FILM: Der Stich des Skorpion

Wenn es ginge, dann würde ich deutsche Filme nur noch mit Martina Gedeck oder Jörg Schüttauf schauen. Die Gedeck, die zuletzt in Hunger auf Leben brillierte, der Schüttauf, in ‚Berlin is in Germany‘ schon genial. Und wenn dann auch noch der Matthias Brandt mitspielt, der zuletzt in einem Tatort als Bösewicht auftrat, ist die Besetzung auch schon komplett. Für einen richtig guten Film.
Wolfgang Stein (Schüttauf) saß jahrelang in Bautzen. Republikflüchtling. Bis er freigekauft wurde und abreiste, in den Westen. Im Auffanglager lernt er die Krankenschwester Anne (Gedeck) kennen. Die beiden verlieben sich, heiraten, bekommen ein Kind. Doch die Vergangenheit lässt Wolfgang nicht los. Er betätigt sich als Fluchthelfer und gerät so wieder ins Visier der Staatssicherheit, die vor nichts zurückschreckt. Bei einer Urlaubsreise nach Israel plant sie den Mord an Stein, der auch beinahe gelingt. Beinahe.

Stein überlebt, er sieht dem Fall der Mauer im Fernsehen, und fährt nach Berlin, um Einsicht in seine Akten zu erhalten. Die Akten lesen sich wie ein minutiös festgehaltenes Tagebuch – die Beobachter haben alles mitverfolgt: Vom Durchfall bis zum Orgasmus. Die Akten enthüllen aber auch ein anderes Geheimnis. Stein erhält Antwort auf die Frage, wer damals den Mordversuch an ihm verübte und wer dafür sorgte, dass die Stasi über seine Aktivitäten in Kenntnis gesetzt wurde.

Auch wenn das Thema nicht neu ist und auch auf einem Buch (Ich war Staatsfeind Nr. 1) basiert, ist dem Regisseur ein wahnsinnig berührender Film mit großartigen Schauspielern gelungen, den jeder gucken sollte.

Er läuft demnächst mit Sicherheit in der ARD. Auf jeden Fall kommt er aber am Sonntag nochmal auf Arte. Um 15:50 Uhr.

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