir diesen beiden herausragenden Formaten.
    Und wie in jedem Jahr gab es beim Sichten der unterschiedlichen Projekte viel zu entdecken – das ist wirklich jedes Mal das allerschönste und wenn hier irgendwer nochmal behauptet, dass Blogs tot sind, der hat wirklich keine Ahnung.

    Hier ein paar Gedanken zu der diesjährigen Shortlist.

    Neue Kategorien

    In jedem Jahr machen wir uns viele Gedanken, welche Kategorien wir vorgeben wollen und schmeißen diese meistens dann doch nochmal um. Denn mit den Kategorien wollen wir jedes Jahr auch bestimmte Trends abbilden – die das Jahr geprägt haben. Lockdown-Tröster ist beispielsweise so eine Kategorie. Und beim Sichten der vielen Vorschläge entdecken wir alle dann immer noch weitere Trends: Comedy war so einer in diesem Jahr, Politik haben wir so wiederentdeckt. Ein paar Klassiker sind aber in jedem Jahr dabei: Newcomer*in, Einzelbeitrag und Blogger*in des Jahres.

    Wissenschaft wird auf populären Kanälen sichtbar

    Deshalb gibt es in diesem Jahr eine eigene Rubrik dafür, unter den Nominierten der „Blogger*in des Jahres“ befindet sich der renommierte Wissenschaftsjournalist Lars Fischer. So viel Wissenschaft war wirklich noch nie. Und wie toll lässt sich eigentlich die Schönheit von Mathematik vermitteln?

    Medizin und Pflege ebenfalls

    Wir haben so viele – auch neue – kreative Projekte in diesem Bereich angeschaut. Und auch wenn es nicht viele auf die Shortlist geschafft haben, hier tut sich gerade wirklich viel und das vor allem auf tiktok. Sanitäter auf tiktok – noch so ein Hype.

    Trend Berufsbotschafter

    Beinahe den größten Spaß hatte ich beim Sichten der Vorschläge in dieser Kategorie – und das lag vor allem daran, dass ich hier viele Projekte neu entdecken konnte (Das Bocholter Landschwein!). Und auch hier überrascht es nicht, dass zwei der nominierten Projekte auf tiktok beheimatet sind. Und DB Cargo auf Twitter passt hier auch irgendwie ein bisschen dazu.

    Politik wird endlich auch für jüngere Zielgruppen toll erzählt

    Die Journalistin und Moderatorin Eva Schulz war hier mit „Deutschland3000“ eine der Pionierinnen, aber auch hier gibt es auf vielen Plattformen tolle neue Projekte, die zeigen: Politik kann verständlich und konstruktiv vermittelt werden!

    Podcasts helfen uns durch diese schwierige Zeit

    In diesem Jahr sind in vielen der Kategorien wahnsinnig tolle Podcast-Projekte nominiert und ich behaupte einfach mal: so viele wie noch nie zuvor. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch das ein Corona-Phänomen ist. Von Max-Jacob Ost, über Rice&Shine, Geschichten aus der Geschichte, Apokalypse&Filterkaffee, die Realitäter*innen , das Discovery Panel oder Hazel Brugger.

    Es gibt mittlerweile so viele tolle und kreative tiktok-Kanäle

    Ja, sagte ich schon, aber irgendwie muss ich jetzt doch nochmal loswerden, Fan von Iris Gavric und Matthias Renger zu sein. Und von Vica Reich und Elisa Valerie sowieso. Und den anderen auch. Herrjeh.

    Die Preise werden wie in jedem Jahr per Online-Voting und unserer Goldenen Blogger Akademie vergeben, die aus den Gewinner*innen der vergangenen Jahre bestehen. Sprich: Du kannst entscheiden, wer das Ding nach Hause bekommen soll.

    Nicht zu vergessen: Es gibt ein paar Unternehmen, die uns dabei helfen, auch in diesem Jahr für alle Nominierte einen besonderen Abend zu gestalten: Deutsche Post DHL, Xing, Mumm – und in den nächsten Tagen gibt es hier bestimmt noch ein Update.

    Du willst die gesamte Shortlist sehen? Dann empfehle ich dir unsere Webseite.

    Wie digital ist Deutschland oder wer nutzt eigentlich noch ein Fax-Gerät?

    Quelle: D21-Digital-Index 2020 / 2021

    Wie digital ist Deutschland? Diese Frage untersucht einmal im Jahr die Initiative D21 mit Hilfe des Digital-Index und in diesem Jahr ist das besonders spannend, weil das Corona-Jahr in vielen Bereichen einen Digitalisierungsschub mitgebracht haben sollte. Viele arbeiten viel digitaler als vorher, wir könnten die Zeit dafür genutzt haben, uns mehr digitale Kompetenzen zugelegt zu haben und eigentlich sollte auch viel digitaler gelernt werden (hust). Und wie sieht es in der Realität aus? Ich habe mir den Report mal durchgelesen, nicht nur für dich, sondern auch, weil ich es wichtig finde, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie digital wir wirklich sind, welche Kompetenzen wir haben und wo es hakt, um gute digitale Produkte zu schaffen – einfach zu bedienende Apps, geringe Hürden beim digitalen Bezahlen, aber auch gut konzipierte Facebook-, Twitteraccounts oder Newsletter. Hier die für mich spannendsten Punkte.

