Berlin (2)

(Achtung, dieser Text beginnt mit einem fürchterlichen Satz. Schreckliche Floskel, aber ich konnte einfach nicht anders.)
Hier Ankommen ist auch nicht mehr was es mal war. (Und überstanden?) Plötzlich angewidert am Bahnhof Zoo stehen. So viele schlimme Menschen, überall ausgetretene Zigarettenreste, ungewohnte Dreckigkeit. War das wirklich schon immer so?
*
Einfahrt in den U-Bahnhof. Den von früher. Nach rechts über die Straße. Man muss schnell laufen, sonst reicht die Ampelphase nicht. Der alte Imbiss von Christine sieht so ungewohnt aus. Hat er es also doch noch aus den 80ern geschafft. Weiter an der Tankstelle vorbei, die seltsame Disko. Links der Schuster, er lehnt auf seiner Theke, so wie er immer dort stand. Das Haar trägt er kürzer. Weiter zum Einkaufsding. Der Kaffeeladen, der mittlerweile auch von den Alten angenommen wird. Das Fitness-Studio, in dem Harald Glöökler und meine Friseurin sporteln. Die Blumen blühen, das Wasser des Springbrunnen glitzert in der Sonne. Schön war es hier. Damals.

5 Antworten zu “Berlin (2)”

  1. na klasse… das musste ja jetzt schreiben, n paar tage bevor ich nach berlin muss. :-/

    schlappe 10 jahre… nachdem man sich den verfall einer stadt nicht mehr anschauen konnte und wegzog.

    das grösste kaff der welt, ich bleib dabei.

  2. Rahvin sagt:

    Ist „Hier ankommen“ dann nicht ein Substantiv?

  3. mark793 sagt:

    Der Bahnhof Zoo war schon immer so widerlich. Das fällt vielleicht jetzt nur umso mehr auf, weil viele Bahnhöfe in Provinzstädten inzwischen erfolgreich geliftet und aufgewertet wurden. Wenn man früher etwa in nem Dreckloch-Bahnhof wie Mannheim einstieg um nach Berlin zu fahren, dann fiel es nicht groß auf, dass man in ein Dreckloch ausstieg. Wenn man heute in Mannheim einsteigt und in Berlin-Zoo aus dem Zug kommt, denkt man, man wäre in Ulan-Bator oder Wladiwostok rausgekommen. Just my 2 cent…

  4. polymorphic sagt:

    Das Problem dürfte sich in näherer Zukunft nicht mehr stellen, nach dem Willen der Bahn halten im Zoo nur noch Regional- und S-Bahn. Dies gilt ebenfalls für den Ostbahnhof. Angefahren werden dann von „außen“ nur noch Spandau, Hauptbahnhof (Lehrter Bhf.) und Papestraße. Auch geht die Fahrt dann nur noch durch einen Tunnel unter der Stadt hindurch, so dass eure an saubergeputzte Provinznester gewöhnten Augen bei der Durchfahrt nicht mehr genötigt werden, unsere schmuddelige Hauptstadt zu erblicken.

  5. das ist aber nett von der bahn. wobei man alternativ ja einfach mal den bahnhof säubern könnte… kost wohl zuviel geld und die paar tausender sind bei den milliardensubventionen des bundes einfach nicht drin. kann ich verstehen, is ja nur unsere hauptstadt.

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