FILM: 2012

Gestern abend war es soweit: Ich wurde mehr oder weniger gezwungen, das erste Mal in meinem Leben einen Roland-Emmerich-Film zu gucken („‚Oben‘ hab ich schon gesehen“, „‚Slum Dog Millionaire‘ will ich heute nicht“, „Die anderen sind mir zu gruselig“). Ich war mir zunächst nicht sicher: Also schaute ich in der Wikipedia nach und konnte danach sicher sagen: Ich hatte noch nie einen Roland-Emmerich-Film gesehen.

Roland Emmerich steht meiner Meinung nach für Filme mit überschaubarer Handlung, die sich eigentlich nur ausgedacht wird, um die Vielzahl an Spezialeffekten unterzubringen. Dazu noch ein bisschen Untergangsstimmung, Verschwörungstheorie, Pathos, Klischees, Nationalgefühl und eine Liebesgeschichte – fertig ist ein typischer Roland-Emmerich-Film.

And you know what? Ich wurde nicht enttäuscht. Denn 2012 war all das: überschaubare Handlung rund um das Weltuntergangsszenario aus dem Maya-Kalender, nach dem 2012 durch die Erdkrustenverschiebung die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr existieren wird. Zunächst gab es nur Risse im Boden, aber Emmerich sorgte dafür, dass aus den Rissen schnell Krater wurden, ganze Städte versanken, Autos und Flugzeuge durch Feuer, Lava und einstürzende Häuser manövriert wurden und am Ende riesige Wassermassen, Kreuzfahrtschiffe zum Umkippen brachten oder sich über die Riesengebirge der Welt warfen.

Ich erinnere mich noch daran, dass Roland Emmerich ein bisschen dafür gefeiert wurde, dass er in seinem Film einen schwarzen US-Präsidenten für das Jahr 2012 vorhersagte. Das war in der Tat so und Pathos und Nationalgefühl schlugen zu, als dieser sich dann nicht auf eine der Archen begab, sondern – interessanterweise genau wie der italienische Präsident – bei seinem Volk blieb und mit ihm unterging.

Am Ende ist dann natürlich alles wieder gut: Die Helden überleben gemeinsam mit den Insassen der Archen den Weltuntergang, haben ein paar Dinge aus der alten Welt herübergerettet (Neben Staatschefs auch Kunst, Literatur und zahlreiche Tiere). Und Roland Emmerich ist sich nicht zu schade dafür, am Ende noch eine weitere politische Botschaft (eine andere: Nur die Chinesen bekommen innerhalb weniger Monate ein paar hochleistungsfähige Archen gebaut) unterzubringen: Der afrikanische Kontinent liegt nun viel höher und ist sowieso derjenige, der von all dem Untergangsszenarien weitgehend verschont geblieben scheint. (Hätte man sich mal vorher mit dem Kontinent ein bisschen mehr beschäftigt, dann hätte man sich das ganze Archebauen und Massensterben schenken können.

Aber in Roland-Emmerich-Filmen geht es nicht um Logik, sondern um Unterhaltung. Und dieses Blog (Es gibt es wirklich!) von Charlie Frost finde ich sogar ganz witzig.

Eine Antwort zu “FILM: 2012”

  1. nikosch sagt:

    „Es gibt es wirklich!“ Warum auch nicht, ist ja Teil der „viralen“ PR-Kampagne um diesen Quarkfilm.

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