Zeitschriften im Test: Brand eins

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„Brand eins“ ist eine seltsame Zeitschrift. Denn obwohl ich wirklich regelmäßig die mehr als acht Euro ausgebe, um die vielen Artikel rund um die Wirtschaft zu lesen, schaffe ich es so gut wie nie, auch wirklich alles zu lesen. Meistens läuft das so ab: Ich kaufe die Zeitschrift, lese einen Artikel (So wie in der letzten Ausgabe den Text über „Lego“) und dann lege ich sie beiseite und denke nach. Und wenn ich fertig gedacht habe, mache ich meistens erstmal was anderes, das Heft gerät in Vergessenheit. Wenn ich dann am Zeitschriftenkiosk sehe, dass schon wieder eine neue „Brand eins“ gibt, kaufe ich sie mir. Und das Spiel beginnt von vorn.

Lustigerweise war es diesmal anders. Also fast. Denn trotz der großen Konkurrenz am Bremer Hauptbahnhof (Es gab auch noch „Engel“ für nur 4,30 Euro) entschied ich mich für „Brand eins“ (und den „Weserkurier“ zur Konkurrenzbeobachtung). Und begann diesmal, kurz nachdem ich Platz genommen hatte, gleich mit dem Lesen.

Dabei fiel mir eines auf: Gleich zu Beginn musste ich Texte lesen, die so wahnsinnig schlecht geschrieben waren, dass es mich gruselte. War das schon immer so? Schlecht redigiert, dröge – viel schlimmer geht’s im „Handelsblatt“ auch nicht zu, dachte ich. Doch wenig später wurde ich versöhnt.

Denn auch wenn die Texte vom Stil diesmal nicht die besten waren: Schlauer wurde ich. Ich lernte was über den Markt von Fleurop, las etwas über Ex-Tyco-Chef Dennis Kozlowski. Ich mochte auch die Geschichte über den Subventionswahn. Große Freude bereitete mir der Text über den Kampf von einem Polizisten gegen die Kaffeefahrtenmafia und Uneinsichtigkeit alter Damen, die für eine kleine Reise bei Kaffee und Kuchen auch gerne mal beschissen werden. Und dann waren da noch die Texte über seltsamen Verbraucherschutz, die Solarindustrie, den Allianz-Schadensregulierer und die Flut an Insolvenzverwaltern.

Wer Lust hat, sollte jetzt noch schnell einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen und schauen, was dann noch übrig bleibt. Bin gespannt, wann „Capital“ und Co. mir so viele interessante Wirtschaftsgeschichten in einem Heft bieten können.

5 Antworten zu “Zeitschriften im Test: Brand eins”

  1. Christian sagt:

    Ich kann nur empfehlen, sich mit dem Heft in die Badeanne zu legen – da schafft man ein paar Artikel mehr. Zweimal Baden reicht mir normalerweise für eine Ausgabe, wenn das neue Heft im Briefkasten lag.
    Ach ja, und ergänzend möchte ich hinzufügen: Es gibt ein subventioniertes Abo. Für umme, wie wir hier sagen würden. Wenn man es sich also nicht leisten kann aber trotzdem lesen möchte …

  2. Sachar sagt:

    So lange kann ich gar nicht baden, dass ich alle Artikel, die mich interessieren, schaffe.

  3. roland sagt:

    Die Brand eins ist meine absolute Lieblingszeitschrift und das einzige Printerzeugnis, das ich abonniert habe ;) Allerdings brauche ich für einige Ausgaben auch sehr lange. Die oben abgebildete habe ich immer noch nicht angefangen, weil der Vorgänger noch darauf wartet, zuende gelesen zu werden …

  4. Sebastian sagt:

    Das mit Brand Eins ist doch immer wieder interessant. Ich hänge aktuell 3 Ausgaben hinterher. Ich finde es einfach zu schade halb gelesene Ausgaben „wegzulegen“. Hab die Zeitung seit mehreren Jahren abonniert. Die Dichte und Qualität der Artikel sucht im deutschen Zeitschriften-Markt immer noch seinesgleichen. Danke das es Brand Eins gibt.

  5. Sebastian sagt:

    Das mit dem Baden würde bei mir übrigens auch nicht klappen. Du musst ja ganz schön lange drin liegen. Nach 15 Minuten muss ich da immer raus. Sonst krieg ich nen Kreislaufkollaps ;)

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