9 spannende Fakten aus der ARD/ZDF-Onlinestudie

Die neue ARD/ZDF-Onlinestudie ist da und ich habe dir neun Fakten zusammengestellt, die du bei deiner täglichen Arbeit mit deiner Zielgruppe im Internet im Hinterkopf haben solltest.

Fakt 1: 90 Prozent der Deutschen sind online und während die tägliche Nutzungsdauer bei den 14- bis 29-Jährigen nochmal um 13 Minuten gestiegen ist, ging sie bei allen Erwachsenen ab 14 Jahren um 14 Minuten zurück. Sind aber trotzdem noch 182 Minuten pro Tag.

Fakt 2: Täglich 87 Minuten Mediennutzung im Netz, das sind nochmal fünf Minuten mehr als 2018. Der Zuwachs liegt vor allem daran, dass die Frauen deutlich mehr Medien nutzen, bei den Männern ist die Minutenzahl gleich geblieben. Die Video- und Audionutzung (42, 38 Minuten) dominiert, die Textnutzung liegt bei 28 Minuten. Verschiebung im Vergleich zum Vorjahr: Audio überholt Text.

Fakt 3: Think mobile! In der Gesamtbevölkerung benutzen 95 Prozent einen Fernseher zumindest selten und 83 Prozent das Smartphone. Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen lediglich 87 Prozent den Fernseher und 100 Prozent das Smartphone. Und bei den 30- bis 49-Jährigen liegt das Smartphone mit 95 Prozent mit dem Fernseher gleichauf.

Fakt 4: Ich liebe Podcasts, besonders wenn ich zu meinen Kunden mit der Bahn oder dem Flugzeug durch Deutschland düse, aber so krass sind Podcasts noch nicht in der Bevölkerung angekommen. 14 Prozent hören zumindest wöchentlich Podcasts, ansonsten dominiert bei der Audionutzung die Nutzung von Youtube (29 Prozent) und Musikstreamingdiensten (28 Prozent). Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die Podcastnutzung bei 25 Prozent.

Fakt 5: Facebook ist das meist genutzte soziale Netzwerk, Instagram hat in der täglichen Nutzung am meisten zugelegt und wenn es darum geht, die 14- bis 29-Jährigen zu erreichen, müssen wir über Twitch und Tiktok sprechen.

Fakt 6: Die E-Mail ist tot – von wegen. E-Mail-Nutzung ist zwar rückläufig, aber immer noch ein Drittel nutzt sie.

Fakt 7: Videos auf Facebook oder Instagram mit oder ohne Ton? 60 Prozent schauen überwiegend mit Ton. Je älter der Nutzer, desto weniger wird mit Ton geschaut. Texttafeln sind also auf jeden Fall sinnvoll.

Fakt 8: Was ist beliebter: Der Amazon Fire Stick, Google Chromecast oder Apple TV? Antwort: Amazon liegt hier deutlich vorn.

Fakt 9: Dadurch dass 90 Prozent online sind und alle quasi „always on“ sind, denken die Macher der Studie mittlerweile darüber nach, ob man sich nicht eher nochmal mit dem Begriff „offline“ beschäftigen muss. Bin ich schon online, wenn ich mein Smartphone dabei habe? Was für eine schöne Frage, die ich einfach mal weitergebe.

Wie Kinder das Internet nutzen und was wir von ihnen lernen können

Kinder und Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren sind pro Tag im Schnitt 2,4 Stunden online. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Leibniz-Instituts für Medienforschung, die zum Beispiel von Unicef unterstützt wurde. Die Studie beleuchtet ziemlich gut, wie junge Menschen das Netz nutzen (Smartphone), was sie dort machen (Videos anschauen, Musik hören und Schularbeiten) und welche Chancen und Risiken sie sehen, aber auch, welche Ängste Eltern haben, wenn sich ihre Kinder im Internet bewegen. Ein Blick in die Studie lohnt sich für Eltern, aber auch für diejenigen, die sich darüber Gedanken machen, junge Zielgruppen zu erreichen.

