Das FAS-Dilemma

Ein schönes Beispiel dafür, warum es eben doch wichtig ist, sowas wie Zeitungen zu haben, ereignete sich gestern. Sonntag ist Sonntagszeitungentag und bei mir flattert seit Ewigkeiten dann immer die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ins Haus. Und weil ich Abonnent bin, habe ich auch einen Zugang zum Lesen der FAS-Texte im Internet.

Da der Mann meines Herzens die Zeitung mit in die Badewanne genommen hatte und ich parallel auch lesen wollte, hab ich ihm das Papier überlassen und habe mich selbst vor den Rechner gesetzt. Und als wir uns dann wenig später wiedersahen, haben wir uns erzählt, was wir gelesen haben. Das Bemerkenswerte: Er berichtete mir als erstes von einem Text über ein türkisches Mädchen, dass erst extrem beliebt in der Schule war, dann von ihren Eltern gezwungen wurde, zuzunehmen, damit sie nicht so attraktiv ist und später ganz von der Schule verschwand. Der Text hieß „Samiras Brief„. Ich hatte ihn beim digitalen Durchblättern nicht bemerkt. Dabei ist er doch sehr lesenswert. Und hätte ich die Illustration plus Zeile auf der Seite 8 im Politikteil gesehen, ich hätte ihn sofort gelesen.(Andererseits ist das Beispiel jetzt auch perfekt für die These „If the news is important, it will find you“.)

Also eigentlich ein Argument für die Zeitung, für das Gedruckte, weil schön und haptisch und Dinge lesen, auf die ich sonst nicht gestoßen wäre. Ich könnte mich nun aber auch darüber beschweren, dass diese FAS-Texte-abgespeckte-E-Paper-Version, die die Kollegen aus Frankfurt da seit Jahren anbieten, echter Dreck ist. Warum gibt es für uns, die eh ein Abo haben, keine Fotos? Warum erfahre ich nie, was die Überschrift beim „Pro-und-Contra“ ist? Die Titelgeschichte in der Wirtschaft kann man NIE lesen, nie, was mich jedes Mal ärgert, wenn ich unterwegs bin oder die FAS mal wieder vor der Haustür weggeklaut worden ist. Ich bin doch zahlender Kunde, noch dazu langjährig und – noch – überzeugt!?

Lest ihr bitte trotzdem alle die Geschichte von Samira?

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