FILM: Elling – Nicht ohne meine Mutter

Den ersten Teil damals in Berlin gesehen. Mit einem lieben Freund. Begeistert waren wir von diesem kleinen Film um diesen doch sehr autistischen Mann, der nicht einmal in der Lage war, ans Telefon zu gehen. Aber eigentlich möchte ich ja über diesen neuen Film schreiben.

Elling – Nicht ohne meine Mutter erzählt die Vorgeschichte zu dem ersten Film. Ellings Mutter lebt noch, man muss jedoch sagen: In den letzten Zügen. Der Film erzählt von dem kauzigen Elling, der mit seinen 40 Jahren immer noch bei Mama wohnt und sein ganzes Leben auf sie ausgerichtet hat. Besser gesagt: Er hat kein eigenes Leben. Zum Einkaufen gehen sie gemeinsam, er hat keine Freunde und als seine Mutter auf die Idee kommt, auf ihre letzten Tage nach Mallorca in den Urlaub zu fahren, ist er alles andere als begeistert.

Sie plant diese Reise nicht ohne Grund, ist sie doch durch ihr Alter gezeichnet und will sie, dass ihr Sohn endlich lernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Auf dem Weg nach Mallorca wird Elling nun mit den anderen Menschen konfrontiert. Ein ungebetener Gast gesellt sich zu ihnen, die Stewardess, die Reiseleiterin – eine fremde Welt für den doch fremdelnden Elling.

Immer wieder eckt er an, benimmt sich wie der letzte Depp und erzählt uns in dem Film seine Sicht der Dinge. Das ist mitunter sehr unterhaltsam, doch im Laufe des Films geht einem diese autistische Sicht der Dinge doch gehörig auf die Nerven. Ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass im ersten Teil des Films weniger erklärt wurde und der Film doch vor allem durch die Leistung der Schauspieler seinen Flair hatte. Sowieso sind mir Filme lieber, die von alleine wirken, ohne dass mir lang und breit erklärt wird, was hier gerade passiert.

Aber gut. Wirklich gelungen ist die Szene, in der Elling durch die weiblichen Schönheiten am Strand doch recht körperlich reagiert, sich ins Wasser stürzt, um sich dort sagen wir mal seinen Gelüsten hinzugeben. Sehr witzig anzuschauen. Sehr liebenswert die Mutter, die man eigentlich gar nicht mögen mag, weil sie Elling zu dem gemacht hat, was er ist: Ein unselbstständiger Mann, der älter wirkt als er eigentlich ist.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendwelche Menschen einfach noch ein bisschen Geld verdienen wollten und deshalb auf diesen zweiten Film bestanden. Manchmal ist es einfach besser, wenn man die Dinge lässt wie sie sind. Ohne noch einmal zurückzublicken.

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