Tim O’Reilly spricht mit Thomas Fischermann in der ZEIT über das Internet und die Zukunft der Kommunikation. Und Herr Fischermann ist gar nicht begeistert.

ZEIT: Sie haben auch schon die zunehmende Verarbeitung von Daten der Telefonbetreiber vorausgesagt, aus dem Handyverkehr und dem Telefonieren im Internet.

O’Reilly: Es gibt neuerdings ein Programm, das das Telefonieren per Mobiltelefon so ähnlich gestaltet wie die Benutzung dieser beliebten »Instant Messenger«-Programme für das Internet. Bevor Sie anrufen, können Sie gleich sehen, ob die Person erreichbar ist und wo sie sich überhaupt aufhält.

ZEIT: Um Gottes willen! Unterschätzen Sie nicht die Sorge der Leute um ihre Privatsphäre?

O’Reilly: Bisher scheint das kein Problem zu sein. Schauen Sie sich doch an, was die Leute freiwillig auf Web-Seiten wie MySpace preisgeben.

ZEIT: Private Fotos, Filme, E-Mails von Freunden und Tagebücher. Das sind aber Teenager, die nicht darüber nachdenken, und Exhibitionisten. Wir wollen doch über die Leute reden, die wirklich etwas Interessantes beizutragen haben.

O’Reilly: Schauen Sie sich doch zum Beispiel an, wie erreichbar ich bin. Meine E-Mail-Adresse ist seit 20 Jahren im Internet veröffentlicht.

ZEIT: Sollen wir eine Internet-Seite aufmachen, von der jedermann ablesen kann, dass Sie in diesem Moment mit mir in diesem Straßencafé in New York sitzen?

O’Reilly: Ich würde das wohl nicht der ganzen Welt mitteilen wollen. Doch einigen Leuten schon. Ich habe schon viele Geschäftspartner ohne Absicht mitten in der Nacht auf ihren Mobiltelefonen angerufen, weil ich sie in San Francisco vermutete, aber sie waren in Japan. Wenn mein Mobiltelefon mir das vorher gesagt hätte, hätte es schon geholfen.

ZEIT: Die Leute sollen ihr Handy in der Nacht ausstellen.

4 Antworten zu “”

  1. dogfood sagt:

    Thomas Fischermann:

    Blogger schreiben meistens nicht in ihrer Freizeit, sondern betreiben es als Geschäft oder als Teil ihrer Karriereentwicklung.

    Also, was ist der Karriere-Masterplan der hinter diesem Blog steckt?

    – ein „gelangweilter Querulant“

  2. franziska sagt:

    Mein Karriere-Masterplan? Natürlich kann ich es kaum erwarten, dass mich endlich Giovanni anruft und für die ZEIT einkauft.

  3. Setza sagt:

    A)
    Nun. Da er als Vorhersager gilt, finde ich seine Vision am beängstigend, dass die Menschen für ein Stück Bequemlichkeit bereits sind, Privatsphäre hinzugeben…

    B)
    Und wenn Giovanni anriefe, um Nudeln essen gehen zu wollen mit Dir…?!

  4. – ich will viele möglichkeiten
    – ich will sie meinen vorstellungen entsprechend konfigurierern

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