FILM: Vergiss mein nicht

Gestern abend gesehen und seitdem darüber nachgedacht, wie ich den Film eigentlich fand. Irgendwie seltsam, wenn man sich auch nach über 12 Stunden nicht entscheiden kann, ob er nun gut war oder nicht. Und dann der Beitrag des Wirren, der den Artikel von Diedrich Diederichsen in der TAZ zitiert, den auch ich nicht verstanden habe. Erst daraufhin beschloss ich, doch etwas zu schreiben. Über diesen Film.

Diesen Film, in dem Jim Carrey einen schüchternen jungen Mann Joel spielt, der sich in die verrückte Clementine (Kate Winslet) verliebt. Jeder hat wohl schon einmal in seiner Verzweiflung den Wunsch gehegt, alle Erinnerungen an den anderen mit einem Knopfdruck auszulöschen und so unterzieht sich zunächst Clementine einer solchen Prozedur und als Joel von ihr nicht mehr erkannt wird, greift auch er zu diesen Mitteln. Schön praktisch, so ein Ding.

Und dann sehen wir in langen Ausführungen, wie Dr. Howard Mierzwiak mit seinen Gehilfen alle Erinnerungen in Joels Gehirn löscht, die mit Clementine zu tun haben. Irgendwann wehrt er sich gegen die Prozedur, weil er merkt, wie wichtig ihm die Erinnerungen an die Liebe zu ihr doch sind und er versteckt sich in ihr in seiner Kindheit und anderen verborgenen Orten, so dass der Doktor immer wieder aufs Neue mit der Suche nach ihm beginnt. Diese Szenen geben Jim Carrey die Möglichkeit, ein wenig zu blödeln und ihn in gewohnter Manier auf der Leinwand zu sehen: Als Klassenclown, einen Meister der Grimassen.

Aber diese Rückblicke, die ständige Flucht – sie ziehen sich ungemein lang hin und diese Szenen, in denen ständig Sachen (die Bibliothek, das Haus…) verschwinden und er mit ihr davon läuft, haben mich während des Schauens immer wieder genervt. Aber nicht so sehr, dass ich rausgehen wollte. Denn schließlich hatte ich den Beginn erst nicht verstanden und sollte am Ende erfahren, dass dieser im Grunde das abermalige Kennenlernen der beiden nach ihrer gegenseitigen Löschung darstellte.

Die beiden erfahren schließlich, dass sie einander bereits kannten, indem sie die Kassettenbänder zugespielt bekommen, auf denen sie über den Partner herziehen. Den Partner, den sie gerade erst kennenlernen und in dem sie – noch durch die rosarote Brille betrachtet – noch die Hoffnung auf eine wunderbare Liebe sehen. Das verwirrt sie und lässt andererseits eine erneute Beziehung zu. Diederichsen meint, dass sie es tun, weil sie sich gegenseitig durchschauen und sich deshalb vom anderen retten lassen. Noch ein bisschen romantischer ist die Ansicht, dass sie sich trotz Löschung wiederfinden – wenn das nicht bedeutet, dass sie füreinander geschaffen sind.

Was ich aus dem Film mitnehme, weiß ich allerdings immer noch nicht. Doch gefällt mir vor allem nicht, wie rosarot die Welt doch mal wieder dargestellt wurde. Denn genauso, wie wir es im wahren Leben nicht schaffen, den anderen aus unserem Leben zu verbannen, er verfolgt uns meist ein ganzes Leben, weil es immer wieder Erinnerungen gibt, die wir nur mit ihm verbinden, sind wir nicht in der Lage, uns dann – völlig unvoreingenommen in den anderen aufs Neue – zu verlieben. Das ist leider so. Und nicht zu ändern.

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