Liest du noch oder guckst du schon? Die spannendsten Erkenntnisse aus den ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends

Welche Medien nutzen die Deutschen? Wann nutzen sie welche Medien? Und was heißt das eigentlich für die Anbieter von Medien? Das wird mittlerweile jährlich in einer repräsentativen Studie mit dem Namen „Massenkommunikation Trends“ mit Hilfe von telefonischen Befragungen untersucht und netterweise auch veröffentlicht. Zehn spannende Ergebnisse.

Erstens: Sieben Stunden nutzen die Menschen in Deutschland Medieninhalte. In der Altersgruppe bis 30 sind es lediglich sechs Stunden. 3 Stunden davon gehen jeweils für Video und Audio drauf, für Texte rund 1 Stunde. Spannend an der Textnutzung und vor dem Hintergrund, dass es immer heißt, die Jungen würden nicht lesen: Die Textnutzung liegt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bei den 14- bis 29-Jährigen leicht höher.

Zweitens: Bei der Videonutzung dominiert in der Gesamtbevölkerung noch die klassische Nutzung, sprich: Fernsehsendungen schauen, wenn sie ausgestrahlt werden. Betrachtet man die Nutzung der 14- bis 29 Jährigen, liegen lineare Nutzung und Streamingangebote gleichauf.

Drittens: Audio-Medieninhalte werden in allen Altersgruppen noch auf dem klassischen Radio-Weg konsumiert, wobei das Hören von Musik im Internet bei den 14- bis 29-Jährigen verbreitet ist, aber noch nicht ganz an das klassische Radiohören heranragt. Spannend: Die Nutzung von Podcast spielt in allen Altersgruppen eine eher untergeordnete Rolle.

Viertens: Redaktionell erstellte Textinhalte werden pro Tag im Schnitt von jedem Zweiten konsumiert – und verändert sich kaum, wenn man nur die 14- bis 29-Jährigen betrachtet. 24 Prozent nutzen dafür Artikel und Berichte in Tageszeitungen und Zeitschriften, 20 Prozent in digitaler Form. Betrachtet man die 14- bis 29-Jährigen ist der Trend hin zum digitalen ziemlich klar: Sie Nur 5 Prozent nutzen Tageszeitungen und Zeitschriften, dafür 32 Prozent Artikel und Berichte in digitaler Form.

Fünftens: Und Bücher? 12 Prozent nutzen diese täglich. E-Books allerdings nur zwei Prozent. Mit Haptik geht also doch noch was.

Sechstens: Betrachtet man die Mediennutzung im Tagesverlauf, dann liegt die Hauptnutzungszeit in den Abendstunden, wo Video dominierend sind.

Siebtens: Audio hat seinen Peak am Morgen – zwischen 7.45 Uhr und 9.30 Uhr werden Reichweiten von rund 40 Prozent erzielt – und flacht bis 18 Uhr immer weiter ab.

Achtens: Texte werden relativ konstant über den Tag genutzt, wenn auch auf deutlich geringerem Niveau mit minimalen Peaks morgens und am Abend.

Neuntens: Welche Text-Inhalte lesen die Deutschen um 22 Uhr am liebsten? Richtig: das gute alte Buch. Ausgedruckt auf Papier.

Zehntens: Soll ich mich da immer anpassen und diese Trends noch befeuern? Diese Frage wurde mir letztens in einem Seminar gestellt. Meine Antwort: Es ist einfacher, sich an den Kunden anzupassen, als darauf zu hoffen, dass der Kunde sich anpasst. Denn er wird Gründe haben, warum er sich so verhält.

Hier der Link zur kompletten Studie.

Die Zahlungsbereitschaft für digitalen Journalismus ist mies. Die Gründe sind klar.

Warum ist es nur so schwierig, das Abomodell in die digitale Welt zu übertragen? Dieser Frage stellen sich viele Medien- und Verlagsmanager täglich und die Antworten darauf variieren vermutlich auch – je nach Tagesperformance und Gesprächspartnern. Gut, dass es mittlerweile ein paar Studien gibt, in denen untersucht wird, warum die Zahlungsbereitschaft für journalistische Inhalte eigentlich so gering ist. Aber für Netflix, Spotify und Co. wird ohne zu Zucken monatlich Geld überwiesen.

