Intime Geständnisse (4)

(So, das muss mal raus.)

Muss man eigentlich irgendetwas zu den Äußerungen von Bischof Mixa sagen? Eigentlich nicht. Denn jene sind so indiskutabel, dass jede Reaktion darauf nur als ein übereifriges Haspeln angesehen werden kann. Stattdessen: Gelassenheit, die man eigentlich gerade von der älteren Generation erwarten würde. Ach, lassen wir den alten Mann doch reden, lassen wir ihn in seiner Welt.

Vermutlich bringt es nichts mehr, einem 65 Jahre alten Mann von den vielen Frauen zu erzählen, die eben nicht drei Jahre lang zu Hause bleiben wollen. Viele, die es sich nicht leisten können. Andere, die Spaß an ihrer Arbeit haben und es nicht wollen. Zwei Gruppen, die dieser Bischof nicht kennt, nicht akzeptieren möchte.

Auf mich wirken die Äußerungen Mixas wie ein schlechter Witz. Ein schlechter Witz, der sogar lustig ist: Denn er geht nach hinten los. Die Äußerungen sorgen dafür, dass sich nun selbst diejenigen auf die Seite von der Leyens stellen, die noch vor einigen Monaten lauthals geschrien haben, was für eine furchtbare Frau diese Ministerin eigentlich ist. Die dafür sorgen, dass ich mich dabei erwische, diese Frau von der CDU sympathisch zu finden. Und ihr Respekt zu zollen, weil sie in den vergangenen Monaten nicht nur einige wichtige Debatten angestoßen hat. Sie hat auch schon etwas bewegt. Das kann man ja nicht von allen Mitgliedern dieser Regierung sagen.

(Disclaimer: Klar, ich hätte genausogut auf spiegel.de, welt.de oder irgendein anderes Nachrichtenportal verlinken können.)

(Und irgendwie schäme ich mich jetzt doch, dass ich das alles aufgeschrieben habe. Hach, ist das alles traurig.)

12 Antworten zu “Intime Geständnisse (4)”

  1. beh sagt:

    Lustig finde ich ja, dass man in dem, was der Herr Mixa laut der von Ihnen nicht verlinkten Seiten so von sich gegeben hat, eigentlich an jeder Stelle, wo er „was Frau Leyen will“ durch „was mein Verein sich vorstellt“ ersetzen kann, und die negativen Belegungen weiterhin exakt passen. Von wegen „das waere ja einseitig“ und „so geht’s ja gar nicht“…

    Koennte sein, dass man den Beitrag des Herrn Mixa im Lexikon unter „Baerendienst“ abheften sollte. Als Paradebeispiel. Da haben Sie recht.

  2. kai sagt:

    Und ich dachte es geht um irgendeinen neuen Hip-Hop Star. „DJ Bischof Mixa“ oder so…
    Nun kenn ich den auch, obwohl ich sicher auch ohne diese Erkenntnis gut schlafen kann.

  3. Mike sagt:

    Das Problem ist halt, daß die Frauen heute sich nicht mehr in ihre von Gott bestimmte Rolle finden wollen.

    Hach was waren das früher noch Zeiten, wo man als Mann abends nach Hause kommen konnte und ein Schmorbraten auf dem Tisch Stand und die liebende Gemahlin den Herrn des Hauses umsorgte wie es eigentlich sein sollte. Jaja, damals wie wir noch’n Kaiser hatten…

  4. Setza sagt:

    Kann sich eigentlich noch jemand daran erinnern, was die seinerzeit auf dem Territorium der früheren DDR regierenden Parteien damals veranlasst hat, die Kinderkrippen und -gärten nicht flächendeckend zu schließen und das Versorgungsnieveau dem bewährten der BRD anzugleichen, wie alles andere auch?

    Ich meine, gut die Hälfte aller Industriearbeistplätze ist doch auch entsorgt worden, usw. usf. … Warum hatte man da plötzlich Skrupel. Außerdem hätte man im deutschen Osten heute längst bayerische Arbeitslosenquoten; nicht, weil so viele in Arbeit sind, sondern weil sich die vielen hausfrauen einfach nicht arbeotslos melden

    Glaube halt immer nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast.

  5. Viel schlimmer finde ich, dass in einer Umfrage auf welt.de (oder neuerdings „Welt Online“) 74 Prozent den Geistlichen (oder Geisteskranken?) unterstützen…

  6. kurz sagt:

    Eins werde ich Sankt Mixa nie verzeihen: Nämlich, dass ich CDU Mineralsekretär Pofalla Recht geben muss… Der hat nämlich in einem ungeahnten Anfall von Weitsicht gesagt, dass Frauen nur dann wählen können, wenn sie wirklich eine Wahl haben. Was zurzeit ja wohl eher nicht der Fall ist…

  7. […] gefunden bei Kurz, via) Andere auf diesen Beitrag hinweisen 23. Februar 2007, 22:59 Uhr | von Rochus Wolff | Abgelegt unter: Gesellschaft und Elternschaft und Religion ÄhnlicheBeiträge Neue Väter – andere Kinder? Vaterbilder im UmbruchPapa und sein Freund FrankAuch ambitionierte Mütter brauchen Möglichkeiten […]

  8. […] Etwas bärbeißig kommt die Selbstbeschreibung von Fräulein Frankziska Bluhm daher und verdirbt mir ein wenig die schlechte Laune. Ach weh, hätte ich doch bloß nicht hineingeklickt! Und das, nach dieser Brandrede, die ich irgendwie gut bis lustig finde! Das Impressum ist auch nicht gerade hitverdächtig. Zwei Zeilen zur Adresse und geschätzte 311 zum Thema „Laßt mir meine Daten!“. Folgt man der Brandrede, landet man auch diesem heißen Eisen: Claudia und Stefan trennen sich. Spektakulär! […]

  9. dietbert sagt:

    Da musst du dich nicht schämen. Ist halt blöd, wenn der poltitische Gegner auch mal was richtig macht. Macht aber nix. Die Frau ist mir mit ihrem Dauergrinsen auch unsympathisch, hat sie wohl vom Papa geerbt, der grinste auch dauernd – furchtbar. Hauptsache ist: Es wird vielen Paaren leichter fallen, Kinder zu haben. Und das ist gut für alle.

  10. Vor allem Zukunft ist gut für Alle.

  11. Brechreiz sagt:

    Mixa Bargeld ist der – eigentlich nicht mehr nötige – Beweis, dass die Realität noch immer jede Satire aus dem Stand schlägt: Ein MILITÄRBISCHOF, der einst mit 400000 DM Spendengeldern an der Grenze erwischt wurde, verbreitet sich zu familienpolitischen Themen und niemand kommt auf die Idee, nach seiner Berechtigung (die schicke Mitra?) zu fragen. Herrlich. Wer außerdem einen möglichst schillerenden Beleg sucht, wie sinnfrei und unlogisch (aber beileibe nicht folgenlos) tagespolitische Themen aufgekocht und herumgereicht werden: et voilà!

  12. […] Etwas bärbeißig kommt die Selbstbeschreibung von Fräulein Frankziska Bluhm daher und verdirbt mir ein wenig die schlechte Laune. Ach weh, hätte ich doch bloß nicht hineingeklickt! Und das, nach dieser Brandrede, die ich irgendwie gut bis lustig finde! Das Impressum ist auch nicht gerade hitverdächtig. Zwei Zeilen zur Adresse und geschätzte 311 zum Thema „Laßt mir meine Daten!“. Folgt man der Brandrede, landet man auch diesem heißen Eisen: Claudia und Stefan trennen sich. Spektakulär! […]

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