Weggefährten

Immer noch schaue ich verwundert, wenn ich auf der Straße jemanden treffe, der mir irgendwie bekannt vorkommt. ‚Kann ja nicht sein, du kennst in dieser Stadt ja gerade einmal 20 Leutchen‘ geistert es in meinem Kopf herum und doch konnte ich nicht anders, als dem Rotschopf in der gestrigen Mittagspause verdutzt hinterher zu starren. Irgendwie war mir dieses Gesicht vertraut. Aus Berlin? Kann nicht sein – zu jung. Aus dem Job? Fehlanzeige, aber mir schien, als sei ich auf der richtigen Spur. Und dann heute morgen das große Wiedersehen. In der Straßenbahn dann erblickte ich ihn. Schnell war er noch in die Bahn gehüpft, als diese bereits die Türen schloss. Hatte ich mich nicht schon des Öfteren gefragt, wer von den mitreisenden Personen ebenfalls immer an der Endhaltestelle ausstieg. Spannend irgendwie, dass man diese Gemeinsamkeit erst nach fast drei Monaten wirklich wahrnimmt, wenn feststeht, dass wir im selben Viertel, wenn nicht sogar Bürogebäude arbeiten. Dass wir die selbe Kantine nutzen.
Und so frage ich mich, ob auch er sich bereits diese Gedanken gemacht hat, ob auch er auf der Straße in seinem Kopf nach meinem Gesicht suchte.

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