Brief an den Vater

Natürlich konnte ich gestern nicht widerstehen und habe mir doch das neue Neon-Magazin gekauft. Habe es in einer Dreiviertelstunde durchgeblättert, die wichtigsten Artikel gelesen. Und was soll ich sagen? Das, was mir am Erstling bereits nicht gefallen hat, wird hier konsequent fortgesetzt. Nette Ideen, doch an der Umsetzung hapert’s.
Der einzige Beitrag der mich wirklich berührt hat, so sehr, dass mir in der Cafeteria der Uni sogar Tränen in den Augen standen, waren die vielen Briefe an den Vater. So wie Kafka ihn geschrieben hat.
Rührend. Dachte daraufhin darüber nach, was ich wohl an meinen Vater schreiben würde. Dabei fiel mir auf, dass ich dies noch nie getan habe. Höchstens mal einen Gruß oder irgendwas für die Steuer, mit einem Post-It versehen. Selbst Telefonate sind selten. Meist beschränken sie sich darauf, dass wir uns fragen, wie es uns geht und er dann entweder sagt, dass meine Mutter nicht da ist oder ihr den Hörer weiterreicht. Ganz selten telefonieren wir auch mal länger. Dann ruft er mich zurück und erzählt mir, wie es bei seiner Arbeit gerade läuft. Manchmal reden wir dann eine halbe Stunde. Danach denke ich, dass wir das öfter tun sollten. Weil es doch irgendwie gut tut.

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