Die neueste Studie stammt von „Next Media Hamburg“ und Statista und zeigt: Die Mehrheit will nix für Journalismus bezahlen. 49 Prozent der Befragten sagen das. 19 Prozent würden maximal fünf Euro und 22 Prozent maximal 15 Euro ausgeben.

Ein weiterer spannender Aspekt: 40 Prozent würden lieber einen Artikel lesen, der von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde und kostenlos zur Verfügung steht als einen Text der kostenpflichtig und von einem ausgebildeten Journalisten geschrieben wurde. Oder anders herum: Es gibt immerhin eine Zahlungsbereitschaft, wenn klar gemacht wird, wer einen Text verfasst hat und dass er in einer Qualität geschrieben wurde, die nur ein Mensch abliefern kann.

Wenn das digitale Abomodell das Geschäftsmodell der Zukunft für Journalismus sein soll, dann muss sich jedes Medienunternehmen immer wieder folgende Fragen stellen: Liefern wir relevante Inhalte für unsere Kunden? Was ist eigentlich das Produkt, dass ich verkaufe? Stimmt die Verpackung und kommunizieren wir diese richtig? Und zu guter Letzt: Ist der Preis wirklich angemessen?

Es gibt nur sehr wenige Häuser, die die meisten dieser Frage mit „Ja“ beantworten können.

Warum ich neuerdings laufe

(Dieser Text war in leicht abgewandelter Form Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.)

„Ich müsste mal wieder mehr Sport machen“ – das war einer dieser Sätze, den ich in den vergangenen Monaten häufiger gesagt hatte. Und jedes Mal habe ich über mich geärgert, wenn ich mich selbst mit Sätzen wie „Keine Zeit“, „Du hast halt zuviel um die Ohren“ oder „Bis ich beim Laufen ne ordentliche Strecke hinbekomme, dauert das ja ewig“ gedrückt habe. Obwohl ich natürlich weiß, dass ich offenbar einfach nicht bereit gewesen bin, mir diese Zeit zu nehmen, Prioritäten zu verschieben. Vor sechs Wochen habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und bin mit einer Freundin an einem Samstagmorgen laufen gewesen. Kein „Ich halte das doch eh nicht durch“, sondern Intervallläufe. Wer mir damals gesagt hätte, dass ich in drei Wochen 20 Minuten am Stück laufen und dabei entspannt plaudern könnte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Oder dass ich nach sechs Wochen locker 5,3 km schaffe und sogar noch hätte weiterlaufen können.

Warum ich dir das schreibe: Zu oft drücken wir uns mit blöden Ausreden, planen ewig herum, ohne wirklich die noch so kleinen Dinge zu tun, um unsere Ziele zu erreichen. Suchen nach den Gründen, warum das Projekt scheitern könnte oder konzentrieren unsere Energie darauf, Fallstricke zu antizipieren, obwohl es sie noch gar nicht gibt. Aber einfach loszulegen und sich mit den Widrigkeiten dann auseinander zu setzen, wenn sie wirklich auftreten, daran denken wir meist zuletzt. Fang also einfach mal an. Schreib den Text, starte das Blog, gründe die Firma oder fang wie ich an zu laufen.

Digitale Tools in meinem Joballtag

Wie schreibst du eigentlich deine Rechnungen? Kannst du ein Tool für die Zeiterfassung empfehlen? Solche Fragen erreichen mich immer wieder und deshalb dachte ich: eigentlich mal ein gutes Thema für den Newsletter. Hier also eine Liste von digitalen Tools, die mir die Arbeit, aber auch das Leben ein wenig erleichtern. Wichtig: Ich werde für die Nennung der Tools weder bezahlt noch erhalte ich irgendwelche Prozente, wenn du auf den einen oder anderen Link klickst. Alles reiner Service.

Slack: Ich habe mir mittlerweile ein kleines Team aufgebaut, mit dem ich bei dem einen oder anderen Projekt zusammenarbeite. Über Slack machen wir Absprachen, gerade für redaktionelle Inhalte. Beispiel: Wer ein Thema sieht, das zu dem einen oder anderen Kanal passt, postet es dort, damit es nicht verloren geht.

