Über Tomtom

Der Mann meines Herzens hat ein neues Spielzeug. Es ist schwarz, hat eine weibliche Stimme und hört auf den Namen Tomtom. Tinatina wäre logischer, aber bei Spielzeug für Männer kommt es ja nicht auf Logik an. Hauptsache, es ist ein technisches Gerät, hat ein Display und man kann darauf rumdrücken. Neben diesen Eigenschaften hat Tomtom noch ein weiteres Feature: Es zeigt einem den Weg. Seitdem er es hat, begleitet es uns auf jeder Fahrt, die wir gemeinsam und mit dem Auto unternehmen. Leider haben wir bisher nur Fahrten innerhalb Düsseldorfs gemacht. Also, mal holt er mich von der Arbeit ab, dann fahren wir zum Supermarkt.

Man kann nicht sagen, dass Tomtom unnütz ist. Nein. Durch das Spielzeug habe ich einen schnelleren Weg zur Arbeit gefunden, auch wenn ich dorthin eigentlich meist mit der Bahn fahre. Und wahrscheinlich auch nur noch neunmal. Aber so richtig hilfreich ist es auch nicht. Den Weg zum Supermarkt kenne ich leider sehr genau, Tomtom wollte sogar einen Umweg fahren. Als mich der Mann meines Herzens vor kurzem vom Hauptbahnhof abholte, ließ er mich zehn Minuten in der Kälte stehen, weil das Spielzeug einen viel zu langen Weg angeboten hatte, den er natürlich gefahren ist. Und als wir zu einem Restaurant fahren wollten, brauchte Tomtom sehr lange, um einen wegweisenden Satelliten zu finden. Als er ihn gefunden hatte, hatten wir das Ziel bereits erreicht.

Und dann kam er, der Tag, den er fieberhaft erwartet hatte: Zug fahren mit Tomtom. „Dann kann ich endlich mal sehen, wo wir langfahren“, waren seine Worte und das Glitzern in seinen Augen sagte mir, dass an diesem Tag ein sehr sehnlicher Wunsch in Erfüllung gehen sollte. Aber enttäuschen muss ich euch nun schon: Als er am Abend zurückkam und berichtete, dass Tomtom im Zug wohl ebenfalls keine Satelliten findet, hatte er keine Tränen in den Augen. Obwohl ich fest damit gerechnet hatte.

4 Antworten zu “Über Tomtom”

  1. Dentaku sagt:

    Ohne Tomtom würde ich regelmäßig planlos durch fremde Städte irren — oder während des Versuchs, ein KfZ zu führen und gleichzeitig einen Stadtplan zu lesen, Verwüstung anrichten. Definitiv das beste Spielzeug mit dem höchsten Alltagsnutzwert, das ich je gekauft habe (und außerdem: es gibt auch männliche Stimmen, und mit der weiblichen Standardstimme müßte „sie“ Lisalisa heißen).

  2. asa sagt:

    Oh, zum TomTomm könnte ich auch einiges erzählen. Wie zum Beispiel Lisalisa uns nach dem ersten Bloggertreff bei Regen in die Baustellenwüste irgendwo hinter Neuss schickte…
    Mein kopfinternes TomTom ist aber auch nicht so fit, wie ich letzten Freitag feststellen durfte.
    Die Lösung liegt wohl irgendwo dazwischen. ;-)

  3. MC Winkel sagt:

    Insgesamt aber eine gute Wahl; TomTom hab‘ ich auch. Leider mit sehr alter Deutschland-Karte. Muss mich mal umhören…

  4. kurz sagt:

    Hilfe hin, Hilfe her… entscheidend ist doch, dass das Ding einen Farbdisplay hat und ne schicke Menuesteuerung… ich meine, wenn ich zuhause was zu sagen hätte, hätte ich doch auch den Herd gekauft, der mir per Display „Lammkeule – rosa“ anzeigt…

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