Nachwuchs

So kannte ich ihn nie. So menschlich. Immer korrekt, bloß kein privates Wort. Nicht einmal sein Alter war mir bekannt. Verstanden haben wir uns stets gut. Wir scherzten, und meist lag auch ein dummer Spruch auf unseren Lippen. Gespräche waren konstruktiv, so machte das Schreiben Spaß, und obwohl er immer einen vollen Terminkalender hatte – es fand sich meist ein halbes Stündchen für den Gedankenaustausch, damit ich weiter kam.

Auch nach dem Projekt gab es Zeit für einen Plausch, den Kontakt pflegen, auch wenn wir meist Oberflächlichkeiten austauschten. Und heute? Ein Abschiedstreffen war es. Aber auch ein werdender Vater zeigt Gefühle und nach nur fünf Minuten schaute ich in glänzende Augen, die begeistert von der Namensfindung und dem baldigen Geburtstermin berichteten.

Wie können Menschen nur so gemein sein und bei dem Wunschnamen einer jungen Familie mit den Worten reagieren: Nimm diesen bloß nicht! Ich finde das herzlos. Gemein und überhaupt nicht taktvoll. Und schon gar nicht, wenn es ein schöner Name ist.
Was ich aus diesem Treffen mitnehme? Zwar weiß ich immer noch nicht sein Alter, dafür aber kenne ich ein anderes wunderbares Detail, welches in den nächsten Wochen sein Leben bereichern wird. Und das ist großartig.

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