Tagebuch einer Hamburg-Besucherin (3)

Meine zweite Woche, mittlerweile haben wir Mittwoch und ich merke allmählich, was mir fehlt. Routinen.

– Das tägliche Ritual: Zeitung lesen. Erst die BILD. Ich schaffe es auch in diesen Tagen jeden Morgen einen Blick hineinzuwerfen. Seltsam dick ist die Hamburger Ausgabe. Dann die FTD, klar, ich könnte sie mir kaufen. Die tägliche FAZ. Dafür zwar ab und zu ein Blick in die Hamburger Morgenpost, die für ein Boulevardblatt seltsam jugendlich daher kommt. Gefällt. Mehr davon. Doch nur Boulevard macht nicht glücklich und so merke ich, dass ich in den kommenden Tagen wieder anders lesen sollte.

– Spätestens um halb zwölf klicke ich auf Altpapier, Kress, Jonet. Wenn alles gut geht. Jetzt schaue ich manchmal gegen Abend vorbei, wenn ich es nicht vergesse.

– Und Abends? Meine tägliche Ration Fernsehtrash fehlt mir sehr. Auch die Nachrichten, klar, aber meist entspanne ich bei irgendeiner dämlichen Serie. Gern hätte ich am Montag bei Herrn Ulmen vorbeigeschaut, gern auch bei Frau Schöneberger (diese Musiksendung). Und heute gern auch bei Zapp, nachdem ich heute schon den Chef kennenlernen durfte, der über Ethik sprach.

Ein seltsames Gefühl macht sich breit: Die eigenen vier Wände fehlen, die vertraute Umgebung, das Büdchen vor der Tür. Der Plausch mit den Lieblingskollegen. Und irgendwie auch Düsseldorf.

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