Das Jahr der neuen Spießigkeit

Und nun habe ich doch gute Vorsätze gefasst: Einfach das machen, worauf ich wirklich Lust habe. Und ganz besonders all die Dinge, gegen die ich mich bisher so geweigert habe. Weil sie langweilig sind. Nur die anderen machen sowas. Ich doch nicht. Wo kommen wir denn da hin?

Dieses Jahr wird über Silvester und Neujahr an die Ostsee gefahren. Was haben wir die vielen Leute belächelt, die immer von ihren Plänen sprechen, zwischen den Jahren nach Dänemark zu fahren. Wie langweilig. Nix da! Nichts ist schöner als in der Nacht die kühle Seeluft zu schnuppern. Und der Blick aufs Meer.

Dieses Jahr wird die Weihnachtszugfahrt vorher geplant. Und zwar soweit, dass ich noch einen Sitzplatz reservieren kann. Ohne Probleme.

Dieses Jahr wird kein Small talk gemacht, wenn ich nicht will. Einfach mal nichts sagen. Man muss nicht mit jedem reden. Und wenn dann nur, wenn wirkliches Interesse besteht. Und es was zu reden gibt.

Dieses Jahr benutze ich Pronto, wenn ich mal wieder mein Sofa vom Staub der letzten Wochen befreien möchte. Ist praktisch, einfach zu bedienen. Und macht die geliebte Mutter schließlich auch so.

Dieses Jahr könnte man den Sommer-Urlaub ja auch mal vorher planen. So, dass man dann nicht kurz entschlossen, das erste Last-Minute-Angebot bucht. Irgendwohin. Hauptsache weg.

Und wenn Gäste zum Essen kommen, gibt’s auch Servietten.

Bier wird aber trotzdem aus der Flasche getrunken. So wie sich das gehört. Und auch von der Regel „im Sommer Weißwein und im Winter Rotwein“ rücke ich noch nicht ab. Vielleicht ja im nächsten Jahr.

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