    1. Wer im Internet unterwegs ist, wird auch mobil online sein, denn die mobile Internetnutzung nähert sich dem Niveau der allgemeinen Internetnutzung. Immer noch nutzen mehr Männer als Frauen das Internet. Je höher die formale Bildung, desto geringer ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern. Spannend finde ich auch den Blick auf die typische Offliner*in: 69 Jahre alt, zu 69 Prozent niedrig gebildet und zu 63 Prozent weiblich.

    2. Was machen die Deutschen im Internet? Instant-Messengerdienste sind die beliebteste Anwendung gefolgt von Online-Shopping, Dienstleistungen online bestellen oder buchen, Online bezahlen und Office-Programme. Erst auf Platz 6 folgen Streamingdienste.

    3. 78 Prozent der Deutschen nutzen soziale Medien. Die beliebtesten Netzwerke sind Whatsapp (nutzen 72 Prozent), Youtube (48 Prozent), Facebook (46 Prozent), Instagram (25 Prozent), Twitter (9 Prozent), Snapchat (8 Prozent), Pinterest (7 Prozent), Xing (6 Prozent) und Linkedin sowie Tiktok (je 4 Prozent).

    4. Keine Frage: Viele haben im vergangenen Jahr neue Kompetenzen erlernt – und das vor allem informell. Das heißt durch Eigeninitiative, hauptsächlich aber durch Ausprobieren und Austausch mit anderen.

    5. Die Deutschen sind dem Internet gegenüber offen eingestellt: 74 Prozent sagen, dass man ohne Grundkenntnisse der Digitalisierung heutzutage kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe. Immerhin 56 Prozent glauben, dass sie persönlich insgesamt von der Digitalisierung profitieren. Und 51 Prozent sagen, dass sie daran interessiert sind, ihr Wissen im Bereich Computer, Internet und digitale Themen auszubauen. Spannend auch: Nur 26 Prozent sagen, dass sie in Zukunft öfter bewusst offline sein möchten.

    Zum Schluss noch ein Funfact aus der Studie: Zum ersten Mal wurde auch abgefragt, wer ein Fax-Gerät nutze und immerhin: Es erreicht mit 20 Prozent eine höhere Nutzungsquote als das einfache Handy.

    (Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    In der Pandemie leidet das Netzwerk der meisten – aber du kannst etwas dagegen tun

    Wie geht es dir? Wann wurdest du das in den vergangenen Tagen so gefragt? Und wann hattest du die Gelegenheit, offen und ehrlich und nicht nur mit einem „Muss ja“ zu antworten?

    Dabei ist diese Form von persönlichem Austausch wichtig und ein elementarer Faktor, wie wir Beziehungen halten und pflegen können. Auch jetzt, wo wir uns nicht bei irgendwelchen Veranstaltungen begegnen können. auf denen wir lose Kontakte auffrischen können. Im „Harvard Business Review“ schreibt Marissa King, wie sich die Pandemie auf unsere beruflichen und persönlichen Netzwerke auswirkt: Laut Studien hat sich das berufliche und private Netzwerk um ca. 16 Prozent oder ungefähr 200 Personen verkleinert.

    Warum? Weil wir unsere Aufmerksamkeit eher auf die Stärkung der Beziehung zur eigenen Familie, engen Freunden und engen Kollegen gerichtet haben. Darunter leiden andere Kontakte, die aber gerade dann nützlich sein können, wenn es um Kreativität, neue Jobs oder den nächsten Karriereschritt geht. Ein spannender Aspekt: Die Netzwerke von Frauen leiden nicht so sehr wie die von Männern, da sie häufig anders netzwerken. „Instead of talking, men „do things together.“

    Die Lösung? Jetzt verstärkt auf die Wiederherstellung loser Verbindungen fokussieren. Ihr Rat: „Make a list of three people you haven’t seen in a while and reach out. Your day will be better and your work will benefit.“

    Der Tipp ist natürlich sehr hilfreich und ich würde mich freuen, wenn allein die Lektüre dieses Textes dazu führt, dass auch du diese Liste angehst und Termine machst. Zum Telefonieren oder vielleicht ja sogar zum Spazierengehen. Und ich möchte Marissa Kings Rat gerne um einen weiteren Gedanken ergänzen: Digitale Kanäle wie Newsletter, Social Media und Co. können dich dabei unterstützen, mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Wenn du sie nicht nur zum Senden von Botschaften, sondern als echtes Kommunikationsinstrument nutzt.

