Berlin (3)

Dritter und letzter Tag bei der Re-publica. Ein aufregender Tag. Mit ein paar Fehlentscheidungen. 1. Ich habe aufgrund doofer Frühstücksplanungen den Vortrag von Esra’a Al Shafei verpasst. Genauso wie die anschließende Podiumsdiskussion. Stattdessen habe ich darauf gewartet, dass mir Jimbo Wales noch einmal das Prinzip von Wikipedia erklärt. Ich verstehe ja wirklich nicht, warum jemand, der seinem Auditiorium zunächst die Fragen stellt, wer denn schon einmal Wikipedia genutzt und sogar selbst dort geschrieben hat, nur um dann, obwohl sich auf beide Fragen mehr als die Hälfte der Leute gemeldet haben, trotzdem einen Einführungsvortrag zu Wikipedia und Co. zu halten.

Wirklich, wirklich gerne hätte ich auch noch den Worten von Mary C. Joyce gelauscht, die über den Wahlkampf von Barack Obama referiert hatte, aber da war ich schon damit beschäftigt, meine eigene Nervosität zu bekämpfen und die der anderen. Denn wenig später sprachen wir ja in einem durchaus gut gefüllten Raum über „Babykotze und das Iphone“. Eigentlich mit Anke geplant, versuchte ich, zu zeigen, dass es da draußen eine große Zahl von hervorragenden Blogs gibt, die zufällig auch von Frauen geschrieben werden. Was wirklich toll war: Schnell entwickelte sich eine Diskussion im gesamten Raum, jeder hatte etwas zu sagen und die meisten taten dies auch. Wir hatten uns bewusst für den kleineren Raum entschieden, und ich glaube, dass es in einem größeren Raum vielleicht nicht eine solche Diskussion gegeben hätte, eine, die ohne Anfeindungen auskam und doch so viele Facetten aufzeigte. Was mir nicht so recht gelang: klarzumachen, dass es nicht darum geht, bei einer Veranstaltung wie der Re-publica auf allen Veranstaltungen eine Quotenfrau einzusetzen, nur um zu zeigen, dass es auch Frauen gibt, die da draußen im Netz schreiben, filmen, bloggen. Nein. Nur ein Plädoyer, dass es da draußen eben auch andere Themen gibt, die durchaus lesenswert sind. Das sind stellvertretend die überaus amüsanten Geschichten von dasnuf, die vielen vielen Shoppingtrips der Lesmads-Mädels, die ernsthaften Berichte im Mädchenblog und die fachkundigen Beiträge von Katti bei macnotes. Nun gut.

Beim Abschiedsbier erlag ich dann doch noch dem neuesten heißen Scheiß in der Webgemeinde, dem Poken. Obwohl ich mich an den vergangenen Tagen dagegen gewehrt hatte, bin ich nun doch im Besitz einer kleinen Biene.

Nach einem Besuch beim Inder („mit Farbstoff und Knocken“, Kritik folgt demnächst bei qype) ergab es sich (Ok, ich geb’s zu, ich followe halt @kesslermichael und habe seine Nummer gewählt), dass wir wenig später im TV-Taxi saßen und den Berliner Zuschauern erklärten, was Twitter ist, warum es Followerpartys gibt und ob wir sonst auch noch einen anderen Knall haben. @Kesslermichael begleitete uns dann auch noch mit der Kamera zu der Party und @tknuewer ließ es sich nicht nehmen, noch schnell seine Kamera zu zücken und den ganzen Quatsch zu filmen. Eine Geschichte, gut genug, sie irgendwann einmal seinen Enkeln zu erzählen. Mit Belächelgarantie.

Jetzt liege ich im Bett und blicke zufrieden auf eine Re-publica zurück, auf der ich unfassbar viele neue Menschen kennengelernt, tolle Gespräche geführt und jede Menge neue Eindrücke gewonnen habe. (Und sogar ne Idee für ne Klickstrecke. Aber das nur am Rande.)

4 Antworten zu “Berlin (3)”

  1. […] einem Podium, darüber berichtet z.B. die Modebloggerin lalila und die Moderatorin der Diskussion franziskript. Und zur besseren Vernetzung sei hier auch gleich noch mal auf das re-publica-Resümee der […]

  2. […] dieser “verf***ten Parallelwelt” jede Menge positive Aspekte ab. Maha auch, Franzi ebenso. Für das Mädchenblog sprühte die Konferenz gerade zu vor “Enthusiasmus und […]

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