Warten

Ungeduldig bin ich. Und dass nicht nur, als Antwort auf die Frage, welche Schwächen ich habe. Ich bin immer ungeduldig. In allen Lebenslagen. Deshalb hasse ich das Warten. Es macht mich krank.

Ich will am liebsten gleich wissen, ob mich eine Firma haben will. Entweder es passt. Oder eben nicht.

Ich will nicht warten, bis die Nudeln endlich durch sind. Rein ins Wasser. Und wenn es Soße gibt, dann sollen sie genau dann fertig sein, wenn die Soße es auch ist.

Ich will nicht warten, bis der Tee lange genug gezogen ist. Deshalb trinke ich ihn wahrscheinlich auch immer anregend. Tee rein, Wasser drauf, Tee raus. Fertig.

Ich will nicht warten, bis das verdiente Geld vom vorherigen Monat endlich auf meinem Konto ist. Ich habe gearbeitet und dann sollte es gefälligst auch da sein. Am besten bar auf die Hand. Dann weiß ich wenigstens, das ich was getan habe.

Ich will nicht auf E-Mails warten. Ich will sie bekommen, wenn ich online gehe. Und nicht erst dann, wenn der andere es geschafft hat, sie zu schreiben.

Ich will gleich wissen, was ich geschenkt bekomme. Und mir nicht diese gemeinen Sprüche anhören: „Ich schenke dir was ganz tolles“ – und dann nicht erfahren, was es ist. Das ist gemein. Dafür bin ich zu neugierig.

Ich will endlich das Ergebnis meiner Diplomarbeit wissen. Denn ich habe nun schon viel zu lange darauf gewartet. Fast fünf Monate. Das ist wirklich zuviel.

Und ich will nicht auf liebgewonnene Menschen warten, die sich in der Welt herumtreiben. Viel zulange hab ich auch darauf gewartet. Was soll das bringen?

Noch weitere 6 Tage.

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