Tagebuch einer Volontärin (14)

Ankunft in der Bleibe, die für die restlichen Wochen hier in Frankfurt meine Unterkunft sein wird. Dieses Erkunden des neuen Schlüsselbundes. Dieses Herantasten. Noch ist es zu früh, die Stufen nach oben zu zählen. Damit kann ich erst in den kommenden Tagen beginnen. Das Öffnen der Tür, der ungewohnte Geruch, ein Blick auf den Teppich. Sollten solche Appartments wirklich mit einem Teppich ausgestattet werden? Noch an der Wohnungstüre stehend erblicke die Toilette. Sie ist denkbar klein und kurz durchläuft mich ein kalter Schauer: Wo ist die Dusche? In der Küche, stelle ich wenig später fest. Die Panik legt sich.

Auch wenn es in diesem Jahr bereits das dritte Mal ist, dass ich vor dem Moment stehe, mich auf die kommende Zeit in einer fremden Stadt/Wohnung einzurichten. An Routine fehlt es immer noch. Denn immer wieder bedenke ich nicht, dass die bereits beim letzten Mal zugelegte Grundausstattung auch hier praktisch gewesen wäre. Aber vielleicht gehört dieses Ritual auch dazu. Supermarkt in der Nähe suchen, ein paar Lebensmittel einkaufen, (längst wieder etablierte) Marotten (zumindest bis Mitte Dezember) ablegen. Und neue erfinden.

3 Antworten zu “Tagebuch einer Volontärin (14)”

  1. 160typo sagt:

    l’auberge espanol hat ja jetzt auch eine fortsetzung ;)

  2. die dusche ist in der küche? o_O

  3. Erwin sagt:

    Die Dusche in der Küche ist eine „typisch Frankfurter“ Errungenschaft, bekannt als „Frankfurter Bad“. In Altbauten sehr beliebt, gelegentlich sogar bei Neubauten noch heute übernommen.

    Das Bad in der Küche ist die Normalform des Frankfurter Bades. In der Extremform befindet sich das Bad im Wohnzimmer. Gelegentlich findet man es auch im Schlafzimmer (im, nicht „en suite“ am …).

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