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Verrückt. In New York sein und kein Internet haben. Und auch kein verfügbares W-Lan. Sondern nur ein Deli, in dem man sich Internet kaufen muss. An einem speckigen Computer. Muss man halt andere Dinge abends machen. Zum Beispiel Zeitung lesen.

Nach der ausgiebigen Lektüre der „New York Times“ doch nochmal den Computer angeschmissen und ein freies W-Lan gefunden. Trotz allem: Guter Tag. Und das hatte mehrere Gründe.

Erstens: Die Fahrt zur Rückgabe des Autos führt über die Brücke. Nachdem wir gestern auf der „richtigen Seite“ nichts zum Schlafen gefunden hatten, verbrachten wir die Nacht in Nyack. Das Navi sagt, dass wir rund 50 Minuten bis zur Rückgabe des Autos brauchen. Was gelogen ist. Denn weil George Bush gerade in Manhattan weilt, ist zusätzliches Verkehrschaos angesagt. Und ich bin mächtig stolz auf mich, trotz ständig wechselnder Spuren, Ein- und Ausfädeln vor und hinter Toll-Stationen und einem durchaus sportlichen Tempo keinen Unfall gebaut zu haben. Und ich kann sagen: bin schon mal in New York Auto gefahren. (Was kommt als nächstes?) Die Fahrt nach Manhattan gestaltet sich dann ebenso schwierig. Selbst der Taxifahrer ist schon ein bisschen verzweifelt und gießt sich aus seiner Thermoskanne einen grünen Tee ein.

Und dann kommt der schöne Teil. Der Spaziergang durch Chelsea. Wir machen an einem kleinen Café halt, wo es leckeres Brot mit Ricotta, Honig und Salat (organic, der letzte Schrei…) und Mint-Limonade gibt. Dazu „The Onion“ von letzter Woche (lustige Titelgeschichte und hinten drin ein Interview mit Neil Patrick Harris!!!), morgen gibt’s die neue Ausgabe (Strike!).


Danach geht es weiter nach Soho. Noch einmal ein kleiner Spaziergang durch die Gassen. Das lustige: Man entdeckt beim zweiten Mal wirklich noch einmal ganz andere Lädchen, Cafés und Details. Den Nave-Shop gibt’s übrigens nicht mehr. Zumindest nicht dort. Auf dem Broadway noch „Dean & Deluca“ entdeckt, einen Feinkostladen (So hatte ich mir Katz’s Delicatessen vorgestellt, nur ein bisschen überraschender, was das Essen angeht.), indem es auch tolle deutsche Spezialitäten gibt (Paulaner, zum Beispiel). Ich kaufe mir ein Stück Kuchen, nachdem ich keinen in dem Café in Soho bekommen habe: Mille Café Crepe, ein Kuchen, der aus mehreren Crepe-Schichten besteht, dazwischen eine sahnige Kaffeecreme. Wow.


Da nicht weit entfernt vom Hotel der Teil der Lexington Avenue liegt, den wir bei der Anreise gleich Little India genannt haben, ohne großes Zögern zum Inder gegangen. War ordentlich, wenn auch nicht so gut wie an den Niagara-Fällen.

Jetzt noch ein bisschen „Die Leiden eines Amerikaners“ lesen. Muss ja mit meiner NY-Lektüre fertig werden, bevor ich wieder in Düsseldorf bin.

3 Antworten zu “(17)”

  1. Andreas A. sagt:

    In New York möchte ich beim besten Willen nicht Auto fahren.

    Fährst eigentlich nur Du, oder auch mal der Popkulturjunkie?

  2. Pleitegeiger sagt:

    Offenbar ist der Präsidentenbesuch am Tag der Autoabgabe ungeschriebenes Gesetz. Als wir damals in NY den Mietwagen zurückgeben mußten, war Clinton im UN-Gebäude. Und die Autovermietung war nur einen Block entfernt. Nix ging mehr, aber immerhin fuhren Bill und Hillary an uns vorbei :-)

    Guten Rückflug!

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