Carbonite: Nachdem mir im Frühjahr mein Rechner während eines Seminars abgeschmiert ist und ich nur ein paar Wochen nach Reparatur denselbigen crashte, in dem er mir vom Fahrrad fiel, bin ich heilfroh, dass ich alle Aktivitäten auf meinem Rechner laufend in der Cloud abspeichere. Die Ordner werden komplett gespiegelt, so dass ich nicht mal lange suchen muss, sondern alles in der gewohnten Umgebung liegt.

Google Suite: Ob Mail, Kalender oder Drive – es ist einfach sehr praktisch, auf alles jederzeit zugreifen zu können. Die Synchronisation mit dem Smartphone läuft auch tadellos.

Lexoffice: Angebote und Rechnungen schreiben, die monatliche Umsatzsteuerabrechnung, einen Überblick über den Kontoeingang erhalten – all das mache ich mit Lexware.

Trello: Große und kleine Projekte und Todos sortiere ich in Trello. Dort kann ich sie auch von Woche zu Woche schieben, habe mir eine Liste angelegt, für „Warten auf Feedback“, um bei dem einen oder anderen Kunden auch nochmal nachzuhaken. Verschafft Überblick.

Timeular: Das ist meine Neuentdeckung. Hab ich vor ein paar Monaten bei jemanden im Blog entdeckt und sogleich zum Ausprobieren bestellt. Ist ein kleiner Würfel, den ich – je nach Kunde – drehen kann und wo automatisch die Zeit auf dem Rechner erfasst wird. Und wenn ich unterwegs arbeite, kann ich meine Aktivitäten auch direkt in der App tracken und eintragen lassen. Ich mag’s.

Bring: Nicht beruflich, aber privat ein hilfreiches Tool für die Zusammenarbeit für Sätze wie „Die Milch ist alle!“ Synchronisierte Einkaufsliste, damit derjenige, der gerade am Supermarkt vorbeikommt, weiß, was zu besorgen ist.

Dieser Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.

Was schön war (5.-7.7.2019)

Am Wochenende habe ich gemeinsam mit 20 anderen Menschen den Bolero gesungen (jede Gruppe war ein Instrument), gelernt, wie besonders zielstrebige Menschen vorgehen und andere wiederum ein Stillebens malen, so dass das Ergebnis als mehr als gelungen eingestuft werden kann. Ich wurde an meine Fähigkeit zu Führen erinnert, die mir natürlich auch in meiner Selbstständigkeit hilft, die ich aber in diesem Zusammenhang gar nicht so bewusst wahrgenommen habe. Ich habe jemandem geholfen, ein kleines Stückchen weiter zu kommen in der Entscheidung, sich beruflich zu verändern und habe dabei zugeschaut, wie jeder Teilnehmer in dieser Gruppe ein wenig über sich hinausgewachsen ist. Jeder auf seine Weise. Das war schön. Die einen sagen „Ich habe 190 Stunden in der Lebensschule von Tom Andreas verbracht“. Die anderen sagen irgendwas mit NLP und Practionener und das klingt dann zugegebenermaßen ein bisschen nach Vertriebszauber und Manipuliererei. Was es – je nach Lehrer – aus meiner Sicht aber nicht ist.

Und wenn du dich jetzt auch noch fragst, was das Ganze mit der digitalen Welt zu tun hat? Sehr viel. Weil es natürlich auch im Digitalen darum geht, wie wir miteinander umgehen, ob wertschätzend oder verletzend, sendend oder eben auch zuhörend. Und wie wir miteinander kommunizieren. Welche Worte wir wählen, welche Haltung wir einnehmen.

10 Jahre Sendung mit dem Internet – ich war mal wieder im Radio!

Vor zehn Jahren habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Radiosendung moderiert, die viel mehr war: ein crossmediales und interaktives Format, das im Radio und Internet lief und zusammen mit den Nutzern gestaltet wurde. Die Sendung mit dem Internet. Zehn Jahre später bin ich in dieser Woche in das Radiostudio zurückgekehrt und habe mit Daniel eine Jubiläumsausgabe produziert. Was hat sich in den vergangenen Jahren getan? Was gibt es nicht mehr, was es damals noch gab? Was gibt es heute, was es damals noch nicht gab? Über welche Themen haben wir damals diskutiert und vor allem: Wie sieht unsere digitale Welt in zehn Jahren aus?