    (Dieser Text war Teil meines Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

    Die Kehrseite des Newsletter-Booms

    Linkedin experimentiert schon seit einer Weile mit Newsletter, Twitter hat vergangene Woche den Anbieter Revue gekauft, Facebook plant auch sowas, Journalistennewsletter über Substack sind in den USA gerade ein großes Thema, Forbes baut eine eigene Newsletter-Plattform auf und selbst die Online Marketing Rockstars schreiben drüber – könnte sein, dass sich gerade ziemlich viele Unternehmen und Medienmacher mit dem Kanal „Newsletter“ beschäftigen. Natürlich aus gutem Grund. Newsletter haben einfach viele Vorteile: Sie landen direkt beim Empfänger, es gibt keinen Mittler, der sich dazwischen drängt, ganz ohne algorithmische Einflussnahme (noch). Sie überraschen, inspirieren, unterhalten und informieren und im besten Fall verkaufen sie sogar. Das wichtigste Argument aus meiner Sicht ist aber die enge Bindung und Beziehung – ob zu den Mitlesenden oder potenziellen Kund:innen, die sich durch dieses digitale Kommunikationsinstrument aufbauen lässt.

    Und das ist für mich auch der Grund, warum ich es einerseits höchst spannend finde, dass die großen Plattformen in diesem Segment jetzt aktiv werden: Zum einen scheinen sie ja nach neuen Lösungen zu suchen, um diese direkte Beziehung wieder (besser) herstellen zu können. Zum anderen besteht für Medienmachende und Creators wiederum die Herausforderung, die Macht der Plattformen geschickt zu nutzen, aber eben gleichzeitig nicht aus den Augen zu verlieren, diese wichtige direkte Beziehung nicht zu sehr von den Gesetzmäßigkeiten der Plattformen bestimmen zu lassen. Denn dann wäre einer der entscheidenden Vorteile von Newslettern, nämlich dass es eben keinen Mittler zwischen Sender:in und Empfänger:in gibt, nicht mehr vorhanden.

    Egal, welches Tool und welche Plattform Newsletter-Publisher nutzen: Sie sollten sich nicht zu abhängig machen und immer die Macht über das eigene Produkt, die Inhalte und die Abonnent:innen behalten.

    Lust, auch einen Newsletter zu starten? In meinem Seminar „Der perfekte Newsletter“ bekommst du all das Handwerkszeug, um loszulegen.

    Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.

    Neues ausprobieren oder Glücksmomente im Clubhouse

    „Picknick auf dem Leuchtturm oder was gerade glücklich macht“ – das war das Motto der ersten Clubhouse-Runde, die ich gemeinsam mit der großartigen Christiane Brandes-Visbeck gehostet habe und zu der wir weitere inspirierende Frauen wie Ingeborg Trampe, Katharina Krentz, Andrea Reif und Julia Karnick und viele viele mehr eingeladen haben. Eine Stunde Glücksgespräch auf der neuen Audio-Plattform – das war das, was wir anbieten wollten. Und ja, mit keinem knallharten, sondern einem Feelgood-Thema. Und das hatte natürlich auch seinen Grund.

    Wie lernst du am besten etwas Neues? Bei mir läuft das so: Ich lese viel und probiere die Dinge aus. Wie ist es, einen Raum auf Clubhouse selbst zu hosten? Wie füge ich weitere einem Event hinzu? Wie läuft das Terminmanagement? Wie hole ich Menschen auf die Bühne? Aber eben auch: Wie moderiere ich so, dass alle zu Wort kommen? Wie schaffe ich eine Atmosphäre, in der sich möglichst viele trauen, ebenfalls auf die virtuelle Bühne zu kommen? Wie kann eine Diskussion entstehen? Wie viel Vorbereitung ist nötig? All das haben Christiane und ich gestern getestet. Mit einem Thema, bei dem wir glaubten, nicht viel vorbereiten zu müssen, jeder aber dennoch etwas mitnehmen kann – für den ganz persönlichen Alltag. Zwischenfazit: kann funktionieren.

    Und was habe ich zum Thema Glücksmomente mitgenommen? Was macht dich gerade glücklich? Das war eine der Fragen, die wir unseren Gästen gestellt haben. Dabei waren ein paar richtig gute Life-Hacks, um gerade glücklich zu sein. Trotz Pandemie und allem drum und dran. Eine Auswahl:

  • sich seine eigenen Kompetenzen bewusst machen (Ich kann kochen!)
  • Nachrichten ausblenden
  • Tagträumen
  • auch mal jammern als Voraussetzung, um glücklich zu sein
  • Ge(h)spräche führen (Du verstehst das Wortspiel, oder?)
  • Buch führen mit dem bewussten Fokus auf das Gute des Tages
  • ein Instrument lernen (Klavier!)
  • eine Entscheidung treffen gemäß dem Motto „Being happy is a choice“
  • in Kontakt bleiben
  • Neues lernen
  • Und weil ich Neues am besten lerne, wenn ich es nicht nur einmal, sondern öfter ausprobiere, gibt es nächsten Dienstag eine Fortsetzung der „Picknick auf dem Leuchtturm“-Reihe. Ohne Glück, aber bestimmt wieder mit hilfreichen Tipps für diese Zeit. Auf das Thema haben Christiane und ich uns schon geeinigt: Picknick auf dem Leuchtturm oder gemeinsam konstruktiv sein. Vielleicht schaust du ja nächste Woche auch einmal vorbei.

    Dieser Text erschien in abgewandelter Form in meinem wöchentlichen Newsletter. Hier kannst du ihn abonnieren.