Mein Lieblingswort der Woche findet sich ebenfalls in dieser Studie: Sharenting. Gemeint ist damit die übermäßige Nutzung von Facebook und Co. durch Eltern, um Babyfotos oder Aktivitäten ihrer Kinder zu teilen. Neun Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen sagen, dass sie das im vergangenen Jahr erlebt hätten. Und sechs Prozent geben an, dass sie ihre Eltern darum gebeten haben, die Inhalte wieder zu löschen. Nicht viel, aber immerhin sollen genau diese Eltern ihren Kindern den richtigen Umgang mit Medien und digitalen Quellen vermitteln.

Passend zum Thema: Der Beitrag des Autoren Nir Eyal, der sich dafür ausspricht, bei der (Medien-) Erziehung die Bedürfnisse von Kinder zu respektieren und ihnen beizubringen, wie sie verantwortungsvoll mit ihrer Zeit umgehen. Es sei wichtig, dass sie erkennen, dass Smartphones und Co. natürlich einen großen Unterhaltungsfaktor haben, aber gleichzeitig ständig Aufmerksamkeit fordern und uns von vielen anderen wichtigen Dingen ablenken.

Ich beobachte mit großem Interesse, dass meine Söhne das iPad nicht etwa nur zum Spielen nutzen, sondern mit Hilfe von Kika- und Youtube-App die Welt entdecken – Formate wie Checker Tobi, Can und Julian oder „Das erste Mal.. USA“ und Co inhalieren sie geradezu. Gleichzeitig beobachte ich mich, wie ich viel zu häufig zum Smartphone greife, aber gleichzeitig die Nutzung meiner Kinder begrenzen möchte.

Im Umgang mit dem Internet und seinen Möglichkeiten können beide Seiten voneinander lernen. 

(Dieser Text erschien zuerst in ähnlicher Form in meinem wöchentlichen Newsletter, den du hier abonnieren kannst.)

Sagt der Wessi zum Ossi: „Wir sind ein Volk!“ Lächelt der Ossi: „Wir auch.“

„Berliner Verlag: Kaufen sich zwei Ostberliner eine Zeitung“ titelt ZEIT ONLINE in einem Artikel über den Verkauf des Berliner Verlags an ein Unternehmerpaar. „Sie gelernte Bürokauffrau, er gelernter Werkzeugmacher“ geht es weiter, obwohl ein paar Zeilen später klar wird, dass beide studiert haben, in angesehenen und international agierenden Unternehmen gearbeitet und offenbar nicht allzu unerfolgreich gegründet bzw. Geschäfte in Unternehmen geführt haben.

Und ja, vielleicht liegt es an meinem eigenen Lebenslauf, dass mich dieses Spiel mit Stereotypen und Vorurteilen so kurz vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls dann doch ein wenig traurig stimmt. Nicht erst die letzten Landtagswahlen haben gezeigt, wie tief gespalten unser Land noch immer ist, dass wir einander nicht verstehen und vielleicht auch nicht verstehen wollen.

Die „Berliner Zeitung“ hat am Mittwoch ein Interview mit seinen neuen Eigentümern geführt, dass ich dir ans Herz lege. Über das Zitat „Wir machen das nicht aus einem Mäzenatentum, sondern aus einem bürgerlichen Engagement heraus und weil unser Ehrgeiz angestachelt ist“ habe ich eine Weile nachgedacht. Ich bewundere den Mut der beiden, in diesem wirklich schwierigen Berliner Medienmarkt mitmischen zu wollen und würde mir wirklich wünschen, dass ausgerechnet ein branchenfremdes Unternehmerpaar aus dem Osten Berlins diejenigen sind, die ein Geschäftsmodell für lokalen bzw. regionalen Journalismus im digitalen Zeitalter finden.

(Dieser Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.)

