Franzis Früchtchen (7)

Ich hatte mich ja schon so richtig gefreut. Ein Geburtsvorbereitungskurs würde bestimmt lustigen Blogcontent hergeben. Die eigene Mitte finden, viele schöne Atemübungen und eigentlich darf doch auch ein symbolisches „Fallenlassen“ in die Arme des Partners nicht fehlen, so von wegen Grundvertrauen und so. Doch eigentlich erstickte schon die Ankündigung „Das ist kein Hechel- und Wolldeckenkurs“ meine Hoffnung. Denn in dem zweitägigen Kompaktkurs ging es ehrlicherweise wirklich um das, was angekündigt war: Vorbereitung auf die Geburt. Sachlich, amüsant vorgetragen, mit viel Raum für Fragen. Zwar wenigstens bei Tee und Keksen, aber Wasser und Gummibärchen ließen auch dieses Klischee nicht so richtig durchschlagen.

Wann ich am besten in die Klinik fahre. Was ich tun kann, um die Zeit totzuschlagen. Wie ich dem Früchtchen helfe, den engen Weg zu meistern. Was in meine Tasche gehört, für was der Mann meines Herzens zuständig ist. Dass ich der Hebamme im Kreißsaal immer Bescheid sage, bevor ich auf die Toilette gehe. Undundund. Zwischendurch verlor das Vorzeigepuppenbaby mal seinen Kopf, ich glaube, es war, als die Hebamme zeigen wollte, welche Drehung der Kopf noch machen muss, damit der geringste Durchmesser den Weg nach draußen nimmt.

Am Ende stellte ich mir die Frage, ob mir das denn nun wirklich genügt? Fühle ich mich jetzt gut vorbereitet, auf das, was da wohl auf mich zukommt (Hey, mein erster Marathonlauf! (um in dem Bild der Hebamme zu bleiben..))? Aber ich glaube schon. Erstens, weil zu viele Meinungen einen nur verwirren, zweitens, weil Trockenübungen eher albern erscheinen, ich werde schon sehen, wie ich klar komme und drittens isses ja auch noch ein bisschen hin.

Mein Service-Tipp für Google-Sucher: Würd ich nicht schon eine Hebamme haben, ich hätte sie sofort gefragt.

Next step: Klinik suchen.

Eine Antwort zu “Franzis Früchtchen (7)”

  1. Ich ... sagt:

    Einen solchen Kurs hätte ich damals auch gerne besucht. Meiner war das Gegenteil – es wurde von einer sehr alternativ gewandeten Hebamme primär über die Vorzüge von Schafswollhosen statt Einwegwindeln philosophiert und ich fühlte mich eher wie in einem Esoterik-Kurs. Leider entspricht das bis heute ganz und gar nicht meiner Mentalität.
    Letztendlich ist es dann ein Kaiserschnitt geworden, war auch nicht schlimm. Es kommt, egal wie! Viel Vergnügen weiterhin.

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