Kettcar im Zakk

Es war nicht das erste Mal, dass ich Kettcar live gesehen habe. Es war Herbst, damals 2003. Ich war unglücklich, weil noch nicht entliebt und eine damalige Kollegin fragte mich, ob ich nicht mitkommen wolle, in den Knaack Klub. ‚Da spielt so eine Hamburger Band’ muss sie zu mir gesagt haben. Ich ging mit. Der Klub war voll, ich kannte die Jungs nicht und wunderte mich, dass es voll war und die Anwesenden wohl alle Texte konnten.

Berlin ist zwar nicht Hamburg, aber immerhin Berlin und nicht Düsseldorf, dachte ich noch, als ich auf dem Weg zum Zakk war. Sicherlich, ausverkauft, aber vielleicht ja auch nur der kleine Club, in dem schon Kante spielten. Doch bereits um halb acht waren die Räume gut gefüllt, einige kamen wohl auch wegen Bernd Begemann, der ungefähr eine Stunde später seine Lieder trällerte. Nichts gegen Bernd Begemann, er ist wirklich unterhaltsam. Unterhaltsam ja, ein Stichwort, weil sich während seines Auftritts sicherlich die Hälfte der Anwesenden angeregt unterhalten haben. Nach einer knappen Stunde verschwand er wieder.

Wenig später dann Kettcar. Zum zweiten Mal. Und ich war überrascht. Zum einen über die Konstitution des Publikums, zum anderen über ihre Sangeskraft. Jedes der Lieder der ersten Platte saß, eine nicht unerhebliche Menge gröhlte auch schon die Texte der neuen, noch nicht erschienenden Scheibe mit. Downloader. Oder Journalisten, wie Herr Wiebusch anmerkte. Oder Trittbrettfahrer. Spaß. Besser als beim ersten Mal. Was aber daran lag, dass ich besser vorbereitet war. Beinahe zum Schluss dann die Erinnerungen. An damals. Den Herbst 2003. Als ich manchmal im Taxi weinen musste.

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