Liest du noch oder guckst du schon? Die spannendsten Erkenntnisse aus den ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends

Welche Medien nutzen die Deutschen? Wann nutzen sie welche Medien? Und was heißt das eigentlich für die Anbieter von Medien? Das wird mittlerweile jährlich in einer repräsentativen Studie mit dem Namen „Massenkommunikation Trends“ mit Hilfe von telefonischen Befragungen untersucht und netterweise auch veröffentlicht. Zehn spannende Ergebnisse.

Erstens: Sieben Stunden nutzen die Menschen in Deutschland Medieninhalte. In der Altersgruppe bis 30 sind es lediglich sechs Stunden. 3 Stunden davon gehen jeweils für Video und Audio drauf, für Texte rund 1 Stunde. Spannend an der Textnutzung und vor dem Hintergrund, dass es immer heißt, die Jungen würden nicht lesen: Die Textnutzung liegt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bei den 14- bis 29-Jährigen leicht höher.

Zweitens: Bei der Videonutzung dominiert in der Gesamtbevölkerung noch die klassische Nutzung, sprich: Fernsehsendungen schauen, wenn sie ausgestrahlt werden. Betrachtet man die Nutzung der 14- bis 29 Jährigen, liegen lineare Nutzung und Streamingangebote gleichauf.

Drittens: Audio-Medieninhalte werden in allen Altersgruppen noch auf dem klassischen Radio-Weg konsumiert, wobei das Hören von Musik im Internet bei den 14- bis 29-Jährigen verbreitet ist, aber noch nicht ganz an das klassische Radiohören heranragt. Spannend: Die Nutzung von Podcast spielt in allen Altersgruppen eine eher untergeordnete Rolle.

Viertens: Redaktionell erstellte Textinhalte werden pro Tag im Schnitt von jedem Zweiten konsumiert – und verändert sich kaum, wenn man nur die 14- bis 29-Jährigen betrachtet. 24 Prozent nutzen dafür Artikel und Berichte in Tageszeitungen und Zeitschriften, 20 Prozent in digitaler Form. Betrachtet man die 14- bis 29-Jährigen ist der Trend hin zum digitalen ziemlich klar: Sie Nur 5 Prozent nutzen Tageszeitungen und Zeitschriften, dafür 32 Prozent Artikel und Berichte in digitaler Form.

Fünftens: Und Bücher? 12 Prozent nutzen diese täglich. E-Books allerdings nur zwei Prozent. Mit Haptik geht also doch noch was.

Sechstens: Betrachtet man die Mediennutzung im Tagesverlauf, dann liegt die Hauptnutzungszeit in den Abendstunden, wo Video dominierend sind.

Siebtens: Audio hat seinen Peak am Morgen – zwischen 7.45 Uhr und 9.30 Uhr werden Reichweiten von rund 40 Prozent erzielt – und flacht bis 18 Uhr immer weiter ab.

Achtens: Texte werden relativ konstant über den Tag genutzt, wenn auch auf deutlich geringerem Niveau mit minimalen Peaks morgens und am Abend.

Neuntens: Welche Text-Inhalte lesen die Deutschen um 22 Uhr am liebsten? Richtig: das gute alte Buch. Ausgedruckt auf Papier.

Zehntens: Soll ich mich da immer anpassen und diese Trends noch befeuern? Diese Frage wurde mir letztens in einem Seminar gestellt. Meine Antwort: Es ist einfacher, sich an den Kunden anzupassen, als darauf zu hoffen, dass der Kunde sich anpasst. Denn er wird Gründe haben, warum er sich so verhält.

Hier der Link zur kompletten Studie.

Die Zahlungsbereitschaft für digitalen Journalismus ist mies. Die Gründe sind klar.

Warum ist es nur so schwierig, das Abomodell in die digitale Welt zu übertragen? Dieser Frage stellen sich viele Medien- und Verlagsmanager täglich und die Antworten darauf variieren vermutlich auch – je nach Tagesperformance und Gesprächspartnern. Gut, dass es mittlerweile ein paar Studien gibt, in denen untersucht wird, warum die Zahlungsbereitschaft für journalistische Inhalte eigentlich so gering ist. Aber für Netflix, Spotify und Co. wird ohne zu Zucken monatlich Geld überwiesen.