Als wir die Sendung damals gestartet haben, hätte ich niemals gedacht, dass es sie in zehn Jahren noch geben würde. Heute glaube ich, dass es noch viel mehr solcher Sendungen und Formate bedarf, in denen Dinge erklärt werden, in denen aber auch jeder zu Wort kommen kann. Fragen gestellt und beantwortet werden, Austausch stattfindet, stattfinden kann. Das merke ich übrigens auch immer wieder in meinen Seminaren und in der Arbeit mit Unternehmen. Wenn der Raum gegeben wird, Fragen zu stellen und es auch Antworten gibt, kommt man schon wieder ein bisschen weiter. Und darum geht es ja am Ende auch.

Die Highlights beim Grimme Online Award

Ich war auf den Grimme Online Awards und habe mich ziemlich gefreut, dass ein paar meiner Favoriten aus der Shortlist von immer 28 nominierten Projekten Preise abgeräumt haben. Spannend: Obwohl viele Projekte von etablierten Medienunternehmen nominiert waren, gewannen viele neuere Medienprojekte und Einzelkämpfer. Hier meine Favoriten und nein, der Cocktail aus der Tüte (siehe Foto) war zwar interessant, aber beim nächsten Mal wär mir ein Glas wieder lieber.

Krieg und Freitag: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Krieg und Freitag schon einen Goldenen Blogger erhalten, aber da ich da nicht alleine entscheide, gab es jetzt eben den Grimme Online Award. Großartige Comics, die einfach gezeichnet wirken, aber es oft wirklich in sich haben.

Tincon: Die beiden re-publica-Gründer Johnny und Tanja Häusler haben vor ein paar Jahren die Tincon ins Leben gerufen, eine Digitalkonferenz für alle unter 21 Jahren. Zunächst in Berlin tourt die Konferenz mittlerweile durch ganz Deutschland ist eine tolle – und preiswürdige – Plattform geworden.

Wem gehört Hamburg? Auch herausragende Recherchen wurden belohnt, diese stammt von Correctiv und dem Hamburger Abendblatt und macht die Besitzverhältnisse auf dem Hamburger Wohnungsmarkt transparent. Spitzenmäßig, dass man schon daran arbeitet, die Arbeit auch auf andere Städte auszuweiten.

Techniktagebuch: Das wunderbare Blog hat 2016 bereits den Goldenen Blogger bekommen, da kann ein weiterer Preis auf keinen Fall schaden.

Mensch Mutta: Preisverleihung sind ja auch oft inspirierend und so lernte ich dieses Podcast-Projekt kennen, in dem einedas Journalistin ihre Mutter interviewt und mit ihr über ihr Leben in der DDR spricht. Menschelnder Geschichtsunterricht als Podcast sozusagen, werde ich mir auf meiner nächsten Reise auf jeden Fall mal anhören (und vergleichen).

Zu guter Letzt: In seiner Keynote gab sich NRW-Staatssekretär Nathanael Liminski ganz politikeresk und äußerte sich – wenig überraschend – wenig begeistert über das, was bei Youtube und Co. so geboten werde. Insgeheim freute es mich deshalb, dass nicht nur das Videoformat „Ultralativ“ als einziges Projekt in der Kategorie „Wissen und Bildung“ mit einem Grimme-Preis beehrt wurde, sondern auch das funk-Format „Einigkeit und Rap und Freiheit“.

(Der Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.)

Wie News im Digitalen in 2019 funktionieren

Es ist gerade die Zeit des Jahres, in der die großen Reports geupdatet werden (siehe auch in den Empfehlungen). So kam gerade der neue „Digital News Report“ des Reuters Institutes heraus. Der Report ist eine weltweite Studie zum Zustand der digitalen Medien. Besonders spannend, weil er Trends in den verschiedenen Ländern aufgreift, miteinander vergleicht. Wer irgendwas mit Medien macht, sollte ihn lesen. Was ich daraus mitnehme, los geht’s.

