Zehn Jahre danach


Vielleicht war es einfach wie früher, als man sich alle paar Wochen zu irgendeiner Geburtstagsparty getroffen hat. Damals lief es aber meist so, dass man sich gegen halb eins in die nächstgelegene Dorfdisco aufgemacht hat. Das entfiel, weshalb die meisten wohl zwischen zwölf und eins zuhause waren.

Erstaunlich, wie viele der Daheimgebliebenen in den vergangenen sechs Monaten zu einem Paar fusionierten. Gibt es da eine Deadline?

Während wir früher Becks tranken, war es diesmal Krombacher. Der Korn in der Cola entfiel.

Kalte Schnitzel.


„Was machst du denn derzeit?“ Was gäbe ich dafür, den Unterton bei der Antwort „Ich bin gerade Hausfrau und Mutter“ mitliefern zu können. Dabei war die Frage kein Vorwurf, sondern echtes Interesse.

Der Mangel an Gesprächen, die über das gegenseitige „Was machst du so?“-Geplänkel hinausgehen.

Der ehemalige Musiklehrer, der sich nun mit dem Bemalen von Zinnsoldaten beschäftigt.

Und dann sind da die Personen, mit denen man schon immer mehr als drei Worte wechseln konnte. Und auch wenn man genau diese Menschen häufiger als einmal im Jahr sieht, sich viel mehr zu sagen haben.


Geballte Sehnsucht nach dem eigenen Grundstück, Haus und Familie.

Ist das irgendwann so, dass man, wenn man nach seinen Hobbys gefragt wird, den Namen des eigenen Kindes nennt?


6 Antworten zu “Zehn Jahre danach”

  1. Hagersfield sagt:

    zum Vergleich: wenn sich ehemalige Abendgymnasiasten zu Abiturjubiläen treffen, ist die Thematik insgesamt etwas nach hinten verschoben. Es wird auch über Altersvorsorge etc philosphiert …

  2. MC Winkel sagt:

    „Ich mach da jetzt so Sachen im Internet“.
    „Ich weiss“.

  3. Cabras sagt:

    Franziska,

    muss ich mir Sorgen machen? Was Du schreibst, klingt nach einer handfesten Depression. Und das alles wegen eines Abitreffens, auf der irgendwelche Ex-Mitschüler, mit denen Du sowieso noch nie was anfangen konntest Dir von ihren Kindern erzählen?

  4. franziska sagt:

    @MC: Ja, sowas Ähnliches hatte ich auch.
    @Cabras: So ist das halt, wenn man 30 wird.

  5. Dentaku sagt:

    > Ist das irgendwann so, dass man, wenn man nach
    > seinen Hobbys gefragt wird, den Namen des
    > eigenen Kindes nennt?

    Hoffentlich nicht (da hätte man dann ja vorher auch seinen Beruf nennen können).

  6. Jens sagt:

    Ich hatte auch gerade mein „10 Jahre Abi“-Treffen und fand das – abseits von „Was machst Du jetzt?“ – gut.

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