Contergan und kein gutes Gefühl

Da lief er nun, der erste Teil dieses Films „Contergan“, fein säuberlich mit einem Vorspann ausgestattet, in dem noch einmal auf die Fiktionalität des Filmes hingewiesen wurde. Wenn dieser Vorspann das Ergebnis des Rechtsstreits ist, der die Ausstrahlung des Filmes jahrelang verhinderte, …, Mannmannmann.

Am meisten hat mich berührt, wie der Arzt und die Schwester bei der Geburt von Tochter Kathrin auftreten. Sie bezeichnen das Kind als „Krüppel“ und reden von einer „Zumutung“, die die Eltern den Ärzten da beschert haben. Eine glückliche Geburt sieht anders aus. Erschreckend aber auch, obwohl man es natürlich schon tausendmal gelesen hat: Dass die Einnahme einer einzigen Tablette solche Folgen haben kann. Nein, das ist alles nichts Neues und doch, wenn man den Film sieht und sich hineinfühlt, in die Figur der Mutter und in die Figur des Anwalts, dann geht einem die Geschichte der beiden sehr wohl ans Herz. So sehr, dass man erst einmal das Internet anschmeißt und guckt.

Was es so gibt. Sucht man nach Contergan, stehen die Wikipedia-Einträge ganz oben. Während ich auf der Seite der Firma „Grünenthal“ herumsurfe (Diese ist – oh Wunder – ziemlich überlastet), spricht Herr Plasberg gerade davon, dass die Familie Wirtz, die hinter der Firma steht, auf Platz 36 im Manager-Magazin-Ranking „Die reichsten Deutschen“ liegt.

Ein Enkel führt jetzt die Geschäfte, Sebastian heißt er mit Vornamen. Und er spricht auf der Webseite von der „Contergan-Tragödie„, die er bedauere.

Und auch wenn das mittlerweile alles ungefähr 50 Jahre her ist und die Firma mit diesem Präparat nichts mehr zu tun hat, hinterlässt die Tatsache, dass die Antibabypille, die ich derzeit nehme, von Grünenthal stammt, ein ungutes Gefühl.

Und jetzt könnt ihr mir Naivität vorwerfen.

2 Antworten zu “Contergan und kein gutes Gefühl”

  1. Dentaku sagt:

    Statt Naivität werfe ich lieber eine kaputte Grammatik im vorletzten Satz vor. Was genau macht das ungute Gefühl?

  2. franziska sagt:

    Oh, da fehlte ein Halbsatz. Danke!

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