1. Digitale Abomodelle sind gerade das, was viele Medien weltweit ausprobieren. Doch es gibt verschiedene Anzeichen, dass das ein immer noch schwieriges Geschäftsmodell ist. Zu geringe Zahlungsbereitschaft bei den Kunden, Nachrichten sind nicht Entertainment, die Verfügbarkeit von kostenlosen Nachrichten, aber eben auch die Tatsache, dass nicht hinter allen Medien eine starke Marke steht, für die man bereit wäre zu zahlen. Nationale Marken profitieren am ehesten, regionale haben es deutlich schwerer, ihre Leserinnen und Leser zum Zahlen zu bewegen.

2. Was bei Abomodellen funktioniert: Entertainment. Das zeigt der Erfolg von Spotify, Netflix und Co.. Wie kann die Kombination aus News und Entertainment funktionieren? Wir sehen, dass die Kombination aus Lernen und Entertainment funktionieren kann.

3. 70 verschiedene E-Mail-Newsletter betreibt die Washington Post, 42 Prozent der digitalen Abonnenten in den USA nutzen mindestens einen Newsletter pro Woche, in Großbritannien 35 Prozent. Und den Satz hier zitiere ich mal direkt: „Email remains extremely effective with older, highly engaged news users, even if overall usage has not grown over the last five years. By contrast, mobile notifications tend to be used by younger groups and have shown considerable growth in weekly use – up from 3% to 20% in the UK and 6% to 19% in the United States since 2014.“ Das individualisierte Ansprechen von Zielgruppen wird erfolgsentscheidend sein.

4. News werden mobil konsumiert. Und darauf sollten sich alle endlich einstellen.

5. Trust goes down. Auf die Frage, ob man den meisten Nachrichten trauen kann, haben 2015 noch 60 Prozent der befragten Deutschen mit Ja geantwortet. 2019 sind es nur noch 47 Prozent.

6. Wer junge Menschen erreichen will, muss eine Instagram-Strategie haben. Wer junge Menschen erreichen will, muss Produkte kreieren, die ihre Bedürfnisse befriedigen. Video und Audio spielen dabei eine große Rolle.

7. Die Aussichten des Reuters Institutes sind nicht sonderlich rosig: „Many news publishers are stuck in a vicious cycle of declining revenue and regular cost cutting – as illustrated within our country page section this year. We also find some governments – increasingly alarmed by market failure, especially in local news and investigative journalism – considering using public money and other measures to support pubic interest journalism. Elsewhere, we find authoritarian-minded politicians looking at the weakness of commercial media as an opportunity to capture or unduly influence the media. These trends continue to play out at different paces in different places with no single path to success. Media users all over the world continue to flock to digital websites and platforms, and engage with many kinds of journalism online and offline. But we are still some way from finding sustainable digital business models for most publishers.“

Das lass ich einfach mal so stehen.

Wer personalisiert, gewinnt

Eine PwC-Studie (hier lesen) belegt, was wir alle seit einiger Zeit beobachten bzw. du bist vermutlich sogar Teil dieses großen Umbruchs: Die Entertainment-  und Medienbranche steht vor großen Veränderungen. Der Grund: Nutzer wollen selbst entscheiden, wann, was und wie sie Medien oder Entertainment-Angebote konsumieren wollen. Sie wollen persönliche, maßgeschneiderte Medienangebote und ich beobachte das ja auch bei mir selbst: Ich entscheide mit großer Begeisterung, welchen Podcast ich höre, ob es Entertainment oder lieber Infotainment sein soll. Ob ich die Doku jetzt oder doch lieber später schaue. Ob ich mir meinen Medienkonsum mit Hilfe spezialisierter Newsletter und Feeds selbst zusammen baue oder auf ein General-Interest-Produkt wie die Tageszeitung setze, von der ich dann doch bestimmte Teile direkt entsorge, weil ich nun mal keine Lust auf den Sportteil habe. Die Insta-Storys meiner Instagram-Freunde ersetzen das Herumzappen durch verschiedene Fernsehsender. Geht alles, ist auf mich zugeschnitten und Inspiration ist so auch noch möglich.

