FILM: Schultze gets the blues

Ach wie schön war dieser kleine Kinofilm.

Und wie schön, endlich mal wieder mit einem so breiten Grinsen aus dem Kino zu gehen, heiter ohne Wölkchen, obwohl. Aber der Reihe nach.

Viel passieren tut nicht – Schultze geht in den Ruhestand, eher unfreiwillig, aber er geht. Muss sich die Zeit mit seinen beiden Kumpel Manfred und Jürgen vertreiben. Trinkt Bier, kümmert sich liebevoll um die Gartenzwerge in seiner Datscha und besucht seine Mutter im Altenheim. Ach ja, und er ist im Musikverein, der sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Eines Abends hört er im Radio ein Lied, mit Südstaatenflair, was ihn fasziniert, so sehr, dass er es aller Welt vorspielen will und für das er auf der Feier des Vereins auch ausgebuht wird. Doch wie es der Zufall will: Schultze wird ausgewählt, in die USA zu reisen.

„Schultze gets the blues“ ist voller wundervoller Details. Die Salzlampen, die die drei Freunde zum Abschied bekommen, die altmodische Wohnung, die Gartenzwerge – alles wird von der Kamera so in Szene gesetzt, dass man sich an den Bildern freut. Und Schultze alias Horst Krause benötigt keine Worte, um sich zu verständigen. Das Schöne: Es funktioniert nicht nur in seinem anhaltinischen Dörfchen, sondern auch in Amerika.

Manchmal wundert es mich, wenn ich bereits im Kinosessel sitzend bei einer Szene denke: Das hier wäre ein schönes Ende gewesen. Und so komme ich doch noch kurz zu dem Wölkchen. Dann nämlich, als Schultze auf dem Dach des Hausboots einschläft, nachdem er im Club einen Schwächeanfall erlitten hat, die Kamera sich auf den Mond richtet, der sich langsam hinter den Wolken versteckt, genau in diesem Moment dachte ich: Was wäre das doch ein schönes Ende.

Es war nicht so: Denn stattdessen leistete sich der liebe Regisseur noch die Beerdigung von Schultze. Auf der natürlich von der Kapelle des Musikvereins sein Lied gespielt wurde.

Fazit: Ein wunderbarer kleiner deutscher Film, der amüsiert und rührt – so sollte Kino sein.

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