‚Eyh, ich will dich nicht anmachen‘

… sagt er und schaut mich mit großen, neugierigen Augen an. Es ist kalt. Ich will, dass die Bahn kommt. Ohne Small talk und dummem Gequatsche. ‚Was steht denn da dran, wann kommt denn die 701?‘ – ‚In drei Minuten‘, antworte ich, einsilbig. Ich starre vor mich hin. Ich denke, dass er mich in Ruhe lassen soll, aber anscheinend ist der Blick dazu nicht eindeutig. Im Kampf um die gefühlten minus 25 Grad ziehe ich meinen Schal höher. Durch meinem warmen Atem beschlägt meine Brille. Er lacht. ‚Eyh, ich will dich nicht anmachen‘, wiederholt er und grinst. ‚Aber deine Brille ist echt hässlich‘, sagt er und jetzt sitzt der Blick. Wenige Sekunden später liegt er vor mir auf dem Boden, er röchelt. Blicke können eben doch töten.

2 Antworten zu “‚Eyh, ich will dich nicht anmachen‘”

  1. Sebas sagt:

    Sag‘ ich doch – ein etwas leichteres Gestell, vielleicht eine rahmenlose Brille, würde Ihrem ansehnlich filigran-weichen Gesicht viel mehr schmeicheln.

  2. franziska sagt:

    Soso. Noch so einer, der am Boden liegen will, leise röchelnd.

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