Glotz-Bekenntnis

Ich bin gerade in einer Glotzphase. Und zwar nicht in der Ichguckmalganzunauffälligetwasgenauerhin-Phase, sondern in der Mirdochegalobdiejetztsehendassichgeradegucke-Phase. Leider geschieht das gerade höchst unterbewusst. Das macht das ganze nämlich zu einer peinlichen Angelegenheit.

Das erste Mal ist mir das in Birmingham aufgefallen. Da lief nämlich ein etwas aufgequollener Mittvierziger an mir vorbei. Auf dem Kopf trug er eine Art Haar-Helm: Schwarze, längere Haare, die höchst kunstvoll über den Hauptkopf gelegt worden sind. Hatte was von einem Elvis-Presley-Verschnitt. Mehr konnte ich leider nicht erkennen, weil der Mann nach meiner ersten Starrattacke zurück guckte. Und als ich mich später nochmal verstohlen umdrehte, musste ich seiner Begleitung in die Augen schauen, die es wohl höchst befremdlich fand, dass ich ihren Kerl so angeglotzt hatte.

Heute dann im Stern-Verlag. An der Kasse eine Frau, die ihre blondierten Haare mit viel Liebe zum Detail zu einem Igel frisiert hatte. Nur dass die „Stacheln“ eine Länge von acht Zentimeter hatten. Was das ganze nicht einfacher machte. Zum Glück ist ja in einem Buchladen normalerweise der Kunde König, so dass die Gute zwar meine Blicke bemerkte, aber nicht komisch reagierte.

Ich muss dringend an mir arbeiten.

Eine Antwort zu “Glotz-Bekenntnis”

  1. Lu sagt:

    bei der dame im stern-verlag musst du dir auch bei genauerem hinsehen keine sorgen machen. die kennt das, die hat exakt diese frisur seit mehr als einem jahrzehnt und wird damit auch noch in rente gehen. :)

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