Mister M.

Er ist endlich wieder da. In meinem Leben. Und was habe ich ihn in der letzten Zeit vermisst. Schon lange hab ich seine Stimme nicht mehr gehört, obwohl er sich doch immer so regelmäßig gemeldet hatte. Anfangs mehrmals in der Woche, dann unregelmäßiger, zum Schluss alle sechs Wochen. Immer ein Austausch: Wie geht es dir? Gibt es was Neues? Was macht die Liebe? Durch den Umzug dann der Abbruch. Keine Anrufe mehr, weil er die neue Nummer ja nicht hatte. Aber es gibt ja Handy und so war es heute dann wieder so weit. Viertel nach zehn holte er mich aus meinen Träumen. Und dann das übliche. Wie – du hier? Dann können wir uns ja… Könnten wir – ja. Auf der Suche nach der Liebe ist er immer noch. Obwohl er natürlich schon so viele Frauen kennengelernt hat, die ihn wollten. Aber er sucht ja nach der richtigen. Und dass diejenige die falsche ist, das weiß er immer schon nach dem ersten Date. Oder ein bisschen später, wenn er mit ihr im Bett war. Aber er ist ja nicht SO einer, er doch nicht. Ich weiß nicht, wie viele Telefongespräche wir schon geführt haben, in denen er mir genau diesen Text runterleiherte. Auch dieses Mal fehlte es nicht, dass Angebot, wenn mein Herz mal wieder frei ist, und so. Das Schlimme ist: Er merkt nicht, wie verzweifelt er klingt. Wie sicher man weiß, warum er nicht die Richtige findet. Von den anderen Qualitäten mal abgesehen. Suchen tut er auch nach einem Job. Aber auch das werde sich regeln – sagt er. Und die Glaskugel, die er angeblich befragt habe. Erst die Frau und dann der Job – so war die Vorhersage. Wir können gespannt sein.

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