Die neueste Studie stammt von „Next Media Hamburg“ und Statista und zeigt: Die Mehrheit will nix für Journalismus bezahlen. 49 Prozent der Befragten sagen das. 19 Prozent würden maximal fünf Euro und 22 Prozent maximal 15 Euro ausgeben.

Ein weiterer spannender Aspekt: 40 Prozent würden lieber einen Artikel lesen, der von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde und kostenlos zur Verfügung steht als einen Text der kostenpflichtig und von einem ausgebildeten Journalisten geschrieben wurde. Oder anders herum: Es gibt immerhin eine Zahlungsbereitschaft, wenn klar gemacht wird, wer einen Text verfasst hat und dass er in einer Qualität geschrieben wurde, die nur ein Mensch abliefern kann.

Wenn das digitale Abomodell das Geschäftsmodell der Zukunft für Journalismus sein soll, dann muss sich jedes Medienunternehmen immer wieder folgende Fragen stellen: Liefern wir relevante Inhalte für unsere Kunden? Was ist eigentlich das Produkt, dass ich verkaufe? Stimmt die Verpackung und kommunizieren wir diese richtig? Und zu guter Letzt: Ist der Preis wirklich angemessen?

Es gibt nur sehr wenige Häuser, die die meisten dieser Frage mit „Ja“ beantworten können.

Warum ich neuerdings laufe

(Dieser Text war in leicht abgewandelter Form Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.)

„Ich müsste mal wieder mehr Sport machen“ – das war einer dieser Sätze, den ich in den vergangenen Monaten häufiger gesagt hatte. Und jedes Mal habe ich über mich geärgert, wenn ich mich selbst mit Sätzen wie „Keine Zeit“, „Du hast halt zuviel um die Ohren“ oder „Bis ich beim Laufen ne ordentliche Strecke hinbekomme, dauert das ja ewig“ gedrückt habe. Obwohl ich natürlich weiß, dass ich offenbar einfach nicht bereit gewesen bin, mir diese Zeit zu nehmen, Prioritäten zu verschieben. Vor sechs Wochen habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und bin mit einer Freundin an einem Samstagmorgen laufen gewesen. Kein „Ich halte das doch eh nicht durch“, sondern Intervallläufe. Wer mir damals gesagt hätte, dass ich in drei Wochen 20 Minuten am Stück laufen und dabei entspannt plaudern könnte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Oder dass ich nach sechs Wochen locker 5,3 km schaffe und sogar noch hätte weiterlaufen können.

Warum ich dir das schreibe: Zu oft drücken wir uns mit blöden Ausreden, planen ewig herum, ohne wirklich die noch so kleinen Dinge zu tun, um unsere Ziele zu erreichen. Suchen nach den Gründen, warum das Projekt scheitern könnte oder konzentrieren unsere Energie darauf, Fallstricke zu antizipieren, obwohl es sie noch gar nicht gibt. Aber einfach loszulegen und sich mit den Widrigkeiten dann auseinander zu setzen, wenn sie wirklich auftreten, daran denken wir meist zuletzt. Fang also einfach mal an. Schreib den Text, starte das Blog, gründe die Firma oder fang wie ich an zu laufen.

Digitale Tools in meinem Joballtag

Wie schreibst du eigentlich deine Rechnungen? Kannst du ein Tool für die Zeiterfassung empfehlen? Solche Fragen erreichen mich immer wieder und deshalb dachte ich: eigentlich mal ein gutes Thema für den Newsletter. Hier also eine Liste von digitalen Tools, die mir die Arbeit, aber auch das Leben ein wenig erleichtern. Wichtig: Ich werde für die Nennung der Tools weder bezahlt noch erhalte ich irgendwelche Prozente, wenn du auf den einen oder anderen Link klickst. Alles reiner Service.