Ich lege dir die Lektüre dieser Studie sehr ans Herz, fasse dir aber dennoch die fünf Empfehlungen der Studienmacher zusammen, die für einige bereits wie Plattitüden klingen, wenn sie nicht so wichtig wären:

1. Kenne deine Kunden: Daten, Daten, Daten, um wirklich zu verstehen, was deine Kunden wollen.
2. Entwickele dein Geschäft weiter: Stillstand bringt nichts, genauso wenig bringt es etwas, nostalgisch auf frühere Zeiten zurückzublicken. 
3. Baue Kompetenzen auf: Wer in der komplexer werdenden Welt bestehen will, muss dafür sorgen, dass die dafür notwendigen Kompetenzen im Unternehmen verfügbar sind. Neue Leute müssen her, neue Technologien und natürlich ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm, um die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen und von ihrem Know-how zu profitieren.
4. Fokussiere auf das Nutzererlebnis: Wenn ich das Produkt nicht bedienen kann, nutze ich es nicht. Wenn es keinen Spaß macht, ebenso.
5. Kontext ist King: Alles hängt mit allem zusammen. Dranbleiben heißt die Devise.

Also ran an die Arbeit. 

Lernen von Dieter Bohlen!

Kürzlich hat Philipp Westermeyer für den OMR-Podcast Dieter Bohlen besucht und mit ihm über dies und das, aber vor allem über seinen Instagram-Erfolg gesprochen. Und auch wenn er ganz schön rumgejammert hat, dass niemand ihn als Künstler ernst nimmt oder ihn als erfolgreichen Musikproduzenten anerkennt, gab es ein paar Dinge, die für Medien, Social Media und Content Marketing durchaus von Relevanz sind und die die dann doch recht steile Überschrift hoffentlich rechtfertigen. Ich habe mich für dich auf fünf konzentriert.

1. Know your numbers. Nein, hier geht es nicht um die Zahl der Nummer-eins-Platzierungen in den deutschen Charts. Und auch wenn Dieter Bohlen damit immer wieder ein wenig kokettiert: Er weiß genau, wie viel Geld er auf dem Konto hat, was ihm jeder einzelne Song im Monat (noch) bringt, wie gut welche Ausgabe von „Dieters Tagesschau“ auf Instagram am besten funktioniert hat und warum.

2. „Instagram ist mein eigener Fernseher“. Bohlen ist zwar schon ein paar Jahre älter, aber ich bin mir sicher, dass diesen Satz ganz schön viele aus der U25-Generation unterschreiben würden. Selbst ich merke ja, dass mein „Durchzapp-Fernseh-Konsum“ mittlerweile komplett verschwunden ist. Und wenn ich irgendwo durchzappe, dann durch Stories auf Instagram.

3. Communitymanagement ist wichtig und harte Arbeit. Neun Stunden verbringt Dieter Bohlen nach eigenen Angaben täglich bei Instagram. Nun gut: 1,2 Millionen Abonnenten wollen schließlich auch unterhalten werden. Und egal ob ich mit Redaktionen oder mit Kommunikatoren spreche: Jeder klagt darüber, dass in den Chefetagen keiner einsieht, dass Communitymanagement von großer Bedeutung ist und Geld kostet.

4. Der persönliche Kontakt zählt. Ob beim anfänglichen Beef mit Capital Bra, seinen Planungen für die Deutschland-Tour – Bohlen sucht immer wieder den direkten Kontakt zu seinem Netzwerk, seinen Fans, seinen Leuten. Und erst nach Googeln wurde mir klar, wie gut Bohlen und Carina doch bei aller Öffentlichkeit ihr Privatleben unter Verschluss halten. Denn Fotos von den beiden gemeinsamen Kindern habe ich bisher nirgendwo gesehen.

5. „Ich bin ein großer Fan vom Machen“. Dieter Bohlen sagte diesen Satz in Variationen mehrfach und so, wie er sein Leben beschreibt, ist da ziemlich viel dran. Und was man ihm sicherlich nicht abstreiten kann: Bohlen hat immer wieder bewiesen, dass er ein ziemlich gutes Gespür für den Massengeschmack hat.

Doch ob Bohlens Anlagestrategie wirklich was taugt? Bohlen investiert gerne in Unternehmen, die seine Initialien DB im Namen tragen, er erwähnte beispielsweise die Deutsche Bank.. Die seien sowas wie „Familie“.

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