Franzis Früchtchen (3)

Momentan freue ich mich noch, dass mir alle von ihren Erfahrungen erzählen. Obwohl frisch gebackene Eltern mir schon berichteten, dass man das irgendwann nicht mehr hören kann. Kurz vor der Geburt wolle man keine Horrorgeschichten mehr hören und auch den „Oh, bei uns war alles super“-Storys mag man dann nicht mehr Glauben schenken. Und so war ich sehr interessiert, als mir die beiden männlichen Kollegen von ihren Geburten – jeweils zwei – und ihren Erfahrungen in der Uniklinik erzählten. Der eine – begeistert, besonders weil sie jeweils mit Beleghebamme unterwegs waren, der andere so enttäuscht, dass das zweite Kind woanders das Licht der Welt erblickte.

Seit der letzten Woche des Urlaubs wächst der Bauch. Und der Hunger kommt. Schon zweimal bin ich mitten in der Nacht wach geworden – mit einem Grummeln im Bauch. Und das macht mir klar: Die Zeit der Entscheidungen ist gekommen. Überall hört man von langen Lieferzeiten, ob für den passenden Kinderwagen oder einen Autositz, hinzu komme das Weihnachtsfest, das die Lieferzeit noch einmal verlängern kann. Eine Hebamme muss her, ein Geburtsvorbereitungskurs, die Klinik vielleicht auch schon und ein Gedanke an die Zeit danach wäre auch nicht ganz verkehrt, da die Zahl der Kita-Plätze für Unterdreijährige ja nun auch überschaubar ist.

Ach ja, das Krankenhaus. Während ich mir die letzten Paprikastücke in den Mund schiebe, reden wir vom Vorteil einer nahegelegenen Kinderklinik, dem Warten und wie sie sich zwischendurch an der frischen Luft die Beine vertreten haben. „So eine Geburt ist schon ein Erlebnis“, sagt er irgendwann. Nach einem kurzen Blick in die Ferne, bei dem er seine Erinnerungen offenbar noch einmal Revue passieren lässt, fügt er hinzu: „Für eine Frau aber sicherlich noch viel mehr.“

Ich lache.

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