Slack: Ich habe mir mittlerweile ein kleines Team aufgebaut, mit dem ich bei dem einen oder anderen Projekt zusammenarbeite. Über Slack machen wir Absprachen, gerade für redaktionelle Inhalte. Beispiel: Wer ein Thema sieht, das zu dem einen oder anderen Kanal passt, postet es dort, damit es nicht verloren geht.

Carbonite: Nachdem mir im Frühjahr mein Rechner während eines Seminars abgeschmiert ist und ich nur ein paar Wochen nach Reparatur denselbigen crashte, in dem er mir vom Fahrrad fiel, bin ich heilfroh, dass ich alle Aktivitäten auf meinem Rechner laufend in der Cloud abspeichere. Die Ordner werden komplett gespiegelt, so dass ich nicht mal lange suchen muss, sondern alles in der gewohnten Umgebung liegt.

Google Suite: Ob Mail, Kalender oder Drive – es ist einfach sehr praktisch, auf alles jederzeit zugreifen zu können. Die Synchronisation mit dem Smartphone läuft auch tadellos.

Lexoffice: Angebote und Rechnungen schreiben, die monatliche Umsatzsteuerabrechnung, einen Überblick über den Kontoeingang erhalten – all das mache ich mit Lexware.

Trello: Große und kleine Projekte und Todos sortiere ich in Trello. Dort kann ich sie auch von Woche zu Woche schieben, habe mir eine Liste angelegt, für „Warten auf Feedback“, um bei dem einen oder anderen Kunden auch nochmal nachzuhaken. Verschafft Überblick.

Timeular: Das ist meine Neuentdeckung. Hab ich vor ein paar Monaten bei jemanden im Blog entdeckt und sogleich zum Ausprobieren bestellt. Ist ein kleiner Würfel, den ich – je nach Kunde – drehen kann und wo automatisch die Zeit auf dem Rechner erfasst wird. Und wenn ich unterwegs arbeite, kann ich meine Aktivitäten auch direkt in der App tracken und eintragen lassen. Ich mag’s.

Bring: Nicht beruflich, aber privat ein hilfreiches Tool für die Zusammenarbeit für Sätze wie „Die Milch ist alle!“ Synchronisierte Einkaufsliste, damit derjenige, der gerade am Supermarkt vorbeikommt, weiß, was zu besorgen ist.

Dieser Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.

Was schön war (5.-7.7.2019)

Am Wochenende habe ich gemeinsam mit 20 anderen Menschen den Bolero gesungen (jede Gruppe war ein Instrument), gelernt, wie besonders zielstrebige Menschen vorgehen und andere wiederum ein Stillebens malen, so dass das Ergebnis als mehr als gelungen eingestuft werden kann. Ich wurde an meine Fähigkeit zu Führen erinnert, die mir natürlich auch in meiner Selbstständigkeit hilft, die ich aber in diesem Zusammenhang gar nicht so bewusst wahrgenommen habe. Ich habe jemandem geholfen, ein kleines Stückchen weiter zu kommen in der Entscheidung, sich beruflich zu verändern und habe dabei zugeschaut, wie jeder Teilnehmer in dieser Gruppe ein wenig über sich hinausgewachsen ist. Jeder auf seine Weise. Das war schön. Die einen sagen „Ich habe 190 Stunden in der Lebensschule von Tom Andreas verbracht“. Die anderen sagen irgendwas mit NLP und Practionener und das klingt dann zugegebenermaßen ein bisschen nach Vertriebszauber und Manipuliererei. Was es – je nach Lehrer – aus meiner Sicht aber nicht ist.

Und wenn du dich jetzt auch noch fragst, was das Ganze mit der digitalen Welt zu tun hat? Sehr viel. Weil es natürlich auch im Digitalen darum geht, wie wir miteinander umgehen, ob wertschätzend oder verletzend, sendend oder eben auch zuhörend. Und wie wir miteinander kommunizieren. Welche Worte wir wählen, welche Haltung wir einnehmen.

10 Jahre Sendung mit dem Internet – ich war mal wieder im Radio!

Vor zehn Jahren habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Radiosendung moderiert, die viel mehr war: ein crossmediales und interaktives Format, das im Radio und Internet lief und zusammen mit den Nutzern gestaltet wurde. Die Sendung mit dem Internet. Zehn Jahre später bin ich in dieser Woche in das Radiostudio zurückgekehrt und habe mit Daniel eine Jubiläumsausgabe produziert. Was hat sich in den vergangenen Jahren getan? Was gibt es nicht mehr, was es damals noch gab? Was gibt es heute, was es damals noch nicht gab? Über welche Themen haben wir damals diskutiert und vor allem: Wie sieht unsere digitale Welt in zehn Jahren aus?

Als wir die Sendung damals gestartet haben, hätte ich niemals gedacht, dass es sie in zehn Jahren noch geben würde. Heute glaube ich, dass es noch viel mehr solcher Sendungen und Formate bedarf, in denen Dinge erklärt werden, in denen aber auch jeder zu Wort kommen kann. Fragen gestellt und beantwortet werden, Austausch stattfindet, stattfinden kann. Das merke ich übrigens auch immer wieder in meinen Seminaren und in der Arbeit mit Unternehmen. Wenn der Raum gegeben wird, Fragen zu stellen und es auch Antworten gibt, kommt man schon wieder ein bisschen weiter. Und darum geht es ja am Ende auch.

Die Highlights beim Grimme Online Award

Ich war auf den Grimme Online Awards und habe mich ziemlich gefreut, dass ein paar meiner Favoriten aus der Shortlist von immer 28 nominierten Projekten Preise abgeräumt haben. Spannend: Obwohl viele Projekte von etablierten Medienunternehmen nominiert waren, gewannen viele neuere Medienprojekte und Einzelkämpfer. Hier meine Favoriten und nein, der Cocktail aus der Tüte (siehe Foto) war zwar interessant, aber beim nächsten Mal wär mir ein Glas wieder lieber.

Krieg und Freitag: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Krieg und Freitag schon einen Goldenen Blogger erhalten, aber da ich da nicht alleine entscheide, gab es jetzt eben den Grimme Online Award. Großartige Comics, die einfach gezeichnet wirken, aber es oft wirklich in sich haben.

Tincon: Die beiden re-publica-Gründer Johnny und Tanja Häusler haben vor ein paar Jahren die Tincon ins Leben gerufen, eine Digitalkonferenz für alle unter 21 Jahren. Zunächst in Berlin tourt die Konferenz mittlerweile durch ganz Deutschland ist eine tolle – und preiswürdige – Plattform geworden.

Wem gehört Hamburg? Auch herausragende Recherchen wurden belohnt, diese stammt von Correctiv und dem Hamburger Abendblatt und macht die Besitzverhältnisse auf dem Hamburger Wohnungsmarkt transparent. Spitzenmäßig, dass man schon daran arbeitet, die Arbeit auch auf andere Städte auszuweiten.

Techniktagebuch: Das wunderbare Blog hat 2016 bereits den Goldenen Blogger bekommen, da kann ein weiterer Preis auf keinen Fall schaden.

Mensch Mutta: Preisverleihung sind ja auch oft inspirierend und so lernte ich dieses Podcast-Projekt kennen, in dem einedas Journalistin ihre Mutter interviewt und mit ihr über ihr Leben in der DDR spricht. Menschelnder Geschichtsunterricht als Podcast sozusagen, werde ich mir auf meiner nächsten Reise auf jeden Fall mal anhören (und vergleichen).

Zu guter Letzt: In seiner Keynote gab sich NRW-Staatssekretär Nathanael Liminski ganz politikeresk und äußerte sich – wenig überraschend – wenig begeistert über das, was bei Youtube und Co. so geboten werde. Insgeheim freute es mich deshalb, dass nicht nur das Videoformat „Ultralativ“ als einziges Projekt in der Kategorie „Wissen und Bildung“ mit einem Grimme-Preis beehrt wurde, sondern auch das funk-Format „Einigkeit und Rap und Freiheit“.

(Der Text war Teil meines Newsletters, den du hier abonnieren kannst.)